Frank Turner
Support: Ghost Of A Chance.
Club Vaudeville, Lindau, 20. Juni 2011 (Ausverkauft). Text und Fotos: Daniel Drescher
| Frank Turner in einem ruhigeren Moment. Foto: Drescher |
Bevor Turner die Bühne entert, gefällt der Mainzer Singer/Songwriter Tobias Heiland alias Ghost Of A Chance mit wunderbar unprätentiösen Akustikgitarre-Stücken. Mit sympathischen Ansagen und skurrilen Geschichten, etwa über den australischen Straßenräuber Ned Kelly, der bei einem Kampf gegen die Polizei eine Ritterrüstung trug, bekommt Heiland den verdienten Applaus.
Die Songauswahl später bei Frank Turner ist perfekt, die Stücke vom aktuellen "England Keep My Bones" sind nicht weniger umjubelt als älteres Material: Zu "Peggy Sang The Blues" gibt's eine Geschichte über Frank Turners Oma, die ihn mit Whiskey beim Pokern schwächen wollte, als er zehn war. Auch von "Love, Ire and Song" und "Poetry of the Deed" gibt's die Perlen, ob "I knew Prufrock before he got famous" oder "Sons of Liberty". Alles wirkt direkt und intensiv, wohl auch, weil man sich im Club Vaudeville für lauschige Wohnzimmer-Atmosphäre statt großer Halle entschieden hat. 250 Fans rasten kollektiv aus. "I won't sit down/I won't shut up" ist die Parole in "Photosynthesis". Eben: Im Sitzen hat noch niemand eine Revolution begonnen. Hoch mit dem Arsch und etwas bewegen. Frank Turner macht vor, wie es geht.
Mehr Fotos vom Konzert im Club Vaudeville gibt's auf der Facebook-Seite von Tinnitus Attacks, die ihr gerne liken dürft/sollt/könnt: Hier entlang.
Meine Plattenkritik zu "England Keep My Bones" könnt Ihr hier lesen.