Samstag, 10. September 2016

Hörtest: Chris Farren - Can't Die

Luftige Gitarren, Nintendo-8-Bit-Sounds, augenzwinkernder Pop-Appeal - was Fake-Problems-Fronter Chris Farren hier auf seinem Solodebüt bietet, gefällt wegen seiner vielen Facetten. 

Das Klavier hämmert und tupft, die Melodien knoten sich um die Gehirnwindungen, das Schlagzeug funkt mit rein und irgendwie fühlt man sich wie in einem der lustigen Vampire-Weekend-Songs: "Say  U Want Me"  ist einer der, ähm, Hingucker auf diesem Album.

Aber dass das hier nicht das übliche Ich-mach-solo-was-Projekt eines sonst im Rock verhafteten Musikers ist, weiß man schon nach wenigen Sekunden. Die Mischung aus schrammeligen Gitarren und abgefahrenen Sounds ist extrem gut gelungen. "Human Being" lässt mich immer an die grandiose Serie "Community" denken, "Brighter" klingt nach nächtlichen Städten und ihren Lichtern (kann ich nicht anders erklären, hört es Euch an) und "To Insecurity And Beyond" pluckert mit seinen Gameboy-Piepsern vor sich hin. In der zweiten Hälfte fällt "Everything's My Fault" auf, weil hier am ehesten noch die Gitarren geballt aufjaulen und Superchunk Konkurrenz machen. Extrem profitiert die Platte davon, dass Chris Farren bei der Auswahl seiner Sounds keine Scheu kennt und die Stücke extrem verspielt wirken. Elf Songs, 30 Minuten - man braucht nicht die Aufmerksamkeitsspanne wie bei einem Progressive-Rock-Epos, und die Stücke sind auch eine sehr kurzweilige Angelegenheit. 

Bevor der Herbstnebel kommt, hier die Gutelauneplatte für die letzten Sommertage des Jahres. Klingt banal, aber fahrt einfach mal mit der Platte im Player und der Lautstärke voll aufgedreht durch die Gegend. Dann wisst Ihr, was ich meine. 


„Can’t Die“ ist am 2. September via Side One Dummy erschienen. 

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