Mittwoch, 18. Juni 2014

Hörtest: Tommy Gun - Of Roots and Trees

Gemessen daran, wie viele Bands Punkrock spielen, kann das Genre unmöglich tot sein. Viele Musiker tummeln sich im Gitarre-Bass-Schlagzeug-Drei-Akkorde-Becken. Tommy Gun machen da keine Ausnahme - und liefern auf "Of Roots and Trees" eine solide Performance ab. 

Die Innovatoren sind in anderen Ecken zuhause. Punkrock heute hat nicht mehr den Anspruch, neu und aufregend zu sein. Ok, aufregend vielleicht schon. Und überzeugend kann man auch klingen, wenn man es nur will. Tommy Gun kommen jetzt mit ihrem zweiten Album um die Ecke und eifern großen Namen wie Bad Religion nach. Die Route ist klar: Immer nach vorne, wie beim Fußball. Das geht relativ straight und schnörkellos zur Sache, und nach zehn Songs in 28 Minuten ist alles gesagt. Die Lust an dicken Riffs, die sich mit cleanen Zwischentönen abwechseln (Opener "At Any Costs") klingt durch, und logisch, dass auch die guten alten "Ohoohooo"-Chöre nicht fehlen dürfen. "Right now right here" klingt dann mit seinem glorreichen Chorus nach veritablem Hit. Weibliche Unterstützung kommt bei "Breaking me", und bei "Sirens" erfreuen die coolen Gitarrenschlachten. Was man dem Album anmerkt, ist die Lust am Spielen. Das hier ist keine Band, die auf den schnellen Euro schielt. Das muss man den fünf Musikern aus Amstetten anrechnen. Wer allerdings findet, dass im Punk schon alles gesagt ist, kann jetzt wieder The Mars Volta anmachen. 

Und zum Schluss noch etwas konstruktive Kritik: So richtig unverwechselbar klingt das noch nicht, was vor allem auch am Gesang liegt. Aber hey - Album Nummer zwei. Nicht stressen, sondern elementar aufbauen. Jüngst hat der Fünfer aus Österreich die neue Fat Wreck-Entdeckung Get Dead auf Tour begleitet. Da wird also sicher noch mehr kommen.

"Of roots and trees" von Tommy Gun ist im Mai 2014 via Flix Records erschienen. Hier gibt's noch das Video zu "Haste & Time". 

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