Freitag, 4. Dezember 2015

Hörtest: Foo Fighters - Saint Cecilia EP

Die heilige Cäcilia, das weiß man als Ex-Ministrant und katholisch erzogener Mensch, ist die Patronin der Kirchenmusik. Und, das mang weniger geläufig sein, die Namensgeberin eines Hotels in Austin, Texas, das die Foo Fighters vor einiger Zeit in ein Aufnahmestudio verwandelt haben. Das Resultat hat die letzte verbliebene Giga-Rockband des Planeten gratis in Netz gestellt - verbunden mit dem Aufruf, für die Opfer von Paris zu spenden. Den Brief, den Dave Grohl zur Platte ins Netz stellen wollte, hat er nach den Anschlägen um einige aktuelle Zeilen ergänzt. Er hoffe, dass die Songs ein wenig Licht ins Dunkel brächten. Er findet die richtigen Worte, Die Stücke sollen uns daran erinnern, dass Musik Leben ist, und dass Hoffnung und Heilung Hand in Hand mit Liedern gehen. Ja, Musik ist Leben, es ist unser Leben. Also widmen wir uns dem, was unser Leben ausmacht: der Musik.

Und die ist auch auf der "Saint Cecilia EP" gewohnt großartig. Die Songs seien teilweise schon älter, kann man der ausführlichen Erzählung auf der Internetseite lesen. Und wie diese Stunden im Hotel der heiligen Cäcilie waren, das muss ziemlich besonders gewesen sein. Gleich in den ersten Sekunden darf Grohl seine unvergleichliche Stimme erklingen lassen (klar, hat er sich ja auch selbst erlaubt), die Gitarre ist von Anfang an mit palm mute-Figuren da, dann kommt das typische obertonreiche Rockriffing, und ein Keyboard sprenkelt Farbe an die Wand. Der Bass folgt den Vocals im Refrain auf Schritt und Tritt, Taylor Hawkins bringt die Drums auf den Punkt - bestens. Klar, wer den Foo Fighters das uramerikanische Feeling und die simplen Melodien krumm nimmt, der wird hier nicht glücklich. Aber was wissen die schon? "Sean" sprintet noch einen Tick schneller drauf los und verströmt echtes 90er-Jahre-Flair, hätte auch auf "Colour & The Shape" stehen können. Das ruppige "Savior Breath" erinnert an derbere Kaliber wie "Gas Chamber" oder "White Limo", mit "Iron Rooster" ist eine zurückgenommene Ballade dabei. "The Neverending Sigh" bleibt dann in der Tradition von Songs wie "I Am A River", ein wuchtig stampfender Hymnus zum Ende. Fanherz was willst Du mehr? 

Auf der Internetseite der Foo Fighters kann man sich die EP in MP3. WAV nud FLAC-Dateien runterladen, und man kann sie auch auf Vinyl vorbestellen - im Bundle mit einem Shirt und einem Schlüsselanhänger zum Beispiel. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen