Donnerstag, 31. Oktober 2013

Happy Halloween: Fünf gruselige Videos zum Fest der Kürbisköpfe

Was wäre Halloween ohne Horrorfilm-Marathons, ohne cheesy Deko - und ohne den passenden Soundtrack? Fünf Songs, die so gruselig sind, dass Euch die Süßigkeiten aus der Kauleiste fallen.

5.) Sentenced - Killing Me, Killing You: Die finnische Metal-Band Sentenced war immer für düstere Songs gut. Gruselig weil: Tod, Vergänglichkeit - damit will sich doch niemand beschäftigen. Andererseits: Death sells. Ein Blick auf Literatur, Filme und Popkultur reicht als Beweis.



4.) Dimmu Borgir - Progenies of The Great Apocalypse: Black Metal mit Orchester. War damals im Trailer zu "Hellboy" zu hören. Nackte Frauen, Killernieten, Ketten, Corpspaint: Die Norweger fahren alles auf. Ein paar Jahre später kommen Liturgy und verbannen all diese Spielereien, um in Jeans und T-Shirt Black Metal zu spielen. Gruselig weil: Man niemandem wünscht, in derartigen Outfits auf die Bühne gehen zu müssen. Obwohl, zu Halloween...



3.) Nine Inch Nails - The Fragile: Ernsthaft: Die Nine Inch Nails waren Ende der 90er die Band, die man zu Halloween hören musste, wenn man wirklich Stimmung haben wollte. Mit ihrem irren Soundmix machte Mastermind Trent Reznor die Band ganz groß. Und Soundtrack-Beiträge wie "Dead Souls" für The Crow oder "The Perfect Drug" für Lost Highway sind immer noch ganz groß. Da ich das schon mal gepostet habe, gibt's hier mal was anders, meinen Fave "The Fragile". Gruselig weil: Weil.



2.) Cradle of Filth - Malice Through The Looking Glass: Englands Black-Metal-Superseller haben mich Ende der 90er zu Tode erschreckt mit dem Song. Sowas hatte ich echt noch nicht gehört. Wenn man sich dann näher mit der Band beschäftigt hat, verlor sie allerdings schnell ihren Schrecken. Heute lacht man über sowas. Gruselig weil: Unfassbar, dass ein Mann seine Stimme so derart verstellen kann.


1.) Britney Spears - Toxic: Da muss ich wohl nicht viel zu sagen. Gruselig weil: Es Leute gibt, die das für Musik halten.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Video: Frightened Rabbit - Holy



Frightend Rabbit sind auch so eine Band, die perfekt für dieses Jahreszeit ist. Jetzt haben die Schotten ein Video zu "Holy" veröffentlicht. Der Song stammt vom Album "Pedestrian Verse", das Anfang des Jahres erschienen ist.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Imperial State Electric: Neues Album "Reptile Brain Music" in Sichtweite



Man denkt ja immer, so im Oktober müsste das Plattenjahr dann gelaufen sein. Aber dann kommen sie nochmal, die Veröffentlichungen, die einen abhalten, schon mit der Topliste fürs Jahr zu beginnen.

Denn The Hellacopters sind zwar Geschichte, aber es leben Imperial State Electric. Die Band von Nicke Andersson, Kiss-Freak, Gitarrenverrückter, Songkoryphäe, veröffentlicht ihr drittes Album. "Reptile Brain Music" erscheint am 29. November. Glaubt man der Promo-Info, treffen hier „Beatles“ auf „Chuck Berry“ und verschmelzen zu einer explosiven „Kiss“-Show (allerdings ohne Make-Up, würde ich sagen). Wer die Band kennt, kann sich das gut vorstellen. Hört nur mal den Song "Reptile Brain", bei dem Dolf de Borst (kennt man von The Datsuns) die Lead Vocals übernimmt.

Ach ja, da kommt noch was demnächst. Ich sag bloß: Diktiergerät. 

Hier die Trackliste: 

1. Emptiness Into The Void
2. Underwhelmed
3. Faustian Bargains
4. Reptile Brain
5. More Than Enough Of Your Love
6. Dead Things
7. Apologize
8. Stay The Night
9. Eyes
10. Born Again
11. Nothing Like You Said It Would Be
12. Down In The Bunker

Und es gibt auch eine Tour dazu. Imperial State Electric sind mit Dregen auf Tour, dem früheren Gitarristen der Hellacopters. Dregen pusth sein Soloprojekt dabei. 

1 Dec - Cathouse / Glasgow / Scotland
2 Dec - Borderline / London / England
3 Dec - Fleece / Bristol / England
4 Dec - La Boule Noir / Paris / France
5 Dec - Tivoli De Helling / Utrecht / Holland
6 Dec - Werkstatt / Cologne / Germany
7 Dec - Knust / Hamburg / Germany
8 Dec - Matrix / Bochum / Germany
9 Dec - Magnet / Berlin / Germany
10 Dec - Backstage / Munich / Germany
11 Dec - Komplex / Zurich / Switzerland
13 Dec - RnR Arena / Romagnano Novara / Italy
14 Dec - Rock Planet / Pinarella Ravenna / Italy

Montag, 28. Oktober 2013

Tourtipp: Adam Rubenstein macht den November erträglich



November, das ist doch dieser deprimierende graue Monat mit Kälte, Trauertagen und vielleicht auch Schnee. Damit es nicht nur düster bleibt, hätte ich da einen Tipp: Adam Rubenstein kommt auf Tour. Der Chamberlain-Gitarrist hat die Songs seines Albums "Excavator" im Gepäck. Eindeutig: Hingeh-Empfehlung.

Hier die Tourdaten:

07.11. DE, Stuttgart @ Kap Tormentoso w/ Stumfol
08.11. DE, Aulendorf @ Irreal w/ Stumfol
09.11. DE, Neunkirchen @ Stummsche Reithalle w/ Rob Moir
10.11. CH, Lüchingen @ Bändruumkonzi
12.11. DE, Nürnberg @ Matahari Bar
13.11. AUT, Wien @ The Loft w/ James Choice
14.11. DE, Aßling @ Hausshow (Franzi's Birthday)
15.11. DE, Enkirch @ Tom's Musikkeller
17.11. DE, Hamburg @ House Show w/ John Allen
18.11. DE, Berlin @ Silver Disc (Wrangelstraße) (Early Instore Show)
18.11. DE, Berlin @ Ramones Museum
19.11. DE, Braunschweig @ Cafe Riptide
20.11. DE, Köln @ Weltempfänger
21.11. DE, Wuppertal @ Cargo Records (Early Show)
21.11. DE, Schwelm @ 100Kilo Herz
22.11. DE, Münster @ Tante August
23.11. DE, Hamburg @ Freundlich & Kompetent
24.11. DE, Kassel @ Südstadt
25.11. CH, Luzern @ Gleis 13
26.11. DE, Freiburg @ Eschholz 54
27.11. DE, Stuttgart @ Ratzer Records

Sonntag, 27. Oktober 2013

Zum Tode von Lou Reed



Eine Stimme, die für immer verstummt ist: Lou Reeds unnachahmliche Stimme werden wir fortan nur noch auf Platte hören. Der amerikanische Sänger ist am Sonntag im Alter von 71 Jahren verstorben.  Mit dem Tod von Lou Reed verliert die Welt einen außergewöhnlichen Musiker. Nicht nur mit Velvet Underground, sondern auch solo hat der New Yorker tiefe Spuren hinterlassen. Es lohnt sich, mit dieser Figur des Rock'n'Roll sich näher zu befassen. Oben seht Ihr eine Dokumentation aus der "American Masters"-Reihe.

Samstag, 26. Oktober 2013

"Ich wünschte, ich hätte die Kontrolle über die Musik": Josh Homme von QOTSA im Interview

Immer die gleiche Frage: Man interviewt jemanden, den man als großartigen Musiker kennt und zu dessen Platten man nicht nur einen Bezug hat, sondern eine Beziehung. Ob "Songs for the deaf" oder der Nachfolger "Lullabies to paralyze", von dem mich "Everybody knows that you're insane" auf unzählige Mixtapes gespielt habe - die Queens of the Stone Age sind ein wichtiger Bestandteil meiner musikalischen Identität. Umso großartiger, dass es jetzt die Gelegenheit gab, Josh Homme zu interviewen. Das Telefonat war alles, was ich mir erhofft hatte. Der Mann, der mit Bands wie Kyuss Geschichte schrieb, war ein Profi im Interview, aber trotzdem nicht abgehoben. Mit einem Wort so wie er sich auch auf der Bühne gibt: cool. Das Resultat des 20-Minüters ist am heutigen Samstag in der Wochenendbeilage der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnt Ihr das Interview lesen.

Freitag, 25. Oktober 2013

SZene-Hörtest: Pearl Jam - Lightning Bolt

Sie hat schon ein paar Tage auf dem Buckel, aber da die Platte sicher noch nicht in jedem Regal steht, passt das schon. Pearl Jam haben mit "Lightning Bolt" dieser Tage den Nachfolger zum hochgelobten "Backspacer" raus. Eine Plattenkritik aus meiner Feder dazu ist am 15. Oktober auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild kommt Ihr zum Artikel.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Iron & Wine im Studio Q



Heute mal was zur Beruhigung. Iron & Wine zu Gast im Studio Q. Zu hören gibt's den Song "Grace For Saints and Ramblers" vom aktuellen Album "Ghost on Ghost".

Mittwoch, 23. Oktober 2013

SZene-Hörtest: Perrecy - Du bist das Opfer

Ich find's klasse: Ein Mann mit Tolle singt Songs vom Mann mit der Tolle - auf Deutsch. Perrecy nimmt die Songs der Smiths und die von Morrissey und übersetzt die Texte, dazu zupft er die Ukulele. Eine Besprechung der neuen Platte "Du bist das Opfer" ist am Dienstag auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnnt Ihr sie lesen.

 Einen Eindruck, wie das dann klingt, bekommt Ihr im unten stehenden Video:

Dienstag, 22. Oktober 2013

Hörtest: The Head and The Heart - Let's be still

Ist das Folk-Revival schon wieder rum? Die anfängliche Euphorie um Mumford and Sons hat sich in Gespött verwandelt. Aber wenn man den ganzen Coolness-Zynismus-Scheiß weglassen würde, käme man zu der Erkenntnis, dass Bands wie The Head and The Heart gute Musik machen - ungeachtet dessen, ob ihr Sound jetzt gerade trendig ist oder nicht. Wenn die Bärte ab sind, wird man "Let's be still"  immer noch hören können. Weil die Platte zeitlos gut ist. 

Ihr werdet Ihnen begegnen. Wenn Ihr im Kino sitzt und der Trailer für die romantische Indie-Komödie läuft, wird vielleicht das himmlische "Another Story" mit seinen Engelszungen zu hören sein. War ja schon mit "Lost in my mind" so, als die Vorschau zu "Silver Linings" über die Leinwand lief. Warum sollte es diesmal anders sein? Der Vorgänger von "Let's be still" bescherte dem renommierten Label Sub Pop eines der bestverkauften Debüts in der Geschichte der Plattenfirma. Das Sextett aus Seattle hat sich eine Fangschar erspielt, die mit Album Nummer zwei noch größer werden dürfte.

Dass das Rad sich weiterdreht, sieht man an Details: Auf den "Winter Song" des Debüts folgt die "Springtime" als kurzes Intermezzo, dann fügt sich "Summertime" als niedliches Stück zwischen The Cure und Regina Spektor ein. Die an Cat Stevens geschulten Gitarrenzupfer von "Josh McBride" werden von "Shake" mit fast schon tanzbaren Beats aufgewogen. Wer die wiegenden Rhythmen von Ryan Adams mag, verliert sich in "Cruel", und nicht nur im Titelsong kommen beatleske Harmonien vor. Die Songs wirken größer, weitschweifiger, selbstbewusster. War der Erstling Kammermusik, bewegen wir uns hier langsam auf größere Säle zu.

Im Titelsong heißt es: "Just for one moment/let's be still". Die Stille als kostbares Gut - und The Head and The Heart zeigen, wie schön es sein kann, wenn es nicht still ist.

"Let's be still" von The Head and The Heart erscheint am 25. Oktober via Sub Pop. Mehr unter www.theheadandtheheart.com. Hier eine Live-Performance von "Josh McBride". 

Montag, 21. Oktober 2013

SZene-Hörtest: The Fratellis - We Need Medicine

Eine beliebte Floskel im Musikjournalismus ist die von der Band, die "zurück ist". Dabei waren die Musiker meist ja nicht weg, sie sind weder im Weltall verschollen noch am Nordpol erfroren und auch nicht im Ozean versunken. Bei den Fratellis trifft es allerdings diese Formulierung trotz allem ganz gut. Denn da hatte ich wirklich Angst, dass sie weg sind. Für immer. Die Trennung der Band hat mich zwar nicht an den Rand der Existenzkrise befördert, aber trotzdem: Warum muss sich eine Band, die sich mit ihrem originellen Sound so wohltuend vom Einheitsbrei abhebt, sich nach Album Nummer zwei trennen? Jetzt haben wir aber das dritte Album in Händen - und die Schotten enttäuschen nicht. Am vergangenen Samstag ist eine Besprechung von mir in der Wochenendbeilage der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnt Ihr sie lesen.

Bei Soundcloud kann man die Platte komplett streamen.
Und eine Live-Performance von "This Old Ghost Town" gibt's hier:

Samstag, 12. Oktober 2013

"Für mich ist Musik Erlösung": Dave Hause im Interview

Dave Hause ist einer der Gesprächspartner, die einen aufs Neue entdecken lassen, warum man das alles macht. Warum sich an der Wohnzimmerwand eben die Platten auftürmen und man nicht, sagen wir, Auto-Tuning als Hobby hat. Im Interview mit Daniel Drescher von Tinnitus Attacks spricht er über das Ende seiner Punkrockband The Loved Ones, sein neues Soloalbum „Devour“, das am 11. Oktober erschienen ist - und Literaturtipps für die Zeit auf Tour. 

Dave, wie und wann sind die Songs entstanden? Warum hat Du sie als Soloplatte veröffentlicht? 

Dave Hause beim Pirate
Satellite Festival 2012.
Foto: Daniel Drescher
Ich hatte die Hälfte dieser Songs schon, bevor ich meine erste Soloplatte „Resolutions“ gemacht habe. Eigentlich hätten die Stücke
das dritte Loved Ones-Album ergeben sollen. Ich legte sie zur Seite. Als ich dann mit „Resolutions“ getourt bin und viele gute Reaktionen darauf bekommen habe, hat mich das beflügelt. Da fand ich es sinnvoller, die Songs auf ein neues Soloalbum zu packen. Bis ich das Album zu Ende geschrieben hatte, dauerte es ein paar Jahre, aber ich bin froh, dass ich die Zeit hatte. Mir war wichtig, einen hoffnungsvollen Ton anzuschlagen. Die erste Hälfte ist inhaltlich sehr schwer. Im zweiten Teil der Platte will ich den Höher emporheben.

Heißt das denn auch, dass The Loved Ones endgültig abgehakt sind? Oder wird es in Zukunft noch Alben mit der Band geben? 

Ich bezweifle, dass wir nochmal was machen. Ganz ausschließen würde ich es nicht, wir sind Freunde und hatten viel Spaß zusammen. Aber wir sind alle mit anderen Dingen beschäftigt. Nach der zweiten Platte machten wir eine Pause, ich nahm mein Solodebüt auf. Das ist viel einfacher, es funktioniert besser. Festivalauftritte oder Benefiz-Konzerte oder sowas, das könnte schon sein, aber kein Album. Mir gefällt besser, was ich jetzt solo mache.

Gibt es auf „Devour“ einen Song, auf den du besonders stolz bist? 

In der ersten Hälfte des Albums: „The Great Depression“. Ich hab versucht, einen Song darüber zu schreiben, wie ich in den 80ern in einem Arbeiterklasse-Milieu aufgewachsen bin, mit meiner Familie, Freunde, Cousins. Es geht auch ums Älterwerden und wie sich Versprechungen, die man Dir als Kind gemacht hat, sich entwickeln. Dieser Song bedeutet mir viel. Und dann „Fathers Son“. In der Mitte der Platte fängt man an zu sehen, wie der Hunger sich auf das Leben auswirken kann. Wie schädlich er sich auf die Fähigkeit zu lieben auswirkt, auf ein soziales Miteinander. Ab „The Shine“ gibt einem die Platte dann Hoffnung und etwas Positives. Etwas zum Festhalten. Es ist wichtig, dass man kreativ ist und etwas tut, damit man auf gute Weise durch die Dunkelheit in dieser Welt kommt. Mit diesen drei Songs bin ich sehr glücklich, ich bin stolz auf die Texte.

Kannst Du mir etwas darüber erzählen, wie Du im Arbeitermilieu aufgewachsen bist und wie Dich das geprägt hat? 

Bad in der Menge: Sie feiern ihn, weil er's drauf hat.
                                                  Foto: Daniel Drescher
Bei mir und vielen meiner Freunde war es so, dass ein Elternteil gearbeitet hat. Dabei haben sie genug verdient, um die Familie zu ernähren und ein maßvolles, anständiges Haus in einem guten Viertel zu bauen. Das Schulsystem war noch nicht komplett verschlossen, es gab Hoffnung auf sozialen Aufstieg: Wenn Du hart arbeitest, kannst Du ein gutes Leben führen, wenn auch mit beschränkten Mitteln. Inzwischen ist es aber so: Beide Eltern müssen extrem hart arbeiten, um ihren Kindern eine gute Umgebung und eine gute Schule zu ermöglichen – nichts Übertriebenes, sondern mit Einschränkungen verbunden. Es ist sehr schwierig geworden. Gerade mal 20 Jahre später. Und das ist auch Teil dieses trügerischen amerikanischen Traums, der verdunstet ist. In religiöser Hinsicht bin ich evangelikal erzogen worden. Es gab viele Ideale, die an die Kinder weitergegeben wurden. Aber während man aufwächst, merkt man, dass viel von diesem religiösen Zeug nicht wahr ist. Viele Erwartungen und Ängste, die einem übergestülpt werden, sind unnötig.

Du hast offensichtlich viel an die Wirtschaft gedacht, als Du dieses Album geschrieben hast. Ich habe das Gefühl, auch die NSA-Affäre trägt dazu bei, dass man keine Illusionen mehr über die USA hat. 

Dave Hause und Chuck Ragan.
                                                   Foto: Daniel Drescher
Meine Platte ist ein persönlicher Blick auf all diese Dinge. Ich glaube klar an die Privatsphäre. Wenn es um Sozialpolitik geht, bin ich sehr liberal. Aber ich denke, diese Platte ist meine persönliche Antwort darauf, woher ich komme, wie ich dahin gekommen bin, wo ich stehe – und wie es weitergeht. Ja, es gibt viel Desillusion, und viel Herzeleid, viel Frustration. Und viel davon kommt daher, weil es schwierig ist, gute persönliche Beziehungen aufzubauen, wenn man diesen großen Hunger hat. Dieser Hunger wird kulturell verstärkt: Unsere Prioritäten liegen darauf, mehr zu bekommen, mehr zu tun, essen, trinken, Frauen, Geld. Am Ende ist es eine unausgewogene, haltlose Situation. Es gibt Sozialkritik in den Songs, aber letztendlich ist es eben meine persönliche Sicht. Und am Ende gibt es vielleicht Hoffnung.

Können Musiker positive Veränderungen direkt herbeiführen? Oder ist es eher ihr Beitrag, dass sie Menschen inspirieren und ermutigen, die ihrerseits etwas Gutes tun wollen? 

Ich glaube schon, dass Musiker etwas bewirken können. Viele meiner Helden haben darüber geschrieben, wie sich die Welt verändern kann, wenn man sich gegenseitig mit Respekt behandelt und gemeinschaftlich denkt. Bob Marley, Joe Strummer, Ian MacKaye. Sie haben mein Denken geprägt. Kunst und Kultur halten der Gesellschaft einen Spiegel vor und lassen sie einen mit mehr Empathie und Verständnis sehen. Manchmal ist es aber auch gut, einfach nur seinen Hintern zu schütteln. Für mich ist Musik Erlösung. Ich hoffe, dass die Menschen das mitnehmen. Aber es ist auch direkter Rock, der als Soundtrack zum Autofahren funktioniert. Kreative Menschen sind das Herz der Kultur, finde ich. Es wäre schön, wenn Menschen etwas Positives davon mitnehmen und sich dadurch die Welt ein Stück zum Besseren wandelt.

Lass uns etwas über die Aufnahmen sprechen. Du hast das Album in den Grandmaster Recorder Studios aufgenommen. Hier waren schon die Foo Fighters, die Nine Inch Nails...Dein Producer Andrew Alekel hat bereits für berühmte Künstler produziert. Wie war es für Dich, dort mit ihm zu arbeiten? 

Das Plattencover der 2. Soloschreibe.  Foto: Rise Records
Es war wirklich großartig. Eine Situation, in der ich mich sofort wohlgefühlt habe, Davor war ich sehr aufgewühlt. Ich hab Songs geschrieben, die aus schwierigen Situationen entstanden sind, hab getourt... Die Aufnahmen hätten nicht einfacher sein können. Andrew ist ein Experte. Er weiß, wie man einen Sound hinbekommt, den man will, e
r arbeitet sehr effizient. Er versteht den kreativen Prozess. Und jeder, der auf der Platte mitwirkt, war so großzügig mit seiner Zeit. Es war sehr einfach, sehr gute Takes in sehr kurzer Zeit hinzubekommen. Das war eine große Freude. Das Studio ist natürlich auch toll. Ein sehr schöner Ort mit holzvertäfelten Wänden... hatte etwas von einem Piratenschiff.

Du hattest Gesellschaft von Musikern, die Du vom Touren kennst. Man hängt zwischen den Shows rum, lebt im Tourbus miteinander. War es anders mit ihnen, jetzt wo Ihr gemeinsam im Studio wart? 

Es war ganz anders. Manche kannte ich auch noch nicht. Andrew und Mitchell Townsend, der koproduzierte, waren bei Resolutions mit dabei. Aber Bob Thompson, den Bassisten, kannte ich noch nicht. Seine Band Big Drill Car war mir ein Begriff. Aber ich hatte noch nie mit ihm gearbeitet. Dave Hidalgo von Social Distortion kannte ich schon, und als Fan von My Morning Jacket kannte ich Bo Koster auch. Es war unglaublich, wie sie alle als Band harmoniert haben. Es war beinah unheimlich, weil ich nicht wusste, was man erwarten sollte. Nach ein paar Tagen hatten wir alles zusammen.

Frank Turner, Dallas Green und Du – Ihr hattet alle Bands und seid jetzt solo unterwegs. Man könnte meinen, die Szene werde individueller. Aber dann ist alles so familiär, mit Dir und Chuck Ragan und so. Wie nimmst Du das alles wahr? 

Diese Adern. Foto: Daniel Drescher
Ich habe großes Glück, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Das ist sehr ermutigend und sehr familiär. Ich glaube, es ist einfach eine Frage, wie man seine Musik präsentieren will. Manchmal fehlt es mir, in einer Band zu sein. Doch je älter ich werde und je klarer meine Vorstellung wird, ist es einfacher, solo zu sein, weil man das Sagen hat. Aber es ist auch riskanter und ein bisschen unheimlich, es allein zu machen, weil man die ganze Verantwortung hat. Wenn man die Bühne betritt, und es ein paar mal funktioniert, ist es das ein Hochgefühl. Und man kann dem etwas anderes abgewinnen. Ich will schon eine Band mit einbringen, und ich will nicht immer das Gleiche machen. Deshalb waren die Loved Ones auch am Ende. Es war Routine. Ich wollte mehr Spontaneität. Ich möchte mir die Optionen offen halten. Ich meine, ich hab mit einer Band aufgenommen, auch auf Festivals muss eine Band mit auf der Bühne sein.

Ich musste unweigerlich an Bruce Springsteen denken, als ich Dein Album gehört habe. Er scheint viele zu beeinflussen, nicht nur The Hold Steady. Was macht ihn so groß? 

Er ist seiner Arbeit sehr verpflichtet und seiner langfristigen Vision. Bruce schaute schon früh auf seine Karriere. Er hat so viel gute Arbeit abgeliefert. Dieser Mann ist ein Beispiel, was du machen kannst wenn Du willst. Er hat an seiner Vision festgehalten und arbeitet sehr hart. Das findet seinen Nachhall mit mir als arbeitender Musiker, der vielleicht keine Hitsingle im Radio haben wird. Zumindest noch nicht jetzt. Er zeigt, dass man eine lange Karriere und eine lange Beziehung zu seinem Publikum haben kann. Deshalb sehe ich zu ihm auf.

Brian Fallon von The Gaslight Anthem hast kürzlich über das Songwriting gesagt, in ihm sei etwas, das raus wolle. Was ist Deine Motivation beim Songs schreiben? 

Jeder, der das so lange tut wie wir, hat etwas in sich, das ihn antreibt. Man kann eine Platte aufnehmen, auf Tour gehen, und es legt sich. Aber es kommt immer wieder zurück. Ob es eine existenzielle Krise ist, oder ob man die Welt aufrütteln weil, weil sie nicht so ist wie man sie sich vorstellt. Man will ein Zeichen setzen. Das treibt viele Musiker an.

Erinnerst Du Dich an Deine ersten musikalischen Schritte? 

Ja, sehr deutlich. Die ersten Shows, die ich mit Bands gespielt habe, die erste Soloshow, die erste Gitarrenstunde...die erste Band, in die ich mich verliebt habe. Musik ist mein Dreh- und Angelpunkt. Manchmal kann es Chaos in Deinem Leben verursachen und Dich sehr einsam machen. Denn die Menschen, die Du liebst, sind zuhause, machen normale Sachen, feiern Geburtstage, Jahrestage, und Du bist auf Tour. Aber es ist trotzdem so ein großartiges Leben, das mir die Musik ermöglicht, dass es das wert ist.

Wie alt warst Du, als Du zum ersten Mal eine Gitarre in die Hand genommen hast? 

Da war ich zwölf.

Und was war die erste Band, in die Du Dich verliebt hast? 

Das war eine lokale Pop-Rock-Band namens The Hooters. Die haben diesen Song „All You Zombies“ gemacht. Das war ihr erster Hit. Die waren in Philly in den 80ern echt groß und haben die Leute begeistert. Ich war acht und fand dass sie cool aussahen, gut klangen. Ihre Musik hab ich rauf und runter gespielt. „Thriller“ von Michael Jackson hatte es mir auch angetan. Und aus irgend einem Grund fand ich Lionel Ritchie gut. Meine Eltern waren etwas schockiert wie sehr ich auf Musik stand.

Haben Dich Deine Eltern unterstützt?

Absolut. Mein Vater ist selber Gitarrist, ein großartiger Musiker. Er liebt und respektiert die Musik und hat mich immer unterstützt. Auch heute tut er das noch.

Du hast erwähnt, wie schwierig es ist, Privat- und Tourleben unter einen Hut zu bringen. Hast Du eigentlich Kinder und Familie? 

So cool kennt man sonst nur Mike Ness. Foto: Jen Maler
Nein, nicht mehr. Ich hatte das schon mal. Es ist sehr schwierig, die richtige Balance zu finden. Mir sind viele Menschen sehr wichtig, die ich lange Zeit zuhause gelassen habe. Meine unmittelbare Familie, Nichten, Neffen. Man muss sein bestes geben, um sie alle immer wieder zu
sehen.

Hast Du eine spezielle Art, Dir auf Tour die Zeit zu vertreiben? 

Ich lese gerne, verbringe aber auch gern Zeit mit Freunden. Durch das viele Touren hab ich Freunde in so vielen Städten, die ich nicht so oft sehe wie ich gern wollte, so dass ich sie dann treffe, wenn ich unterwegs bin. Ich schreibe viele Songs, aber die Pausen sind kurz. Und ich lese auch gern. Es ist eine gute Zeit, um Bücher zu lesen.

Gibt es was Essenzielles, was Du empfehlen würdest? 

Wenn man Musik mag: „Waging Heavy Peace“, die Autobiografie von Neil Young. Alles von Cormac McCarthy, wenn man einen modernen amerikanischen Autor lesen will. Und ich liebe „God Delusion“ von Richard Dawkins. Ein atheistisches Manifest, das mir sehr geholfen hat, mit Angst und schuld fertigzuwerden. Den Rolling Stone lese ich gerne wegen der politischen Artikel. Sie haben den Finger am Puls der Zeit.

Kannst Du eigentlich von der Musik leben? 

Ja, leben schon, aber eher ärmlich. Aber die beste Lebensweise, die ich bisher kennengelernt habe.

Was würdest Du beruflich machen, wenn Du nicht Musiker wärst? 

Ich bin Zimmermann. Zu Loved-Ones-Zeiten habe ich mit einem Freund Häuser umgebaut, neue Küchen rein und so. Ich bin begabt, mach es aber nicht so gerne. Ich hab es getan, weil ich es tun musste.



Fragen, Interview, Text: Daniel Drescher@Tinnitus Attacks
Fotos: Dave Hause live beim Pirate Satellite Festival 2012 (4): Copyright Daniel Drescher / Tinnitus Attacks. Promo-Shot: Jen Maler. Platten-Cover: Rise Records

Freitag, 11. Oktober 2013

Dave Hause - demnächst im SLAM und auf Tinnitus Attacks

Prognose: Für Dave Hause wird das Jahr 2013 als sehr wichtiges in die Geschichte eingehen. Das Jahr, in dem er endgültig den Wandel vom Punkrock-Frontmann zum Songwriter auf Springsteens Spuren vollzieht.

"Devour" ist heute erschienen. In fünf Tagen ist das neue SLAM am Kiosk. Darin: Eine Plattenkritik (siehe Foto...) und eine Story von mir, für die ich Dave interviewt hab. Und hier gibt's auch noch was die Tage. Haltet die Augen offen. Und hier unten noch ein Videoclip zum Song "We could be Kings" - in der akustischen Variante von den Punktastic Sessions.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

A Wilhelm Scream crashen die Party



A Wilhelm Scream veröffentlichen am 15. November ein neues Album. Es trägt den schönen Titel "Partycrasher" und ist genau das - wenn man es auf einer Party von Miley-Cyrus-Fans und Rihanna-Jüngern abspielen würde. Die Band aus New Bedford, Massachusetts, haut mit „Partycrasher“ Mitte November ihr viertes Album raus. Ihr könnt Euch auf ein Album freuen, das wie selbstverständlich Punkrock-Elemente mit der musikalischen Ambition des Metal und der straighten Härte des Hardcore verbindet. Den ersten Song gibt's schon vorab im Netz. Via Soundcloud könnt Ihr Euch "Born a wise man" anhören.

Fun Fact: Der Name "A Wilhelm Scream" kommt aus dem Filmbusiness. Der sogenannte Wilhelmsschrei ist wohl der am häufigsten verwendete Soundeffekt. Hier ein Video dazu:


Mittwoch, 9. Oktober 2013

Superchunk im Tiny Desk Concert



Superchunk, kann ich Euch sagen, da kommt noch was. Die Tage kam die neue Platte "I Hate Music" (großartiger Titel auch) der Indie-Institution an. Die Plattenkritik reiche ich nach - jetzt hört erst mal, was die Band beim Tiny Desk Concert bei NPR vom Stapel gelassen hat.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Hörtest: The Horrible Crowes - Live at the Troubadour

Meine erste Enttäuschung ist verflogen. "Elsie" war nicht der große Wurf, den ich erhofft hatte. Aber mit der Zeit und dutzenden Hördurchläufen wuchsen die Songs, die Gaslight-Anthem-Fronter Brian Fallon mit seinem Gitarrentech Ian Atkins geschrieben hat. Und zwar nicht im Sinne von "Ich hör mir die Platte schön". Das Debüt der Horrible Crowes ist so eine Platte, die mit Bedeutung aufgeladen werden will. Deren Songs einen erst eine Zeitlang begleiten müssen, bis man diese und jene Situation mit ihnen erlebt hat. Man kann sich mit Songs auch anfreunden. Das klingt negativer als es ist. Heißt ja eigentlich nur, dass man jemanden erst nach und nach kennen und schätzen lernt.

Entsprechend groß war dann doch die Vorfreude auf das Paket "Live at the Troubadour". Ich hab mir die Vinyl-Edition bestellt. Zwei orange-gelbe Platten, eine DVD und ein MP3-Downloadcode. Und ein schickes Shirt in Burgunderrot. Lohnt sich, kann ich empfehlen. 

Dass das Cover der Debüt- und dieser Live-Scheibe nahezu identisch aussehen, hat seinen Grund. Denn wer nach der ersten Platte gleich eine Live-Aufnahme raushaut, hat kaum mehr Songs zu bieten. So ist "Live at..." denn auch die Nacherzählung des Einstands. Mit zwei Ausnahmen: "Teenage Dream" von Katy Perry und "Never Tear Us Apart" von INXS sind in schönen Interpretationen vorhanden. Ansonsten merkt man den Songs an, dass Brian sie engagierter vorträgt: Es scheint, als ob er sich der Wirkung der Stücke stärker bewusst ist, kein Wunder, die Songs wird er unzählige Male gesungen haben. Man spürt, wie dieser Mann mit der zwischen rauchig und hauchig changierenden Stimme es genießt, seine Songs auf die Bühne zu bringen. Dass er sich mit den Horrible Crowes wie Tom Waits fühlt, wie er mal gesagt hat, ok. Das Hütchen und das schicke Outfit, in Ordnung. Dabei sind solche Vergleiche doch eigentlich Blödsinn. Waits ist Waits, Fallon ist Fallon. Bei der DVD gibt's trotz Extras einen Meckerpunkt: Das Bild rauscht gewaltig. Kann nicht an meiner Technik liegen. Schade. Ich brauch ja kein HD, aber so körnig muss es auch nicht sein. Trotzdem: Lohnt sich. 

"Live at the troubadour" ist am 20. September via Side One Dummy erschienen. Mehr unter http://thehorriblecrowes.com. Hier noch das Video zu "Never Tear Us Apart". 

Montag, 7. Oktober 2013

Die besten Cover bei The A.V. Club

The A.V. Club ist eh eine Adresse, die man sich merken sollte.Film- und Musiknerds mit großartiger Schreibe. Auf Youtube präsentieren die Macher regelmäßig Videoclips, in denen gute Bands andere gute Bands covern. Dabei können sich die Bands einen Song von einer Liste aussuchen. Dann wird er gestrichen und es bleiben weniger Songs übrig. Hier meine fünf Lieblingsstückchen aus dieser Reihe.


Superchunk covern The Cure:


 Nada Surf covern New Order


 The Hold Steady covern Huey Lewis and the News


 Motion City Soundtrack covern Pavement



The Swell Seasons covern Neutral Milk Hotel

Sonntag, 6. Oktober 2013

Hörtest: Continental - All A Man Can Do

Wortspiele gäbe es viele. Wenn der Vater mit dem Sohne. Like Father, like Son. Und gut möglich, dass Musiknerds neidisch werden, wenn sie sehen, dass manche Väter mit ihren Söhnen nicht Seifenkisten bauen oder angeln gehen, sondern sich mit handgemachter Musik auf Tour begeben. Im Fall von Rick Barton und seinem Sohn Stephen verhält es sich genau so. 

Rick Barton, zur Erinnerung, das ist der Mann, der Bands wie die Dropkick Murphys und Everybody Out mitgegründet hat, aber seine Songrechte verkauft hat. Aber als Stephen eine Originalaufnahme von "Curious Spell" hörte, war der Wunsch nach gemeinsamer Musik geboren. Das war 2009. Seither haben die beiden zwei EPs veröffentlicht und sind mit Bands die Reverend Horton Heat auf Tour gewesen. Das 2012 erschienene Debüt "All A Man Can Do" erscheint nun auch hierzulande. Rick singt und spielt Gitarre, sein Sohn spielt Bass und steuert Vocals bei. Mit Dave DePrest und Derek Louis an den Drums ist die Band komplett.

Wer sich eine süffige Mischung aus Bob Dylan'scher Beherztheit, Pogues-Simplizität und punkiger Rauhheit vorstellen kann, wird mit Continental warm werden. Das sind Songs fürs Pub, die man mit einem Guinness in der Hand in einem Lächeln auf den Lippen mitgrölt. "Don't break out that wrecking ball/and don't walk away/please just stay/I'll get down on my knees/but she's got 99 reasons to leave." Ja, das Leben meint es nicht immer gut. Harte Arbeit, unglückliche Liebe. Aber gut, wenn man dann einfach die Gitarre auspacken und einen Song drüber schreiben kann. Das haben die Blueser ja auch immer schon gekonnt. Wie in "One Long Hard Broken Dream" die Stromgitarre aufschreit und in "No Reservation" die Riffs poltern - guter Stoff für Fans von Flogging Molly und Konsorten. Rick Barton produzierte in der Vergangenheit auch Bands wie die Street Dogs. Seine Stimme steht auffällig im Vordergrund, Gitarre, Bass und Drums rücken dabei fast in den Hintergrund.

Mit Twang, Schmiss und Punkattitüde überzeugt "All A Man Can Do". Und vor allem mit Melodien, die einen plötzlich aus dem Nichts anspringen, nachdem man die Platte schon fast wieder vergessen hat. Macht den Eindruck, dass die Songs live mächtig zünden dürften. Nachzuprüfen dann auf Tour.

"All A Man Can Do" von Continental ist am 4. Oktober bei Flix Records erschienen. Bei Soundcloud könnt Ihr den Song "Curious Spell" hören und runterladen. Mehr unter www.continentalband.com. 

Hier die Tourdaten:
10.10. AUT - Wien @ Viper Room
11.10. SRB - Novi Sad @ CK13
13.10. BUL - Sofia @ Mixtape 5
14.10. ROM - Bucharest @ Club Fabrica
16.10. HU - Budapest @ R33
17.10. SK - Kosice @ Colloseum
18.10. AUT - Graz @ Explosiv
19.10. AUT - Vöklabruck @ OKH
20.10. GER - München @ Kranhalle
21.10. CH - Zürich @ Dynamo
23.10. CH - Lüchingen @ Secret Location (Acoustic Show)
24.10. CH - Solothurn @ Kofmehl
25.10. ITA - Bologna @ Freakout
26.10. ITA - Roma @ Traffic
28.10. ITA - Milano @ Ligera
29.10. AUT - Timmelkam - Bart (Acoustic Show)
30.10. GER - Regensburg @ Plan 9 (Acoustic Show)
31.10. GER - Aulendorf @ Irreal
01.11. GER - Schwäbisch Gmünd @ Esperanza
02.11. GER - St. Wendel @ Saarlopalooza Festival
03.11. GER - Frankfurt @ Elfer Club
08.11. AUT - Amstetten @ Rockbar (Acoustic Show)
12.11. UK - London @ Macbeth
13.11. UK - Southampton @ Joiners
14.11. UK - Hastings @ The Tubman
15.11. UK - Norwich @ The Stanley Arms
16.11. UK - Warrington @ Friars Court
17.11. UK - Kendal @ Bootleggers
18.11. UK - Exeter @ The Cavern
19.11. UK - Kingston Upon Thames - Fighting Cocks
20.11. BEL - Antwerpen @ Trix
21.11. GER - Düssseldorf @ The Tube
22.11. GER - Berlin @ White Trash
23.11. GER - Altenburg @ Finnegans
24.11. GER - Münster @ Baracke
25.11. GER - Hamburg @ Hafenklang
26.11. GER - Bremen @ Römer
27.11. GER - Kiel @ Schaubude
28.11. DK - Kolding @Kulturlogen
30.11. SWE - Göteborg @ Showdown
01.12. DK - Copenhagen @ Underwerket
02.12. GER - Hannover @ Bei Chez Heinz
03.12. GER - Dresden @ Chemiefabrik
04.12. CZ - Prag @ Cross Club

Samstag, 5. Oktober 2013

SZene-Hörtest: Turin Brakes - We Were Here

Muss ja nicht immer laut und hart sein. Auch ruhige Klänge schätzt der Musikgourmet bisweilen. Zwischen Red City Radio und Arliss Nancy wirken die Turin Brakes bei mir derzeit wie ein Sorbet zum Abkühlen zwischendurch. Die neue Platte "We Were Here" hab ich in der Schwäbischen Zeitung besprochen. Hier ist der Text, der heute in der Wochenendbeilage erschienen ist. Klickt einfach aufs Bild, dann könnt Ihr ihn lesen.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Hörtest: Arliss Nancy - Wild American Runners

Abseits von stupider Truck Stop-Fernfahrer-Mucke gibt es ein Country-Land, in dem sich großartige Musik entdecken lässt. Dorthin sind Arliss Nancy gefahren, haben Grill und Bier-Zapfanlage aufgebaut und servieren uns Rock'n'Roll für Gourmets. Gut durch, pikant gewürzt und rauchig gelungen. „Wild American Runners“ ist Heartland-Rock der guten Sorte, der sich auch offenen Punkrockern erschließen dürfte. Dass die Bruce Springsteen schon länger in ihr Herz geschlossen haben, ist ja auch Konsens.

Wenn Cory Call, Gitarrist und Sänger, die ersten Töne im Opener „Benjamin“ anstimmt, hat man das Gefühl, dem jungen Rod Stewart zuzuhören, der sich in ein holzvertäfeltes Pub verirrt hat. Kaum eine Minute ist rum, als das erste gleisende Gitarrensolo einem die Lachfalten ins Gesicht treibt. Simpel, zupackend, kraftvoll – Arliss Nancy sind der Holzfäller unter den Rockbands. Mit ihrem Mix aus Gitarrenriffs und Klaviersprenkeln erinnern sie unweigerlich an die Thekenrocker von The Hold Steady. Aber während deren Frontmann Craig Finn eher nach Milch mit Honig klingt, scheint Cory Call abends dann doch eher mit Whiskey und zerstoßenen Rasierklingen zu gurgeln. Auf „Wild American Runners“ bekommen wir Lebensweisheiten serviert, die auch Songs wie Lynyrd Skynyrds „Simple Man“ so dauergültig gemacht haben. „The GB Shuffle“ zum Beispiel, hört mal selbst, was sie da erzählen. Apropos: Dass Kyle „GB“ Oppold auch mal Vocals beisteuert, tut dem Sound in punkto Vielfalt gut, der ansonsten verlässlich auf Stilmittel wie Klavier, Gitarren und Drums setzt. Ansonsten fällt es schwer, Songs herauszuheben. Ein Radiohit, der alle anderen aussticht, ist nicht dabei, aber das spricht für das Albumformat. Live dürfte das auch prächtig funktionieren. Mit dem literarisch inspirierten „Vonnegut“ klingt ein Album aus, das Nostalgie atmet, aber dem man mit dem Wort Retrorock auch nicht gerecht wird. Die „Wild American Runners“ starten fulminant und kommen auch ins Ziel. Um den Bogen zum Anfang zu schlagen: Dazu empfehlen wir einen schweren Cabernet Sauvignon aus Kalifornien oder eine bernsteinfarbene Flüssigkeit im Tumbler, deren Name übersetzt „Wasser des Lebens“ heißt. Cheers.

„Wild American Runners“ von Arliss Nancy erscheint am 4. Oktober via Gunner Records. Hier gibt's noch den Opener "Benjamin" zu hören.  


Mittwoch, 2. Oktober 2013

Punkrock-Hattrick am Nachmittag

Dreifach News, dreifach gute Musik:

Red City Radio lassen ihren Song "The Silence Between" auf Absolute Punk streamen. Das Stück steht auf dem neuen Album "Titles", das hier schon ausführlich gewürdigt wurde.

Dann haben The Way They Run ein neues Video raus: "Between Wages" ist ein Vorbote der 7'', die am 18. Oktober erscheint und "Safe Have" heißen wird. Die Schweden rekrutieren sich aus Bands wie Atlas Losing Grip und Anchor.


The Way They Run- Between Wages from The Way They Run on Vimeo.

Und dann sind da noch The Sky We Scrape: Die bringen mit Debütalbum „Divides“ (als Gast zu hören: Red City Radio-Sänger Garrett Dale) am 1. November via Gunner Records raus und zeigen sich im Clip zu "Sweet Vermouth" nachdenklich und melodisch hart.