Samstag, 14. April 2018

Hörtests: Rückkehrer in mehr oder weniger guter Form

Satanic Surfers - Back From Hell

Was für eine Rückkehr! Die Satanic Surfers zeigten sich in den vergangenen Jahren erst auf den Bühnen der Welt, dann gingen sie ins Studio, um dem Ende ihrer von 2007 bis 20015 währenden Bandpause auch neue Songs zu spendieren. Eine gute Entscheidung, denn mit "Back From Hell" präsentiert sich die schwedische Skatepunk-Legende in Höchstform. Wer sich nicht an der eindringlichen Stimme von Ropdrigo Alfaro satt hören konnte, war in den vergangenen Jahren auch mit Atlas Losing Grip bestens bedient. Trotzdem dürften sich viele Fans noch mehr über diese Reunion freuen. Wenn im Opener "The Usurper" die Twin-Gitarren röhren, fühlt sich das einfach richtig und richtig gut an. Die Reggae-Rhythmen in "Self-Medication", die Speed-Attacken in "Ain't No Ripper und die dynamischen Wechsel in "Madhouse" zeigen, dass die Band nichts von ihrer stürmischen und melodischen Art eingebüßt hat. Zehn Songs, 30 Minuten - kurz und intensiv ist dieses Comeback ausgefallen. Willkommen zurück.

(erschienen am 13. April via Regain Records)



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Monster Magnet - Mindfucker 

Dave Wyndorf und seine Spacetrucker sind wieder da. Und sie haben zehn Songs mitgebracht, die Anhängern von breitwandigen Stonerockriffs ein Grinsekatzegrinsen aufs Gesicht zaubern werden. Sollte irgendjemand diese Zeilen lesen und beim Namen Monster Magnet nur an den 90er-Jahre-Hit "Space Lord" denken, empfehle ich dringend, alle Alben nach "Powertrip" nachzuholen. Und ganz speziell das 2013er Album "The Last Patrol". Das war ein majestätisches Spätwerk, das nicht nur psychedelischen Mummenschanz bot, sondern auch irgendwie Tiefe und Melancholie. "Mindfucker" erweckt schon dem Titel nach den Eindruck, dass es hier nicht übelst philosophisch zugehen wird. Erwartet auch keiner. Was man aber nicht unbedingt erwarten durfte und hier trotzdem geliefert wird, ist eine Souveränität, mit der die Truppe ihren überdimensionalen Rock hintrümmert. Die Gitarrenarbeit ist Oberliga und auch wenn die Zutaten vertraut klingen, wirkt hier nichts abgestanden, sondern mit einem positiven Punch versehen, der sich denn auch für eine Live-Ohrdruckwellenmassage empfiehlt.

(erschienen am 23. März via Napalm) 



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Josh T. Pearson - The Straight Hits! 

Was für eine Neuerfindung. Wahrscheinlich dachte sich Josh T. Pearson, dass er in einer Welt voller bärtiger, melancholischer Songwriter eher herausstechen wird, wenn er nicht nur die Gesichtsbehaarung ablegt, sondern auch den düsteren Look gegen helle Klamotten und einen Cowboyhut tauscht. Das sind Äußerlichkeiten, klar, aber sie signalisieren eben auch einen musikalischen Kurswechsel. Wer das fantastische 2011er-Album "Last Of The Country Gentleman" wegen seiner atmosphärischen Dichte, seiner ehrlichen Verletzlichkeit und seiner wundervollen Morbidität stark fand, wird hier wohl enttäuscht werden. Songs wie "Give It To Me Straight" wirken wie Parodien, und Pearson sagt selbst, dass er Ballast abwerfen wollte. Doch diese radikale Wende wirkt arg bemüht, und man ist nicht sicher, was das hier eigentlich sein soll. Es gibt Momente, in denen das Genie durchblitzt, so etwa "Loved Straight To Hell", aber für den Mann, der mit seiner Band Lift To Experience 2001 für das Album "The Texas-Jerusalem Crossroads" als Songwriting-Größe verehrt wurde, ist das ein bisschen wenig.


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