Dienstag, 30. April 2013

SZene-Hörtest: Frank Turner - Tape Deck Heart

Passend zu den Videos von gestern gibt's heute die Rezi zur neuen Platte von Frank Turner. "Tape Deck Heart" war uns in der Schwäbischen Zeitung einen Aufmacher auf der SZene-Seite wert. Der Artikel ist heute erschienen. Klickt einfach aufs Bild, dann könnt Ihr ihn lesen.

Montag, 29. April 2013

Video: Frank Turner spielt neue Songs



Frank Turner enttäuscht auch auf seinem neuen Album "Tape Deck Heart" nicht. Im Gegenteil. Musiksnobs, die sich was drauf einbilden, ihn gekannt haben bevor er bei der Olympiaeröffnung aufgetreten ist, müssen sich damit abfinden, dass ihn jetzt noch ein paar mehr Leute gut finden - das Album ist in UK auf Platz zwei der Charts eingestiegen. Soviel zum Geheimtipp. Aber egal. Er hat's ja auch verdient. Rezi der Platte folgt hier in Kürze. Ein paar Songs der neuen Platte gibt's jetzt auch in Live-Versionen als Videos. Oben seht Ihr "The Way I tend to be", mehr gibt's auf Frank Turners Youtube-Kanal.

Sonntag, 28. April 2013

Platten-Plädoyer: Vinyl vs. Wolke - 1:0

Die aktuelle Diskussion um die Drosselungspläne der Telekom zeigt: Wir sind abhängig von der Geschäftspolitik der Internetanbieter. Was bedeutet das für den Musiksammler? Wem seine Plattenkollektion wichtig ist, muss um Autonomie bestrebt sein – und das nicht nur wegen der Telekom-Pläne. Wer Musik zum Beispiel als digitale Datei aus der Hand gibt, muss mit Gängelung oder sogar Zensur rechnen. Ein Plädoyer für akustische Selbstbestimmung. 

Wenn die Telekom allen Protesten zum Trotz auf ihrem Vorhaben beharrt, sind auch diejenigen ernsthaft mit einem Problem konfrontiert, die das Internet als Musikquelle nutzen. Streaming verursacht Datenverkehr. Familien, in denen mehrere Mitglieder den Internetanschluss nutzen, laden schnell mal erhebliche Datenmengen runter. Und auch im Musikjournalismus gilt: Immer mehr läuft digital. Dass Platten verschickt werden, ist die Seltenheit. Häufiger muss man sich die Dateien herunterladen oder sie streamen. Wenn die Grenze erreicht ist, kann man das vergessen – und seine Arbeit nicht mehr machen? Geniale Idee. 

Vinyl: das einzig Wahre, aus mehreren Gründen. Foto: TA
Die Lagerung von Musik in der Cloud ist übrigens auch keine gute Idee. Nicht nur wegen der anfallenden Datenmengen. Man gibt die Kontrolle über Dateien auf, für die man eine Verantwortung hat. Wir haben gesehen, wie leicht Hacker etwa die Nutzerdaten der Sony-Playstation-Nutzer hacken konnten. Die Cloud wäre mir viel zu unsicher. Und wenn der Eingriff nicht von Hackern kommt – dann vielleicht von Anbietern.  Vergangenes Jahr sorgte Apple für Schlagzeilen, als das Unternehmen die Cloud-Dateien von Benutzern austauschte: Der iTunes-Riese ersetzte Stücke, in denen anstößige Worte vorkamen, durch zensierte Versionen. Sorry, lieber Anbieter: Ich bin selber groß und weiß, was ich mir zumuten kann. Und wenn Anti-Flag zum Beispiel in ihrem Song „Fuck Police Brutality“ nun mal das Four-letter-word erwähnen, ist es eben nicht in Ordnung, ein „Pieeep“ an dessen Stelle zu setzen. Wo ist die Grenze? Vom Verfassungsschutz beobachtete Bands wie „Feine Sahne Fischfilet“ werden dann komplett aus der Cloud gelöscht und ihr Benutzer rückt ebenfalls ins Zwielicht? Wir wissen, wie schnell Musiker für Banalitäten auf dem Index landen können. Auf Festplatten schützen wir unsere Daten mit Firewall und Virenschutz. In der Cloud überlassen wir anderen die Kontrolle. 

Nun könnte man argumentieren, dass doch eigentlich gerade die Punk- und Indie-Szene, in der immer so laut nach Vernunft, Nachhaltigkeit und Gegenkultur gerufen wird, Cloud, MP3s und Streams lieben müsste. Keine Plastikhüllen, keine CD-Rohlinge, keine riesigen Erdölscheiben – ökologischer geht’s ja wohl nicht, oder? Nun ja. Auch für die Bereitstellung von Daten muss man Energie aufwenden. MP3s kommen ja nicht aus dem Nirvana. Sie lagern auf Rechnern, Streams laufen ebenso über die Server von irgendwelchen Anbietern, für deren Betrieb wird Strom benötigt. MP3-Player werden nie verrotten, und die Diskussion über fair hergestellte Smartphones sollte man ebenfalls nicht vergessen. 

Ich gebe zu: Die Gründe für Vinyl waren anfangs rein pragmatischer Natur. CDs halten nicht ewig, das ist bekannt. Zwar war ich mir nie ganz im Klaren, ob Gerüchte über silizumfressende Bakterien, die den Silberscheiben langsam aber sicher den Garaus machen, ernstzunehmen sind oder ins Reich der Verschwörungstheorien gehören. Aber trotzdem: Was wäre, wenn eines Tages die CD nicht mehr geht? Mit der „St. Anger“ von Metallica ging es so: Die CD läuft, aber die DVD hat ihre Tonspur eingebüßt. Warum sollte es mit CDs nicht auch so gehen? All das Geld, das man in Musik steckt, in den Sand gesetzt  – ein schrecklicher Gedanke. Und auch Digitalisierung ist keine Lösung. Denn zum einen geht beim Konvertieren in MP3-Format Soundqualität verloren, die „lossless“-Variante in anderen Formaten braucht viel mehr Speicherplatz. Und vom zeitlichen Aufwand mal abgesehen: Wer würde das Risiko eingehen, Musik zu digitalisieren, die CDs zu verschleudern – und am Ende im Fall eines (externen) Festplattencrashs komplett ohne seine Sammlung dazustehen? Nicht mal Minimalisten, die gerne in klinisch wirkenden Apartments leben und auch ihre Bücher per E-Reader lesen wollen, würden sich auf so eine Unsicherheit einlassen. Vinyl soll – bei entsprechender Pflege – ewig abspielbar sein. Knackpunkt: die Verfügbarkeit eines adäquaten Abspielgeräts. Aber trotzdem: Als ich vor einigen Jahren in einer Synagoge in Berlin stand und dort eine Aufnahme einer Bar-Mizwa ausgestellt war, hat mich das wirklich beeindruckt. Die Aufnahme stammte aus den 20er-Jahren und man könnte sie sich heute noch anhören. Die Vinyl-Verkäufe steigen seit einiger Zeit wieder. Für mich aus diesem Gedanken heraus völlig nachvollziehbar. 

Wer Musik wirklich hört, sich mit ihr beschäftigt, in ihr Lebensinhalt und Passion sieht, und nicht nur morgens auf der Fahrt zur Arbeit das Radio anschaltet und in der Kategorie „Musikgeschmack“ ein pseudotolerantes „Eigentlich alles“ angibt, wird an den Punkt kommen, wo er sich die Frage stellt: Wie wichtig ist mir Musik? Meine Antwort steht jedenfalls fest. Zu wichtig als dass ich sie aus der Hand geben würde. 

Samstag, 27. April 2013

Hörtest: Restorations - LP2

Das Reservoir an Bands, die auch in Zeiten begeistern, in denen eigentlich alles schon mal dagewesen ist, wird nicht kleiner. Jetzt also die Restorations. Mit Herz, Hand und Fuß und jeder Menge Kraft. Klingt wie ein Werbeslogan? Ich finde die Platte auch äußerst empfehlenswert.

Auch wenn Vergleiche mit The Gaslight Anthem oder The Hold Steady die Runde machen: Mir kam vor allem eins in den Sinn, als ich das simpel "LP2" betitelte Album (jap, das zweite) der Rockband aus Philadelphia gehört habe. Frühe 90er: In seiner raumgreifenden Wucht und mit dem bedeutungsschwangeren Gesang von Dave Klyman erinnert das hier stark an das epochale Al
bum "Ten" von Pearl Jam. Aber das ist ja auch vollkommen wunderbar.

Der Anfang klingt dabei noch so klassisch nach diesen Indie-Gitarren mit ganz viel Hall und jeder Menge Saitenanschlägen, den man in den vergangenen Jahren so liebgewonnen hat und der doch eigentlich schon wieder out sein müsste - aber wen schert sowas schon. Musik sollte sich schließlich nicht um Trends scheren, und nur weil die Lieblingsbands in die Jahre gekommen sind, ist das ja nicht so, als würde man Oldie-Kollektionen von Time Life horten. Au contraire. Restorations packen zu, klingen wie eine Band, die besser spätnachts auf die Festivalbühne geht, um einen nochmal wachzurütteln, und schielen dabei nicht auf clevere Tanzrhythmik. "In Perpuity Throughout The Universe" verschleppt es gleich ganz, kommt zum Erliegen, rappelt sich wieder auf und klingt dann langsam aus. Überhaupt ist viel Platz hier für Soundslandschaften, die wie ein nächtlicher Samthimmel wirken, an dem die Gitarrenriffs noch effektiver wie Sternschnuppen aufblitzen und verglühen. Das kann schon ziemlich viel. Noch mehr einzelne Songs rauszupicken, scheint sinnlos: Wieder mal ein Album, das in voller Länge genossen werden möchte und nicht auf Single-Auskopplungen setzt.

"LP2" von Restorations ist am 5. April via Sideonedummy Records / Cargo Recordserschienen. Mehr Eindrücke bekommt man auf der Bandcamp-Seite und dem Tumblr der Band. Hier könnt Ihr den Opener "D" hören.
 

Freitag, 26. April 2013

Hörtest: Adam Rubenstein - Excavator

Wenn Tom Petty mit Ryan Adams einen draufmachen würde und beide sich dann Gitarren umschnallen und Songs aufnehmen würden - das Resultat klänge eventuell so wie das, was Adam Rubenstein auf seinem zweiten Soloalbum in Töne gegossen hat. Nicht dass wir uns missverstehen: Ich finde alle drei großartig. Insofern: schönes Album. 

Die näselnde Stimme am Anfang ist es, die mich kurz an Tom Petty denken ließ. Die sich wiegende Folknummer "Playground" provozierte in meinem Hirn den Gedanken an Ryan Adams. Und wenn wir gerade schon beim Namedropping sind: Als Gäste wirken auf diesem sehr gelungenen Album Mitglieder von Chamberblain (Rubensteins Band), My Morning Jacket, Fiction Plane und Angus & Julia Stone mit. Manchmal hat man aber auch den Eindruck, eine Akustik-Platte der Foo Fighters in Händen zu halten. Das spricht für das Songwriting-Niveau. Dabei haben sich die Songs über die Jahre angesammelt, das Album versammelt Material, das Rubenstein auf alten Festplatten, in Notizbüchern und auf alten Kassetten wiedergefunden hat. 

Herausgekommen ist ein unaufgeregtes Album, das natürlich von seinen Gitarren lebt, aber auch Mandoline und Ukulele nicht scheut. Die E-Gitarre bleibt dabei meist im Schrank und hat in "Tiny Battles" dafür einen umso effektiveren Gastauftritt. Wie schön die Arpeggien in "No Big Surprise" perlen und Bilder von Städten und ihren Lichtern im Dunkel heraufbeschwören. Wie ungekünstelt der Country-Rhythmus von "Caverns" sich empfiehlt. "Remember how we used to talk about poets, God and Classic Rock/ it all seemed to matter to us then", heißt es da. Vielleicht ist es nur meine selektive Wahrnehmung, aber das Älterwerden scheint schon auch in der Musik ein großes Thema zu sein. Gut, solche Zeilen im Kopf zu haben. "Excavator" eignet sich prima für diese Tage, wo man nicht raus will, sondern lieber noch einen Kaffee aufbrüht. Aber auch für einsame Zugfahrten, während man draußen die Welt vorbeirauschen sieht. Sie wird einem herzlich egal sein, in dem Moment, wenn Adam Rubenstein singt. 

"Excavator" von Adam Rubenstein ist am heutigen Freitag, 26. April, bei Arctic Rodeo Recordings erschienen. Hier gibt's noch das - extrem schön anzuschauende - Video zu "Sunday Season". 

Samstag, 20. April 2013

Wie heißt nur dieser Song?

Ich werd echt noch wahnsinnig. Wie heißt nur dieser Song? Wer hat ihn geschrieben? Ein Freund hat ihn mir auf eine CD gebrannt. Das ist ein paar Jahre her und ich hab vergessen wie die Band heißt. Googeln mit den Lyrics? Nix gefunden. Shazam? Stellt sich doof. Wenn Ihr was wisst, sagt mir bitte Bescheid. Einfach auf Twitter antworten oder auf Facebook kommentieren. Ich brauche alles von dieser Band - aber dazu muss ich erst wissen, wie sie heißt.

Freitag, 19. April 2013

Die Top 5 Videos für verregnete Freitagabende

Der Freitagabend kommt sogar in den Lyrics vor. "12:51" von den Strokes ist das perfekte Lied für einen verregneten Freitagabend zuhause. Hier gibt's meine Top 5 Lieder für derartige Anlässe.

The Strokes - 12:51

Perfekt: The Cure - A Night Like This Obskur: Die Ärzte - Für Immer Klassisch: Stabbing Westward - Save Yourself
Stabbing Westward "Save Yourself" from Chuck Doud on Vimeo.
Gecovert: Foo Fighters - Down In The Park (Original von Gary Numan)

Donnerstag, 18. April 2013

Hörtest: Spiritual Beggars - Earth Blues

Lila war der Meilenstein "Ad Astra" auch schon. Aber dieses Mal würde die Farbe besser passen als das apokalyptische Orange des Plattencovers von "Earth Blues". Denn auf ihrem neuen Album klingen die Spiritual Beggars stärker nach Deep Purple als je zuvor. 

Ich hab mich ja schon geoutet. Normalerweise bin ich keiner dieser Nerds, die neuen Bandmitgliedern keine Chance geben. Aber Spiritual Beggars ohne ihren Sänger und Bassisten Spice, der eben jenes "Ad Astra" zum Meilenstein machte - das konnte ich mir nie vorstellen. Folglich bin ich nach dem Album ausgestiegen und alles, was danach kam, hat mich nicht interessiert. Bis jetzt. Denn "Earth Blues" ist eine durchaus gelungene Scheibe. Logisch, Michael Amotts Gitarrenriffs sind natürlich die Wucht wie immer. Der Mann hat immerhin schon bei Carcass gezockt, zeigt hier aber auch seine solistische Ader immer wieder mit gleißenden Classic Rock-Ausflügen. Und auch Apollo Papathanasio (ex-Firewind) passt stimmlich gut zu den Songs, mit seinen Ian Gillan-mäßigen Vibes. Vielleicht hört man auch, dass diese Besetzung nun schon auf einander eingespielt ist, das zweite Album am Start hat und sich gefestigt hat. Aber was ist das? "Hello Sorrow" klingt im Intro wie "It's A Sin" von den Pet Shop Boys in der Coverversion von Gamma Ray, um dann nach Thin Lizzys "Jailbreak" zu schielen. Coole Bluesrock-Ausflüge wie in "One Mans Curse" passen ebenso ins Bild wie das mit allerlei Percussion-Pomp aufgezäumte "Too Old To Die Young". Und immer wieder die Orgel, die ihr güldenes Licht über die Songs wirft. "Road To Madness" rollt groovend dahin, der "Freedom Song" rifft sich in Metalsphären. Aufgenommen wurde das Album ziemlich live. Man habe gejammt und mitgeschnitten, später kamen Overdubs dazu. Die Produktion klingt wuchtig, aber nicht steril. So kann man das haben.

Earth Blues ist am 12. April bei Inside Out Music erschienen. Mehr unter www.spiritualbeggars.com. Hier das Video zu "Wise As A Serpent". 

Mittwoch, 17. April 2013

SZene-Hörtest: Kadavar - Abra Kadavar

Wenn ich mir aussuchen könnte, in welcher Zeit ich gerne leben würde - es wären wohl die 70er Jahre. Die Musik dieses Jahrzehnts und auch das ganze Drumherum sind genau mein Ding. Vor ein paar Jahren hatte ich eine regelrechte 70ies-Phase, wo nur Led Zeppelin, The Who, Black Sabbath, AC/DC und andere Sachen aus dieser Zeit liefen. Und jetzt gibt es eine Band, die den Geist dieser Dekade beschwört und damit richtig gut fährt. Kadavar heißen die drei. Längst kein Geheimtipp mehr. Das neue Album "Abra Kadavar" ist gerade raus. Eine Rezi dazu aus meiner Feder ist am Dienstag auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Einfach draufklicken, dann könnt Ihr sie lesen.

Dienstag, 16. April 2013

SZene-Hörtest: The Thermals - Desperate Ground

Die Thermals gehen immer. Was war das für ein Drama als ich die "Now We Can See" verlegt hatte. Die CD nicht in der Hülle. Wahnsinnig bin ich beinah geworden bei der Suche. Irgendwann tauchte sie dann in einer völlig anderen Hülle wieder auf, Kiss oder so. Jetzt haben die besten Indierocker aus Potland, Oregon, ihre neue Platte raus. "Desperate Ground" gefällt mit kurzen Songs ("Born To Kill" geht nicht mal zwei Minuten) und einer Produktion, die wieder mehr Richtung Anfänge geht. In der Schwäbischen Zeitung ist dazu heute meine Kritik auf der SZene-Seite erschienen. Klickt auf das Bild, dann könnt Ihr den Artikel lesen.

Montag, 15. April 2013

Earthbend im Interview: "Wir taugen nicht als Entertainer"

Das Leben ist nicht fair. Earthbend wissen das. Die Band aus Finsterwalde hat vier Alben mit überzeugendem Rock zwischen Indie, Prog und Kraut gemacht und sieht nun trotzdem keine Perspektive mehr. "Serenity" erscheint nur als Download, eine Tour dazu gibt es nicht. Aufgelöst hat sich die Gruppe zwar noch nicht, aber es sieht nicht gut aus. Sänger und Gitarrist André Kunze hat Tinnitus Attacks ein paar Antworten gegeben. Ehrlich und ziemlich schonungslos. 

Tinnitus Attacks: Euer neues Album ist eine zwiespältige Angelegenheit: einerseits ein Highlight in Eurer Diskographie, andererseits eine Zäsur. Was macht Euch das Weitermachen so schwer? 

André Kunze: Die Würfel sind da schon 2010 gefallen. Tilo, unser Drummer, hatte damals die Band verlassen und wir haben die Flucht nach vorn gesucht. Aber wir mussten uns eingestehen, dass Earthbend leider nie eine Band war, die viele Leute zu Konzerten bewegen konnte. Das ist wirklich der Hauptgrund. Als Band brauchst du Fans, Fans, Fans und keine guten Plattenkritiken. Nicht, dass ich was gegen guten Reviews hätte, auch so was hilft einer Band, weiterzumachen, aber es geht um das live mit Leuten eine Party feiern, oder mit einer größeren Menge von Leuten schönen musikalischen Momenten zu huldigen. Da braucht man schon mehr als immer nur 20 Leute. Mit Mitte 20 steckst du das weg und sagst dir halt: Aufbauarbeit. Und die haben wir gemacht, umsonst bis nach Mannheim oder für 100 Euro ins Allgäu, aber nach vier Alben muss dann eine Band auch mal das Aufbauthema hinter sich lassen. Das haben wir nie geschafft.

TA: Können wir Euch noch irgendwie umstimmen? Oder habt Ihr mal über Kickstarter-Projekte nachgedacht? 

Kunze: Offiziell haben wir uns (noch) nicht aufgelöst, weil wir immer noch gucken, ob wir nicht regelmäßig zusammenkommen, um im Jahr eine handvoll Konzerte zu zocken. Diese Fundraising-Sachen mag ich nicht so – irgendwie setzt du dich und die Leute unter Druck, so nach dem Motto: „..wenn das jetzt nicht klappt und das Geld nicht zusammenkommt, seid ihr ja schuld ...“

TA: Ihr wart für "Serenity" erneut mit Kurt Ebelhäuser im Studio. Wie ist das Verhältnis zum Blackmail-Soundpapst?

Kunze: Das Verhältnis war immer gut und könnte nicht besser sein. Wir sind über seine großartige Arbeit hinaus über die Jahre nicht nur Bewunderer, sondern auch Freunde geworden und man hofft immer, dass sich die Wege wieder kreuzen.

TA: Wenn Du zurückschaust, wie empfindest Du die Zeit mit der Band?

Kunze: Jetzt, da ich einer geregelten Tätigkeit nachgehe, wieder sehr positiv. Ich habe einen großen Teil meines Lebens das Glück, aber auch den Mumm gehabt, meinen Traum zu leben! Wir konnten vier Alben veröffentlichen, wenn auch am Ende mit Einschnitten, aber hey: In ein paar Jahren wird es das alles nicht mehr geben. Als wir mit den Beatsteaks gespielt haben, wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, dass wir keine richtig geile Liveband sind und als Entertainer überhaupt nicht taugen und dass das mit unserer Musik und unser limitierten Karriere schon voll in Ordnung geht.Wir durften ein paar Leute treffen wie Jesse Hughes (EAGLES OF DEATH METAL) oder Jack White damals in Berlin, wir waren doch des öfteren in guten Radios wie FLUX FM zu hören etc. Wir hätten nur schon 2010 erkennen können, etwas massiv zu verändern oder aufzuhören. Der Prozess einer langsam abdankenden Band ging einfach zu lange.

TA: Ihr seid eine der eigenständigsten und unverwechselbarsten Bands des Landes. Was sagen Eure Fans eigentlich zum Ende? 

Kunze: Wie gesagt, so offiziell ist es ja nie gesagt worden, aber ich denke, sie werden es überleben.

TA: Was hättet Ihr gerne noch gemacht in der Zukunft? 

Kunze: Mal wieder als richtige Band (alle leben in derselben Stadt und treffen sich regelmäßig wöchentlich) neue Songs erjammen und sofort aufnehmen. Zwei von uns leben ja in Berlin, Chris und ich in Finsterwalde. Aber vielleicht erfinden wir noch eine neue Arbeitsweise, wie man in dieser Konstellation wieder kreativ wird.

TA: Lass uns mal noch über euer neues Album reden. Wie, wann und wo sind die Songs entstanden? Inwiefern unterscheidet sich die Platte für Dich von ihren Vorgängern? 

Kunze: Also bereits 2010 gab es Ansätze dazu und wir haben nach Tilos Ausstieg weiter mit James Schmidt in Finsterwalde an den Songs gearbeitet und durch Kurt und seine Ideen wurde das Ganze nochmal gesteigert. Auch Andi Jung hat beim Mastering noch ein paar sehr gute Ideen umgesetzt, aber es war ein verdammt langer Prozess bis zum letztendlichen (online) Release. Ich finde, wir waren keine echte Band, die ins Studio ging. Im letzten Teil der Aufnahmen kam dann noch Olli Wong dazu, aber so viel gab es auch nicht mehr einzuspielen. Wir hätten zu der Zeit mit ihm schon besser eine komplette neue Platte machen sollen, fanden das unfertige Material aber auch zu gut, um es einfach in die Tonne zu hauen. Aber dem Ergebnis hört man das ganze Durcheinander glücklicherweise nicht an.

Sonntag, 14. April 2013

Jetzt bewerben: Southside-Bandwettbewerb der Schwäbischen Zeitung

Da kriegt man doch Lust auf Festival: Wenn Ihr nicht
nur als Zuschauer dabei sein, sondern auftreten wollt,
macht beim SZ-Bandwettbewerb mit.             Foto: TA 

Ja, ich weiß, am Sonntag sollst Du ruhn. Und dann scheint jetzt ja auch noch die Sonne und alle rennen raus, liegen im Park rum, sonnen sich am See. Aber mal ehrlich: Lässt sich die Zeit nicht auch sinnvoller nutzen? Ich glaube schon. Das heißt, wenn man mit seiner Band auf dem Southside auftreten will. Denn mit etwas Glück und viel Talent kann das passieren. Stellt heute noch Eure Bewerbung für den Bandwettbewerb der Schwäbischen Zeitung zusammen. Füllt den Teilnahmebogen aus, stellt ein paar gute Musikstücke zusammen… und dann ab die Post an die Jury. Mit etwas Glück seid ihr beim Finalistenkonzert am 25. Mai in der Kulturhalle Abdera dabei. Der Sieger an diesem Abend tritt dann beim Southside-Festival in Neuhausen ob Eck auf. Mehr Infos gibt's auf der Internetseite der Schwäbischen Zeitung. Viel Glück!

Samstag, 13. April 2013

SZene-Hörtest: Volbeat - Outlaw Gentlemen & Shady Ladies

Manchmal muss es Metal sein. Und warum zum Beispiel nicht Volbeat, die mit ihrem Mix aus Riffs und Rockabilly seit Jahren zunehmend mehr Menschen begeistern? Aktuell wirbeln sie wieder viel Staub auf, zieren etliche Cover von Musikzeitschriften. Fürs SLAM hab ich kürzlich Michael Poulsen interviewt,  Sänger und Gitarrrist der dänischen Band. Es ging unter anderem um die 50er-Jahre. Poulsen gab einen regelrechten Schnellkurs in Sachen Rock'n'Roll. Die aktuelle SLAM ist seit wenigen Tagen am Kiosk erhältlich.

Und auch in der Schwäbischen Zeitung habe ich dazu etwas veröffentlicht. Per Klick kommt Ihr auf den Artikel, der heute in der Wochenendbeilage erschienen ist.

Freitag, 12. April 2013

Hörtest: Phantom Buffalo – Tadaloora

Zugegeben: Das Artwork sieht nach Kinderbibel aus. Und „Gilded Gate“, der Opener des Albums „Tadaloora“ klingt zunächst zahm und niedlich, so als könnte er im Soundtrack zu Spike Jonzes melancholischer Verfilmung von Maurice Sendaks Kinderbuch „Wo Die Wilden Kerle Wohnen“ auftauchen. Aber das ist längst nicht alles. Das Konzeptalbum der Band aus der Indie-Hochburg Portland (Oregon) bezieht sich auf den harmoniegeprägten Wohlklang der 60er-Jahre, wie ihn die Byrds beispielhaft machten. Die Gitarren sind akustisch oder minimal angezerrt, die Stimme von Jonathan Balzano-Brookes ist schmeichelnd, der Bass tupft wollige Zwischentöne dazu („Wedding Day Massacre“). Wer Donovan zu seinen Favoriten zählt, dürfte hier einige Aha-Momente haben, etwa in „Amateur Florist“. Hier ziehen Bilder auf, die Fantasylandschaft entfaltet sich und mit ihr die Geschichte von Tadaloora, über die hier nicht zu viel verraten werden soll. Mittendrin thront „Horse Named Reginald“, mit seinen spacigen Sounds und den Bläsern. „Frost Throat“ hingegen zeigt ein Black Sabbath-Riff bei der Arbeit, bevor wieder die sanfte Seite übernimmt. Man könnte sich etwas mehr Abwechslung vorstellen, aber das hängt wohl am Konzept. Denn mindestens so wichtig wie der Sound ist auch das Drumherum. Die Band hat viel Detailarbeit in die Entwicklung dieses Fantasyreiches gesteckt, es gibt eine virtuelle Nachbildung der besungenen Insel im Internet und auch Crowdfunding spielt eine Rolle. Für Fantasten und Minecraft-Spieler.

"Tadaloora" von Phantom Buffalo ist am 15. März bei  French Toast erschienen. Nachhören kann man es auf Bandcamp.
Mehr Infos hier:  http://phantombuffalo.net
Ein Video gibt's hier: 

Donnerstag, 11. April 2013

Video: Stumfol - Prisoner

Stumfol dürfte eifrigen Tinnitus Attacks-Lesern ein Begriff sein. Wäre ich Stefan Raab, würde ich sagen: "Ein äußerst talentierter junger Mann, der regelmäßig auf den Bühnen dieser Republik steht." Bin ich ja nicht, aber das mit talentiert stimmt trotzdem. Der Sänger von Clap Your Hands Twice hat dieser Tage ein neues Video veröffentlicht. Schaut's Euch an.

Mittwoch, 10. April 2013

Konzertkritik: Imperial State Electric in Stuttgart

Imperial State Electric
Support: Satan Takes A Holiday
Universum, Stuttgart
Montag, 8. April.
Text und Fotos: Daniel Drescher

Wer braucht schon das Stadion? Ich meine, habt Ihr Euch das mal ernsthaft angeschaut? Grauenvoll angepasste, musikalisch fehlgeleitete Pärchen sitzen au
f der Tribüne, machen von ihrem Sitzplatz aus Handyfotos, halten Leuchtstäbe in die Luft und führen im Rausgehen nach dem Konzert Dialoge wie: „Och, dieser Chris Martin hat so viel Charisma....“ - und Chris Martin, das war das stecknadelgroße Köpfchen in drölf Kilometern Entfernung. Stadion stinkt. Sowas braucht niemand. Vor allem nicht, wenn es Clubs wie das Universum gibt. Geschätzte 50 bis 80 Menschen stehen vor der Bühne, es herrscht intimes Wohnzimmerflair, ein paar Meter weiter entfernt rauscht die Stadtbahn durch die Gleise. Wie praktisch. Aus der Quasi-U-Bahn-fallen und im Club sein. Daran könnte man sich gewöhnen. Wer braucht da noch einen neuen Bahnhof? Sehen die Demonstranten auch so, die draußen zum 167. Mal gegen S21 auf die Straße gehen, „Wo sind all die Blumen hin“ singen und mit Fahrrädern von Kundgebung zu Kundgebung ziehen. Alles junge Anarchos, versteht sich...NICHT. Aber ich schweife ab, und das sind die Eindrücke, die man mitnimmt, wenn man vor Konzerten noch eben in der Stadt umherpirscht.

Nicke Andersson.                Foto: TA
Auf der Bühne steht einer, der kein Rockstar im klassischen Sinne ist – und es auch niemals darauf angelegt hat, wenn wir „Rockstar“ mit „MTV-Cribs-Angeber“ gleichsetzen. Nicke Andersson ist eher so ein Schicksal zuteil geworden wie das eines Literaten aus vergangenen Jahrhunderten: Die wurden ja oft auch zu Lebzeiten unterschätzt, schlugen sich so durch – und später feierte man sie dann. Mit den Hellacopters hat Nicke Andersson beispielsweise eine wirklich wichtige Rock'n'Roll-Band gehabt, die weit mehr Musiker geprägt hat als man denken mag – auch wenn die Plattenverkäufe nicht platinverdächtig waren. Oder Entombed. Oder. Nicke ist ein Rock'n'Roll-Held. Und ein Kiss-Nerd. Mit Imperial State Electric huldigt er seit drei Jahren seiner Vision von guter Gitarrenmusik, und wer da den Weg ins Universum gefunden hat, muss schon mal per se einen guten Musikgeschmack haben.

Kann man eigentlich sagen, dass Imperial State Electric eine Allstar-Band sind? Mir kommt es jedenfalls so vor. Denn neben Nicke ist da ja auch noch Dolf de Borst an Bord, Chef der Datsuns, einer ebenfalls ziemlich alles könnenden Rockkapelle. Der sieht oft fast nix vor lauter Haaren im Gesicht und zählt mit Abstand zu den coolsten Schnurrbartträgern des Planeten. Wie er da mit seinem E-Bass steht – jedesmal denke ich, er hat eine steinzeitliche Waffe bei sich, die Kopfplatte wirkt jedesmal so wuchtig. Und mit Tobias Egge hat Nicke seinen Gegenpart gefu
Satan Takes A Holiday. Foto: TA
nden – die beiden sind die größten Kiss-Fans, die man sich vorstellen kann, und passend dazu hat Tobias natürlich die Iceman-Ibanez umgeschnallt, die auch schon Paul Stanley spielte. Mit ihrem speziell geschnittenen Cutaway sieht sie jedesmal aus, als ob ein Ausrufezeichen aus der Gitarre purzeln würde. Und das passt. Was Nicke und Co. machen, ist ein Statement. Nicht umsonst heißt ihr noch aktuelles Album „Pop War“. Krieg gegen Plastik-Pop, gegen Musik als Fastfood-Produkt, das keinen Wert mehr hat wenn keiner dafür zahlt – da erscheint Nickes Kopfbedeckung in einem neuen Licht. Aber im Grunde ist alles ganz friedlich. Auch wenn Songtitel wie „Throwing Stones“ anderes vermuten lassen. Nach und nach spielt sich die Band in den buchstäblichen Rausch, die Riffs fallen wie Flexspäne. Kompliment auch an den Soundtechniker: Fred Estby hat das Album „Pop War“ abgemischt und verpasst der Band einen transparenten, druckvollen Sound, heftig laut, aber nie übersteuert. Nur mehr Licht hätte gut getan. Der Gig erinnert daran, dass Nicke einer der besten Rockgitarristen ist, den man je sehen wird. Er hat alles aufgesogen, was mit diesem Phänomen zu tun hat. Das gilt auch für die Vorband Satan Takes A Holiday. Die werfen auch die Frage auf, woher Kraftklub nochmal die Idee mit weißen Oberteilen und Hosenträgern haben und peitschen mit ihrem Desert-Rock-Bastard ordentlich Staub aus den Lampen.

Übrigens wird es auch bald ein neues Album von Imperial State Electric geben. „Reptile Brain Music“ soll es heißen, ist fertig aufgenommen, was noch fehlt, ist ein Veröffentlichungstermin. Auch davon gibt es schon was zu hören, aber auch das aktuelle Album ist mit „Can't Seem To Shake It Off My Mind“ oder dem extrem nach „Rock'n'Roll Is Dead“ klingenden „Sheltererd In The Sand“ vertreten. Und dann kommt es, wie es kommen muss. Es wird immer besser, intensiver, heavier. Die Rock-Energie kristallisiert sich auf engstem Raum, wäre das hier eine Comic-Verfilmung, würde aus Nickes Gitarre ein Blitz in den Himmel zucken, als ob Marvels Thor seinen Hammer benutzt, um ein Gewitter zu entfachen. Wie gesagt: Stadion ist Unsinn.

Mehr Fotos gibt's hier. 
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Dienstag, 9. April 2013

Bildergalerie: Imperial State Electric in Stuttgart

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Imperial State Electric in Stuttgart, ein Album auf Flickr.
Nicke Andersson ist schon einer meiner Helden. Mit den Hellacopters hat er Rockgeschichte geschrieben. Jetzt steht er mit Imperial State Electric auf der Bühne - und zerlegt Clubs wie das Universum am Montagabend. Rockshow galore. Hier die Bilder - Konzertkritik folgt.

Montag, 8. April 2013

Hörtest: Emperor X – Nineteen Live Recordings

Musik wie die untergehende Abendsonne in der Vorstadt, während der Staub über Deiner Schulter tanzt. Emperor X - Chad Matheny - bremst die Welt aus und nimmt Gefühle unter die Zeitlupe. Als Einstimmung auf ein Live-Gastspiel: eine Live-Platte, der man kaum anmerkt, dass Publikum dabei ist.

Das liegt vermutlich daran, dass Live-Alben gerne damit angeben, wie die Fans Gitarrensoli mitsingen oder die Rockstars Rockstar-Scheiße wie das abgenutzte
„Ohhohoho“-Spielchen treiben. Hier gibt’s das alles nicht. Dafür jede Menge beruhigende Akustikklänge. Ich gebe zu, ich muss oft an Vanilla Sky denken. Auch und gerade, wenn ich die Songs auf dem neuen Live-Album von Emperor X höre. Vielleicht sind es die perlenden Gitarrentöne am Anfang von „Low Orbit Ion Cannon“, die mich an Soundtracks zu Filmen von Cameron Crowe erinnern, weil sie das melancholische, das introspektive so schön einfangen. Vielleicht, weil die Songs Erinnerungen an die leise Traurigkeit von Jeff Buckley ebenso evozieren wie die beschauliche Behaglichkeit von Josh Rouse.

Und doch ist es immer schwierig, solch Name Dropping zu betreiben, denn damit kann man zwar immer die Richtung angeben, wird dem Künstler als solchem aber doch nie gerecht. Alleine, weil niemand auf dieselbe Art wie ein zweiter Gitarrist in die Saiten greift. Weil die Stimmbänder durch kleine Unebenheiten völlig unverwechselbare Stimmen hergeben, so dass jemand zwar WIE, sagen wir mal, John Lennon klingen kann, aber niemals EXAKT SO. Wobei der Name hier nur der Prägnanz halber aufgeführt wird. In den ersten Momenten von „Compressor Repair“ erinnert mich die Stimme von Chad R. Matheny eher an Frank Turner, aber nur für wenige Sekunden. Denn wie gesagt.

Wir haben es hier mit Kompositionen zu tun, die Zeit brauchen, sich Zeit nehmen. Man höre nur „The Magnetic Media Storage Practices Of Rural Pakistan“, das mit Klangspielereien beginnt, Gitarrentupfer einstreut und sich langsam hochschaukelt. Das mag Indie-Rock sein, aber ein sehr verträumter, einer, der die Stromgitarre in die Ecke gestellt und stattdessen die Akustikklampfe aufgepackt hat. Die Songs wurden auf Shows zwischen 2008 und 2013 mitgeschnitten. 19 Live-Aufnahmen inklusive vier neuer Songs sind vertreten. Wir hören Handclaps, Kopfstimme, kleine Chöre und immer wieder dieses kontemplative Fingerpicking. Und das Publikum, das zwischendrin mal klatscht und johlt. Alles in allem: Hier kann man zu sich kommen.

Emperor X  - mehr Infos hier - kommt bald auf Tour. Hier sind die Daten:

25.04.2013 Cologne (DE), King Georg
26.04.2013 Trier (DE), Villa Wuller
27.04.2013 Fuerth (DE), Loewenbar
28.04.2013 Vienna (AT), TBA
02.05.2013 Berlin (DE), Schokoladen
03.05.2013 Leipzig (DE), Frueh Auf
04.05.2013 Duesseldorf (DE), Kassette
05.05.2013 Darmstadt (DE), Gute Stube @ HoffArt Theater
06.05.2013 Hamburg (DE), Astra-Stube

Das Video zu „Compressor Repair“ seht Ihr hier:

Donnerstag, 4. April 2013

Vampire Weekend: Neue Songs bei Qtv

Vampire Weekend waren 2008 mit ihrem Debüt das Beste, was der Musikwelt passieren konnte. Binnen weniger Sekunden hatte mich "Mansard Roof" mit seinem unverwechselbaren Sound in Beschlag genommen. Nichts geht über Freunde die einem Bands nahebringen. Nun naht "Modern Vampires of the City", Album Nummer drei der New Yorker Indie-Exoten. Am 10. Mai soll es in den Regalen stehen. Bei Qtv haben Vampire Weekend gerade ein paar Songs performt. Oben seht Ihr das Video von "Unbelievers", auf dem Youtube-Kanal von Qtv gibt's noch mehr.