Samstag, 27. April 2013

Hörtest: Restorations - LP2

Das Reservoir an Bands, die auch in Zeiten begeistern, in denen eigentlich alles schon mal dagewesen ist, wird nicht kleiner. Jetzt also die Restorations. Mit Herz, Hand und Fuß und jeder Menge Kraft. Klingt wie ein Werbeslogan? Ich finde die Platte auch äußerst empfehlenswert.

Auch wenn Vergleiche mit The Gaslight Anthem oder The Hold Steady die Runde machen: Mir kam vor allem eins in den Sinn, als ich das simpel "LP2" betitelte Album (jap, das zweite) der Rockband aus Philadelphia gehört habe. Frühe 90er: In seiner raumgreifenden Wucht und mit dem bedeutungsschwangeren Gesang von Dave Klyman erinnert das hier stark an das epochale Al
bum "Ten" von Pearl Jam. Aber das ist ja auch vollkommen wunderbar.

Der Anfang klingt dabei noch so klassisch nach diesen Indie-Gitarren mit ganz viel Hall und jeder Menge Saitenanschlägen, den man in den vergangenen Jahren so liebgewonnen hat und der doch eigentlich schon wieder out sein müsste - aber wen schert sowas schon. Musik sollte sich schließlich nicht um Trends scheren, und nur weil die Lieblingsbands in die Jahre gekommen sind, ist das ja nicht so, als würde man Oldie-Kollektionen von Time Life horten. Au contraire. Restorations packen zu, klingen wie eine Band, die besser spätnachts auf die Festivalbühne geht, um einen nochmal wachzurütteln, und schielen dabei nicht auf clevere Tanzrhythmik. "In Perpuity Throughout The Universe" verschleppt es gleich ganz, kommt zum Erliegen, rappelt sich wieder auf und klingt dann langsam aus. Überhaupt ist viel Platz hier für Soundslandschaften, die wie ein nächtlicher Samthimmel wirken, an dem die Gitarrenriffs noch effektiver wie Sternschnuppen aufblitzen und verglühen. Das kann schon ziemlich viel. Noch mehr einzelne Songs rauszupicken, scheint sinnlos: Wieder mal ein Album, das in voller Länge genossen werden möchte und nicht auf Single-Auskopplungen setzt.

"LP2" von Restorations ist am 5. April via Sideonedummy Records / Cargo Recordserschienen. Mehr Eindrücke bekommt man auf der Bandcamp-Seite und dem Tumblr der Band. Hier könnt Ihr den Opener "D" hören.
 

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