Sonntag, 10. November 2013

Hörtest: The Sky We Scrape - Divides

Rauer Punkrock mit Hardcore-Einflüssen. Schnarch? Au contraire, wie der Franzose sagt. The Sky We Scrape schaffen es, nicht zu langweilen mit ihren kompakten Kraftpaketen von Songs.

Wenn Biffy Clyro nicht auf verschachtelte Mini-Epen setzen würden, wie sie auf dem diesjährigen Doppelalbum "Opposites" zelebrieren, könnten sie klingen wie The Sky We Scrape. Dieser Eindruck zuckt einem zumindest bei den ersten beiden Songs "Sing your way home" und "Nocturnal Americans" durch den Kopf. Ansonsten sagen aber eher Gastmusiker und Produzent des Albums etwas über die Richtung aus, die das Quartett aus Chicago hier einschlägt: Bei "Albatross" singt Garrett Dale (die Reibeisenstimme vom Roten Stadtradio) mit, das Mastering besorgte ausnahmsweise mal nicht Bill Stevenson, aber dafür Stephen Egerton (The Descendents).

Die Musiker haben ihre Lektion gelernt: Da gibt es etwa in "The Shortest Distance" den Drama-Faktor von Alkaline Trio, an anderer Stelle begegnen einem die Emo-Ambitionen von Jimmy Eat World. Und das mag zwar weder innovativ noch klassikerverdächtig sein, hat aber in seiner drängend vorgetragenen Art und Weise Charme und Biss. Die Songs sind clever strukturiert, aber nicht kopflastig, und zwar schnörkellos, aber nicht platt. Die Vocals teilen sich die Männer an Gitarre und Bass. "This is not how we end - this is how we begin" heißt es am Ende der Platte. Geht in Ordnung.

"Divides" von The Sky We Scrape ist am 8. November via Gunner Records erschienen. Mehr Infos unter http://theskywescrape.bandcamp.com und www.theskywescrape.net. Hier gibt's noch das Video zu "Sweet Vermouth":

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