Montag, 20. November 2017

Hörtest: Iron Maiden - The Book of Souls - Live Chapter

Wem soll ich hier eigentlich was erzählen? Iron Maiden-Fans haben die neue Live-Scheibe vermutlich schon im Regal. Und wer die britische Heavy-Metal-Legende 2017 noch nicht in sein Herz geschlossen hat, bei dem ist vermutlich eh alles zu spät. Aber egal - "The Book of Souls: Live Chapter" ist ein Zeugnis der fantastischen Welttournee, auf der ich die Band beim Rockavaria in München erlebt habe (im Fotograben, Bilder unter diesem Link). Und nächstes Jahr sind sie wieder dort. Das war für mich die beste Nachricht der Woche. Grund genug, hier ein paar Zeilen zu schreiben.

Das Doppelalbum "The Book of Souls" gehört zu den besten Platten der britischen Heavy-Metal-Legende in der Bruce-returns-Phase. Gehörte 2015 auf jeden Fall zu meinen Top Ten Platten des
Jahres und rotiert immer noch regelmäßig - und man muss sagen, öfter als die meisten anderen Maiden-Scheiben seit "Brave New World". Allein schon der 18-minütige Titel "Empire of the Clouds" war zum Niederknien. Das ist auch der einzige Schönheitsfehler dieser Live-Vollbedienung: Der Song ist nicht dabei, denn die Band sagte ja selbst, dass es nahezu unmöglich sei, das Stück live zu bringen mit seinen orchestralen Passagen und den Bläsern und allem. Dafür sind mit "If Eternity Should Fail" und "Speed of Light" die beiden Opening-Kracher des Doppelschlags vertreten und eröffnen auch hier die bombastische Show. Was Maiden auch Jahrzehnte nach ihrer Gründung so relevant macht, ist die Tatsache, dass hier keine satten Rockrentner am Werk sind, die ihr Vermächtnis beschädigen. Maiden brennen, sie sind immer noch verdammt energiegeladen und das lassen sie ihre Fans bei jeder Show spüren. Dieser Live-Doppelpack dokumentiert genau das auf eindrucksvolle Art und Weise. Mitgeschnitten wurde dabei nicht eine einzelne Show, sondern 15 Songs wurden jeweils bei einem Gig der “The Book Of Souls”-World Tour mitgeschnitten. Die Tournee führte die Band 2016 und 2017 in 39 Länder auf sechs Kontinenten, zwei Millionen Fans kamen zu den Konzerten. 

Natürlich finden sich zwischen den schwerpunktmäßig vertretenen Stücken von "The Book of Souls" auch Klassiker aus der guten alten Zeit - und ebenso logisch ist, dass andere Klassiker fehlen. Denn wir reden hier nun mal über Iron fucking Maiden, und die haben nunmal so unfassbar viele Hits geschrieben, dass sie auch fünf Stunden live spielen könnten und immer noch Pflichtstoff fehlen würde. Luxusproblem. "Wrathchild", "Fear of The Dark", "Tue Number of the Beast" - wer andere Titel hören muss, dem seien die reichlich existierenden Live-Veröffentlichungen der vergangenen Jahre ans Herz gelegt.

Zwei kleine Kritikpunkte; Bei "Blood Brothers" wurde in der Ansage wohl ein "fucking" (oder ein anderer Kraftausdruck) rausgeschnitten, was soll sowas? Und: Es wird auch einen Konzertfilm geben, den kann man digital herunterladen. Ein netter Zug von einer milliardenschweren Rockstartruppe mit eigenem Flieger wäre gewesen, diesen auf DVD beizulegen oder als digitalen Download mit anzubieten - vor allem bei einem Preis von 23 Euro für die Doppel-CD in der Deluxe-Variante (was dann eben mehr Fotos im Booklet und ein Digipack im DVD-Format bedeutet). Ok, die Premiere des Konzertfilms konnte man im Netz gratis live streamen und die Videos stehen auch im Youtube-Kanal von Iron Maiden zum kostenlosen Anschauen parat. Wäre also wohl kein Problem gewesen. Lesenswert dafür das Vorwort von Maiden-Manager Rod Smallwood, in dem er die Geschehnisse der Tour mit viel Humor Revue passieren lässt.  

"The Book of Souls: Live Chapter" ist am 17. November via Parlophone erschienen. Hier seht Ihr noch "Fear of the Dark" aus dem Konzertfilm gleichen Namens.


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