Sonntag, 31. März 2013

Queens of the Stone Age spielen neuen Song "My God is the Sun"

Alle freuen sich schon wie Bolle: Im Juni kommt endlich das neue Album einer der einflussreichsten Bands unserer Tage auf den Markt: Wenn die Queens of the Stone Age ihr "...Like Clockwork" auf uns loslassen, sind auch alte Bekannte wie Dave Grohl (on drums), der Ex-Basser Nick Oliveri und Mark Lanegan (Screaming Trees) an Bord - plus illustre Stargäste wie Trent Reznor (Nine Inch Nails) und Elton John (!). Jetzt hat die Band den neuen Song "My God Is The Sun" auf dem Lollapalooza in Brasilien vorgestellt. Ein Video davon seht Ihr hier.

Dienstag, 26. März 2013

Hörtest: Callin Tommy - One Of The Gang

Bei Anruf Rock: Callin Tommy setzen auf ihrem Debütalbum auf direkte, schnörkellose Songs. Das Ergebnis: Ein direktes, schnörkelloses Debüt. 

Ganz klassisch: Der Bass (Szymmi)  dribbelt vor, die Drums (Anja) rollen mit, das Gitarrenriff (Marco und André bedienen die Sechssaiter)  grätscht rein. Bis dahin ist es Rock. Dann spielt sich die vorwitzige Trompete in den Vordergrund und bringt den Off-Beat mit. "We are Callin Tommy and we are here to rock" bringt es Sängerin Inga Stang noch in den ersten eineinhalb Minuten auf den Punkt. Klare Ansage. Und das tun sie dann auch. Metal, Punkrock uns Ska bringen die fünf Musiker aus Braunschweig auf ihrem Debüt "One Of The Gang" unter einen Hut. 12 Songs, 39 Minuten. "Nightmare" gefällt mit zweistimmigen Gitarren, "King and Queen" eignet sich möglicherweise für Airplay auf einschlägigen Radiosendern, die unter Musik mehr verstehen als Einheitsbrei. Bei "Dia De Los Muertos" gibt es bluesig angehauchte Licks und Surf-Hawaii-Effekte, dann kommt wieder der Ruf auf die Tanzfläche, während Inga auf spanisch singt. "Gogogo" hat bei Iron Maiden den Gitarrenpunch abgeschaut, während "Evil Creatures" mit B-Movie-Charme spielt. Und am Ende steht eine Klavierballade mit Streicherschmelz: "Lost in Love" ist Herzschmerz und schöne Melodien. Spielfreude, Enthusiasmus sind dem Quintett deutlich anzuhören. Das ist nicht revolutionär, aber handgemacht und macht Lust auf die Live-Auftritte, die landauf landab einen guten Ruf genießen. Wer noch mehr wissen will: Die Rezi zur selbstbetitelten EP gibt's hier zu lesen.

"One Of The Gang" ist am 15. März bei Timezone erschienen. Mehr unter www.callintommy.de.
Hier könnt Ihr noch das Video zu "King and Queen" sehen:

Montag, 25. März 2013

Hörtest: Rigna Folk - Sól

Eine alles versengende Sonne und jede Menge Dunkelheit: Vermutlich sind Rigna Folk nicht die Typen, die sich in ihrer Freizeit auf die Solarbank legen. Adelige Blässe hat aber ohnehin mehr Charme. Kombiniert man das mit Schwarz, ist man nah am Kern der Ulmer Artrocker. "Sól" zieht den Kreis der Konzeptalben weiter und zeigt eine Band, die Talent, Verstand und große Melodien hat. Und von allem ziemlich viel. 

Nach etwas mehr als einer Minute trifft einen die erste Gitarrenwelle. Wuchtig, melodiös, der Bass schiebt mit an, dann fast andächtige Stille. "I was looking for a thrill/but you made me feel my age", singt Viktor Nordir, Sänger und Gitarrist von Rigna Folk. Und dann kommt sie wieder im eröffenden Titelsong, die große Gitarrenlandschaft. Rigna Folk sind Träumer, das hört man ihrem Sound an. Der umgekehrte Felix-Baumgartner-Effekt. So muss es sich anfühlen, ins All rausgeschleudert zu werden - ohne Kollateralschäden, versteht sich. "Isolation" ist ein kompakter Ohrwurm, "Pablum" kennt man schon, plötzlich treten Bass und flächige Keyboards in den Vordergrund. Das zweiteilige "Criminal" zeigt eine Band, die Mut zum instrumentalen Exzess hat, dabei aber nicht langweilt und den Song nicht dem Selbstzweck opfert. Und wer einen Hit sucht, sollte sich "Paradox" reintun. Natürlich hört man die Einflüsse heraus, kann sich vorstellen, dass Pink Floyd eine Rolle spielen, man ...Trail of Dead verehrt. Aber das ist alles nicht dramatisch. Denn Viktor Nordir, Jens Schalle, Vlad Müller, Chriss Fakler verschmelzen diese Einflüsse mit ihrer Vorliebe für Noir-Filme und ihre konzeptuelle Science-Fiction-Welt. Für Postrock- und Shoegaze-Fans ein heißer Tipp. Bleibt nur die Frage: Wann können wir die Band wieder live sehen? Dann dieses Album hört sich zwar auch gut über die heimische Stereoanlage an - auf der Bühne sind Rigna Folk aber noch besser. Liegt daran, dass man dann die Dunkelheit noch besser transportieren kann. Schön und eigen. 

"Sól" von Rigna Folk ist am 2. Februar erschienen. Mehr Infos unter www.rignafolk.de

Sonntag, 24. März 2013

Hörtest: The Strokes – Comedown Machine


Es gab tatsächlich eine Zeit, da fand ich diesen Sound fad. Da hielt ich mich an die Metalpresse, die Hives und Konsorten als „Dünnbrettbohrerei“ disste und den Songs die Klasse absprach. Diese Zeiten sind – Satan sei's geklagt – vorbei. 

The Strokes habe ich mit einiger Verspätung entdeckt, aber seit 2005 sind die New Yorker nicht mehr aus meinen Toplisten wegzudenken. Okay, 2011 vielleicht. Das lang daran, dass die Begeisterung über „Angles“ eine Art Vorschusslorbeeren waren. Zum einen sehnte man sich nach einem neuen Album der Ex-Kunststudenten, zum anderen fachte die Single „Under Cover Of Darkness“ die Vorfreude extrem an. Über die volle Länge konnte die Platte das Niveau dann nicht halten, auch wenn Perlen wie „Taken For A Fool“ begeisterten.

Zwei Jahre später nun also „Comedown Machine“. Nicht selbstverständlich, dass wir dieses Album nun in Händen halten. Es war nicht klar, ob die Band so weiterbestehen könnte, das zeigte sich schon bevor die Vorgänger-Platte rauskam. Aber sie haben sich nochmal zusammengerissen, vielleicht auch, um nochmal zu beweisen, dass sie einen Klassiker wie „This is it“ widerholen können. Ganz so epochal ist es nun nicht geworden, aber immerhin. Julian Casablancas und Co. Haben nun ja immer damit zu kämpfen, dass sie damals Vorreiter waren, inzwischen aber viel passiert ist und der ehemals hippe Indiesound Patina angesetzt hat. Wobei wir mal wieder von diesem In-Scheiß wegkommen sollten. Gute Musik ist zeitlos, und nur weil irgendwer neue Trends ausruft, werden Songs ja nicht schlechter. Außer es dreht sich um Fear Factory, aber dieses Fass machen wir hier mal nicht auf.

Die gute Nachricht: Julian Casablancas singt nicht nur so hoch wie auf „One Way Trigger“ - und die Band hat gemeinsam im Studio aufgenommen, anders als bei „Angles“. Herausgekommen sind elf Songs, die ihren Platz in den Tanzpalästen, auf Studentenpartys und in Lohas-Wohnzimmern finden werden. „Tap Out“ groovt dezent und funkig, „All The Time“ dürfte die Debüt-Fans begeistern. Es ist immer noch da, dieses Gefühl, dass Julians gelangweilter Gesang gemeinsam mit den cremigen Gitarren versprüht. Der Titelsong steht in der Tradition von „Ask Me Anything“ und setzt mehr auf seine Lavalampen-Atmosphäre als auf Coolness. Klar, den drahtigen Rock von „Reptilia“ vermisst man hier. Wer sich aber nicht daran stört, dass die Strokes auch mit elektronischen Sounds liebäugeln, kann bei „Comedown Machine“ trotzdem bedenkenlos zugreifen. Beim Booklet hätte man sich übrigens mehr Mühe geben können. Sechs Köpfe im Scherenschnitt - braucht kein Mensch. Lieber Lyrics.

„Comedown Machine“ von The Strokes ist am 22. März bei RCA erschienen. 
Mehr unter www.thestrokes.com

Freitag, 22. März 2013

Songwriter aller Länder, vereinigt Euch: Heute startet das Melodica Festival in Köln

Schon was vor heute? Und am Wochenende? In Köln ist, der Name deutet es an, das Melodica Festival Cologne. Organisiert wird es unter anderem von Facbio Bacchet, auch unter dem Namen "Hello Piedpiper" bekannt, sowie Maik Iser und Honig. Diese drei Musiker treten auch auf. Auf der Facebook-Seite des Festivals gibt es ausführliche Infos über das Festival, seinen Werdegang, Ausrichtung und vieles mehr. Was man da liest, gefällt: "A place for Singer Songwriters from around the world to meet, play music, exchanging experiences and friendship, listen to other musicians and having a good time together with the guests. An acoustic music festival for songwriters & folk musicians, with the mission statement to develop, celebrate and create synergy within and between local music communities worldwide." Der Eintritt ist frei, Spenden sind gern gesehen.

Hier kommt der Zeitplan:


MELODICA WARM UP NIGHT:
Friday March 22nd
Get in: 8.00 PM -
Start:8.30PM

Line Up: (Order of appearance tba)
8.30PM - Kent Coda
9.00PM - Maik Iser
9.30PM - Hello Piedpiper
10.00PM - Our blanket skies
and hopefully some other fellow musicians

Venue: Rubin Rot
Sömmerigstr. 9
50823 Köln
www.rubinrotkoeln.de
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MELODICA FESTIVAL DAY 1
Saturday March 23th
4PM - 12PM

Line Up:
4.00PM - Martin Hannaford
4.50PM - L.F.Singer
5.40PM - Eva Bardo
6.30PM - Jonas Zorn
7.20PM - Binoculers
8.10PM - Mr. Richard
9.00PM - Honig
10.15PM - Town of Saints

Venue: Weltempfänger Hostel & Café
Venloerstr. 196
50823 Köln
www.koeln-hostel.de
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MELODICA FESTIVAL DAY 2
Sunday March 24th
4PM - 10PM
4.00PM - Wool
4.50PM - Mari Mana
5.40PM - Domingo
6.30PM - Phia
7.20PM - Owls of the Swamp
8.20PM - Jonas David
9.30PM - Ian Fisher & the present

Venue: Weltempfänger Hostel & Café
Venloerstr. 196
50823 Köln
www.koeln-hostel.de

Donnerstag, 21. März 2013

Hörtest: Kvelertak – Meir

Bier, Schweiß und Dänen – so könnte das Motto dieser Band heißen, kämen Kvelertak nicht aus Norwegen. Dort, wo die Tage düster sind und man kaum bemerkt, dass es Nacht geworden sind, haben die vier Musiker vor drei Jahren ihr Debüt gezimmert und mit ihrer Mischung aus rasendem Black Metal, räudigem Punk und gutgelauntem Rock'n'Roll sofort für große Augen und verzückte Ohren gesorgt. „Meir“ ist genauso großartig wie das Debütalbum des Sextetts, spielt noch mehr mit den einzelnen Stilelementen – und wird die Band als eine der wichtigsten im weltweiten Musikzirkus etablieren. 

Sie müssen es seit ihrer Kindheit aufgesaugt, jedes Riff verinnerlicht, jede gottverdammte Note im Großhirn abgespeichert haben: das Phänomen Rock'n'Roll. Kvelertak sind die Art Typen, die lieber im Proberaum zusammen abhingen, statt sich mit Status, Quark und getunten Autos zu beschäftigen. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie so souverän aus dem Zitatekasten der Gitarrenmusik schöpfen, aber dabei nicht wie platte Plagiatoren klingen. Durch jede Note schimmert die Hommage, die Verbeugung vor dem unzerstörbaren Riff, aus jeder Pore dringt die Euphorie für diese Musik, die für verspannte Nackenmuskulatur und blaue Flecken sorgt.

Zunächst kommt mit „Apenbaring“ die Einstimmung, kurzer Blick ins Rund, ja alles noch da. Dann „Spring Fra Livet“. Und sofort diese extremen Blastbeats, die dem Drummer Kondition hoch zehn abverlangen, eine hymnische Melodie zum Niederknien und bei Zählerstand 1:16 ein vokales „Bäh“, dass man nur noch breit grinsen kann. Jeder Song hat einen Widerhaken, der sich ins Gehör bohrt, genau das, was vielen Platten fehlt. Momente, die hängenbleiben, die man immer und immer wieder durchleben will, ob es perlende Twin-Guitar-Attacken sind, großartige Soli oder einfach nur die pure Wucht, mit der Sänger Erlend Hjelvik und seine fünf Mitstreiter uns diese Songs entgegenschleudern. Und was ist besser als zwei Gitarristen? Drei Gitarristen! Nicht nur Iron Maiden wissen das, und bei Kvelertak lohnt es sich richtig. Da sind sie wieder alle, diese Metal-Presse-Phrasen, fett, amtlich, aber stimmt ja auch alles. Und dann in „Nekrokosmos“ stürzt alles ein und macht einem verspulten Outro Platz. Das Beste kommt aber zum Schluss. Wie die Riffs in „Undertro“ schrubben, das neunminütige (!) „Tordenbrak“ sich um den Verstand soliert und die abschließende Bandhymne „Kvelertak“ die Classic-Rock-Peitsche und den Mitsing-Part auspackt – mal schauen, was sonst noch so kommt dieses Jahr, aber diese Platte hat ihren Platz in meinen Top Ten 2013 im Grunde schon sicher. Das Cover stammt übrigens wieder von John Baizley (Baroness) und passt perfekt. Und jetzt entschuldigt mich – ich muss die Luftgitarre neu aufblasen, damit ich weiter durch die Wohnung toben kann.

„Meir“ von Kvelertak erscheint am 22. März bei Roadrunner Records. Mehr unter www.kvelertak.com. Streamen kann man die Platte derzeit bei Metal Hammer

Mittwoch, 20. März 2013

Kein Headliner gefunden: Rock am See fällt 2013 aus

Flogging Molly bei Rock am See 2012.      Foto: TA
Ohne Headliner kein Festival. Trotzdem: Diese SMS kam überraschend: "Rock am See (Konstanz) macht 2013 Pause und findet erst wieder im Sommer 2014 statt", heißt es in einer Kurzmitteilung, die Abonnenten des Veranstalter-Newsletters am Mittwochmittag bekamen. Auf www.rock-am-see.de und auf der Internetseite des Veranstalters finden sich nähere Infos über die Gründe.

Auf der Internetseite der Konzertagentur Koko heißt es: "Trotz intensiver Bemühungen war es uns nicht möglich, zu dem Termin am 31. August einen attraktiven Headliner zu finden", so Dieter Bös, Geschäftsführer von der Konzertagentur KOKO & DTK Entertainment. Nachdem man in den vergangenen Jahren Größen wie Die Toten Hosen, Green Day, Metallica und Die Ärzte verpflichten konnte läge die Messlatte hoch. Auch der Zeitpunkt steht zur Debatte: Es sei noch nicht sicher, ob das Festival dann wieder am letzten August-Wochenende stattfinden werde.

Vergangenes Jahr waren Green Day als Headliner zu Gast und wurden abgefeiert, Flogging Molly, Social Distortion und Kraftklub (die für die verletzungsbedingt ausgefallenen Beatsteaks einsprangen) plus andere machten den Tag rund. Kritische Stimmen gab es allerdings zur Besucherzahl: Viele fanden, dass durch die veränderte Lage der Bühne mehr Gedränge als in den Vorjahren war. Eine Konzertkritik vom vergangenen Jahr findet Ihr hier

The Strokes streamen "Comedown Machine"

Die Woche der Streams. Neben Kvelertak zählen The Strokes zu meinen heißen Favoriten dieses Jahr, auch wenn "Angles" 2011 im Nachhinein nur ein solides Album war. "Comedown Machine" cometh down on us am Freitag. Pitchfork streamt die Platte schon mal. Wer noch mehr Zeit übrig hat: Einen Auftritt beim Reading Festival könnt Ihr hier in voller Länge sehen.

Dienstag, 19. März 2013

Kvelertak streamen neues Album "Meir"


Die Vorfreude ist so als ob beim Metal-Kindergeburtstag Satan mit Horrorclowns jonglieren würde und alle fiebern seit Monaten darauf hin: Das neue Album der norwegischen Metaller von Kvelertak kommt am Freitag. Auf der Internetseite des Metal Hammer kann man schon mal in "Meir" reinhören. Das Video zu "Bruane Brenn" gibt's oben zu sehen. 

Montag, 18. März 2013

Hörtest: Johnny Marr - The Messenger

Das wird wohl nichts mehr mit der Smiths-Reunion in diesem Jahrhundert. Aber wen stört das schon, solange wir stattdessen wie das neue Soloalbum von Johnny Marr haben? "The Messenger" vereint britische Tugenden und State-of-The-Art-Songwriting. Message angekommen. 

Man muss ja nur mal diese Suchmaschine anstrengen. In regelmäßigen Abständen kommen die Gerüchte auf, und sowohl Morrissey als auch Johnny Marr treten ihnen jedesmal entschieden entgegen. Wie viele "never ever" da schon gefallen sind. Und dass das auch gar nicht nötig ist, beweist der Gitarrist, der im Oktober 50 Jahre alt wird, mit seinem ersten regulären Soloalbum. Bisher war tanzte Marr immer wieder gerne auf anderen Hochzeiten, veredelte etwa das Modest Mouse-Album "We Were Dead Before The Ship Even Sank". Daran muss man etwa denken, wenn der Disco-Beat in "Upstarts" die Gitarre flattern lässt wie ein Segel bei Windstärke drölf. Marr zeigt mit seinem drahtigen Fender-Gitarrenton einmal mehr, warum Insel-Rock immer als der coolere Variante von Gitarrenmusik galt, während US-Mucker doch meist mehr dicke Hose-Soundmischungen bevorzugen. Understatement eben, wenn man Klischees bemühen will, die natürlich hier und da ihre Abweichler haben. Um das noch weiterzutreiben: Stellt Euch einen Mini Cooper vor, der aber dem Hummer trotzdem davonfährt. Ich meine, lasst nur mal "Lockdown" auf Eure Ohren wirken. Britrock is back. Und auch die Rhythmen sind hier wesentlich variabler als anderswo, bedienen sich geschickt bei anderen Musikstilen (sieht Titelsong) und swingen cool ("Generate! Generate!") oder sexy ("Say Demesne"). Wavige Keyboards sind ebenso an Bord wie melancholische Momente in "New Town Velocity" (siehe unten). Man würde gerne den Gallagher-Brüdern den Genuss dieser Scheibe empfehlen, damit sie mal hören, wie man klingen muss, um große Töne spucken zu dürfen. Wobei sich das erledigt: Oasis sind Geschichte - und Johnny Marr hat es nicht nötig, zu protzen. Obwohl er in Manchester, Berlin und London war für sein neues Werk. Understatement eben. 

"The Messenger" von Johnny Marr ist am 1. März erschienen bei Rykodisc (Warner). Mehr unter www.johnny-marr.com

Sonntag, 17. März 2013

Sláinte und Happy Birthday: Tinnitus Attacks feiert zweiten Geburtstag

Die alte Leier vom Jahr, das so schnell rumgeht, hat genauso einen Bart wie der durchschnittliche Hipster. Deshalb will ich Euch gar nicht mit dem übliche "Kinder-wie-die-Zeit-vergeht"-Geseier langweilen. Ok, eigentlich schon, denn das Thema "Altern mit Stil" ist eines, das sich auch durch den Rock'n'Roll durchzieht. Aber dieses Fass machen wir heute nicht auf.

Vor zwei Jahren ging Tinnitus Attacks online. Strategisch gut den St. Patricks Day gewählt, damit man einen Grund hat, im Pub bei einem Guinness darauf anzustoßen. Zwei Jahre nach dem Start haben sich viele neue Kontakte ergeben, mit Bands, Labels, Musikern, Kreativköpfen. Erfahrungen, die man nicht missen möchte, neue Freundschaften, viele Konzerte, jede Menge Musik. Nicht zu vergessen Engagements für Musikmagazine wie das SLAM und Webseiten wie die Plattengourmets von Finest Vinyl. Aber bei allem, was nebenher noch läuft und einem Vollzeit-Redakteursjob bei der Schwäbischen Zeitung soll Tinnitus Attacks nicht ins Hintertreffen geraten. In den nächsten Wochen werdet Ihr einige Plattenkritiken lesen, von etablierten Bands ebenso wie von Insider-Tipps. Dann kommt die Festivalsaison und wenn Konzerte in der Region sind, wird die Karre vollgetankt und losgefahren. Und bei allem Informationsfluss, den ständigen VÖ-Terminen und der Masse an Musik, mit der wir konfrontiert sind, darf man eines nicht vergessen: dass es einzig und allein um die Musik geht. Um den Moment, wenn die Nadel auf die Rille trifft und man wieder weiß, warum man diese Leidenschaft hat und eben nicht, sagen wir, Golfspielen, Tuning oder Pauschalreisen.

Eine Neuerung wird es auch geben: Zukünftig wird es hin und wieder vorkommen, dass es hier essayistischer zugeht. News, Videos und Rezis sind wichtig. Aber gerade auch themenbezogene Gedanken sollen hier Platz finden, sofern es die Zeit erlaubt.

Und jetzt gibt es zur Feier des Tages fünf Videos bzw. Songs, die mir am Herzen liegen. Welche, die letztes Jahr zu kurz kamen, weil Top Five eben keine Top Hundert sind.
Viel Spaß damit. Bleibt mit treu und empfehlt mich weiter.

Foo Fighters - Walk (live at Letterman) ...Trail of Dead - Bells of Creation Hot Water Music - Wayfaerer La Dispute - Said The King To The River Arcade Fire - Wake Up!

Samstag, 16. März 2013

Video: The Strokes - All The Time

Wie altert man als Band stilvoll? Im Falle von The Strokes wird das die zentrale Frage sein. Was macht man, wenn man Anfang des Jahrtausendes der neue heiße Gitarrenscheiß war, die Welt sich um einen herum aber so schnell entwickelt, dass ein Album wie "Angles" vor zwei Jahren nicht mehr neu, sondern schon wieder nostalgisch anmutet? The Strokes sind The Strokes sind The Strokes. Das wird sich auch dieses Jahr nicht ändern, wie der Song "All The Time" zeigt, zu dem die New Yorker Indie-Erneuerer jetzt ein cooles Video veröffentlicht haben. Auf Tape TV kann man es sehen. Das Album dazu heißt "Comedown Machine" und erscheint am 22. März. Ich rechne jetzt nicht aus wie oft man bis dahin noch schlafen muss.

Freitag, 15. März 2013

"Solche Bands kommen und gehen" sagt Joe Bonamassa im Interview über Black Country Communion

Das wars's mit der Supergroup: Black Country Communion sind Geschichte. Die Rockband, die Glenn Hughes (früher Deep Purple), Derek Sherinian (früher Dream Theater), der Sohn des verstorbenen Led Zeppelin-Drummers Jon Bonham, Jason Bonham, und der Blues-Gitarrist Joe Bonamassa zusammen gegründet 2009 haben, ist schon länger Objekt von Spekulationen und Gerüchten. Als  ich vergangene Woche Joe Bonamassa für die Schwäbische Zeitung interviewt habe, hat sich dieser Verdacht erhärtet. Es klingt jedenfalls nicht so, als ob das nochmal was wird. Lest im Interview, was Joe dazu sagt und was für andere Pläne er hat. Das Gespräch ist diese Woche auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Klickt einfach drauf, dann könnt Ihr es lesen.

Donnerstag, 14. März 2013

Video: Spiritual Beggars - Wise As A Serpent

Am 12. April erscheint das neue Album der Spiritual Beggars, "Earth Blues". Die Stoner-Rocker um Michael Amott (Carcass) liefern seit Jahren Klänge, die für Purple- und Sabbath-Fans ideal sind. Okay, mich haben sie verloren, als Sänger und Bassist Spice ausgestiegen ist. Das war für mich, als ob Motörhead auf einmal ohne Lemmy unterwegs sind. Die ganzen Sänger-Personalien danach haben mich irgendwie abgeturnt. Aber egal. Schaut Euch den Clip an, musikalisch ist es gut.

Mittwoch, 13. März 2013

Konzertkritik: Firewater im Lindauer Club Vaudeville

Also mir hat's gefallen - und rund 350 anderen Besuchern auch. Firewater am Samstag in Lindau: Man möchte einfach seinen Rucksack packen und um die Welt ziehen, andere Musik hören, neue Einflüsse aufsaugen. Wer wissen will, wie es war, kann hier meinen Bericht aus der Lindauer Zeitung lesen, der am heutigen Mittwoch, 13. März, erschienen ist. Per Klick auf den Artikel kommt Ihr hin. Falls es zu klein ist: In neuem Tab öffnen, die Auflösung reicht auf alle Fälle.

Dienstag, 12. März 2013

Flix Records feiert 5-Jähriges

Das muss gefeiert werden: Das Indie-Label Flix Records wird fünf Jahre alt. Aus diesem Anlass gibt es am 1. Mai ein musikalisches Geburtstagsfest in Stuttgart. Im Zwölfzehn treten auf: The Ataris, die Schweizer Punkrocker Cancer, die US-Indierocker The Static Age und Featuring Yourself aus Hamburg, die dem Postpunk zugerechnet werden. Label-Chef und -Gründer Felix Willikonsky sagt: "Nicht um uns selbst zu beweihräuchern, sondern um einen schönen Abend zu verbringen und ein Bierchen darauf zu trinken, dass wir aus Liebe und Leidenschaft zur Musik immer weitergemacht haben und weitermachen werden. Trotz finanzieller Nöte und obwohl wir im BWL Unterricht in der Schule lieber mit den Sitznachbarn gequatscht haben, als dem Lehrer zuzuhören." Ein ausführliches Porträt des Kreativschaffenden habe ich vor etlicher Zeit auch hier auf dem Blog veröffentlicht.

Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. Es gibt ein begrenztes, günstiges Kartenkontigent über Easyticket.de im VVK.


Montag, 11. März 2013

Hörtipp: Johnny Marr - The Messenger

 Mit welchem Lied in den Tag und in die Woche? Upstarts wäre ein Plan. Ich muss ja unbedingt noch das neue Album von Johnny Marr holen. Aber so geht's jedenfalls schon mal. Klingt ja fast etwas nach Modest Mouse. Ach ja, weil er auf diesem Album von denen gespielt hat, das mit dem coolen Titel und Tod und Schiff und so. "The Messengers", das Soloalbum des ehemaligen Smiths-Gitarristen, ist am 1. März erschienen.

Donnerstag, 7. März 2013

Extrem empfehlenswert: Joe Bonamassa

Blues ist nicht jedermanns Ding und man erwartet ihn nicht zwangsläufig auf Tinnitus Attacks. Aber: Blues ist die Wurzel, er ist mir wichtig und ab und an muss es einfach Stevie Ray Vaughn oder ein anderer Saitenhexer sein. Nicht umsonst stapeln sich Guitar-Jahrgänge in meinem Regal. Und wie das immer so nach Konzerten ist: Ich bin infiziert von Joe Bonamassa. Sein Auftritt in Ravensburg war eine wahre Lehrstunde in Sachen Bluesrock. Als er am Ende des Gigs "Just Got Paid" von ZZ Top (siehe oben, nicht aus Ravensburg der Clip, aber Ihr bekommt einen Eindruck) anstimmt, hält es niemanden mehr auf den Sitzen. Bitte tut mir einen Gefallen: Hört Euch an, was dieser Mann drauf hat. Und demnächst erfahrt Ihr im SZ-Interview, wie man es schafft, so abartig zu gniedeln - und wie es mit Black Country Communion, seiner Allstar-Band mit Glenn Hughes am Mikro, weitergeht. Stay tuned.

Dienstag, 5. März 2013

Was haben Carly Rae Jepsen und Nine Inch Nails gemeinsam?

Jenny Owen Youngs ist cool. Als ich sie das erste Mal gehört hab, lief im Radio "Fuck Was I", das glaube ich bekannteste Lied bisher. Dieses Jahr wird sie auf der Revival Tour mit Chuck Ragan dabei sein. Und dass die Dame auch Humor hat, zeigt sich immer wieder, jetzt etwa durch einen Blogeintrag: Sie verlinkt auf Soudncloud, wo jemand ein waghalsiges Klangexperiment gepostet hat. Seit langer Zeit erfreuen sich Mashups großer Beliebtheit: Zwei Songs mit gleichen Harmonien werden nebeneinander gestellt und man hört, wie ähnlich die Kompositionen sind. Dass Nine Inch Nails ganz gut zu Carly Rae Jepsen passen, hätte man wohl nicht vermutet. Aber klickt es einfach mal an; Ihr werdet überrascht sein, wie gut "Call Me Maybe" und "Head Like A Hole" zueinander passen.
 

Montag, 4. März 2013

Video: Kill Valmer - No One Else


Ich find's ja reichlich untertrieben. "No one likes this music" singen Kill Valmer, Punkrocker aus Stuttgart, in ihrem Song "No One Else". Dazu gibt es jetzt auch ein Video. So sieht es also aus, wenn Chaoten Heimatfilme machen. Könnte man sich glatt dran gewöhnen. Der Förster vom Silberwald goes Punkrock.  Das Video, das die Band mit ihren Freunden Philip Gnadt und Ihab Abouzeid von Substanz Film verwirklicht haben, ist seit heute im Netz.

Am Freitag, 8. März, wird der Clip mit einer Party im Stuttgarter Club Goldmarks gebührend gefeiert. Neben dem Clip auf Leinwand und einem Live Set von Kill Valmer - inklusive "bärenstarker Specials", wie die Band verspricht - spielt als Support die Pforzheimer Band Poverty for all. Anschließend legt DJ M Weber auf und es wird gefeiert. Der Eintritt kostet drei Euro, Einlass ab 20 Uhr.

Sonntag, 3. März 2013

Alkaline Trio: Neues Album "My Shame Is True" kommt Ende März

Und noch mehr Bands mit A, die neue Alben rausbringen. Alkaline Trio veröffentlichen am 29. März ihr Album "My Shame is true". Eine Rezi von mir dazu wird's unter anderem im nächsten SLAM zu lesen geben.  Die Tracklist könnt Ihr schon mal haben - und den ersten Eindruck, dass die drei mit diesem Album den Vorgänger "This Addiction" übertreffen. Die Produktion von Bill Stevenson (The Descendents) tut ihr Übriges. Da es "I Wanna Be A Warhol" auf Youtube mal wieder nicht für uns hier gibt (Danke, Gema!), hier ein alter Auftritt bei Conan O'Brien mit dem großartigen "Time To Waste". Ach ja, die Tracklist.


She Lied To The FBI
I Wanna Be A Warhol
I'm Only Here To Disappoint
Kiss You To Death
The Temptation Of St. Anthony
I, Pessimist
Only Love
The Torture Doctor
Midnight Blue
One Last Dance
Young Lovers
Until Death Do Us Part

Samstag, 2. März 2013

Anvil haben Hoffnung in der Hölle

Die Metal-Megasympathen aus Kanada bereiten den nächsten Longplayer vor: Anvil veröffentlichen am 24. Mai "Hope In Hell". Mit an Bord ist der neue Bassist Sal Italiano. Anvil haben ja eine der großartigsten Bandhistorien der Szene vorzuweisen, wie der rührende Film "Anvil! The Story of Anvil" 2009 klarmachte. Im November 2011 ist in der Schwäbischen Zeitung ein seitenfüllendes Interview erschienen, das ich mit Lips geführt habe, Folgt dem Link, um es zu lesen. Oben seht Ihr den passionierten Metaller im Interview bei QTV. Metal on Metal!

Freitag, 1. März 2013

Video: Buke and Gase - General Dome

Letztes hab ich euch ja noch von Buke and Gase vorgeschwärmt. Jetzt gibt es ein neues Video: Zum Titelsong des Albums "General Dome" hat das irre Duo einen Clip veröffentlicht, der genauso wahnsinnig ist wie der Sound der beiden. Wer noch mehr sehen will: Eine NPR-Session gibt's hier.