Montag, 2. Juni 2014

Faith No More - eine Liebeserklärung

Sollte es tatsächlich wahr sein? Gönnen uns die Götter ein solch fantastisches Geschenk? Seit 30. Mai drehen im Netz nicht alle, aber die Besten durch, weil Faith No More Andeutungen in Richtung neues Material machen. Ein Tweet brachte alles ins Rollen: "Hey! Stay tuned for more Tweets from Twats!!!
The reunion thing was fun, but now it's time to get a little creative." So las sich der kurze Text, versehen mit einem Bild von Mike Patton. Das wäre eine Sensation. Denn eigentlich wollten die Musiker trotz erneuter Auftritte seit einigen Jahren kein neues Material einspielen.

Die Reunion war schon richtig großartig. 2009 beim Southside...es war, als ob ich in einen Topf mit den heftigsten Aufputschmitteln gefallen wäre. Faith No More sind eine der Bands, die mich wohl am längsten begleiten. Wenn ich an diese Band denke, habe ich die alte Bücherei vor Augen, in der ich mir "King for A Day Fool For a Lifetime" ausgeliehen habe. Meine Gedanken schwirren zu der 90-Minuten-Kassette, auf die ich mir die Platte kopiert habe. An den verdammten Bandsalat im Campingurlaub, als das Tape nach drölfzigtausend Durchläufen endgültig seinen Geist aufgab.

Mir kommen Erinnerungen an MTV. Die Ärzte, wie sie sich bei "Star Trax" den smoothen Ohrenschmeichler "Evidence" wünschen. An eine blonde kühle Moderatorin eines Rockformats, die "Ashes to Ashes" ansagt. An die frühen Sachen, an "Epic" und "Falling To Pieces", diese Hymnen, die von keiner Abi-Party der 90er wegzudenken waren. An Mike Patton und wie er sich vom langhaarigen Chaoten zum Smoking-tragenden Gentleman entwickelt hat. An diese unfassbare Stimme, die erst jetzt wieder die offizielle Bestätigung für ihre Großartigkeit bekommen hat. Faith No More, so eine Band gibt es nicht allzu oft. Wer hat schon den Mut, so viele unterschiedliche Musikstile so konsequent durcheinanerzuwirbeln? Wer hat das Händchen für so intergalaktische Melodien? Wer hat so sehr seinen eigenen Kopf durchgesetzt und dabei gleichzeitig so viel Erfolg gehabt? Faith No More, das ist eine eigene Liga. Diese sägenden Gitarren. Die flächigen Keys. Alles perfekt.

Wir warten ab, was passiert. Faith No More wäre durchaus zuzutrauen, dass sie es schaffen, ihre Relevanz zu behalten. Aber es steht einiges auf dem Spiel. Legenden montieren sich selber dann, wenn sie mit halbgaren Sachen ankommen und man das Gefühl hat, dass es nur ums Geld geht. Dann würde aus dem mächtigen Vermächtnis eine Lachnummer.

Trotz aller Skepsis, die immer bei solchen Nachrichten mitschwingt: Mir wird heiß und kalt, wenn ich an ein eventuelles neues Album von Faith No More denke. Ich liebe diese Band. Und am meisten diesen Song hier.

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