Montag, 10. Juni 2013

Zum Tode von Torr Skoog

Torr Skoog ist tot. Der Sänger der Kings of Nuthin ist am Samstag gestorben. Die Hintergründe sind bisher nicht bekannt, mehr als das, was beim Verbicide-Magazin steht, hab ich nirgends gefunden. Aber es scheint zu stimmen. Auf Facebook und Twitter sprechen viele Nutzer ihr Beileid aus.

Ich war geschockt, als ich es heute früh gelesen habe. Die Kings of Nuthin waren eine der besten Bands, die das schier unerschöpfliche Reservoir in Boston hergibt, wenn es um Punkrock geht. Wobei die Kings immer dadurch herausstachen, dass sie eben nicht den Nullachtfuffzehn-Punkrock machen, sondern Rockabilly und klassischen Rock'n'Roll extrem lässig einarbeiten. 

Vor ein paar Jahren  - am 4. Juni 2006 - hab ich die Band im Club Vaudeville live gesehen. Sowas hatte ich bis dahin nicht erlebt. Eine derart schweißtreibende Rock'n'Roll-Show hab ich wirklich noch nirgends erlebt. Bevor es losging, kam ein Gitarrist der Band zu uns und wollte meinem Kumpel die weiße Lederkrawatte abkaufen, die er trug. Ging aber nicht, die hatte er sich von seinem Vater geliehen. Wir waren hin und weg: dass jemand dieses geschmacklose Ding haben und dafür Geld bezahlen wollte, war für uns in dem Moment ein Signal für den einzigartigen Geschmack der Band. Dann legten sie los und niemand stand still in der Ecke. Kollektives Ausraspeln. Torr Skoog war dabei der charismatische Fronter, der seine bissig-humorvollen Parolen ins Publikum bellte. Wie unfassbar die Story - eine Legende? -, dass er vor dem Singen das Gebiss herausnimmt, weil er es schon mal in die Menge gespuckt hatte und alle darauf herumgetrampelt waren. Ich weiß nicht viel über Torr Skoog. Ich bin sicher nicht sein größter Fan. Aber die Platten hab ich im Regal. Dass die Kings mal wieder nach Lindau kommen, darauf habe ich immer gewartet. Einmal stand ein Termin fest, wurde aber dann gecancelt. 

Es heißt, dass man oft erst merkt, was einem etwas bedeutet, wenn es weg ist. Das gilt auch für Bands, deren Mitglieder sterben. Jetzt leg ich die Kings of Nuthin auf.

1 Kommentar:

  1. Wow, gerade erst gelesen und eben erst erfahren, dass er tot ist. Bin geschockt. Aber meine Geschichte mit den KON ist sowas von ähnlich mit deiner. Ich feier sie seit dem ersten Konzert 2006 in Saarbrücken, habe alle Alben und höre sie bis heute so verdammt oft! :(

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