Freitag, 12. April 2013

Hörtest: Phantom Buffalo – Tadaloora

Zugegeben: Das Artwork sieht nach Kinderbibel aus. Und „Gilded Gate“, der Opener des Albums „Tadaloora“ klingt zunächst zahm und niedlich, so als könnte er im Soundtrack zu Spike Jonzes melancholischer Verfilmung von Maurice Sendaks Kinderbuch „Wo Die Wilden Kerle Wohnen“ auftauchen. Aber das ist längst nicht alles. Das Konzeptalbum der Band aus der Indie-Hochburg Portland (Oregon) bezieht sich auf den harmoniegeprägten Wohlklang der 60er-Jahre, wie ihn die Byrds beispielhaft machten. Die Gitarren sind akustisch oder minimal angezerrt, die Stimme von Jonathan Balzano-Brookes ist schmeichelnd, der Bass tupft wollige Zwischentöne dazu („Wedding Day Massacre“). Wer Donovan zu seinen Favoriten zählt, dürfte hier einige Aha-Momente haben, etwa in „Amateur Florist“. Hier ziehen Bilder auf, die Fantasylandschaft entfaltet sich und mit ihr die Geschichte von Tadaloora, über die hier nicht zu viel verraten werden soll. Mittendrin thront „Horse Named Reginald“, mit seinen spacigen Sounds und den Bläsern. „Frost Throat“ hingegen zeigt ein Black Sabbath-Riff bei der Arbeit, bevor wieder die sanfte Seite übernimmt. Man könnte sich etwas mehr Abwechslung vorstellen, aber das hängt wohl am Konzept. Denn mindestens so wichtig wie der Sound ist auch das Drumherum. Die Band hat viel Detailarbeit in die Entwicklung dieses Fantasyreiches gesteckt, es gibt eine virtuelle Nachbildung der besungenen Insel im Internet und auch Crowdfunding spielt eine Rolle. Für Fantasten und Minecraft-Spieler.

"Tadaloora" von Phantom Buffalo ist am 15. März bei  French Toast erschienen. Nachhören kann man es auf Bandcamp.
Mehr Infos hier:  http://phantombuffalo.net
Ein Video gibt's hier: 

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