Dienstag, 29. Dezember 2015

Jahresrückblick 2015, Teil 1: Die zu kurz Gekommenen

Es ist gute Sitte geworden, dass an dieser Stelle nicht nur die Platten auftauchen, zu denen Besprechungen auf Tinnitus Attacks gelaufen sind. Bevor es die Jahres-Topliste gibt, kommen hier auch die Platten zum Zuge, die ich unbedingt noch nachholen will. Da ich beruflich ziemlich ausgelastet bin und dann und wann doch auch nochmal ein wenig Sport machen möchte, kam ich auch 2015 nicht zu allem, was eigentlich eine Rezi hier verdient hätte. Also, los geht's: Die zu kurz Gekommenen. Diesmal in nicht priorisierter Reihenfolge. 

Titus Andronicus - The Most Lamentable Tragedy: 
Die letzten beiden Platten der Rockband aus New Jersey hab ich mir geholt. Dieses Mal hab ich es verpasst. Schande über mich. Die fünfaktige Rockoper (drei LPs!) ist den sechs Musikern wohl richtig grandios gelungen, zumindest hab ich nirgends etwas Negatives dazu lesen können. Dass das Cover aussieht wie eine vertrackte Lektüre aus dem Englisch-LK, hat mich nicht abgeschreckt. Aber irgendwie hat es eben nicht hingehauen mit uns zweien. Ich hol das nach. Versprochen.




A Place To Bury Strangers - Transfixation
Bin drauf aufmerksam geworden, weil ich eine News für finestvinyl zu dieser Platte geschrieben habe. Und ich war. haha Wortspiel, angefixt, als ich reingehört habe. Dieser unmittelbare, ruppige Sound nahm mich gefangen. Die New Yorker haben auf ihrem vierten Album erneut eine Mischung aus noisigen Attacken und introvertiertem Shoegaze, den ich absolut goutieren kann. Klarer Fall, da muss der Plattenhändler des Vertrauens nochmal ran. Einmal in Schwarz bitte!



Alberta Cross - Alberta Cross
Das Debüt "Broken Side Of Time" war fantastisch. Was waren das für Songs. "Taking Control". "Leave Us and Forgive Us". Und alle eigentlich. Das darauf folgende "Songs Of Patience" fand ich dann nur so ok, aber nicht aufregend. Jetzt das dritte Studiowerk, und ich muss den Schweden, die so nach Americana klingen, unbedingt noch eine Chance geben, hab ich beschlossen. Wer weiß, was ich sonst verpasse. Das Cover erinnert mich übrigens fatal an "Hollywood Town Hall" von The Jayhawks.



Rocky Votolato - Hospital Handshakes
Ich kann nicht erklären, warum ich dieses Album verpasst hab. Mangelndes Interesse kann es nicht sein. Während ich diese Zeilen schreibe, läuft "True Devotion", das 2010er-Album des texanischen Songwriters. Und zu "Television Of Saints" gab es hier ja auch eine Besprechung auf dem Blog. Jedenfalls kürzlich reingehört, und da war sie wieder, diese aufrichtige Stimme. Welche Schwierigkeiten der Mann, der drei Jahre älter ist als ich, in der Zwischenzeit hatte, muss ich ergründen. Zusammen mit diesem Album.




Craig Finn - Faith In The Future
Ich liebe The Hold Steady. Ich liebe Craig Finn. Der Meister des Geschichtenerzählens im Rock nimmt mich jedes Mal aufs Neue mit seiner unnachhamlichen Stimme mit, und sein Soloalbum "Clear Heart Full Eyes" war dank Songs wie "No Future" ziemlich klasse. Auf "Faith In The Future" (jetzt also doch?) hat er sich mit dem 11. September beschäftigt. Ist dieses Album also sein "Extremely Loud and Incredibly Close"? Ich werde es herausfinden.




Steveb Wilson - Hand. Cannot. Erase. 
Wenn es um Prog geht, bin ich dieses Jahr eher bei meinen alten Bekannten Spock's Beard gelandet und hab mich wieder gefragt, was für ein Gott das sein soll, der einem begnadeten Sänger wie Neal Morse sagt, er soll die Band verlassen, um fortan nur noch Lobpreismucke zu machen. Aber ich schweife ab. Steven Wilson ist ein Prog-Lehrmeister, hat mit Porcupine Tree und seinen Solosachen Geschichte geschrieben. Soloalbum Nummer Vier wartet nun darauf, von mir ergründet zu werden. Her mit den Kopfhörern. Dafür schlag ich mir gern Nächte um die Ohren.



V.A. - Original Songs From The Shit Musical Home Street Home
Ein Punkmusical von Fat Mike mit Gastbeiträgen von Fat-Wreck-Künstlern und wichtigen Punkrockern wie The Descendents, Mad Caddies, Dropkick Murphys und Frank Turner? Bin dabei. Nur leider etwas zu spät. Aber was soll's. Punks kommen ja auch nicht auf die Minute genau zum Konzert oder?
Ash - Kablammo! 
Als ich damals "Oh Yeah" gehört hab, war es um mich geschehen. 1996 war das, das Album hieß "1977". Dann irgendwann die "Meltdown" in die Hände bekommen, ach ja richtig, das war 2004, und die Songs wie "Orpheus" waren dann auch der Soundtrack zum wundervoll großartigen Zombiespaß "Shaun Of The Dead". Tim Wheelers Weihnachtsalbum, auf dem er Emmy The Great begleitet, ist ja auch so spitze, vielleicht DAS Weihnachtsalbum (zumindest auf jeden Fall für mich). Und jetzt was Neues von Ash? Her damit.




Idlewild - Everything Ever Written
Einfach mal eine Platte des Covers wegen interessant finden - check: Idlewild muss ich mir eigentlich mal zu Gemüte führen. Die schottische Indierockband hat auch schon ihr siebtes Album draußen. Und das Cover sieht so nach anheimelndem Sound aus, der für Fans von Lemony-Snicket-Büchern genauso gedacht ist wie für Anhänger von Maurice Sendaks "Where The Wild Things Are", dass ich ein Ohr riskieren werden muss. Müssen werde? Egal. Kaufen halt.




Beirut - No No No
Ihr 2011er-Album "The Rip Tide" schaffte es in meine Bestenliste des Jahres. Das war Sehnsuchtssound für Sehnsuchtsmomente. Aber das neue Werk hab ich tatsächlich noch nicht gehört, bis auf den Titelsong, der etwas nervig klingeltonmäßig daherkommt. Aber mal schauen, was bei genauerer Betrachtung passiert. Denn Zack Condon ist ein begnadeter Songwriter, der relevante Musik macht. Mal schauen, ob das diesmal auch für diese Platte und mein Verhältnis zu ihr gilt.




Alle Jahre sind zu kurz: So sah die Liste 2014, 2013, 2012 und 2011 aus. 

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