Samstag, 19. Januar 2013

Hörtest: I Am Kloot – Let It All In

Wie machen die das immer? Schon wieder so eine Schönheit. I Am Kloot können kein schwaches Album aufnehmen. Auch das hier ist voller Harmonie für Ohren, die auch die leisen Klänge schätzen. 

Es gab diesen Moment, da steh ich mit einer Kollegin auf dem Southside vor der Bühne, in fünf Minuten fangen die Foo Fighters an, aber I Am Kloot lassen einen das fast vergessen und die ersten paar Minuten verpassen. Die Kollegin meint, I Am Kloot seien alte Männer. Recht hat sie. Sie sagt auch, die alten Männer hätten gute Geschichten zu erzählen, die sie mit schöner Musik untermalen. Auch damit liegt sie richtig. Und auf „Let It All In“ ist das nicht anders.

Von Guy Garvey (Elbow) produziert, ist das neue Album ein weiterer Schritt der drei Musiker aus Manchester auf dem Weg zum perfekten Popsong. I Am Kloot bedienen sich dabei wundersamer Momente und Instrumente, wie im Titelsong, wo dezente Bläser Lambchop-Feeling aufkommen lassen. Pianopassagen und ein orchestraler Ausbruch umarmen sich in „Hold Back The Night“, während „Mouth On Me“ sich tanzend Richtung Swing aufmacht. Oder „Some Better Day“: Ein beatlesker Hoffnungsschimmer. Gitarrist und Sänger John Bramwell, Drummer Andrew Hargreaves und Bassist Peter Jobson haben bereits mit dem Vorgänger „Sky At Night“ sehr zu gefallen gewusst. Wer den nachdenklichen Sound von Calexico mag, müsste auch hier fündig werden, auch wenn die Bands komplett unterschiedlich sind. 37 Minuten komplette Entrückung – dann Verzückung. Wie lange? Immer wieder, weil man diese Platte regelmäßig auflegen wird.

„Let It All In“ von I Am Kloot ist am Freitag, 18. Januar, bei Pias Recordings erschienen. Mehr unter http://iamkloot.com

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