Mittwoch, 30. Dezember 2015

Jahresrückblick: Tinnitus Attacks' Top Ten Platten 2015

Ich weigere mich eigentlich konsequent, keine neuen Bands zu entdecken und mich auf dem auszuruhen, was ich bereits kenne. Trotzdem ist 2015 für mich eher ein Jahr gewesen, in dem ich viele Bands in dieser Bestenliste habe, die mich schon lange begleiten. Aber es sind auch Musiker dabei, die ich jetzt erst liebgewonnen habe. Wie bereits in den Jahren zuvor gilt: Der Wertung in dieser Top Ten liegt ein zutiefst pseudomathematischer Koeffizient zugrunde. Zahl der Hördurchläufe mal Grad der Faszination, und das irgendwie so korreliert. Mit einem Klick auf Bandnamen und Albumtitel gelangt Ihr zur Rezi, die dazu jeweils erschienen ist.

10.) Anna von Hausswolff - The Miraculous


Die Dame war mir komplett unbekannt. Und ich dachte auch nicht, dass mich ein Album, auf dem eine 29-Jährige Orgel spielt, so dermaßen von den Socken hauen kann. Aber hat es. Was Anna von Hausswolff hier auffährt, ist so eigen, so tiefsinnig, so schön und so verwunschen, dass es kaum eine passende Schublade dafür geben kann. Und wenn, werde ich den Tisch eigenhändig aus dem Fenster schieben und seine Überreste mit einer Axt kleinhacken. Dieses Album braucht keine Genregrenzen, sie stehen einem nur im Weg, wenn man die Genialität der jungen Frau erfassen will. Hoffentlich kommt da noch ganz viel.


9.) Teenage Bottlerocket - Tales Of Wyoming

Die Band gibt es ja auch schon länger. Aber beim Pirate Satellite Festival in Stuttgart sind sie mir dann aufgefallen. Und zwar gleich so, dass eine Platte mitmusste. Darauf sind so fiese Ohrwürmer wie "They Call Me Steve", die Minecraft-Hymne mit dem Video, das genauso ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Oder "I Found The One", das Liebeslied, das sicher niemals im Radio gespielt werden wird wegen seiner unsagbar romantischen Textzeilen. Und "Haunted House". Punkrock kann so simpel und effektiv sein. Leider hat die Geschichte der Band dieses Jahr eine traurige Wendung genommen. Drummer Brandon Carlisle fiel ins Koma und starb am 7. November.

8.) Iron Maiden - The Book Of Souls

Kann das wirklich wahr sein, dass es keine Besprechung auf dem Blog gab? Ich war mir sicher, dass ich Euch von der Grandiosität vorgeschwärmt habe, auch wenn hier Innovation keine Rolle spielt und die Band sich natürlich auch bei sich selbst bedient, man fragen darf, ob es gleich ein Doppelalbum sein musste und ob es progressiv ist, die immer gleichen Gitarrenfiguren herunterzugniedeln. Aber: "The Empire Of The Clouds" sag ich nur. Ein 18 Minuten langes Epos, das Bläser und Streicher auffährt, was auch noch gut geht, und was einer der besten Songs der Briten ever ist. Schade, dass ihn die Metalinstitution vielleicht nie live darbieten wird.

7.) Modest Mouse - Strangers To Ourselves

Modest Mouse und ich, das ist eine reine und langlebige Liebe. Seit Jahren begleiten mich die kauzigen Songs der Band um Frontmann Isaac Brock, der so herrlich manisch wie kaum jemand anderes seine Lyrics ins Mikro kotzt. "Strangers To Ourselves" ist das erste Lebenszeichen seit viel zu langer Zeit, und obwohl viel passiert ist, haut hier eigentlich alles hin. Und mit Songs wie "Lampshades" und dem übergroßen Stampfer "The Ground Walks, With Time In A Box" setzen sich Modest Mouse auch in einem Jahr, in dem Indierock dated scheint, in Ohr und Herz fest.


6.) Courtney Barnett - Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit

Eins der  besten Indierockalben des Jahres. Die Australierin klingt, als ob Nirvana eine Frau am Mikro hätten und plötzlich auch mal gute Laune hätten zur Abwechslung. Mit ihrem rumpeligen Sound und den cleveren Texten hat sich die 27-Jährige viele Freunde gemacht. Kein Wunder, bei Songs wie dem bedrückend wahren "Depreston" oder "Nobody Really Cares If You Don't Go to the Party". Und den Preis für die beste Textzeile des Jahres hatte sie mit "Give Me All Your Money And I'll Make Some Origami Honey" ja eh schon sicher.

5.) Belle & Sebastian - Girls in Peacetime Want To Dance

Was ich mit dieser Band verbinde, spielte sich nächtens auf dem Southside Festival ab, vergangenes Jahr war das. Die Band stand auf der roten Zeltbühne. Und ich stand davor. Ein breites Grinsen im Gesicht. Was diese Band an positiven Emotionen und Glückshormonen in dieses Zelt zauberte, das fand ich einzigartig. Bis dahin kannte ich vielleicht ein zwei Lieder der Band. Als dann dieses Album zum Besprechen da war, war klar: Muss sein. Das Cover sieht nach einem Theaterstück in einem Wes-Anderson-Film aus, die Songs sind wie damals in der Nacht: glücklich machend.

4.) Enter Shikari - The Mindsweep

Mit ihrem vierten Studioalbum haben sich Enter Shikari einen großen Schritt nach vorne gemacht. Auf "The Mindsweep" lenken die Briten ihren Krawallsound in geordnetere Bahnen. Das heißt aber nur, dass die Hölle dann eben in einem Moment losbricht, in dem es zuvor fast schon sanftmütig zuging auf dieser Platte. Angefixt hat mich auch in diesem Fall eine News, die ich für finestvinyl geschrieben habe. Der Song "Never Let Go Of The Microscope" erinnerte mich an Dredg und ihr "Sang Real". Das Konzert in München war Spitze. und bei Rock am Ring nachts im Zelt - reife Leistung.

3.) Faith No More - Invictus

Begleiten mich seit den 90ern. Erinnerungen an einen Campingurlaub, bei dem der Walkman streikt und ich das Tape mit "King For A Day" drauf per Bleistift vorspule, bis Schluss war, weil der Walkman das Band gefressen hat. "Album of The Year" war 1998 dann nicht der große Wurf, hatte aber mit "Ashes To Ashes" einen meiner ewigen Lieblingssongs. Als dann 2014 klar wurde, dass Faith No More wieder was Neues machen....Herzrasen. Und sie haben nicht enttäuscht. Mike Pattons Stimme ist bei alldem natürlich wieder der offensichtliche Hingucker - oder besser Hinhörer. Wie er in "Cone Of Shame" seine Künste zur Schau stellt - andere würde man Angeber nennen, aber er ist einfach so gut. Wenn diese Reunion gefloppt wäre, das hätte mir das musikalische Herz gebrochen.

2.) Baroness - Purple


Die ganze Geschichte mit dem Busunglück und der Beinah-Armamputation von Sänger John Baizley brauch ich hier wohl nicht nochmal aufrollen. Dafür eine eigene Geschichte: Wien 2013, ich bin im Gasometer und endlich versteh ich den Hype. Vorher immer auf Spiegel Online gesehen und dann über die "Yellow & Green" eingestiegen, die ich immer noch fantastisch finde. Aber Purple - das hat Eier, Herz und Hirn. "Try To Disappear" hat es mir besonders angetan, aber natürlich auch "Chlorine & Wine" und hier besonders ein Moment. Der epische Männerchor bei Zählerstand 5:41. Im Video sieht John Baizley übrigens so niedlich aus, als er sich da reinhängt.

1.) Ghost - Meliora

Mein Song des Jahres heißt "From The Pinnacle To The Pit". Wenn der Refrain dieses grandiosen Metal-Stampfers aufzieht wie die strahlende Morgensonne, knie ich vor meiner Stereoanlage nieder und bin ganz Ohr. Früher dachte ich, dass das ne Kaspertruppe mit schwachen Songs ist. Seit "Meliora" und einer unfassbar großartigen Show im Backstage in München ist mir klar: Ghost sind die nächsten Kiss, so groß kann diese Band werden (und sie lässt sich fotografisch überragend in Szene setzen). Wenn die Fans laustark "He Is" mitsingen und vermutlich auch Ministranten im Publikum (war ja in Bayern) plötzlich zu kleinen Okkultisten mutieren, das war schon unfassbar. Die Songs sind einfach zu gut, um einen kaltzulassen. Kein Album lief bei mir öfter, keine Refrains hab ich lautstärker mitgebrüllt als die von Powergranaten wie "Absolution" oder "Majesty". Entschuldigt mich. Ich muss jetzt "From The Pinnacle To The Pit" auflegen.

Eine Playlist bei Spotify gibt's an dieser Stelle.

Wie es in den Jahren vorher aussah, erfahrt Ihr per Klick aufs Jahr: Jahresrückblicke aus 2014, 2013, 2012 und 2011. Die zehn zu kurz gekommenen Platten in 2015 gibt's an dieser Stelle.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Jahresrückblick 2015, Teil 1: Die zu kurz Gekommenen

Es ist gute Sitte geworden, dass an dieser Stelle nicht nur die Platten auftauchen, zu denen Besprechungen auf Tinnitus Attacks gelaufen sind. Bevor es die Jahres-Topliste gibt, kommen hier auch die Platten zum Zuge, die ich unbedingt noch nachholen will. Da ich beruflich ziemlich ausgelastet bin und dann und wann doch auch nochmal ein wenig Sport machen möchte, kam ich auch 2015 nicht zu allem, was eigentlich eine Rezi hier verdient hätte. Also, los geht's: Die zu kurz Gekommenen. Diesmal in nicht priorisierter Reihenfolge. 

Titus Andronicus - The Most Lamentable Tragedy: 
Die letzten beiden Platten der Rockband aus New Jersey hab ich mir geholt. Dieses Mal hab ich es verpasst. Schande über mich. Die fünfaktige Rockoper (drei LPs!) ist den sechs Musikern wohl richtig grandios gelungen, zumindest hab ich nirgends etwas Negatives dazu lesen können. Dass das Cover aussieht wie eine vertrackte Lektüre aus dem Englisch-LK, hat mich nicht abgeschreckt. Aber irgendwie hat es eben nicht hingehauen mit uns zweien. Ich hol das nach. Versprochen.




A Place To Bury Strangers - Transfixation
Bin drauf aufmerksam geworden, weil ich eine News für finestvinyl zu dieser Platte geschrieben habe. Und ich war. haha Wortspiel, angefixt, als ich reingehört habe. Dieser unmittelbare, ruppige Sound nahm mich gefangen. Die New Yorker haben auf ihrem vierten Album erneut eine Mischung aus noisigen Attacken und introvertiertem Shoegaze, den ich absolut goutieren kann. Klarer Fall, da muss der Plattenhändler des Vertrauens nochmal ran. Einmal in Schwarz bitte!



Alberta Cross - Alberta Cross
Das Debüt "Broken Side Of Time" war fantastisch. Was waren das für Songs. "Taking Control". "Leave Us and Forgive Us". Und alle eigentlich. Das darauf folgende "Songs Of Patience" fand ich dann nur so ok, aber nicht aufregend. Jetzt das dritte Studiowerk, und ich muss den Schweden, die so nach Americana klingen, unbedingt noch eine Chance geben, hab ich beschlossen. Wer weiß, was ich sonst verpasse. Das Cover erinnert mich übrigens fatal an "Hollywood Town Hall" von The Jayhawks.



Rocky Votolato - Hospital Handshakes
Ich kann nicht erklären, warum ich dieses Album verpasst hab. Mangelndes Interesse kann es nicht sein. Während ich diese Zeilen schreibe, läuft "True Devotion", das 2010er-Album des texanischen Songwriters. Und zu "Television Of Saints" gab es hier ja auch eine Besprechung auf dem Blog. Jedenfalls kürzlich reingehört, und da war sie wieder, diese aufrichtige Stimme. Welche Schwierigkeiten der Mann, der drei Jahre älter ist als ich, in der Zwischenzeit hatte, muss ich ergründen. Zusammen mit diesem Album.




Craig Finn - Faith In The Future
Ich liebe The Hold Steady. Ich liebe Craig Finn. Der Meister des Geschichtenerzählens im Rock nimmt mich jedes Mal aufs Neue mit seiner unnachhamlichen Stimme mit, und sein Soloalbum "Clear Heart Full Eyes" war dank Songs wie "No Future" ziemlich klasse. Auf "Faith In The Future" (jetzt also doch?) hat er sich mit dem 11. September beschäftigt. Ist dieses Album also sein "Extremely Loud and Incredibly Close"? Ich werde es herausfinden.




Steveb Wilson - Hand. Cannot. Erase. 
Wenn es um Prog geht, bin ich dieses Jahr eher bei meinen alten Bekannten Spock's Beard gelandet und hab mich wieder gefragt, was für ein Gott das sein soll, der einem begnadeten Sänger wie Neal Morse sagt, er soll die Band verlassen, um fortan nur noch Lobpreismucke zu machen. Aber ich schweife ab. Steven Wilson ist ein Prog-Lehrmeister, hat mit Porcupine Tree und seinen Solosachen Geschichte geschrieben. Soloalbum Nummer Vier wartet nun darauf, von mir ergründet zu werden. Her mit den Kopfhörern. Dafür schlag ich mir gern Nächte um die Ohren.



V.A. - Original Songs From The Shit Musical Home Street Home
Ein Punkmusical von Fat Mike mit Gastbeiträgen von Fat-Wreck-Künstlern und wichtigen Punkrockern wie The Descendents, Mad Caddies, Dropkick Murphys und Frank Turner? Bin dabei. Nur leider etwas zu spät. Aber was soll's. Punks kommen ja auch nicht auf die Minute genau zum Konzert oder?
Ash - Kablammo! 
Als ich damals "Oh Yeah" gehört hab, war es um mich geschehen. 1996 war das, das Album hieß "1977". Dann irgendwann die "Meltdown" in die Hände bekommen, ach ja richtig, das war 2004, und die Songs wie "Orpheus" waren dann auch der Soundtrack zum wundervoll großartigen Zombiespaß "Shaun Of The Dead". Tim Wheelers Weihnachtsalbum, auf dem er Emmy The Great begleitet, ist ja auch so spitze, vielleicht DAS Weihnachtsalbum (zumindest auf jeden Fall für mich). Und jetzt was Neues von Ash? Her damit.




Idlewild - Everything Ever Written
Einfach mal eine Platte des Covers wegen interessant finden - check: Idlewild muss ich mir eigentlich mal zu Gemüte führen. Die schottische Indierockband hat auch schon ihr siebtes Album draußen. Und das Cover sieht so nach anheimelndem Sound aus, der für Fans von Lemony-Snicket-Büchern genauso gedacht ist wie für Anhänger von Maurice Sendaks "Where The Wild Things Are", dass ich ein Ohr riskieren werden muss. Müssen werde? Egal. Kaufen halt.




Beirut - No No No
Ihr 2011er-Album "The Rip Tide" schaffte es in meine Bestenliste des Jahres. Das war Sehnsuchtssound für Sehnsuchtsmomente. Aber das neue Werk hab ich tatsächlich noch nicht gehört, bis auf den Titelsong, der etwas nervig klingeltonmäßig daherkommt. Aber mal schauen, was bei genauerer Betrachtung passiert. Denn Zack Condon ist ein begnadeter Songwriter, der relevante Musik macht. Mal schauen, ob das diesmal auch für diese Platte und mein Verhältnis zu ihr gilt.




Alle Jahre sind zu kurz: So sah die Liste 2014, 2013, 2012 und 2011 aus. 

Freitag, 18. Dezember 2015

SZene-Hörtest: Baroness - Purple

Was für ein Album. Baroness haben mich vor drei Jahren schon mit "Yellow & Green" umgehauen. Das Album war für mich der erste Kontakt mit den avantgardistischen Metallern aus Georgia. Muss man dazu sagen, weil die Platte ja anders war als die Vorgänger, softer, Pink Floydiger, aber ich fand es genau richtig. Um Rot und Blau kümmer ich mich noch, versprochen. Aber jetzt - "Purple" - wow. Ich bin wirklich beeindruckt. Meine Plattenkritik ist diese Woche auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnt Ihr sie lesen.

Einen Stream der Platte gibt es bei Spiegel Online.

Freitag, 11. Dezember 2015

Konzertkritik: Ghost in München

Ghost in München - das war das Konzerthighlight dieses Jahr für mich. Und an großartigen Gigs war 2015 wahrlich kein Mangel. Enter Shikari in München, Lagwagon in Lindau, Boysetsfire auch in Lindau...die Liste ließe sich ergänzen. Aber Ghost haben vergangenen Freitag alles gekillt.

Hier meine Konzertkritik aus der Schwäbischen Zeitung, erschienen am Dienstag auf der SZeneseite. Per Klick aufs Bild könnt Ihr sie lesen. Mehr Fotos findet Ihr unter www.schwaebische.de/ghost.


Freitag, 4. Dezember 2015

Hörtest: Foo Fighters - Saint Cecilia EP

Die heilige Cäcilia, das weiß man als Ex-Ministrant und katholisch erzogener Mensch, ist die Patronin der Kirchenmusik. Und, das mang weniger geläufig sein, die Namensgeberin eines Hotels in Austin, Texas, das die Foo Fighters vor einiger Zeit in ein Aufnahmestudio verwandelt haben. Das Resultat hat die letzte verbliebene Giga-Rockband des Planeten gratis in Netz gestellt - verbunden mit dem Aufruf, für die Opfer von Paris zu spenden. Den Brief, den Dave Grohl zur Platte ins Netz stellen wollte, hat er nach den Anschlägen um einige aktuelle Zeilen ergänzt. Er hoffe, dass die Songs ein wenig Licht ins Dunkel brächten. Er findet die richtigen Worte, Die Stücke sollen uns daran erinnern, dass Musik Leben ist, und dass Hoffnung und Heilung Hand in Hand mit Liedern gehen. Ja, Musik ist Leben, es ist unser Leben. Also widmen wir uns dem, was unser Leben ausmacht: der Musik.

Und die ist auch auf der "Saint Cecilia EP" gewohnt großartig. Die Songs seien teilweise schon älter, kann man der ausführlichen Erzählung auf der Internetseite lesen. Und wie diese Stunden im Hotel der heiligen Cäcilie waren, das muss ziemlich besonders gewesen sein. Gleich in den ersten Sekunden darf Grohl seine unvergleichliche Stimme erklingen lassen (klar, hat er sich ja auch selbst erlaubt), die Gitarre ist von Anfang an mit palm mute-Figuren da, dann kommt das typische obertonreiche Rockriffing, und ein Keyboard sprenkelt Farbe an die Wand. Der Bass folgt den Vocals im Refrain auf Schritt und Tritt, Taylor Hawkins bringt die Drums auf den Punkt - bestens. Klar, wer den Foo Fighters das uramerikanische Feeling und die simplen Melodien krumm nimmt, der wird hier nicht glücklich. Aber was wissen die schon? "Sean" sprintet noch einen Tick schneller drauf los und verströmt echtes 90er-Jahre-Flair, hätte auch auf "Colour & The Shape" stehen können. Das ruppige "Savior Breath" erinnert an derbere Kaliber wie "Gas Chamber" oder "White Limo", mit "Iron Rooster" ist eine zurückgenommene Ballade dabei. "The Neverending Sigh" bleibt dann in der Tradition von Songs wie "I Am A River", ein wuchtig stampfender Hymnus zum Ende. Fanherz was willst Du mehr? 

Auf der Internetseite der Foo Fighters kann man sich die EP in MP3. WAV nud FLAC-Dateien runterladen, und man kann sie auch auf Vinyl vorbestellen - im Bundle mit einem Shirt und einem Schlüsselanhänger zum Beispiel.