Freitag, 27. März 2015

Hörtest: Courtney Barnett - Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit

Glaubt mir: Courtney Barnett steht eine glänzende Zukunft bevor. Die Songwriterin hat nach zwei EPs jetzt ihr Debütalbum am Start - und ich bin verliebt.

Die Frau ist speziell. Und nicht jeder wird was mit ihrem Storytelling-Indierock anfangen können. Mit prägnanter Stimme singt die australische Endzwanzigerin von seltsamen Begegnungen, deprimierenden Vorstädten und dem Leben, das sich irgendwann halt doch wiederholt. Wichtiger als der perfekte Reim sind ihr die Inhalte, die Kurzgeschichten, in denen man sich wiedererkennen kann.


Ihre charmant-kauzigen Beobachtungen hüllt Courtney Barnett in schluffigen Indierock, der an Pavement genauso erinnert wie an Dinosaur Jr. (An Illustration of Loneliness). Doch manchmal kippt der Sound und bedient sich in seiner Ruppigkeit auch bei Nirvana (Nobody Cares If You Really Go To The Party). Grandiose Textstelle: "Yes I like hearing your stories but I’ve heard them all before." Das Gefühl kennt auch jeder: Oh nein, dann muss ich mir wieder dies und jenes anhören... Hier kommt auch ihr Händchen für traumhafte Melodien zum Vorschein. Ganz fantastisch auch "Debbie Downer", Harmonien, die dem Hirn sagen: jetzt bitte Endorphine ausschütten.

Und mit dem Song "Pedestrian at Best" hat die brünette Gitarristin wohl auch die Textzeile des Jahres geliefert. Da geht es um ihre eigenen Unzulänglichkeiten und dann kommt dieser Hammer: "Tell me I’m exceptional I promise to exploit you. Give me all your money and I’ll make some origami, honey." Ein Album, das irritiert, Spaß macht und dessen man nicht überdrüssig wird.

Barnett hat sich bereits mit Songs wie "Avant Gardener" einen Namen gemacht. Aber mit ihrem Debütalbum wird sie sich in die Liga katapultieren, in die sie gehört. Also ziemlich weit nach oben.

"Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit" von Courtney Barnett ist am 20. März erschienen. Hier noch die Videos zu "Pedestrian at Best" und "Depreston":


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