Dienstag, 12. Februar 2013

Hörtest: Reza - Superman

Eigentlich sollte man meinen, irgendwann ist alles gesagt. Es gibt ja nur acht Noten. Trotzdem schaffen es Musiker immer wieder, sie so zusammenzusetzen, dass etwas dabei herauskommt, was anders ist. Reza zum Beispiel. Der französische Songwriter wandelt auf den Spuren von Leisetretern wie Leonard Cohen - und zelebriert mit seinen Songs Ruhe inmitten der hektischen Webwelt. 

Paris ist nicht nur für Owen Wilson eine Oase der Inspiration, als er in Woodie Allens "Midnight in Paris" durch die Straßen der großartigen Hauptstadt Frankreichs traumwandelt. Reza, Songwriter aus der Metropole an der Seine, legt mit "Supermaan" nun sein drittes Album vor. "I know a thing about darkness" singt er in "Love Goes On", und das stimmt auch. Auch wenn man nicht in Depressionen versinkt, happy-go-lucky ist das hier nicht. Die Instrumente geben sich meist ruhig und zurückgenommen, was twangende Gitarrenkleckse in "A Day Of My Life" noch mehr hervorstechen lässt. Melancholie herrscht vor, und wer Nick Drake, Elliott Smith oder auch die Buckley-Sippe goutiert, wird hier sicher glücklich. Ebenso jene Menschen, die sich in den artifiziellen Storywelten eines Wes Anderson verlieren können. Dass dazu keine oberflächlichen Phrasen gedroschen werden, ist klar. Rezas Texte drehen sich um Liebe, Schmerz, Verlust und Hoffnung, die dem trotzt. Manchmal verstecken sich die heftigen Texte auch in gefälliger Aufmachung "Shame On You" ist so ein Song.

Die Stücke kommen alle im handlichen Drei-Minuten-Format daher, kurze Momentaufnahmen, fast schon nostalgische Polaroidaufnahmen, denn die Musik schert sich nicht um Trends, lässt Streicher schmelzen ("Flying Girl II") und im nächsten Moment von treibenden Beats ins Urbane kippen, während Orgelfetzen den Rhtythmus vorgeben. Ein Album, das den Wunsch weckt, diesen Mann live auf der Bühne zu sehen. Kleiner Ausflug an den Bodensee gefällig? Schön wär's. Die Einladung steht jedenfalls. Ach ja, eins noch: Das ist übrigens nicht Tom Cruise auf dem Cover.

Mehr unter www.reza-music.com. Das Album kann man via Bandcamp hören und auch digital kaufen. Hier seht Ihr das Video zu "The House At The Airport". 

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