Montag, 30. Juli 2012

Interview: Frank Turner übers Reisen, die neue Platte und Iron Maiden

Das Schöne an Frank Turner: Selbst wenn er Stadien spielt - er ist komplett auf dem Boden geblieben. Und ein Gesprächspartner wie man ihn sich wünscht. Auf den Punkt, lebendig und konkret. Auf dem Southside Festival im Juni hab ich ihn interviewt. Es ging unter anderem um die neue Platte, die er im Herbst mit den Sleeping Souls in Angriff nehmen will. Per Klick aufs Bild kommt Ihr zum Interview. Der Artikel ist am Samstag, 28. Juli, in der Wochenendbeilage der Schwäbischen Zeitung erschienen - am Tag nach dem Olympia-Auftritt des Briten.

Samstag, 28. Juli 2012

Frank Turner: Wahrhaft olympisch



Da ist er: ein erster Eindruck von Frank Turners 15-minütigem Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London am Freitagabend. Auf Facebook verkündete der britische Akustik-Punkrocker danach: "So that was the Olympic Opening Ceremony. I was very chuffed to be asked to play by Danny Boyle personally. Quite the experience. Thanks for the kind words everyone." Und auf Twitter schrieb er: "So yeah. Just played the prologue of the Olympic opening ceremony. Been keeping that secret for a little while now!! Totally insane." Im Video seht Ihr, wie Frank Turner "I Still believe" zockt, seine aufrichtige Ode an den Rock'n'Roll. Der Guardian berichtet, dass wohl bis zu 25 Millionen Zuschauer den Auftritt verfolgt haben.

Ein Interview, das ich für die Schwäbische Zeitung mit Frank Turner beim Southside Festival kürzlich geführt habe, erscheint in Kürze hier auf Tinnitus Attacks. Vergangenes Jahr war Turner im Club Vaudeville zu Gast, hier findet Ihr Berichte (plus Fotos) auf dem Blog und aus der Lindauer Zeitung. Und wer meine Rezi zur 2011er-Platte "England Keep My Bones" sucht, wird hier fündig.

Mittwoch, 25. Juli 2012

The Holiday is cancelled - Ein unvermeidliches Update.

Urlaub wann anders: soviel Neuigkeiten, dass eine Blogpause im Moment sinnlos wäre. In diesem Post packe ich mal zusammen, was mir die letzten Tage Blog-Relevantes über den Weg gelaufen ist.

Fangen wir mal mit dem aktuellen Stand von heute an:



Die US-Hardcore-Youngster von Title Fight veröffentlichen im September ihr neues Album "Floral Green" via Side One Dummy. Als Produzent fungiert erneut Will Yip, der bereits das letztjährige Debütalbum "Shed" begleitete. Den ersten Song "Head In The Ceiling" gibt's jetzt in Ton und Bild: Hier seht Ihr das Video, unter dem Link http://titlefight.tumblr.com/post/27942339728/headintheceilingfan könnt Ihr das ungewöhnlich ruhige Stück runterladen (im Tausch gegen eine Email-Adresse).

In einem Statement zum neuen Album sagt Bandmitglied Shane Moran: "This record is a time capsule of where we’re at in our lives and the world we come from,”  meint Moran. “We want to put all that out into the world because it’s those things that set us apart and make us interesting. We feel a responsibility to the kid somewhere out there who by seeing Title Fight will have their eyes opened to something more — and I don’t mean just by becoming a fan of Title Fight, but by going beyond us, to dig deeper into the music they listen to and hopefully discover something that’s really meaningful and really special to them.”

Dann gibt's natürlich noch Tourtermine:

Title Fight sind im Herbst mit La Dispute und Make Do And Mend in Deutschland unterwegs.27.09.2012 Universum (Stuttgart) 28.09.2012 Backstage Halle (München)
29.09.2012 Postbahnhof (Berlin)
30.09.2012 Knust (Hamburg)
02.10.2012 Conne Island (Leipzig)
03.10.2012 Batschkapp (Frankfurt)
04.10.2012 Stollwerk (Köln)
05.10.2012 FZW- Visions Party (Dortmund)

Es bleibt Hardcore-lastig: Das neue Video von Hot Water Music ist raus. "State of Grace" stellt Live-Szenen einem apokalyptischen Szenario zum Thema Genfood an die Seite.



Und dann natürlich Wintersleep: Die kanadischen Indierocker bringen am 21. September ihr neues Werk "Hello Hum" via Affairs of The Heart" raus. Die Band hat mit dem schottischen Produzenten Tony Doogan (Belle & Sebastian, Mogwai) und Dave Fridmann (Flaming Lips, Mercury Rev) zusammengearbeitet. Nach dem R.E.M.-infizierten, aber sehr eigenständigen "Welcome to The Night Sky" und dem extrem Interpol-beeinflussten "New Inheritors" klingt zumindest der Vorbote "In Came The Flood" wieder typisch nach Wintersleep. Hier das Video dazu.


Wintersleep - In Came The Flood from Wintersleep on Vimeo.

Die Tracklist liest sich so:
1. Hum 2. In Came The Flood
3. Nothing Is Anything (Without You)
4. Resuscitate,
5. Permanent Sigh
6. Saving Song
7. Rapture
8. Unzipper
9. Someone, Somewhere
10. Zones
11. Smoke

Neues gibt's auch von Mumford & Sons: Deren neues Album "Babel" erscheint ebenfalls am 21. Der Auftritt am Southside hat mächtig Appetit auf den Nachfolger des großartigen Debüts "Sigh No More" gemacht. Einen Video-Teaser gibt's hier zu sehen:



Und hier noch die Tracklist:

1. Babel
2. Whispers In The Dark
3. I Will Wait
4. Holland Road
5. Ghosts That We Knew
6. Lover Of The Light
7. Lovers’ Eyes
8. Reminder
9. Hopeless Wanderer
10. Broken Crown
11. Below My Feet
12. Not With Haste


Samstag, 21. Juli 2012

Tinnitus Attacks macht Sommerferien



Tinnitus Attacks macht Ferien: Für zwei Wochen wird's jetzt ruhig auf dem Blog. Batterien aufladen sehr nötig. Mal wieder ein Buch lesen. Wegfahren. Von Harry Belafontes Insel träumen. Alles machen was sonst zu kurz kommt.
Aber keine Sorge: Heute ist nicht aller Tage - ich blogg' wieder, keine Frage.

SZene-Hörtest: The Gaslight Anthem - Handwritten

Sie läuft rauf und runter. Und dann wieder von vorne. Die neue Gaslight Anthem. "Handwritten" ist so gut. Mal abwarten, wie sich das in den nächsten Wochen entwickelt. Aber bei mir kristallisiert sich raus, dass es die beste bisher ist.

In der Schwäbischen Zeitung war uns die neue Platte der Band einen großen Aufmacher wert. heute (Samstag, 21. Juli) erschienen in der Wochenendbeilage der SchwäZ. Per Klick aufs Bild könnt Ihr ihn lesen.

Ach ja, Niederknie-Moment: Wenn Brian Fallon im Titelsong bei Zählerstand 3:01 (und nochmal bei 3:07) das Wort "Handwritten" nur noch näselnd hinhaucht wie der Boss persönlich. Im Video zum Song findet Ihr die Stelle bei Zählerstand 3:41 und 3:47.

Wer noch nicht ohnehin schon im Plattenladen war: Hier könnt Ihr in das Album reinhören.

Freitag, 20. Juli 2012

The Static Age kommen auf Tour


The Static Age | The Mercies Tour | Summer 2012 from The Static Age on Vimeo.

Tourdatentag heute: Neben Two Gallants kommen an Tinnitus Attacks-favorisierten Bands auch The Static Age auf Tour. Der Teaser macht Lust auf mehr, den Song "Eulogy" von der neuen und heute erschienenen "Mercies"-EP gibt's als Gratis-Happen via Soundcloud (siehe unten).

27.07.2012 Düsseldorf, Germany @ Session Club
28.07.2012 Wuppertal, Germany @ We Love Records Festival w/ End Of A Year, Suis La Lune, Landscapes & more
29.07.2012 Hamburg, Germany @ Rote Flora w/ Suis La Lune
30.07.2012 Münster, Germany @ Baracke w/ End Of A Year
31.07.2012 Leipzig, Germany @ Kulturcafe Manfred
01.08.2012 Wiener Neustadt, Austria @ Triebwerk
02.08.2012 Vienna, Austria @ Aera
03.08.2012 Goettingen, Germany @ Theaterkeller
04.08.2012 Prag. Czech Republic @ Cafe Na Půl Cesty
06.08.2012 Berlin, Germany @ Ramones Museum (Early Show)
06.08.2012 Berlin, Germany @ White Trash, Fast Food
07.08.2012 Kiel, Germany @ Schaubude
08.08.2012 Stuttgart, Germany @ Kap Tormentoso
09.08.2012 Dordrecht, Netherlands @ Dulhuis
10.08.2012 Koblenz, Germany @ Apparat
11.08.2012 London, UK @ The Unit 8 Studios
12.08.2012 Manchester, UK @ The Bay Horse
13.08.2012 Bristol, UK @ The Croft
14.08.2012 Kingston Upon Thames, UK @ The Fighting Cocks w/ Mixtapes
15.08.2012 Oberhausen, Germany @ Druckluft w/ The Computers
16.08.2012 St. Pölten, Austria @ FM 4 Frequency Festival w/ The Cure, Placebo, The Killers & more
(only The Static Age)

Two Gallants: Tourdaten + Album-Trailer



Die Two Gallants kommen auf Tour! Mit ihrem neuen Album "The Bloom and The Blight" im Gepäck, das am 4. September erscheint. Einen Trailer dazu seht Ihr oben. Erster Eindruck: Die Magie ist noch da.
Man sieht sich auf Tour!

Hier die Tourdaten für Europa:

25.10.: Dublin, Ireland / Whelan’s
27.10.: Liverpool, United Kingdom / Leaf
28.10.: Newcastle, United Kingdom / The Cluny
29.10.: Leeds, United Kingdom / Cockpit
30.10.: Glasgow, United Kingdom / King Tuts
31.10.: Manchester, United Kingdom / Academy 3
1.11.: Portsmouth, United Kingdom / Wedgewood Rooms
2.11.: Nottingham, United Kingdom / Rescue Rooms
3.11.: Bristol, United Kingdom / Fleece
4.11.: Norwich, United Kingdom / Arts Centre
5.11.: Cambridge, United Kingdom / Junction 2
6.11.: London, United Kingdom / Electric Ballroom
7.11.: Brighton, United Kingdom / Coalition
9.11.: Malmo, Sweden / Debaser
10.11.: Oslo, Norway / John Dee
12.11.: Copenhagen, Denmark / Loppen
13.11.: Aarhus, Denmark / Voxhall
15.11.: Enschede, Holland / Crossing Border Festival
16.11.: The Hague, Holland / Crossing Border Festival
17.11.: Weissenhäuser Strand, Germany / Rolling Stone Weekender
19.11.: Koln, Germany / Stollwerck
20.11.: Leipzig, Germany / Conne Island
22.11.: Berlin, Germany / Postbanhof
23.11.: Munich, Germany / Theaterfabrik
24.11.: Schorndorf, Germany / Manufaktur
25.11.: Frankfurt, Germany / Batschkapp
26.11.: Munster, Germany / Sputnikhalle
27.11.: Brussels, Belguim / Botanique – Orangerie
29.11.: Barcelona, Spain / Music Hall
30.11.: Madrid, Spain / Caracol
1.12.: Bilbao, Spain / Azkena
3.12.: Fribourg, Switzerland / Fri-Son
4.12.: Basel, Switzerland / Kaserne (might be st. gallen)
5.12.: Graz, Austria / PPC
6.12.: Salzburg, Austria / Rockhouse
7.12.: Dornbirn, Austria / Conrad Sohm
8.12.: Linz, Austria / Posthof
9.12.: Vienna, Austria / Flex
11.12.: Paris, France / Nouveau Casino

Donnerstag, 19. Juli 2012

Koloclyphis: Debütalbum "Keep On Babbling" kommt am 27. Juli



Die Lindauer Band Kolclyphis veröffentlicht am 27. Juli ihr Debütalbum "Keep On Babbling". Die Platte stellen die vier Musiker am Erscheinungstag bei einer Release-Party vor. Beginn ist um 19.30 Uhr im Music House in Lindau (Kemptenerstraße 72). Der Eintritt ist frei. Einen Vorgeschmack auf das Debüt des jungen Quartetts gibt's oben. "Our Little Bill" ist extrem rockbar und erinnert dezent an Nirvana. Schöner Gitarrensound auch!

Mittwoch, 18. Juli 2012

Für Fans von Springsteen & Co.: King Cannons - The Brightest Light


King Cannons - The Brightest Light on MUZU.TV.

Kommt euch bekannt vor? Dann solltet Ihr erstmal die
Gitarre im Ganzen sehen.                    Screenshot: TA
Nicht nur die hohen Erwartungen an The Gaslight Anthems neue Platte "Handwritten" (erscheint am Freitag, 20. Juli), zeigt, dass derzeit Springsteen-fizierter Rock'n'Roll wieder ganz hoch im Kurs steht. Die King Cannons kommen aus Australien und werden von der Musikpresse teils schon als Social D.-Nachfolger gehandelt. "The Brightest Light" ist der Titelsong der neuen Platte, die am 22. Juni bei Capitol Records erschienen ist. Ob im Plattenschrank noch Platz für eine Band ist, die stilistisch in die Boss-Kerbe haut?

The Gaslight Anthem: Neues Video + "Handwritten im Stream"

Szene aus "Handwritten".                     Screenshot: Tinnitus Attacks
Am Freitag erscheint "Handwritten", das neue Album von The Gaslight Anthem. Wer nicht abwarten kann: Bei NPR steht die Scheibe schon im Stream bereit. Das neue Video zum Titelsong ist jetzt ebenfalls im Netz. Via Tape TV kann man die nostalgisch anmutende Geschichte über den Weg einer Vinyl-Platte, ein Pärchen, amerikanischen Army-Pathos und das Alter sehen.

Dienstag, 17. Juli 2012

Hörtest: Callin Tommy - s/t.

Von Vorsätzen, verkaterten Morgen und dem Wissen, dass man wohl nichts dazulernen wird: „I swear I'll never drink again“, singt Inga Stang, die man von Le Band kennt, in „The Day After“. Ein hehrer Vorsatz, der mit dem nächsten „Vodka Bim Bam“, so ein beinah schon dadaistischer Titel auf dieser Platte, vielleicht schon vergessen sein könnte.

Aber der Reihe nach: Ein Händchen für Melodien, Songs über Liebe und Alkohol, rotziger Rock'n'Roll mit dezentem Punk- und Ska-Einfluss – und das Ganze garniert mit einer Frauenstimme: Callin Tommy kommen aus Braunschweig und haben vor wenigen Wochen ihre selbstbetitelte EP veröffentlicht. Sechs Songs, 20 Minuten. Seit zwei Jahren erst existiert die Band, von ihren Gitarristen Marco (Ex-Benz Laden- und Tatsache-Gitarrist) und Andree gegründet. Neben Szymmi am Bass sorgt Anja (Ex-Moon:Patrol) an den Drums für den richtigen Rhythmus. Inga Stang am Mikrofon, und wüsste man nicht, dass sie erst dieses Jahr zur Band gestoßen ist, könnte man sie für den Dreh- und Angelpunkt halten. Die Gitarren sind zwar nicht unauffällig, aber mit ihrer Stimme steht sie doch im Vordergrund.

Die Melodien sind teils albern wie bei „Emma“, wo ein Kazoo den Ska-Rhythmus mitbestimmen darf. Teils episch wie beim balladesken „Lost in Love“ mit seinem schönen Gitarreneffekten. Manchmal sind die Tonfolgen auch schön überraschend wie bei „Jealousy“. Ska-Einflüsse hört man nochmal bei „Evil Creatures“ raus. Auffällig ist, wie gleichberechtigt in der Produktion die Instrumente nebeneinander stehen. So kommen die agilen Bassfiguren in „The Day After“ schön zur Geltung. Die Gitarren zeigen sich riffgeladen und auch solistisch versiert. Inga Stang erinnert stimmlich leicht an Patricia Day von den Horrorpops, was gut zum Stil der Band passt. Eine gefällige Mischung aus Abgehnummern und relaxteren Rock'n'Roll-Momenten. Fragt sich nur, welchen Tommy wir anrufen sollen. Gottschalk? Jaud? Den von The Who?
Egal. Hauptsache Wählscheibe.

Die selbstbetitelte EP von Callin Tommy ist am 5. Juni erschienen. Mehr unter www.callintommy.de

Montag, 16. Juli 2012

Southside-Nachwirkung: Brauch ich was von Broilers?



Der Ohrwurm hat sich beim Southside eingeschlichen, obwohl ich da nicht restlos überzeugt war. Der Auftritt der Broilers war gut, aber jetzt muss ich zugeben, dass es mich wieder eingeholt hat. Speziell dieser eine Song. Statt der weißen Fahne den Mittelfinger. Nicht schlecht, mein lieber Herr Gesangsverein. Nicht schlecht.

Sonntag, 15. Juli 2012

Foo Fighters: "Wasting Light" live und in voller Länge




Eine Sonntags-Matinée gibt's heute nicht. Zumindest keine von mir geschriebene.Dafür aber eine, die man sehen und hören kann. Es wird mal wieder Zeit für die Foo Fighters. Bin über ein schon älteres Video gestolpert, auf dem sie das 2011er-Album "Wasting Light" in kompletter Länge spielen. "Live at 606." Und da das Album zu meinen Faves des vergangenen Jahres gehört und jemand, der hier landet, einen guten Musikgeschmack haben muss: Erfreut Euch an Dave und seinem wieder erstarkten Ufologen-Club.
Mr. Grohl, übernehmen Sie!

Samstag, 14. Juli 2012

Konzertkritik: Turbo A.C.'s im Kulturladen Konstanz

Turbo A.C.'s.
Support: Robots Of Next Tuesday.
Kulturladen Konstanz. 
Donnerstag, 12. Juli 2012.
Text und Fotos: Daniel Drescher

Vorhersehbar, aber hey, wenn man so ein arschcooles Spaghetti-Western-Intro ersonnen hat, dann muss man es auch an prominenter Stelle platzieren. "Sonora" ertönt, dieses staubtrockene Morricone-Tribut mit den dengelnden Gitarren und dem Reit-Rhythmus. Auf der aktuellen Platte "Kill Everyone" haben sie es als Intermezzo etwas versteckt. In jedem Fall bringt das Instrumental gut auf den Punkt, was die Turbo A.C.'s ausmacht: Coolness und dieses etwas Abgehangene, aus der Zeit gefallene.

Vollgas: Kevin Cole.                  Foto: Daniel Drescher
Wenn irgendein hippes elitäres Musikmagazin die Gretchenfrage nach Weiterentwicklung, Relevanz und zeitgemäß stellen würde - die Turbo A.C.'s würden die Frage mit breitbeinigem Posing, shreddernden Riffs und einem Topf Pomade beantworten. Live fällt verdammt eindrucksvoll auf, welche Granaten sie auf dem aktuellen Album geparkt haben. Dabei sind nicht Songs wie "Into The Vortex" mit seinem bedrohlich wabernden Rhythmus die Überraschung, sondern etwa das simpel gestrickte Mitsing-Fest "Black Lipstick" oder auch das fast schon bubblegum-artige "Anna". 

Den Kunstgriff, seinen Stil zwar zu verfeiern, aber die Essenz nicht aus den Augen zu verlieren, ist den New Yorkern ja gelungen. Live kommt das Surf-Element nicht mehr so sehr zur Geltung. Aber Hauptsache laut. Skalen dudeln? Fich Dick. Prog Rock finden die Turbo-Rocker vermutlich zum Gähnen. Dann lieber schnell Gitarre einstöpseln, Gaspedal, ähm, Distortion-Pedal durchtreten, und noch kurz einen Zweiminüter rauskotzen. Und immer posen wie die Weltmeister. Turbo A.C.'s spielen, wie man nie im Leben Auto fahren dürfte: Viel zu schnell, ohne Sicherheitsgurt, arg auf und mit Vollgas in die Kurven. Ach genau, und zwischendurch ein Burnout. An den Musikern kleben Schweiß und Öl vom Selberschrauben. Manchmal muss es einfach simpel und ohne doppelten Boden sein. Arcade Fire können wir später wieder hören. 

Posen wie die Weltmeister:
Jer  Duckworth.   
Das sehen auch die Konzertgänger im Kula so. Zwar muss man sich fragen, warum zur Hölle so eine weitgereiste Band wie die Turbo A.C.'s vor so wenigen Gästen spielen muss, aber guter Musikgeschmack ist eben nichts, womit die breite Masse gesegnet ist. Da reicht ja wöchentlich ein Blick auf die Charts oder die Einschaltquoten oder was weiß denn ich noch. Die, die da sind, tragen "Turbojugend"-Jacken, mancher die Haare akkurat gestylt wie Kevin Cole - dem die Strähnen nach ein paar Songs düster ins Gesicht hängen - und einige am Ende kein Shirt mehr. Cole macht's vor. "Hated and proud" hat er sich auf den - extrem durchtrainierten - Bauch tätowieren lassen. Aber wir hassen Dich doch gar nicht, Mr. Cole. Im Gegenteil. Dafür sind die Songs zu gut. Vor allem, wenn Assi-Parolen wie "1-800-EAT-SHIT" oder der Straßenfeger "Hit The Road" durch die Boxen geröhrt kommen. 

Und bitte: Weitermachen. Nach dem Ende der Hellacopters, dem Ableben von Gluecifer, der Bandpause der Backyard Babies und dem Sängerwechsel bei  Turbonegro sind die Turbo A.C.'s die einzige konstante Band. Krallt euch den Rockthron, es ist noch nicht zu spät. Andererseits: Egal. Thron, Schmon. Hauptsache, Ihr kommt bald wieder. 

Monika Krajka und Tomas Söchting von
Robots of Next Tuesday. 
Das gilt übrigens auch für die Robots of Next Tuesday, die vor den Turbo A.C.'s das komplette Kontrastprogramm auf die Bühne bringen. Mit ihrem hauptsächlich instrumental gehaltenen Sound irgendwo zwischen Wüste, Psychedelic-Plantage und Indie-Weiträumigkeit macht sich das Konstanzer Quartett sicher viele neue Freunde. Mehr bitte.

Mehr Fotos gibt's übrigens hier
P.S.: Like Tinnitus Attacks. Oder: Auf Twitter folgen. 


Fotostrecke: Turbo A.C.'s im Kula Konstanz

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Turbo A.C.'s im Kula Konstanz, ein Album auf Flickr.
Die Turbo A.C.'s sind bekannt für ihren Surfpunk. Davon gab's reichlich am vergangenen Donnerstag im Kulturladen in Konstanz - mit dem aktuellen Album "Kill Everyone" im Gepäck. Als Support packten die Konstanzer Robots Of Next Tuesday mit an. Ich liebe es, wenn man neue Bands für sich entdeckt. Konzertkritik folgt. Hier erstmal Fotos.

Murder By Death präsentieren neuen Song "I Came Around"

Adam Turla und Sarah Balliet von
Murder By Death 2007 im Atomic Café.
                                             Foto: Daniel Drescher 
Murder By Death lassen einen neuen Song von der Kette: "I Came Around" kann man per Soundcloud streamen (siehe Embed unten). Das Stück steht auf der neune Platte "Bitter Drink, Bitter Moon", die am 25. September via Bloodshot Records erscheint. Eindruck: Die werden immer besser. Das haben sie mit dem Whiskey gemeinsam, dem sie auf ihrer jüngsten Platte "Good Morning, Magpie" huldigten.

Wird auch Zeit, dass das neue Album kommt. Als MDB-Jünger warte ich sehnsüchtig darauf. Bereits im Mai 2011 hab ich mich in einem Post mit der Ankündigung neuer Songs beschäftigt. Im Februar gab es endlich was auf Youtube zu sehen. Das Bild nebenan hab ich übrigens 2007 im Atomic Café geknipst. Das war ein Auftritt. Der Wahnsinn.

Im Vorfeld des neuen Albums haben Murder By Death auch eine Kickstarter-Aktion laufen. Näheres dazu unter diesem Link

Freitag, 13. Juli 2012

Preview: Turbo A.C.'s im Kulturladen Konstanz

Kleiner Vorgeschmack: Die Turbo A.C.'s haben gestern Abend den Kulturladen in Konstanz in Grund und Boden gerockt. Ihre Supportband Robots Of Next Tuesday wusste ebenfalls zu gefallen. Morgen gibt's hier einen ausführlichen Konzertbericht und eine Fotostrecke.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Auf zu den Turbo A.C.'s!

Bin gleich weg: Auf geht's zu den Turbo A.C.'s in Konstanz! Spielen heute im Kula in Konstanz (siehe mein Vorab-Artikel von der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung vom vergangenen Dienstag). Wem das jetzt zu schnell geht: Am Samstag sind die New Yorker Rock'n'Roll-Surfpunks auch beim Stadtfest in Lindau.
Da sag ich doch mal nur: Can You Dig It?

Hörtest: Pagan Altar – The Time Lord

Wer Doom nicht für ein Computerspiel hält und Black Sabbath nicht bloß aus The Osbournes kennt, sollte mal Pagan Altar sein Ohr leihen. Schleppende Ohrwürmer aus einer anderen Zeit. Kauzig und verschroben.

Erfolgreich waren sie nie wirklich, da hat die New Wave Of British Heavy Metal andere nach oben gespült. Terry und Alan Jones, das sind Vater und Sohn. Eine untypische Geschichte, denn sie existierten von 1978 bis 1982, und taten sich 2004 wieder zusammen. Zwei Alben haben sie in der Neuzeit aufgenommen, “Lords of Hypocrisy” (2004) und “Mythical and Magical” (2006). Jetzt erscheint die EP „the Time Lord“ mit Songs von 1978 und 1979 erstmals auf CD, für die zweite Jahreshälfte 2012 ist das neue Album mit dem selbstironischen Titel „Never Quite Dead“ geplant. Auch weitere Re-Releases sind geplant.

Sagen wir mal so: Wer auf Black Sabbath steht, oder auch für die schwer angesagten Retro-Wellenreiter wie The Sword oder The Devils Blood ein Faible hat, kann hier schon schwach werden. Zumal die EP mit über 30 Minuten Spielzeit (Bei fünf Songs) durchaus value for money bietet. Allerdings muss man schon auf diese Welt stehen. „The Black Mass“ - Songtitel, die alles sagen. Texte, die von „laser beams“ handeln, in Parallelwelten führen, Okkultismus-Gedöns – wer das nicht ab kann, wird hier nicht glücklich. Die Produktion ist genauso wie man das damals gewöhnt war: Direkt, warm, analog. Die Gitarre darf sich austoben, nach Herzenslust solieren. Hat schon was. Als Metal-Häppchen zwischendurch macht „The Time Lord“ viel Spaß.

„The Time Lord“ von Pagan Altar erscheint am Freitag, 13. Juli (wann auch sonst...) via Cruz Del Sur Music. Mehr unter www.paganaltar.com. Einen Vorgeschmack auf das neue Album gibt's hier mit dem Clip zu "Dance of the Vampires".

Mittwoch, 11. Juli 2012

Video: Off - Borrow and Bomb/ I Got News For You



Off haben ein neues Video veröffentlicht. Der kanadische Entertainer Dave Foley spielt darin einen Moderator, der in der Show "Teen Talk" mit Jugendlichen über Punkrock redet. Genial. Im zweiten Teil müssen dann auch Aerobic-Videos dran glauben. Der Clip bebildert nämlich zwei Songs vom aktuellen Album der US-Hardcore-Weirdos. Eine Rezi zum aktuellen Album gibt's hier.

Hörtest: Make Do And Mend - Everything You Ever Loved

Ein flammendes Plädoyer für die Höhen und Tiefen des Lebens. Das Durchhaltevermögen. Die Beharrlichkeit. Drängend vorgetragen, aber weniger heftig als noch ein Album zuvor. Trotzdem ein Fall für den Plattenshop-Einkaufszettel. 

Es war Liebe auf den ersten Blick. Als Make Do And Mend im Sommer 2011 für Hot Water Music eröffneten, hatten sie mich innerhalb eines Songs. Direkt am Merchstand "End Measured Mile" von James Carroll signieren lassen und gekauft. War auch klar, dass das generell was Größeres werden würde. Nicht nur wegen der Schützenhilfe von Hot Water Music. Make Do And Mend sind echt.

 Auch wenn sie sich auf diesem Album leicht vom Post-Hardcore des Vorgängers freischwimmen und etwas massenkompatibler vorgehen. Studioalbum Nummer zwei schafft es, der Anbrüll-Facette ein Gefühl von Heimeligkeit an die Seite zu stellen. Weniger Hardcore, mehr Melodie. Aber nicht so, dass man abwinkt und die Band des Kommerzkacks bezichtigt. Make Do And Mend, das sind die Typen, mit denen man einen drauf machen möchte. Mit denen man sich typische Bro-Aktivitäten vorstellen kann. Und die Typen, die man an seiner Seite haben möchte, wenn's hart auf hart kommt. Da haben wir sie wieder, die Parallele zu Hot Water Music. Aber wie diese mir schon beim Interview letztens sagten: Make Do And Mend machen ihr eigenes Ding. Vielleicht ist es ja auch die Stimme von James Carroll, die mich so fesselt. Die hebt das Ganze meiner Ansicht nach auf ein anderes Level.

Die Songs sind extrem gut geworden. "Blur" eröffnet den Reigen und ist Quasi-Titelsong zugleich. "Count" macht Druck, legt aber zusätzliche Facetten frei. Die cleanen Gitarren tauchen dann auch noch öfter auf. Streicher sind nicht mehr verboten. Auch wenn "Everything..." zugänglicher ist als "End...": Die Trefferquote war damals schon hoch, jetzt ist sie einfach noch höher. Selbst eine mit Indie-Gitarren strahlende Ballade mogelt sich dazwischen, aber "St. Anne" ist einwandfrei. "Lucky" macht ganz schön auf dicke Hose, kippt aber rechtzeitig ins Gute. Wie sich die Gitarren nicht nur in Riffs erschöpfen, sondern clever ausgeklügelte Figuren zocken, wie der Bass drückt, die Drums bollern - schon schön. 

Ich muss zugeben, dass ich skeptisch war. Und nach dem ersten Höreindruck schon dachte, Make Do And Mend würden ohne Rücksicht auf Verlust auf die große Masse schielen. Aber der Spagat ist den vier Musikern aus Connecticut gelungen. Sie wollten ein Album machen, auf das man stolz sein kann. Können sie.

"Everything You Ever Loved" ist am 19. Juni bei Rise Records erschienen und bisher nur als Import erhältlich. Offizielle Internetseite: www.makedoandmend.me. Song-Kostprobe: "Disassemble" bei Spinner. 

Dienstag, 10. Juli 2012

Tom Waits. Live bei Letterman.



Tom Waits bei David Letterman: Geht's noch cooler? Einfach nur gut. Da muss man nicht mehr viel zu sagen. Außer: Rezi zu "Bad As Me" hier.

Thunder Tuesday: In Liebe mit dem Elchtod



I was in Love with Ikea Death. Es ist 15 Jahre her, da spielte mir ein Klassenkamerad "Moonshield" (siehe oben, allerdings mit eher neuem Gesangsstil) vor, den Opener von "The Jester Race". Was bin ich ausgerastet! Zuerst diese Akustikgitarren, dann der E-Gitarreneinsatz. Und dann der damals noch etwas gewöhnungsbedürftige Gesang. Aber diese Mischung aus Maiden-Gitarren und Härte war einfach ideal. Zeitgleich war mir auf einer CD im Metal Hammer der Song "Jotun" (Clip dazu siehe unten) über den Weg gelaufen. Das war kurz bevor das neue Album "Whoracle" (1197) von In Flames erschien. Auch wenn "richtige" Death Metaller die Schweden als "Girlie Death" verlachten - ich fand den sogenannten "Elchtod" großartig. Heute gelten In Flames als Pioniere, neben At The Gates und Dark Tranquillity. Die epischen Melodien und die Atmosphäre der Band hatten es mir schwer angetan. Passenderweise erstand ich die "Colony" (1999) - meine Lieblingsplatte der Band - in einem Plattenladen in Göteborg auf einer Orchesterreise. "Clayman" (2000) fand ich dann schon nicht mehr so riesig. In Flames begannen, ihren Sound zu öffnen, am Gesang zu schrauben. Den Durchbruch haben sie auf diese Weise geschafft. Ich mag die alten In Flames lieber.

Montag, 9. Juli 2012

20 Jahre: Happy Birthday, MxPx!



Herzlichen Glückwunsch: MXPx werden 20. Trinken dürfen Sie in den USA also erst in einem Jahr. Hm.
Über drei Millionen Platten haben sie in dieser Zeit verkauft, waren auf Tour mit Bands wie Blink-182, Bad Religion,Good Charlotte, Anti-Flag, Flogging Molly und vielen mehr.
 Aus diesem Anlass gibt's jetzt eine Festivaltour und eine Split 7'' mit den Labelkollegen von Cancer auf Flix Records. Limitiert auf 300 Stück in verschiedenen Vinylfarben enthält die EP einen bisher unveröffentlichten MxPx Song und zwei neue Stücke der Schweizer Punkrock-Band Cancer. Via Flix Records kann man sich das Teil sichern. In einem kurzen Video feiern sich MxPx selbst (siehe oben).

Auch von Tinnitus Attacks: Alles Gute. Auf die nächsten 20 Jahre!

Eine Rezi des aktuellen Albums "Plans Within Plans" gibt's hier.

Hier die Tourdaten:

21.07.2012 A-Wolfurt - Burn Out Festival
27.07.2012 D-Bausendorf - Riez Open Air
28.07.2012 D-Düsseldorf - Scream it Out Loud Festival
29.07.2012 D-Dessau - Beat Club
30.07.2012 D-München - Free and Easy Festival
02.08.2012 F-Bordeaux - I-Boat
03.08.2012 ESP-Viveiro - Resurrection Festival
04.08.2012 CH-Gränichen - Open Air
05.08.2012 UK-Blackpool - Rebellion Festival
06.08.2012 UK-York - The Duchees
07.08.2012 UK-Glasgow - Cathouse
08.08.2012 UK-London - Garage
09.08.2012 SWE-Kumla - Frizon Festival
10.08.2012 BEL-Bunsbeek - Kloemprock Festival
11.08.2012 BEL-Ieper - Ieperfestival
12.08.2012 NL-Eindhoven - Kafee Aloys
14.08.2012 ITA-Milano - Carroponte Festival
15.08.2012 SLO-Tolmin - Punk Rock Holiday 2
16.08.2012 A-St- Pölten - FM 4 Frequency Festival

Sonntag, 8. Juli 2012

Sonntags-Matinée: I Am Oak – Nowhere Or Tammensaari

Schnee, der in Zeitlupe auf Nadelbäume fällt: Die abgebremsten Folksongs von I Am Oak legen sich schwermütig wie ein grauer Schleier über einen. Trotzdem eine Platte, die man gerne hört. 

Nein, das ist kein Projekt von I Am Kloot und Wye Oak. Auch wenn deren Fans hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen könnten. Hier hat Finnland seine Wirkung getan. Nicht nur metallische Saufziegen wie Sentenced (R.I.P.) vertonen die Melancholie auf ihre Weise. Thijs Kuijken, Mastermind von I Am Oak, reiste für die Aufnahmen von seiner Heimat in Holland aus nach Finnland, verzog sich – erstmals auf Album mit Band – mit seinen Musikern in ein kleines Häuschen und spielte dort „Nowhere Or Tammensaari“ ein. Ein gefundenes Fressen für Freunde von Folk-Machern wie Mumford & Sons, den Fleet Foxes oder auch The Head And The Heart.

Hier treffen durchdachte Gesangsharmonien auf simpel gehaltene akustische Gitarrenfiguren. Alles etwas epischer als auf den bisherigen Alben von I Am Oak, denn die Band sorgt für ein deutlich opulenteres Klangvolumen. Da schwillt die E-Gitarre zu einem für diese Verhältnisse bedrohlichen Crescendo an, die Drums wuchten sich nach vorne. Diese Platte riecht nach Schnee, nach Wald, nach Natur. Die ist dem Mastermind auch ganz wichtig, „I Am Forest“ postuliert er da. Weit und hallend türmen sich die Gitarren in „Roam“ auf, in „Drooom“ übernimmt ein Piano die Regie. Weibliche Vocals-Unterstützung bekommt er in „Vares Varas“.

Das ist alles nicht neu oder bahnbrechend – aber wunderbar für Leute, die lieber mal die Jalousien runterlassen als im Strandbad ihr Hautkrebs-Risiko zu erhöhen.

"Nowhere Or Tammensaari" ist am 15. Juni bei Midsummer erschienen. Mehr: www.iamoak.com.
Da gibt's auch den Song Palpable als gratis Download. Hier der Clip zum Song:

Samstag, 7. Juli 2012

Video: Title Fight @ Waiting Room + Tourdaten

Augen zu und Rockschnute: Title Fight gehen ab.              Screenshot: TA
Hardcore in Bild und Ton: Die Alternative Press bietet auf ihrer Internetseite eine kurze Live-Session der US-Hardcore-Band Title Fight als Video. Der Miniatur-Gig ist Teil der Waiting-Room-Serie, die die Panda Studios produzieren. In dieser Serie gibt es auch Auftritte von Touché Amoré oder Polar Bear Club zu sehen. Eine Rezi der letztjährigen Title-Fight-Scheibe "Shed" gibt's an dieser Stelle.

Im Herbst sind Title Fight mit La Dispute und Make Do And Mend auf Tour:


27.09. Stuttgart - Universum
28.09. München - Backstage
29.09. Berlin - Postbahnhof
30.09. Hamburg - Knust
02.10. Leipzig - Conne Island
03.10. Frankfurt - Batschkapp
04.10. Köln - Bürgerhaus Stollwerck
05.10. Dortmund - FZW

Freitag, 6. Juli 2012

Fang Island präsentieren neuen Song "Seek It Out"



Endlich ein neuer Song! Fang Island, das waren die mit dem sicken Video zu "Daisy" (siehe unten), die mit dem Progrock, der so gar nicht verstaubt daherkommt. Und nach ihrem schönen Debütalbum jetzt der neue Song "Seek It Out", ein weiterer Vorbote des kommenden Albums "Major", das am 27. Juli erscheint.

Bei Pitchfork kann man sich die beiden Songs "Asunder" und "Sisterly" auch runterladen.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Video: Lagwagon live @ Hurricane



Beim Southside hab ich sie leider verpasst - aber immerhin: den Auftritt von Lagwagon beim Zwillingsfestival Hurricane kann man sich jetzt in voller Länge anschauen. Joey Cape bleibt einfach einer der coolsten Fronter auf dieser Welt. Alleine für die Lyrics von "Razor Burn" muss man ihn lieben. Ob Lagwagon damit auch für die inflationär gesprossene Gesichtsbehaarung in vielen Männergesichtern in Punk und Folk verantwortlich sind - wir werden's nie erfahren.

Snowhite verschenkt Songs



Das Berliner Label Snowhite hat seine Download-Seite aufgestockt: Via Soundcloud kann man sich einen ganz guten Überblick über die Künstler des Labels verschaffen. Bands wie The Knights oder Ponyboy And Lovely Jeanny veröffentlichen bei Snowhite. Die Berliner machen auch Promotion und Management. So betreuen sie unter anderem The Blood Arm, Die Sterne und Frank Popp. Oben seht Ihr den Clip zu "Blind Like A Fool" der Londoner Folk-Rockerin Tallulah Rendall. Den Song kann man bei Soundcloud ebenfalls runterladen.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Frank Turner: Neuer Song und zu Gast bei Studio Q



Mal wieder Zeit für den großartigen Frank Turner: Sein Auftritt auf dem Southside war große Klasse, einen neuen Song gab's auch zu hören. "I Want To Dance" könnt Ihr oben sehen, schlecht gefilmt (aber mit guter Soundqualität) bei einem Auftritt in der Wembley Arena, aber immerhin - und wir erfahren auch, warum Frank Turner Musicals hasst. Und hier noch ein aktueller Auftritt beim Studio Q, wo Frank Turner "Peggy Sang The Blues" singt.

Dienstag, 3. Juli 2012

Thunder Tuesday: Steel Prophet - Vengence Attained

Heute startet auf Tinnitus Attacks eine neue Reihe: Der Thunder Tuesday. Jeden Dienstag gibt's hier alte Videos aus der Metal-Mottenkiste. Es sind Clips, die meiner musikalischen Sozialisation geschuldet sind. Bands, die mir mal viel bedeutet haben, heute in der eher nostalgischen Ecke herumlungern und mich manchmal noch anbrüllen: "Hey, leg uns mal wieder auf!". Ja doch!

Den Anfang machen Steel Prophet, Power-Metaller aus Connecticut, die mit ihren Alben "Dark Hallucinations" (1999) und "Messiah" (2000) als neue Hoffnung im Hartwurst-Sektor galten. Songs über Fahrenheit 451, Aliens, Riffs wie von Agent Steel geliehen, ein Eunuchen-Sänger - das war damals perfekt für mich. Was soll ich sagen? Die "Messiah" musste letztens im Plattenladen mit, weil ich sie nicht mehr finden konnte.

Was machen Steel Prophet eigentlich? Anscheinend arbeiten sie an einem neuen Album. Und im April 2013 sollen sie beim Keep It True Festival spielen. Mehr unter www.myspace.com/steelprophets.


Montag, 2. Juli 2012

Beady Eye präsentieren neuen Song "World's Not Set in Stone"



Oasis sind tot. Es lebe Beady Eye. Und Noel Gallagher and the High Flying Birds. Aber um die geht's gar nicht. Liams Band - Beady Eye - hat live einen neuen Song präsentiert. "World's Not Set In Stone" spielte die Band bei einem Support-Gig für die Stone Roses dieser Tage in London. Ist kein Profi-Shot, aber man bekommt einen Eindruck.

Sonntag, 1. Juli 2012

Sonntags-Matinée: Arkells – Jackson Square

Hat definitiv Potenzial, auch wenn nicht jeder Song ein Volltreffer ist: Die Arkells machen auf ihrem Debütalbum „Jackson Square“ schon mal vieles richtig. Gefällig ist dieser Mix aus unbeschwertem Drauflosrocken und hemmungslosem Zitieren von Einflüssen schon. Und man hat den Eindruck, dass jemand will, dass das hier auch in unseren Breitengraden groß wird. 

Beim Southside fiel mir das extrem auf: In den Umbaupausen flimmern ja immer dieser Werbefilmchen über die Videoleinwände neben den Bühnen. Der neue Madagascar-Teil. Die neue Platte von soundso. Und immer wieder erklang „Deadlines“, der hitverdächtige Opener dieser Platte hier. 55000 Leute auf einem Festival erreicht man so schonmal, nicht jeden, klar, aber wenn  ein Prozentsatz x die Band entdeckt und weiterempfiehlt, ist das schon mal was. Aber ganz am Ende entscheiden die Songs über den Erfolg (ok, Modern Talking mal außen vor...und auf die Chartslandschaft kann man diese Formel sicher auch nicht anwenden). Die Musik passt bei den Arkells – mit Abstrichen. Aber der Reihe nach.

In ihrer Heimat Kanada sind die Arkells schon ziemlich erfolgreich. Sie haben zweimal den kanadischen Musikpreis, den Juno Award, gewonnen, können auf Touren mit Pearl Jam und Them Crookes Vultures verweisen. „Jackson Square“ ist ihr Debütalbum, erschien bereits 2008 – und soll mit vier Jahren Verspätung nun auch den europäischen Markt knacken.

Den Reigen eröffnet „Deadlines“, ein Song, den sich auch die späten Against Me! hätten einfallen lassen können. Zeit ist Geld, nur nicht bummeln, es geht um wirtschaftlichen Fortschritt. Cooler Text. Hier spürt man Feuer und Spielfreude. Das lässt sich auch über „Pulling Punches“ sagen, das klingt ja fast nach den kleinen Brüdern der Foo Fighters. Und noch mehr Namedropping: „Oh, The Boss Is Coming“ tönt ein bisschen nach den Kings of Leon und greift nochmal die Kritik aus „Deadlines“ auf. Arkells haben was gegen die Dinge, die auf dem Arbeitsmarkt schieflaufen. Das Gitarrenrock-Quintett aus Hamilton, Ontario, widmet dem venezolanischen Staatschef die „Ballad of Hugo Chavez“, noch so ein Schachzug, über dessen niedliche Frechheit man grinsen muss. Das klingt dann allerdings schon beschaulicher und fast schon britisch. „No Champagne Socialist“ zollt mit seinem entspannten Rhythmus und der Mundharmonika Tom Petty Tribut.

Und dann geht der Platte leider etwas die Puste aus. Das wird diejenigen nicht weiter stören, die ohnehin den Shuffle-Modus im MP3-Player angeschaltet haben. Wer Sternchen für Songs verteilt, bekommt ja ohnehin nur seine Faves zu hören. Trotzdem etwas schade. Wer weiterhören will: 2011 erschient „Michigan Left“, ist hierzulande aber nur als Import erhältlich.

Hängengeblieben ist übrigens noch eine coole Textzeile: „You Want To Stay For The Night Tonight? Well I Know Everything About Platonic.“ Zitierfähig.

„Jackson Square“ von den Arkells ist am 29. Juni bei The Organisation erschienen. Mehr unter www.arkells.ca. Hier noch das Video zu „Oh, The Boss Is Coming“.