Sonntag, 26. März 2017

Das ist keine Plattenkritik - aber trotzdem eine Empfehlung (und zwar für "Payola" von den Desaparecidos)

Der Kumpel, der Dich auf die lebenswichtige Band und ihr bislang von Dir zu unrecht veschmähtes Früh- und überhaupt Gesamtwerk aufmerksam macht; das Plattencover, das Dich im Plattenladen anspringt und zu einer neuen musikalischen Entdeckung führt, die genauso gut ist wie der optische Eindruck; die Plattenkritik im Musikmagazin, die Dich neugierig macht - klassische Wege, seinen akustischen Horizont zu erweitern.

Aber diesmal war es anders. Denn zwei ungewöhnliche Faktoren kommen zusammen: Eigentlich hätte ich die Band auf die drei oben beschriebenen Arten kennenlernen müssten. Sie fällt ins Beuteschema musikalischer Freunde, über das Cover wäre ich mindestens gestolpert - und in der einschlägigen Musikpresse gab es gute bis sehr gute Rezensionen.

Trotzdem muss ich zu meiner Schande gestehen: "Payola", das 2015er (und zweite) Album der amerikanischen Band Desaparecidos, ist bislang an mir vorbeigegangen. Und als ich google, seh ich: Am Mikro steht niemand Geringeres als Conor Oberst, besser bekannt als Fronter der Indiefolkband Bright Eyes. Ein Blick in das Internetlexikon zeigt auch, dass es Gastauftritte von Tim Kasher (Cursive) und Laura Jane Grace (Against Me!) gibt. 

Der Gag ist: Ich bin kein übermäßiger Nutzer von Streamingdiensten. Ich mag meine Musik im Regal, bin mit CDs und Mixtapes aufgewachsen und finde den Gedanken schön, dass Musik auf Vinyl für die Ewigkeit konserviert werden können. Doch den einen Song, "The Left Is Right", habe ich in meinem Spotify-Account (ja, hab ich...aber wie gesagt, kaufen ist trotzdem wichtig!) entdeckt. War Teil irgendeiner Playlist und ich speicherte ihn mir ab. Die Tage schwappte er wieder in mein Bewusstsein, ich hörte das ganze Album dazu, erwartete eine politische Punkrocktruppe mit spanischen Lyrics und Ska-Einschlag - und bekam einen fantastischen Mix aus Punkrock, Emo und Conor Oberst (politisch ist das Album übrigens durchaus, und zwar nicht zu knapp). Ich hab sie noch nicht genug gehört, um hier eine Plattenkritik nachzuliefern (zwei Jahre nach Erscheinen auf dem Punkrocklabel Epitaph). Aber trotzdem: Vielleicht geht es ja ein paar Leuten genauso wie mir - und für den Fall möchte ich nicht, dass man von mir sagen kann, ich hätte Euch nicht Bescheid gesagt. 

Hier sehr Ihr die Videos zu "City on the Hill" und "Golden Parachutes": 


Und hier könnt Ihr das Album in voller Länge streamen:  
  

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