Sonntag, 31. August 2014

SZene-Hörtest: The Gaslight Anthem - Get Hurt

Zugegeben: Ich hatte meine Anlaufschwierigkeiten mit "Get Hurt".
Ist ja auch nicht die typische Gaslight-Anthem-Platte geworden. Aber: Jeder Durchlauf lohnt sich, mit jedem Mal versteht man besser, warum dieses Album so sein muss. Sicher, die ein oder andere Nummer ist nicht so überzeugend. Aber ich seh das entspannt. Geben wir den Bands die Freiräume, die sie brauchen. Sie machen Musik, und wenn sie uns gefällt - umso besser. Aber sie machen die Musik eben nicht für uns. Und das sollen sie auch gar nicht. Und wer sich trotzdem beklagt: "Get Hurt" ist nicht "Chuckles and Mr. Squeezy". Also alles gut.

Meine Plattenkritik dazu ist am Dienstag, 26. August, auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Ach ja: Am Ende, wo der Satz im Nichts abbricht, soll es heißen "...als ob das nicht gereicht hat." Sorry für den technischen Fehler.

Samstag, 30. August 2014

Interpol präsentieren neue Songs + Albumstream



Nächsten Freitag erscheint das neue Album von Interpol. Wer sich schon mal einen Eindruck von "El Pintor", dem fünften Album der New Yorker Melancholiker verschaffen will: Bei KCRW haben die drei Musiker ein paar Songs gespielt. Oben seht Ihr "All The Rage Back Home", mehr gibt's bei NPR zu sehen. Dort kommt man auch über einen Link zum kompletten Albumstream. Keine Ursache.

Dienstag, 26. August 2014

Video: Blues Pills - Gypsy



Die Blues Pills machen echt alles richtig. Ihr Debütalbum ist ein richtiges Rocktier, und zum Song "Gypsy" hat die Band jetzt auch ein Video am Start. Ein Interview und eine Plattenkritik aus meiner Feder lest Ihr an dieser Stelle.

Montag, 25. August 2014

The Sky We Scrape kommen auf Tour



The Sky We Scrape haben mich mit ihrem Album "Divides" vergangenes Jahr begeistern können. Jetzt kommen die Punkrocker aus Chicago auf Tournee und vergessen auch unsere Gefilde hier nicht. Dabei kommen sicher auch Songs der neuen EP "Broken Ladders" zum Zug kommen. Sehr empfehlenswert!

 Europatour 2014:
28.08. - DE - Oldenburg, Stadtfest
29.08. - NL - Castricum, De Bakkerij
30.08. - DE - Emden, Café Grusewsky
01.09. - AT - Wien, Das Bach
03.09. - AT - Graz, Sub
05.09. - DE - Meppen, tba
06.09. - DE - Primstal, Primsrock 2014
07.09. - DE - Lindern, Teestube Lindern (*)
09.09. - DE - Leipzig, Manfred (*)
11.09. - DE - Göttingen, T-Keller
12.09. - DE - Bremen, Tower (Capt. Planet)
13.09. - DE - Köln, Gebäude 9 (Capt. Planet)
14.09. - BE - Mechelen, Kamikaze (*)
16.09. - DE - Hamburg, Hafenklang (*)
17.09. - DE - Schleswig, FKKZ (*)
18.09. - DE - Berlin, Schokoladen (*)
19.09. - DE - München, Cafe Marat (*)
20.09. - DE - Saarbrücken (*)

(*) - with: Casually Dressed

Sonntag, 24. August 2014

"Vielleicht schreib ich nächstes Jahr alles nur noch auf Bongos": Chuck Ragan im Interview

Dieser Chuck. Hart rockender Sänger mit charakteristischer Stimme bei Hot Water Music einerseits. Dann aber auch solo auftretender Folk-Sänger. Fühlt sich mit Stromgitarre ebenso wohl wie mit der Akustischen. Einer, der die Menschen zusammenholt und mit der Revival Tour einen musikalischen Gegenentwurf geschaffen hat: statt Rockstar-Geprotze und Futterneid ein großer Clan, in dem die Songs gemeinsam gefeiert werden. Und dann wirkt er doch immer wie einer, den man in der Zombie-Apokalypse an seiner Seite haben will, wie einer, der ein Haus ganz alleine aufbauen könnte, und wie ein Holzfäller und Sähmann noch dazu.

Chuck Ragan ist besonders. Auch im persönlichen Interview zeigt sich das. So authentisch sind nicht alle Musiker. 

Erschienen ist es am Samstag, 23. August, in der Wochenendbeilage der Schwäbischen Zeitung. Per Klick aufs Bild könnt Ihr es lesen (falls es zu klein scheint, einfach in neuem Tab öffnen und zoomen. Auflösung passt). 

Samstag, 23. August 2014

Foo Fighters: Trailer zu "Sonic Highways"



Jetzt hab ich ihn in Ruhe gesehen, den Trailer zu "Sonic Highways", der HBO-Serie von Dave Grohl, die sich mit Einflüssen amerikanischer Rockmusik und dem neuen Album der Band beschäftigt. Und ich bin fassungslos. Diese Typen leben und atmen Musik. Negativer Nebeneffekt: Das Warten aufs Album wird dadurch nicht einfacher. Aber seht das Video und freut Euch auf ein ambitioniertes Album. Und bis dahin läuft eben das formidable "Wasting Light" noch ein paar Mal rauf und runter.

Mittwoch, 20. August 2014

Farin Urlaub: Neues Album "Faszination Weltraum" kommt im Oktober

"Ja, das wurde auch Zeit", heißt es am Schluss des Farin Urlaub-Debüts, eine genervte Frauenstimme freut sich über das Ende des Albums. Die Worte kamen mir aber eher in den Sinn, als ich die Neuigkeit vernommen habe, dass es endlich nach sechs Jahren wieder etwas Neues vom Ärzte-Mitglied, Soloheld und Fotografen-Globetrotter geben wird.

"Herz? Verloren" heißt die neue Single aus dem neuen Album "Faszination Weltraum", das am 17. Oktober erscheinen wird. Sie soll laut FU "eine Liebeserklärung an die bessere und schönere Hälfte der Menschheit mit Gitarre, Bass und Schlagzeug; ein Lied für Tänzer und solche, die es werden wollen."  Den Album-Vorboten gibt's ab 19. September, neben dem Titelsong wird die Single die B-Seiten "Die perfekte Diktatur" und "Wahnsinn" umfassen. Laut FU ist "Die perfekte Diktatur" "optimistisch-romantisch-bedrohlich", während "Wahnsinn" von "Tiefstapelei in der postnuklearen Konsumgesellschaft" handeln soll...ah ja. Der Mann in Schwarz scheint seinen Sinn für Humor nicht verloren zu haben.

Über das neue Album schreibt Farin Urlaub: "Es heißt "Faszination Weltraum", ist über 50 Minuten lang und bietet einen Haufen Rockmusik, Freude, Wut, Herzschmerz, Vorschläge zur Verschönerung von Innenstädten und bisher unterschätzte quasiphysikalische Gesetze. Das Racing Team (sechs Damen und drei Herren) rockt, rollt, säuselt und donnert, während Farin Urlaub das macht, was er am zweitbesten kann: Gitarre spielen und singen."

Hier die Trackliste:
1. Mein Lied
2. Dynamit
3. Was die Welt jetzt braucht
4. Herz? Verloren
5. AWG
6. Heute tanzen
7. iDisco
8. Find dich gut
9. Keine Angst
10. Fan
11. Newton hatte Recht
12. Das Traurigste
13. 3000
14. Sommer
15. Immer dabei

Warum auf seiner Internetseite eine Frauenstimme "Knisterknisterknister" in Dauerschleife sagt, werden wir sicher auch bald erfahren - genauso, wie die Antwort auf die Frage, warum das Gras da so hoch wächst. zwei Interviews mit Farin Urlaub aus meiner Feder findet Ihr hier und hier.

Donnerstag, 14. August 2014

Ein Hoch auf die 70er: Blues Pills im Interview

Nennt mich berechenbar und rückwärtsgewandt, aber Blues Pills gefallen mir. Mit Rockklängen, die Richtung 70er schielen, kann man mich schon kriegen. Als uns das Interview angeboten wurde, nicht lange gezögert. Das Ergebnis ist dieser Tage auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild kommt Ihr zum Artikel samt Plattenkritik.

Dienstag, 12. August 2014

Foo Fighters teasern neues Album "Sonic Highways" an



Das Kind hat einen Namen und das Geburtsdatum steht auch fest: "Sonic Highways", das achte Album der Foo Fighters", erscheint am 8. November. Vinyl-Sammler trifft es besonders hart: Neun verschiedene LP-Cover wird es geben; zusammengesetzt ergeben sie das komplette Artwork. Sie zeigen jeweils eine der Städte, in denen das Album aufgenommen wurde: Austin, Chicago, Los Angeles, Nashville, New Orleans, New York, Seattle, and Washington, D.C. Stirb, Geldbeutel, stirb!

Bandchef Dave Grohl wird zum neuen Album wie folgt zitiert: "This album is instantly recognizable as a Foo Fighters record, but there's something deeper and more musical to it. I think that these cities and these people influenced us to stretch out and explore new territory, without losing our ‘sound'." Das Album ist der Nachfolger zum sensationellen "Wasting Light", das 2011 zeigte, dass die Foo Fighters lebendig wie eh und je sind - nach dem eher schwachen "Echoes, Silence, Patience & Grace" von 2007. "Wasting Light" gehörte zu meinen Top-Platten des Jahres. Wer auf die Internetseite der Foo Fighters surft, bekommt einen gaaanz kurzen Eindruck (den 15-Sekunden-Clip seht Ihr auch oben). Man sieht, wie sich Dave Grohl das Unendlichkeitssymbol tätowieren lässt, umrahmt von den Worten "In the end we all come from what's come before". Der Sund im Hintergrund klingt heavy und unverkennbar nach den Foo Fighters. Ein guter erste Eindruck. Produziert hat erneut Butch Vig.

Hier die Tracklist des kommenden Albums:

1. Something From Nothing
2. The Feast and The Famine
3. Congregation
4. What Did I Do?/God As My Witness
5. Outside
6. In The Clear
7. Subterranean
8. I Am A River

Und jetzt können wir noch kurz trauern, dass wir kein HBO hier abonnieren können. Denn dort läuft ab Freitag, 17. Oktober, die Serie "Sonic Highways". Regie führt Dave Grohl, es soll ein Liebesbrief an die amerikanische Musik sein. Für das Album und die Serie haben Grohl, Taylor Hawkins, Nate Mendel, Chris Shiflett and Pat Smear jeweils einen Song in den oben genannten Städten aufgenommen.

Dienstag, 5. August 2014

Ein Nachruf auf All The Young



Soll es das gewesen sein? Vor zweieinhalb Jahren hab ich mich in diese britische Band namens "All The Young" verliebt. Damals hab ich die Band fürs SLAM besprochen. Und war mir sicher, dass sie alle einsammeln: "Die Freunde der ausufernden INTERPOLGitarrenscapes, die Liebhaber der britischen SMITHS-Melancholie und die Fans breitbeiniger OASIS-Rockstar-Attitüden." Zwei Jahre später ist es ruhig geworden um das Quartett aus England. Der letzte News-Eintrag auf der Internetseite trägt das Datum April 2013. Es wäre ja echt schade, wenn diese Band einschläft. Zu gut fand ich die Songs des Debüts "Welcome Home", als dass ich nie wieder was von ihnen hören wollen würde. Aber ein Blick in die gute alte Wikipedia lässt mich mit den Ohren schlackern: Das böse Wort "Hiatus" steht da. Drummer Will Heaney und Gitarrist David Cartwright sind ausgestiegen, was die beiden Brüder Ryan Dooley und Jack Dooley allein zurücklässt. Sie hätten Schwierigkeiten, die beiden Ex-Mitglieder zu ersetzen. Eine Pause auf die absehbare Zeit. Sieht so aus, als ob "The First Time" auch "The Last Time" war.

 Verdammt. All The Young, Ihr wart so gut.


Sonntag, 3. August 2014

Hörtest: Bob Mould - Beauty & Ruin

Mein erster Impuls, wenn ich an Bob Mould denke: So cool will ich auch altern. Allein schon der Albumtitel "Beauty & Ruin". Das toppt sogar noch den ebenfalls großartigen Vorgänger "The Silver Age". Nicht nur, was die Ironie im Titel angeht. Sondern auch musikalisch: Der Ex-Hüsker-Dü-Frontmann begeistert mit seinem Werkbank-Rock Plattensammler, die handgemachte Gitarrenklänge von The Replacements bis The Hold Steady goutieren. 

Weil wir gerade von The Hold Steady reden: Es ist natürlich kein Zufall, dass ich Craig Finn und Co. hier erwähne. Denn wie auch Bob Mould stehen die New Yorker auf Storytelling im Rock, auf Songreihenfolgen, die dem Album dienen, auf Konzepte und auf das Gesamtkunstwerk. Zudem teilen sie sich die Herangehensweise: Hier gibt es keine Sampler, keinen Schnickschnack, sondern Zutaten, die schon millionenfach zusammengerührt wurden: Gitarre, Schlagzeug, Bass. Und trotzdem gelingt es Bob Mould, auf diesem Spätwerk so präsent, so relevant und so unmittelbar zu klingen wie es nicht vielen anderen gelingt.

Bob Mould hat die alternative Rockwelt mit seinen Bands Hüsker Dü und Sugar geprägt. Jetzt zeigt er, dass er immer noch etwas zu sagen hat und dass er vor allem immer noch hart rocken kann. "Silver Age" vor zwei Jahren schlug bereits in dieselbe Kerbe und überraschte mit einer urwüchsigen Wucht, "Warum-ist-mir-das-nicht-eingefallen"-Melodien und ehrlichen Texten. "Beauty & Ruin" macht genau da weiter und setzt eben noch einen drauf. Das Cover zeigt Bob Mould damals und heute. So simpel wie genial wirkt die Bild-Text-Einheit da, Schönheit und Verfall.

Den Anfang macht auf dieser großen Platte "Low Season", ein untypischer Opener, der langsam und verhalten einsteigt und mit seinen Textzeilen wie "Low season turn the sunlight down/No reason left to stay around/Low season in the frozen ground" reflektiert, was das Album geprägt hat. Im Oktober 2012 verstarb Bob Moulds Vater, auf diesem Album verarbeitet der Musiker den Tod, die eigene Endlichkeit. Doch Bob Mould ist niemand, der den Hörer in depressiver Schwere ertränken will. Und so hört man "I Don't Know You Anymore" und hat den Eindruck, dass hier das Gastspiel von Bob Mould bei den Foo Fighters Spuren hinterlassen hat. 2011 sang er auf "Wasting Light" die Hintergrund-Vocals für "Dear Rosemary", ein Gänsehaut-Moment. "I Don't Know You Anymore" atmet die unbeschwerte Grunge-Wucht, die auch das Foo-Fighters-Debüt zierte. Und bei "Kid With Crooked Face" hab ich ein Farin-Urlaub-Deja-Vu gehabt: Dessen Die-Ärzte-Song "Grau" fängt mit ganz ähnlichen Gitarrenakkorden an.

Mit dem nachdenklichen "The War" zeigt Bob Mould ganz deutlich, dass er nicht im Negativen hängen bleiben will: This war has worn me down / Broken dreams and a hole in the ground / Don’t give up / And don’t give in.” Geradezu beschwingt danach die cleanen Gitarren in "Forgiveness". Hier wird klar, was gemeint ist, wenn es heißt, dass Bob Mould sich viele Gedanken darüber macht, wie die Songs auf dem Album angeordnet sein sollen. Das Bandgefüge mit Bob Mould, Jason Narducy (Bass, Superchunk, Telekinesis) and Jon Wurster (Drums, Superchunk, The Mountain Goats) ist inzwischen ebenfalls aufeinander eingespielt, was dem Album zugute kommt.

Mould selbst nennt das Album eine weitere Bonusrunde, für die er sehr dankbar ist. Geht uns genauso.

"Beauty & Ruin" von Bob Mould ist am 6. Juni via Merge Records erschienen. Mehr unter bobmould.com.
Hier noch ein Video vom Live-Auftritt bei KCRW.