Freitag, 30. November 2012

Alice Cooper live bei Conan O'Brien

Alice Cooper ist doch auch ein Beispiel dafür, dass man in Würde altern kann. Für mich gehört er zu den coolsten Rockern unter der Sonne. Sein Auftritt in Waynes World ist unvergessen, was haben wir die Szene damals abgefeiert, nachgespielt, nachgeplappert...Jetzt war Vincent Damon Furnier zu Gast bei Conan O'Brien. "Under My Wheels" gibt's oben zu sehen. Und hier noch die legendäre Geschichtsstunde mit Alice Cooper.

Donnerstag, 29. November 2012

Hörtest: The Yesterday Shop – dto.

Philosophie, Paris, Winter, Chopin: Schon an den Songtiteln kann man ablesen, dass diese Platte hier auf den Kopf zielt. Aber schaffen die verträumten Risszeichnungen der Shoegazer aus Hamburg und Berlin es auch ins Herz?

Es soll ja Musiknerds geben, die können gar nicht genug bekommen von ausufernden Soundscapes, die nachtschwarz und farbenfroh gleichermaßen klingen. Von dräuenden Gitarren, die an Interpol und die Editors gemahnen. Von Kopfstimmengesang, der nach Ermattung und Resignation klingt. Diese Klientel ist im Gesternladen extrem gut aufgehoben. Die hohe Kunst der Shoegazer ist ja, den Hörer komplett seiner Welt zu entrücken, ihn vergessen zu lassen, dass es ein IKEA-Sofa ist, auf dem er gerade sitzt, dass die Musik durch trendige Coloud-Kopfhörer in seinen Kopf fließt. Diese Kunst beherrscht das Quintett sehr überzeugend. Geradezu „Paralyzing“ sind die Songs, und einer heißt ja auch passenderweise so. Vor elektronischen Spielereien schrecken die fünf Männer dabei ebensowenig zurück wie vor Querbezügen zu Ludwig II. Kitsch findet man hier allerdings keinen. Eher schon Musik, die sich in dunklen Indieclubs gut machen dürfte. Man sieht das Publikum vor sich: Kaum eine Bewegung, eher andächtige Stille, geschlossene Augen, hier und da ein offener Mund, neidische Blicke von ein paar Besuchern, die selber eine Band haben und noch an der Rezeptur feilen. Dabei scheinen Yesterday Shop sich wenig um Trends oder Konventionen zu scheren und am Reißbrett entstandene Instanthits sucht man auf ihrem von Kristian Kühl produzierten Debüt auch vergeblich. Ein wenig Zeit muss man aufbringen, denn diese Songs wollen, dass man sich nicht nur oberflächlich mit ihnen beschäftigt. Und das mit dem Herz: Aber ja doch. Oberflächlich stinkt ja eh.

Das selbstbetitelte Album von The Yesterday Shop ist am 16. bei Trickser erschienen. Mehr unter www.yesterdayshop.de. Hier der Clip zu "Paris Syndrom"

Mittwoch, 28. November 2012

Of Monsters and Men live im Studio Q

Of Monsters and Men gehören sicher zu den Gewinnern des Jahres. Mit ihrem Album "My Head Is An Animal" haben sie viele Musikfans im Sturm genommen. Die Band aus Island wird gerne mit Arcade Fire verglichen, wobei ich mich bei "die neuen Arcade Fire"-Phrasen immer frage: What's wrong with the old ones? Jedenfalls gibt's hier ein Video vom Auftritt bei Studio Q.

Dienstag, 27. November 2012

Hörtest: Cloud Nothings – Attack On Memory

Bevor das Jahr rum ist, wirft Tinnitus Attacks einen Blick auf die Platten, die aus unerfindlich unerhörten Gründen bisher hier auf dem Blog nicht zum Zug kamen – aber vermutlich am Ende des Jahres eine Rolle in der Topliste spielen werden. 
Heute: Cloud Nothings und ihr diesjähriger Lo-Fi-Meilenstein „Attack On Memory“. 

Keine Zukunft, keine Vergangenheit. Der Opener "No Future/No Past" ist zugegebenermaßen deprimierend. Rumpeliger, psychotischer Indie-Rock, der starke Anleihen am Grunge nimmt. Wenn die Wolkennichtse zur Attacke auf das Gedächtnis blasen, trifft die verzweifelte Wut von Nirvana auf die gelangweilt-melancholische Larmoyanz der Strokes. Beweise? Steve Albini (produzierte Nirvanas „In Utero“) hat die Platte produziert, an mancher Stelle klingt Sänger Dylan Baldi stark nach Julian Casablancas (Sänger von The Strokes). Und dann diese Indie-Ingredienzen wie aus dem Lehrbuch. Schrammelige Gitarren, ein nacjässig verdroschenes Drumkit. Und ein Sänger, dem Stimmlagen andere Spielereien erstmal scheißegal sein dürften.

Dann kommt Song Nummer zwei und alles ist anders. Ein Neun-Minuten-Vorschlaghammer, der sich bei all seiner seiner Sperrigkeit zum Dauerliebling mausert. Ganz klassisch: Links die angezerrten Rhythmusgitarren, rechts die cleanen Widerhaken-Hooks, knarziger Bass, schabende Drums und Fronter Dylan Baldi, der sich am Ende die Seele aus dem Leib brüllt, dass er gedacht hatte, mehr als das hier zu sein. Über die suchterzeugender Wirkung des Quartetts habe ich an anderer Stelle schon ausführlich meditiert.

„Fall In“ will einem dann kurz die Illusion geben, dass hier auch zuckersüße Popsongs mitkönnen, aber Breaks und Chaos durchkreuzen diese Intention. Einen Klassiker erkennt man ja gewöhnlich daran, dass keine Füller da sind. Und „Stay Useless“ ist wieder mit so einer Dauergebäck-Melodie gesegnet. Mal hinken die Songs durch die Nacht wie nach einem bösen Besäufnis, mal hüpfen sie wie auf Euphorie-Pillen durch die Botanik. Und ganz am Ende kommt nochmal die Strokes-Verbeugung. Trotzdem ist hier nichts kopiert, nichts aufgesetzt. Die Produktion ist warm, analog, wie gemacht für Vinyl und schön ungeschliffen. Wichtig.

„Attack on Memory“ von Cloud Nothings ist am 10. Februar bei Wichita/Play It Again Sam  erschienen. Mehr unter http://cloudnothings.com. Hier das Video zu „Fall In“:

Donnerstag, 15. November 2012

"Spine of God" plus die Hits: Monster Magnet kommen auf Tour


Als ich Dave Wyndorf das letzte Mal auf der Bühne gesehen hab, bin ich erschrocken. Es war am Southside und Sound und Sänger waren gleichermaßen bleich und verhärmt. Aber vielleicht schau ich sie mir einfach nochmal an. Denn jetzt kommen die US-Stoner auf Tour und spielen "Spine of God plus the hits". Das stilprägende Album von 1991 gilt in einschlägigen Kreisen als Klassiker. Mit ihrer irren Mischung aus Space-Rock und anderen bewusstseinserweiternden Zutaten legten sie den Grundstein für spätere Erfolge wie "Dopes To Infinity" oder ihren kommerziellen Durchbruch "Powertrip". Im Video seht Ihr allerdings einen Song von "Dopes", das röhrende "Negasonic Teenage Warhead".

Hier die Tourdaten.

20.11.2012 | Hamburg | Gruenspan
26.11,2012 | Stuttgart | Longhorn
01.12.2012 | Erfurt | Stadtgarten
03.12.2012 | Aschaffenburg | Colos-Saal
04.12.2012 | Saarbrücken | Garage
06.12.2012 | Krefeld | Kulturfabrik

Mittwoch, 14. November 2012

...Trail of Dead und The Coathangers unterstützen Pussy Riot

"TheeDeadCoats": Unter diesem Namen haben sich Mitglieder von ...Trail of Dead und The Coathangers zusammengetan, um das russische Punkkollektiv Pussy Riot zu unterstützen. Gemeinsam haben die Indie-Prog-Meister und die Chaos-Mädels den Pussy-Riot-Song "Putin Lights Up The Fire" aufgenommen. Mit einem Teil des durch Downloads erzielten Erlös soll die Rechtsverteidigung der regierungskritischen Frauen unterstützt werden. Der logische nächste Schritt, da ...Trail of Dead ihr aktuelles Album "Lost Songs" ohnehin der Band gewidmet haben, die dieses Jahr im Zentrum eines aufsehenerregenden Schauprozesses die Schlagzeilen dominierte. Zudem spendet die Band für Oper des Hurrikans Sandy

Für die Single, die's auf der Bandcamp-Seite gibt, kann man soviel zahlen wie man möchte. Zusätzlich gibt's einen Bonusremix von Asima LaChrome aka Whitney Fierce, der Sängerin von "Hercules And Love Affair". Für die Cover-Version arbeiteten Thee DeadCoats zudem mit Mike McCharty, Produzent von "Source Tags & Codes", Ed Rawis in Atlanta (Aufnahmemitglied von "The Coathangers") und Jamie Miller in L.A. zusammen.

Dienstag, 13. November 2012

Konzertkritik: Nada Surf in Friedrichshafen

Nada Surf kommen. Nach Fischbach. Im Bahnhof Fischbach treten sonst Comedy-Acts und Coverbands auf, oder auch mal alte Sachen wie Wishbone Ash. Zuerst, geb ich zu, hielt ich das Plakat für eine optische Täuschung. Zwischen Orten wie Nürnberg und Berlin sah das einfach zu unglaublich aus. Aber es war grandios. 400 Menschen, denen man schon aufgrund der Auswahl ihrer Sonntagabendgestaltung den Coolness-Orden verleihen sollte (immerhin haben sie sich gegen Raab entschieden), wurden Zeugen eines intimen Club-Gigs. Mein Artikel dazu ist heute in der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnt Ihr ihn lesen. Mehr Fotos unter www.schwäbische.de/nadasurf

Montag, 12. November 2012

Revival Tour: Noch mehr Videos

Nachschlag: Die Cardinal Sessions setzen ihre Reihe mit Impressionen von der Revival Tour fort. Diesmal geben sich Chuck Ragan und Rocky Votolato die Klinke in die Hand. Viel Spaß damit.



Sonntag, 11. November 2012

Video: Grizzly Bear live im Studio Q

Noch so eine Platte, die man noch hören sollte: Grizzly Bear haben mit "Shields" prima Kritiken eingefahren. Jetzt waren sie beim Studio Q zu Gast und haben dort die beiden Songs "Yet Again" und "Half Gate" gespielt. Ed Droste (der mit dem Querstreifenpulli) sieht aus, als habe er die Nacht durchgemacht, aber diese Stimme ist so gut! Kommt definitiv auf den Einkaufszettel.

Samstag, 10. November 2012

Video: Amanda Palmer - Do It With A Rockstar

Amanda Palmer im neuen Clip "Do It With A Rockstar". Screenshot: TA
Glitter, Porno, Wurst: Für ihr neues Video zum Song "Do It With A Rockstar" hat Amanda Palmer tief in die Effektkiste gegriffen. Was wir da sehen ist mehr eine Orgie. Inklusive zertreter Melone und ertränktem Smartphone. Ach ja: Und Amanda Palmer, die mit Pornodarstellerin Stoya durch die Betten turnt. Da ist Jerek Bishoff direkt harmlos: Der wacht am Ende als einziger im Bett mit seinem Instrument im Arm auf. "Do It With A Rockstar" stammt vom aktuellen Album der exzentrischen Musikerin. Regie bei dem Spektaktel führte Wayne Coyne, Fronter der Flaming Lips. Was Amanda Fucking Palmer selbst zum Clip zu sagen hat, lest Ihr auf ihrem Blog. Jetzt aber erstmal das Video gucken:


Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra “Do It With a Rockstar” (FULL UNCENSORED - NSFW) from Amanda Palmer on Vimeo.

Make Do And Mend: Akustik-Performance bei Alternative Press



Wo Skateboards an der Wand hängen, soll man sich bekanntlich niederlassen. Make Do And Mend haben's getan und beim US-Magazin Alternative Press zwei Songs vom aktuellen Album "Everything You Ever Loved" zum Besten gegeben. Da stimmt bei "St. Anne" nicht jeder Ton, der Gesang lässt erkennen, dass er lieber gegen harte Gitarren anbrüllt und übersteuert an manchen Stellen, aber ich dachte, anschauen wollt Ihr Euch das und "Drown In It" bestimmt trotzdem. Oder gerade deshalb.

Freitag, 9. November 2012

Hörtest: Feine Sahne Fischfilet – Scheitern und Verstehen

Feine Sahne Fischfilet, der Name klingt vielleicht eher nach Feinkostladen, aber das war's dann auch schon mit Zugeständnissen an die schnöselige Welt. Hier geht’s um klassische Punkthemen. Ach ja: Wenn's nach dem Verfassungsschutz geht, sind hier Staatsfeinde am Werk. Aber das hat bei Rage Against The Machine ja auch niemanden gestört, der sich die Platte ins Regal gestellt hat. 

Da hat bei aller Akribie im Bericht des Verfassungsschutzes dann doch jemand ein Detail übersehen. Wo ist bitteschön der „Parental Advisory“-Sticker auf dem Cover? Immerhin wird hier verbal geklotzt, und nicht gekleckert. „Nazis morden weiter und der Staat schiebt fleißig an“, heißt es da im Angepisst-Ton, den auch Anti-Flag drauf haben, im Song„In unseren Augen“. Man spürt: Die Band nimmt es dem Staat übel, dass ihr im Verfassungsschutzbericht mehr Seiten gewidmet werden als der Nazi-Terrorzelle, die jahrelang ungehindert Morde in Deutschland verüben konnte. Worum geht’s? Das Sextett aus Mecklenburg-Vorpommern genießt derzeit eine Welle medialer Aufmerksamkeit, und die ist nicht in erster Linie der Musik geschuldet. Feine Sahne Fischfilet haben es in den Bericht des Verfassungsschutzes geschafft, weil sie Antifa-Aktivisten sind. Nicht nur Taz und Spiegel haben sich in ausführlichen Berichten mit der Geschichte der Punkband beschäftigt. Der Spiegel berichtet, die Staatsschützer witterten „explizit anti-staatliche Haltung“ bei der Band, ihr Ziel sei es, die „staatliche Struktur aufzulösen“.  Im Spiegel heißt es: „Anmerkung am Rande: Der Verfassungsschutz befasst sich in seinem Bericht ausführlicher mit Feine Sahne Fischfilet als mit dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU).“

Jetzt ist die Band auf dem Hamburger Label Audiolith untergekommen. Die erste Punkband im Portfolio der Plattenfirma, die Heimstätte von Bands wie Bratze, Frittenbude und ClickCLickDecker ist. „Scheitern und Verstehen“ zeigt eine Band, die Punkrock und Bläserklänge mischt, dabei Wert darauf legt, keinen Ska-Punk zu machen. Feine Sahne Fischfilet machen richtigen Old School Punkrock, Trends wie die kryptischen Vocals von Bands wie Pascow oder Turbostaat oder auch die emotionale Introvertiertheit von Captain Planet sind spurlos an ihnen vorbeigegangen. Es ist der Sound, zu dem sich im Juze pogen lässt, einer reißt vermutlich den Bierbecher hoch, verschüttet die Hälfte, aber es ist egal, weil ist ja Punkrock. Apropos Promille: „Ich trink bloß hier aus Langeweile, weil ist doch nischt los“, dieses Sample in „Dienstag Nacht“ stimmt einen irgendwie traurig, weil man sich vorstellen kann, wie's der Obdachlose, an dem man jeden Tag vorbeiläuft, in eine Kamera sagt.

Es heißt ja, Punk sei nicht tot, er rieche nur seltsam. Auch wenn Punk den Hang zur ranzigen Lederkutte pflegt: Antiquiert wirkt das hier nur bedingt. Dafür rufen die Musiker zu Courage und Mut auf: „Du willst mich platt machen das schaffst Du nicht, Du willst mich mundtot machen/das schaffst du nicht“ singen sie in „Stumpe Parolen“. Stimmumfang egal, Punk darf sich immer eine gewisse Portion Dilletantismus leisten, sonst ist er konstruiert. Manche Songs sind auf Englisch gesungen, „Riot In My Heart“ etwa, an anderer Stelle überrascht „Dreieinhalb Meter Lichtgestalt“ im Duett mit Neonschwarz-Sängerin Marie Curry. Zwischen Mut und Enttäuschung pendeln die Texte, verständlich. Eine Band, deren Mut man bewundern muss. Wobei es den Muckern sicher auch lieber gewesen wäre, auf andere Art bekannt zu werden.

„Scheitern und Verstehen“ von Feine Sahne Fischfilet erscheint am Freitag, 9. November, via Audiolith. Hier noch das Video zu „Komplett im Arsch“. 

Donnerstag, 8. November 2012

Video: Itchy Poopzkid - We Say So

Neus Album im Januar, neues Video jetzt: Itchy Poopzkid haben zum Opener des am 25. Januar erscheinenden "Ports & Chords" eine erste Single raus. "We Say So" heißt der Song, und im Video gibt's ordentlich Pogo-Party plus soziale Message. Ein Interview mit der Band könnt Ihr hier auf Tinnitus Attacks lesen. Auch im nächsten SLAM wird eine Geschichte von mir über die Eislinger Punkrocker erscheinen.

Mittwoch, 7. November 2012

Cardinal Sessions präsentieren Impressionen von der Revival Tour

Wer nicht dabei sein konnte: Die immer stimmungsvollen Cardinal Sessions haben vier Videos mit Eindrücken von der Revival Tour veröffentlicht. Highlight: Das akute Gänsehaut in den Ohren verursachende "On The Bow".







Hörtest: Dinosaur Jr. - I Bet On Sky

Über Sinn und Unsinn von Reunions lässt sich trefflich streiten. Die US-Indie-Pioniere Dinosaur Jr. Haben derleit Diskussionen auf eine simple wie effektive Weise einen Riegel vorgeschoben: Seit ihrer erneuten Zusammenkunft machen sie einfach gute Platten. Wie „I Bet On Sky“ zum dritten Male beweist.

Dieser langhaarige Zausel mit dem unvergleichlichen Gitarrenton.
J. Mascis gilt nicht umsonst als stilprägendes Genie. Und auch auf dem neuesten Streich der Dinos gibt es alles, was diese Band groß gemacht hat. Knarzige, glasklare Rifforgien, schneidende Soli, die latent nölig-genervte Stimme – und der Eindruck, dass hier eine Band trotz zwischenmenschlicher Differenzen (J. Mascis und Lou Barlow hatten bekanntlich ihre Konflikte) immer stärker zueinander findet. Die Songs kommen einem vor wie in Stein gemeißelte Ausrufezeichen, die klarstellen, dass die Band auch im Jahr 28 nach ihrer Gründung immer noch neue Akzente setzen kann und instrumental in einer völlig eigenen Liga spielt. Das beinah schon metallisch anmutende „Pierce The Morning Rain“ zwinkert einem souveränsolide zu, in „What Was That“ lässt Mascis die Töne klingeln, dass man die Tür aufreißen will. Nur: Der Postbote ist längst da, heißt Stereo und bringt uns ein euphorisierendes Indierockalbum.

Lässig ist auch der Einstieg mit groovenden Songs wie „Don't Pretend You Didn't Know“ und „Watch The Corners“. Und dann darf Lou Barlow sich in „Rude“ eine rock'n'rollige Spaßnummer gönnen, die die Band von einer gänzlich ungewohnten Seite zeigt. Dazu noch das schnuffige Cover, das wirkt wie die Simpsons auf zuviel Bong-Wolken. Ein Indie-Highlight des Jahres 2012.

„I Bet On Sky“ ist am 14. September via Play It Again Sam erschienen.

 

Dienstag, 6. November 2012

Metalcore aus South Wales: Continents kommen auf Tour

Manche mögen's härter: Wer auf deftigen Metalcore steht, sollte sich die Tour von Continents aus South Wales nicht entgehen lassen. Die Band bringt am 22. Januar 2013 ihr Debüt-Album auf Victory Records auf den Markt - und spielt zuvor eine kleine Winter-Tour in unseren Breitengraden. Mehr Infos über die Band auf deren Facebook-Seite.


Hier die Tourdaten:
04.12.2012 Krefeld, Germany @ Kulturrampe
05.12.2012 Basel, Switzerland @ Sommercasino
06.12.2012 Stuttgart, Germany @ Club Zwölfzehn
07.12.2012 Linz, Austria @ Ann & Pat
08.12.2012 Deutschlandsberg, Austria @ Rockhouse Medusa
09.12.2012 Wien, Austria @ Aera
1ß.12.2012 Holesov, Czech Republic @ Wats Club
11.12.2012 Berlin, Germany @ Tiefgrund
12.12.2012 Hamburg, Germany @ Fundbureau
13.12.2012 Koblenz, Germany @ Jam Club
14.12.2012 Bergkamen, Germany @ JZ Yellowstone

Montag, 5. November 2012

Bob Mould live bei Conan O'Brien

Das Jahr ist noch nicht rum, aber es wird langsam Zeit, an die Bestenlisten 2012 zu denken. Also schaue ich nach, was ich sträflicherweise verpasst habe und doch noch in Betracht ziehen müsste. Da ist zum Beispiel Bob Mould. Der frühere Gitarrist (und Sänger) von Hüsker Dü hat Anfang Oktober eine Soloplatte namens "Silver Age" veröffentlicht, die wohl noch auf den Einkaufszettel gehört. Meine ich zumindest, wenn ich mir den Auftritt bei Conan O'Brien von letzter Woche hier anschaue. Never too old to rock? Richtig.

Sonntag, 4. November 2012

Video: Rigna Folk - Paradox

Die Ulmer Art-Rocker Rigna Folk haben heute ihr neues Video veröffentlicht: Der neue Song "Paradox" lebt von seinen flächigen Sounds und dem verträumt-federnden Beat und macht Lust auf neuen Stoff der Parallelweltenbummler. Ein Interview älteren Datums mit Rigna Folk findet Ihr hier, eine Konzertkritik aus dem vergangenen Jahr hier.

Meine Güte, wieso hat mir das niemand vorher gesagt, und überhaupt, wie konnte ich nur diese Band übersehen?

Normalerweise passiert beim Friseur nichts Spektakuläres. Gestern allerdings schon. Ich zappe durch meine Ordnerstruktur auf dem MP3-Player, gedankenverloren und auf der Suche nach dem Song, den ich eben gerade hören möchte. Pat Boone, das Swing-Metal-Album auf dem er Dio und Led Zeppelin covert. neben dem Album zwei Tracks, unbenannt, achtlos irgendwo in einen Folder geschoben. Ich spiele den ersten Song an, der beinah neun Minuten dauert. Und bin sofort in Ekstase. Schrammel-Gitarren, eine perlende Melodie und eine rauhe Stimme, die bedauert, dass man doch hätte so viel mehr sein können. Ich habe keine Ahnung, aber einen Verdacht. Digitalisierungsdatum Februar. War da nicht was auf einer CD in der Visions? Anfang des Jahres kam doch so ein Indie-Grunge-Hypealbum raus. Aber ich hab doch ganz viel von dieser Band angetestet und war jetzt nicht soo hingerissen. Dieser Neun-Minuten-Trip allerdings stimmt mich um. Ich google den Text, als ich wieder zuhause bin. Cloud Nothings die Band. Das Album: Attack on Memory. Stimmt. Jetzt muss ich wohl in den Plattenladen. Wegen mir auch in den virtuellen. Hauptsache, ich krieg dieses Album in die Finger. Wie konnte ich das nur übersehen?

Donnerstag, 1. November 2012

Apologies, I Have None kommen auf Tour


Apologies, I Have None haben mich mit ihrem Debüt "London" wirklich und wahrhaftig überrascht. Dem grünen Vinyl liegt auch noch ein schönes Poster bei, auf dem man nachvollziehen kann, welche Orte die Platte inspiriert haben. Diese Flecken lassen die Briten aber nun erstmal wieder hinter sich, denn es geht wieder auf Tour. Und auch hierzulande kann man sich ein Bild von den Live-Qualitäten der Band machen. Unten die ich wollte fast sagen fußläufig erreichbaren Termine, noch mehr gibt's auf der Internetseite von Apologies, I Have None.

15.11. Aachen - Musikbunker
19.11. Wermelskirchen - AJZ Bahndamm
20.11. Trier - Exhaus
22.11. Heidelberg - Villa Nachttanz
23.11. Koblenz - Circus Maximus
26.11. Wiener Neustadt - Triebwerk
27.11. Graz - Sub Club