Dienstag, 12. November 2013

Hörtest: The Bouncing Souls / The Menzingers Electric Split 7''

Die Seven Inch ist vielleicht ein noch besseres Download-Gegenmittel als eine ganze Platte. Denn die Siebenzoll-Scheibe ist hochkonzentrierte Reduktion aufs Wesentliche. Vier Songs. Mehr geht kaum. Dadurch hört man vielleicht genauer hin. Die Bouncing Souls und The Menzingers zeigen, wie's geht. Ihre Split-7'' ist ein echtes Highlight. Und mit einer schmalen Auflage von 100 Stück auch schon ausverkauft. 

Verdammt. Zu lange gezögert. Denken sich viele, die dieser Tage im Netz unterwegs sind. Man kauft so viel, und es wird vieles nicht wertvoller. Wie mit dem Kleinwagen, der die Hälfte an Wert verliert, wenn man vom Hof des Autohändlers fährt. Diese Split hier könnte eine Kapitalanlage werden. Pff, Kapitalanlage. Was ein bescheuertes Wort in einer Musikrezi über eine Punkrock-Kollaboration. Das Schöne: Wer sie hat, wird sie wohl nicht mehr verscherbeln. Denn die schwarzgelbe Miniplatte kann was. Seite eins haben die dienstälteren Punks aus New Jersey gepachtet. "Blackout" eröffnet den Reigen und hat alles, was man an den Bouncing Souls liebt. Tempo, gute Melodien, den prägnanten Bass, die anschiebenden Drums und Greg Attonitos schon so gewohnte Stimme. Der Song rangiert in der selben Hitliga wie "Comet", das Titelstück des aktuellen Albums der Band. Mit "Burn After Writing" haben sich die Souls dann meinen Lieblingssong der Menzingers ausgesucht. Und es ist schon erstaunlich: Es ist derselbe Song, die Instrumente unterscheiden sich vermutlich auch nicht groß - und trotzdem bekommt das Stück einen ganz anderen Charakter. 

The Menzingers dann mit ihrem durchdachten, frischen Sound. "The Shakes" hätte auch auf dem genialen "On The Impossible Past" stehen können. Tom May reißt mit seiner Stimme hier alles raus, und man würde sich wünschen, diesen Song mal von Social Distortion nachgespielt zu hören. Würde sicher auch gut passen. "Kate Is Great" büßt dann den Reggae-Touch, den das Boucing Souls-Original hat, weitgehend ein, bekommt dabei aber einen verdammten Arschtritt und rockt hart.  Aufgenommen haben die Musiker alle Songs unter der Regie von Bouncing Soul-Gitarrist Pete Steinkopf im Little Eden Studio in New Jersey. 

Vier Songs. Vier Volltreffer. Sieben Zoll. So einfach kann das Leben sein. 

Die Split Seven Inch von Bouncing Souls und The Menzingers ist am 8. November via Uncle M erschienen. 

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