Donnerstag, 31. Mai 2012

The Young And The Hopeful: Köln kann mehr als Karnvelskaspermucke


"The Young and The Hopeful" nennt sich eine Rubrik auf Tinnitus Attacks. Darin soll es um Bands gehen, die noch nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Dieses Blog will Musiker unterstützen, die Herzblut und Zeit investieren, aber ohne Label dastehen oder noch am Anfang sind. Heute mit: M. Borgard. 

Mal ehrlich: Sogar Frank Turner hat mal zugegeben, dass Männer Gitarren in die Hände nehmen, um Frauen zu beeindrucken. Bei Michael Borgard hat es offenbar funktioniert: Sein Album „Love, Again“ widmet er den „Ladies“; welchen, die in seinem Leben eine Rolle gespielt haben. Auf seinem Debüt, dass er selbst mit Hilfe von Hanno Kahl produziert hat und auch selbst vertreibt, zeigt der gebürtige Kölner, was man mit einer angenehmen Stimme und einer Akustikgitarre alles machen kann. Über zwei Jahre hinweg ist das Album entstanden und wurde in den BEX-Studios in Köln aufgenommen.

Das ist Musik für die ganz blauen Stunden. After-work-Mucke in Reinkultur. So unaufgeregt und laid back klingt die Musik, dass man allein vom Zuhören schon ganz entspannt wird. Michaels Stimme und die Gitarre tragen die Songs, so wie man das von Jack Johnson kennt. Zu den Vorbildern des Endzwanzigers zählen aber auch Joshua Radin oder Dave Matthews. Die Texte sind persönlich, man höre das zwischen wütend und resigniert schwankende „Killing An Angel“, das beschauliche „Nuria“ oder auch das bittende „Josie Come Home“. Aber auch das originelle „Hello Machine“ gefällt mit seiner Idee vom Dialog mit dem Anrufbeantworter. Beziehungen sind der Dreh- und Angelpunkt dieses leichtfüßigen Songwriter-Albums.  „Without you there's no use for poetry“ singt der 27-Jährige in „One last time“, bevor er mit „Keep My Promise“ noch ein paar schöne Piano- und Celloklänge auspackt.

Nur mit dem Frauenthema sollte „M. Borgard“, so sein Künstlername, etwas sparsamer umgehen, das merkt man den Lyrics von „A Ladies Man“ an. Denn die Masche ist schon bei ganz anderen schnell alt geworden. Auch wenn Herzschmerz Hauptgrund Nummer zwei sein dürfte, warum Männer zur Gitarre greifen.

"Love, Again" von M. Borgard ist im Januar bei Bex Records erschienen. Oben seht Ihr ein neues Video zum Song "Easy To Pretend, unten einen Clip zu "Not enough" und einen Albumtrailer. Unter www.facebook.com/mborgardmusic und http://www.mborgard.com/ gibt's noch mehr Infos.



Mittwoch, 30. Mai 2012

The Vaccines: Neue Single "No Hope" im Stream

Neue Single raus, neues Album in Sicht: Alles gut im Hause The Vaccines. Kürzlich gab's "No Hope" ja schon bei BBC zu hören, jetzt nochmal in aaaaaller Ruhe hier zum Genießen. Das Album dazu heißt "The Vaccines Are Coming Of Age" und soll im September erscheinen. Ihr Debüt "What Do You Expect From The Vaccines" war eines meiner Highlights 2011, die Rezi dazu gibt's hier. Was freu ich mich aufs Southside! Da spielen sie.

Dienstag, 29. Mai 2012

Bitte entdecken: Drag The River


Jon Snodgrass 2009 im Club Vaudeville. Foto: Daniel Drescher 


Manchmal passieren seltsame Dinge. Die Tage etwa: Schon länger stehen Drag The River (nicht zu verwechseln mit Dry The River) auf meiner Liste der Bands, mit denen man sich intensiver beschäftigen sollte. Vor drei Jahren war Jon Snodgrass im Club Vaudeville zu Gast. Er war auf Akustik-Tour mit Joey Cape (Lagwagon) und Chad Rex (Drag The River) unterwegs. Quasi eine Art Revival Tour. Am Merchstand drei Seven Inch Vinyls abgegriffen. Zuhause aufgelegt und gefreut. Dann lagen sie ein paar Jahre rum. Und jetzt: Drag The River. Ich brauch was von denen. Die Siebenzollscheiben wieder ausgepackt. Und siehe da: Die haben Download-Codes dabei! Die sind mir bisher nie auf- aber diesmal in die Hände ge-fallen. Muss trotzdem noch mehr her. Aber schon lustig, dass man Platten drei Jahre im Schrank hat und dann den DL-Code bemerkt. Noch besser, dass er noch gültig ist.

Unten seht Ihr ein Video von Drag The River.
Oben rechts könnt Ihr meinen Artikel von damals lesen, der am 18. April 2009 in der Lindauer Zeitung erschienen ist.

Sonntag, 27. Mai 2012

Sonntags-Matinée: Affector - Harmageddon

Metal-Matinée: Früher hab ich mal Dream Theater verehrt. Wer diese Band mag, sollte sich das Debüt von Affector geben. Allerdings nix für Gitarrenschüler. Wer zuhört, wie sich Gitarrero Daniel Fries hier die Finger verknotet, könnte leicht Depressionen bekommen - oder aber den ultimativen Motivationsschub. Dann also doch hinhören.

Obwohl Metalmucker (und Fans) gerne so tun, als hätten sie weder Angst vor Tod noch Teufel, müssen sie im Grunde doch sehr religiöse Menschen sein. Zumindest ist sehr auffällig, wie oft und intensiv sich diese Szene mit Themen wie Religion, Gott und Satan auseinandersetzt. So gesehen sind Black Metaller vielleicht gläubiger als mancher Weihnachts-Kirchgänger, denn wer dem Höllenfürst huldigt, impliziert damit ja im Grunde, dass es einen himmlischen Gegenspieler gibt. Buy one - get one free sozusagen. Affector sind ebenfalls fasziniert von dieser Spielwiese. Warum sonst sollten sie sich für ihr Debüt an der Bibel und speziell der Offenbarung bedienen? Ok, wir haben 2012 und mancher glaubt vielleicht, dass Silverstereinladungen dieses Jahr unnötig sind wie noch nie zuvor. Aber man hört eben anders hin, wenn eine Metal-Band "Halleluja" singt und nicht "Hail Satan".

Kein Wunder, dass Neal Morse (Ex-Spock's Beard) die Band mit Lob überschüttet. Morse kehrte seiner Band Spock's Beard den Rücken, weil Gott ihm das befohlen habe. Aha. Morse ist denn auch Gastmusiker auf "Harmageddon" zu hören. Da ist er nicht alleine: Unter anderem sind die Keyboarder Derek Sherinian (Black Country Communion, Planet X, Ex-Dream Theater) und Jordan Rudess (Dream Theater) für diverse Tastenorgien verantwortlich. Ach ja, Namen sind Nachrichten: Affector sind Drummer Collin Leijenaar (Neal Morse), der deutsche Gitarrist Daniel Fries, Sänger Ted Leonard (Enchant, Spock’s Beard, Thought Chamber) und Bassist Mike LePond (Symphony X).

Und so klingt das dann auch: Wer auf verspielt-abgefahrenes Gefrickel, rasende Double-Bass und die volle Ladung Progressive Metal kann, wird hier sicher glücklich. Auch, wer gerne mal Rush auflegt, dürfte sich über die ausufernden Kompositionen freuen, die handwerklich einfach nur zum Niederknien sind. Wer sich am Bibel-Überbau stört, kann ja einfach diese großartig gemachte Musik konzentrieren. Bei der "Ouverture pt. 1 Introduction" übrigens kommen auch Filmmusik-Fans auf ihre Kosten: Wie die Sinfonietta Consonus aus Polen hier Orchesterbombast auffährt - da werden alle Klassik-Metal-Gourmets ausrasten. Ein Debüt ist diese Platte - aber das heißt gar nichts. Denn die Musiker sind eben nicht irgendwelche Newbies, sondern ziemlich ausgefuchste Proggies. Wenn dies denn der Soundtrack zur Apokalpyse sein soll - wenigstens macht der Weltuntergang dann Spaß.

"Harmageddon" von Affector ist am 18. Mai bei Inside Out Music erschienen. Mehr: www.affector.netEinen Album Teaser Compilation gibt's auf Youtube
Den Titelsong könnt Ihr hier hören:

Samstag, 26. Mai 2012

La Vela Puerca mit neuem Album "Piel Y Hueso"



Gestern haben La Vela Puerca ihr neues Album "Piel Y Hueso" veröffentlicht. Und was man da so vorab hört, ist den Skarockern aus Uruguay wohl wieder ein klasse Kracher gelungen. Hört man sich den Song "Se le va" an (siehe Video), sieht es zumindest so aus, als sei alles beim Alten. Das ist tatsächlich erst der zweite Blogpost zu La Vela Puerca, obwohl ich sie genial finde. Der erste Post war ein subjektiver Blick auf die Band.


Auf Platte sind La Vela Puerca zweifellos gut - live entfalten sie ihre volle Kraft aber am besten.

Darum sei Euch ein Besuch eines der Konzerte herzlich ans Herz gelegt. Noch mehr Live-Termine gibt's auf der Internetseite von Die Ärzte, mit denen La Vela Puerca wieder ein paar Konzerte spielen. Auf dem Southside (und dem Hurricane) spielen beide Bands ja auch. Wir sehen uns da!

31.5. Köln - Luxor
2.6. Dresden - Scheune
4.6. Frankfurt - Batschkapp
5.6. Bochum - Bahnhof Langendreer
8.6. Aachen - Musikbunker
11.6. Erlangen - E-Werk
12.6. Düsseldorf - Zakk
14.6. Marburg - KFZ
20.6. Berlin - Lido

Freitag, 25. Mai 2012

Hörtest: The Enemy – Streets In The Sky

Man hat sich lange nicht gesehen. Tanten sagen dann „Was bist Du groß geworden“. Englischlehrer „Du hast aber zugelegt“. Oder Schulfreundinnen von früher: „Du bist ja jetzt so muskulös“. Letzteres trifft es im Fall The Enemy wohl am besten. Gitarren-Gigantomanie. Wir mögen das. 

War das eine herrliche Zeit, als die New Wave of British New Wave über uns hereinbrach wie die Welle über den Surfer. Zugegebenermaßen war ich da noch recht metalmäßig unterwegs und lachte mich erstmal über den Arctic Monkeys-Sound kaputt („I Bet You Look Good On the Dancefloor“). Ein sehr musikbewanderter Freund brachte mir die Single aus dem UK mit, und nach dem heftigen Gitarren-Intro vergraulten mich die drahtigen Gitarren. 2006 ignorierte ich die Monkeys und Maximo Park beim Southside denn auch. Und wie das immer so ist: Kurz darauf verfiel ich beiden und ärgerte mich, dass ich da nicht früher draufgekommen war.

Inzwischen ist der Hype um die Insel wieder abgeebbt. Schade drum. Klar, La Dispute sind toll, aber muss man jeden Trend mitmachen? Vielleicht ist das ein Zeichen fürs Altwerden. Früher habe ich mich über Leute lustig gemacht, die mit ihrem Musikgeschmack irgendwo stehengeblieben sind und auf O-Feten „Summer of 69“ oder „Losing My Religion“ mitgegrölt haben, als sei danach nichts Gutes mehr passiert in der Musik. Und jetzt haben die Strokes einfach mal eine Dekade und mehr auf dem Buckel. Heißer Scheiß? Nimmermehr. Aber ich schweife ab – und wenn ich gute neue Musik entdecke (im Sinne von „kenne ich noch nicht“), ist in meinem Schrank jederzeit Platz. Notfalls muss halt mal wieder ein neuer „Benno“ her. Aber genug der subjektiven Vorrede.

Die Insel bleibt einfach eine Bank in Sachen großartiger Gitarrenrock. The Enemy hatte ich bisher nicht so sehr auf dem Schirm. Da war dieses eine Album mit dem schwarzen Cover und den Lettern wie auf einer Ansagetafel im Bahnhof oder so. „Braucht man nicht“ sagte mir jemand, „zu soft“. Nächstes Mal hör ich selber rein. Aber dann hätten mich The Enemy vielleicht nicht so überrascht wie jetzt. „Gimme The Sign“ trifft einen mit diesen tieftönenden Gitarrenwänden völlig unvorbereitet. Joby J. Ford von The Bronx hat diesen Monstermix besorgt. Nach Luft schnappen, mehr wollen. Der Opener und auch „Bigger Cages (Longer Chains)“ setzen sich mit aufgeblasenen Typen auseinander, die mehr sein wollen, als sie sind. „He's Acting Like He's Tupac But He's Never Ever Seen A Gun“ singt Tom Clarke dann, oder auch von Proleten, die ihre Musklen aufpumpen als sei das alles. Und die vom Label als Fußballhymne gehandelte Single „Saturday“ ist auch nicht gerade FriedeFreudeEierkuchen: „Desperate Breakfast In A Boring Town....There's A Train Tonight We'll Leave When You Wanna Leave“. Die Wut klingt durch - vielleicht nennen sie sich ja deshalb The Enemy. Sehr sympathisch. Diese Ironie in den Texten muss man einfach lieben. Misanthropie kann so schön sein. Und so hart rocken. In Sachen Lyrics können es The Enemy jedenfalls mit den dafür vielgelobten Arctic Monkeys aufnehmen.

 Zu den herrlich rotzigen Klängen von „1-2-3-4“ will man sich einfach nur auf die Tanzfläche stürzen, bei „Like A Dancer“ kniet man wegen der Melodien nieder. Das ist ja beinah schon Glam. Und dann sind gerade mal fünf von zwölf Songs um. Das Gute: Es wird nicht schlechter. Höchstens etwas ruhiger. Aber auch nur kurz. „Get Up And Dance“ ist die Devise. So großkotzig wie Oasis, mit denen sie auch schon aufgetreten sind. Auch für Paul Weller haben sie schon eröffnet. Wem die großartigen Fratellis fehlen, wer die Arctic Monkeys für Album Nummer eins am meisten schätzt – der sollte die 2006 gegründeten The Enemy aus Coventry entdecken. Warten wir mal ab, ob Maximo Park da anno 2012 noch mithalten können. Hab ich das jetzt gerade wirklich gesagt?

Streets In The Sky von The Enemy erscheint am heutigen Freitag (25. Mai) via Cooking Vinyl. Den Song „Gimme the Sign“ kann man sich auf der Internetseite der Band gratis herunterladen. Hier seht Ihr den Clip zu diesem Song: 


Donnerstag, 24. Mai 2012

Video: Matt Skiba - Voices

Matt Skibas Gastauftritt während des Hot Water Music-Gigs
beim Pirate Satellite Festival in Stuttgart. Foto: Daniel Drescher 

Das erste Video zur neuen Solo-Platte "Babylon" von Matt Skiba (Alkaline Trio) ist veröffentlicht (siehe unten). "Voices" ist der Opener des Albums, ein catchy Ohrwurm, der auch auf einem Album von Alkaline Trio stehen könnte. Das Video dazu gibt sich horrorinfiziert und mystisch, ist aber ein wenig zu klischeebeladen, um wirklich zu überzeugen. Und was lernen wir? Hände weg vom Handlesen!

Hier findet Ihr eine Konzertkritik und Fotos vom Alkaline Trio-Auftritt beim Pirate Satellite Festival Ende April in Stuttgart.

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Von wegen kalter Kaffee: Christian Stumfol über die Coffee Sessions

Damit man die Kombination gleich testen kann: Kaffee und gute Musik
gehören für Christian Stumfol zusammen.                Foto: Daniel Drescher
Wer Clap Your Hands Twice kennt, der kennt auch Christian Stumfol. Der Sänger und Gitarrist der schwäbischen Punkrocker hat nun seine erste Solo-Seven-Inch veröffentlicht. Die nennt sich "Coffee Sessions", ist auf farbigem Vinyl erhältlich und steckt passenderweise in einem kleinen Kaffeesack. Dazu gibt's eine Probe Kaffee aus der Stuttgarter Kaffeehandlung Schwarzmahler. Der 7''-Rundling enthält die beiden Songs "Final Drive" und "Escape Plan". Wir hören einen sehr versierten Songwriter, der sich zwar an Vorbildern wie Frank Turner orientiert, aber seinen Songs eine eigene Persönlichkeit verleiht. Im Interview mit Tinnitus Attacks spricht Christian Stumfol über Koffein, Zukunftspläne - und wirkungslose Katermittel. 

Tinnitus Attacks: Christian, wovon handeln die beiden Songs? "Final Drive" klingt sehr persönlich...

Christian Stumfol: „Final Drive“ ist auf jeden Fall sehr persönlich. Leider zu persönlich, um viel dazu zu sagen. „Escape Plan“ entstand wahrscheinlich an einem Katermorgen. Ich bin ein Typ, der sich dann immer für alles schämt und sich einfach nur fragt, warum ich eigentlich trinken muss. Obwohl ich eigentlich nie etwas Dummes mache, wenn ich betrunken bin. Aber dieses „Warum“ geistert mir dann eigentlich immer durch den Kopf. Darum geht’s in dem Song.

Tinnitus Attacks: Wann hast Du das letzte Mal Kaffee und Aspirin gebraucht?

Stumfol: Hm, da ich noch studiere, passiert das doch des Öfteren. Vielleicht zu oft? Ich bin ein schrecklicher Katermensch. Also wenn es mich erwischt, dann richtig. Und die Kombination ist jedenfalls ein guter Ansatz, um dem Ganzen entgegenzuwirken. Helfen tut es mir aber auch nicht wirklich. Da hilft nichts!

Tinnitus Attacks: Wie kam es zu der Kaffee-Idee? 

Stumfol: Ich hab vor ungefähr zwei Jahren mal zwei Videos gemacht, wo ich Songs von meiner Band Clap Your Hands Twice allein auf der Gitarre gespielt hab. Beim ersten Video trank ich nebenher zufällig Kaffee und so entstanden die Coffee Sessions. Die Idee blieb immer im Kopf, Kaffee und Musik bei einem Release zu verbinden. Und nun hat es endlich geklappt!

Tinnitus Attacks: Warum passen ein guter Song und eine Tasse Kaffee Deiner Meinung nach so gut zusammen? 

Stumfol: Weil beides an hektischen Tagen vielleicht die letzten Momente der Ruhe sind: Aufzustehen, einen guten Song zu hören und dazu einen guten Kaffee zu trinken. Der erste Kaffee am Tag ist für mich schon etwas Wichtiges und der Song, der dazu läuft, läutet quasi schon die Stimmung des Tages ein. Man ist das heute ja gar nicht mehr gewohnt, sich mal in Ruhe einen Kaffee zu machen und dazu ne neue Platte anzuhören. Und auch ich komme viel zu selten dazu. Aber der Gedanke an sich ist toll, dass morgens jemand aufsteht und zu seinem ersten Kaffee meine Platte auflegt.

Tinnitus Attacks: Wieso klingst Du, wenn Du singst, eigentlich wie ein gestandener Punkrocker und nicht wie ein 24-Jähriger? 

Stumfol: Dafür sehe ich aus wie ein 16-Jähriger, dem gerade der erste Flaum wächst. Ist doch ein fairer Deal, oder? Ne, keine Ahnung. Ich mach das jetzt ja auch schon ne ganze Zeit. Unsere Band gibt es jetzt seit sechs Jahren und man lernt natürlich viel dazu. Ich glaube, das hat vor allem damit zu tun, dass meine Songs doch sehr ernst sind. Ich war nie ein Fan von Bands, die zwanghaft lustig sein wollen. Vielmehr von Bands, die einfach ehrliche Geschichten erzählen.

Tinnitus Attacks: Was sagt Deine Band zum Soloausflug? Wie geht's musikalisch weiter?

Die hassen mich. Ha Ha. Ne, die sind super. Mein Bruder (unser Gitarrist) hat mir sogar wahnsinnig viel bei der Platte geholfen. Die ganzen Siebdrucke kommen von ihm. Der einzige Grund für diese Solo-Platte ist ja, dass ich grad einfach mehr Zeit habe als die anderen Jungs. Ich habe einfach zu viele Songs und mir waren sie zu schade, um sie nicht aufzunehmen und zu veröffentlichen. Wir haben auch mit der Band schon einige neue Songs und ich hoffe, dass wir die auch bald aufnehmen können. Die Band steht vor dem Soloprojekt. Aber an Tagen, wo die anderen keine Zeit haben, spiel ich auch gern alleine!

Die Seven Inch ist auf 100 Stück limitiert. Wer eine haben will, schickt eine E-Mail an christianstumfol@aol.com. Alle Cover sind Unikate - mit Kaffee bemalt. Im folgenden Video seht Ihr, wie viel Arbeit dahinter steckt. Wer auf dem Laufenden bleiben will, sollte www.stumfol.bandcamp.com im Auge behalten. 


Mittwoch, 23. Mai 2012

Hörtest: Kill Valmer - Shipwrecked

Recht haben sie. Wenn ein Schauspieler eine so durchwachsene Filmografie hat, muss man seinen Namen im Grunde verhunzen. 

Wir erinnern uns: Batman Forever, The Saint, Der Geist und die Dunkelheit. Und im ersten Video zur neuen Tenacious D-Platte tötete eine Kugel ihn wirklich (also im Clip eben). Die Rede ist von Val Kilmer, dessen Namen sich die Stuttgarter Punkrocker von Kill Valmer ausgeliehen haben. „Shipwrecked“ heißt ihre erste Seven Inch – aber nach auf Grund gelaufen klingt da gar nichts. Auch nicht nach ziellos umherdümpelndem Boot. Im Gegenteil: Die wissen schon, wo sie hinwollen. Und mit diesen fünf Songs dürften sie Rückenwind für künftige Kaperfahrten haben.

Extrem partytaugliche Punkrock-Mucke ist das hier, aber nicht platt oder billig. „Voices“ beginnt leichtfüßig und nimmt rasch Fahrt auf, überzeugt mit einem coolen Text („You're calling me a freak“), dicken Gitarren, dickem Bass, prägnantem Gesang und lockerlässigen Drums. Mit „Skeet Surfin“ ist ein nettes Instrumental am Start, viel kräftiger haut aber „New Clothes“ auf die Pauke. So zupackend muss das klingen. Mein Favorit ist „No One Else“, in dem es tiefstapelnd heißt „No One Likes This Music/No One Else But Me“. Bei den Riffs merkt man richtig, wieviel Spaß die Gitarrenfraktion hat, hier Powerchords zu stapeln. Und dann ist da natürlich noch die Trinkhymne „Wasted“, die live ein Abgeh-Garant sein dürfte. Kerniger Punkrock das alles, der klar macht, warum Shirts von Bands wie The Riot Before zum Kleiderschrank der Band gehören.

Kill Valmer machen Spaß und sind live richtig gut. Wer auf der Static Age-Tour im Februar dabei war, kann das sicher bestätigen. Auch mit Bands wie den Cobra Skulls waren Sporty Valmer, Scary Valmer, Baby Valmer und Posh Valmer (so nennen sie sich derzeit auf Facebook, nette Anspielung...) schon unterwegs. Im Herbst sind die Vier dann auch auf Süddeutschland-Tour.

Etwas Abgefahrenes haben sich Kill Valmer für die Veröffentlichung von „Shipwrecked“ einfallen lassen. Am Samstag, 26. Mai, gibt’s eine Release-Party in einer ausrangierten Waschstraße, die momentan von der Stuttgarter Künstlergruppe Edition Randgruppe verwaltet wird (Schauraum Waschstraße). Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Neben einem Live-Set mit vielen Überraschungen gibt’s Punk- und Indierock aus der Konserve vom Heidelberger DJ Martin Weber (Radioaktiv LOUD), das ein oder andere Merchandise-Special sowie eine wilde Party.

Die Seven Inch "Shipwrecked" erscheint am 26. Mai.
Mehr Infos: www.killvalmer.comwww.fb.com/killvalmer und www.youtube.com/user/killvalmer
Hier gibt's noch das Video zu "New Clothes". 

Dienstag, 22. Mai 2012

Video: Ben Schadow - "Ich fall immer auf dieselben Dinge rein"



Mann trägt Bart: Vielleicht hat Ben Schadow es am Flughafen schwerer als andere. Er könnte dann natürlich seine Gitarre auspacken - und sobald er seine melancholisch gedankenverlorenen Songs spielt, würden ihn eh alle lieb haben. Am Freitag ist das Solodebüt des Bernd-Begemann-Bassisten erschienen, das Video dazu heißt wie der Song "Ich fall imme auf dieselben Dinge rein". Oben seht Ihr's.

Montag, 21. Mai 2012

Konzertkritik: Southside Bandcontest der Schwäbischen Zeitung


Wo ist Walter? Auf dem Southside – bald. Beim Bandcontest der Schwäbischen Zeitung hat sich die Band aus Reutlingen das Ticket zum Festival in Neuhausen ob Eck gelöst. Fünf Bands lieferten sich eine Battle um die Gunst von Publikum und Jury. Am Ende reichte es – logo – nur für eine Band. Neue Fans dürften aber alle dazugewonnen haben. So überzeugend wie sie waren. 

Fugitive Dancer.  
Als die Wikileaks-Sache ganz heiß war, gab es auf dem jüngst holprig an die Börse gegangenen Social Network Facebook eine Gruppe, die sich einen völlig skurril witzigen Namen gegeben hatte. „If Interpol Get Their Hands on Julian Assage They Should Make Him Their Bass Player“. Das Profilbild war eine Fotomontage, dass Mitglieder der New Yorker Indie-Rocker Interpol zeigte – und in ihrer Mitte den weißhaarigen Bleichling. Alle hatten eines gemeinsam: Die Vorliebe für dunkle Anzüge und schmale Krawatten. Was das mit dem Southside-Contest zu tun hat? Die erste Band des Abends heißt Fugitive Dancer. Die Band aus Ulm hat ebenfalls ein Faible für schicke Bühnenoutfits, schmale Krawatten – und den flächigen Sound von Interpol, den man in manchen Momenten aus ihrer handwerklich makellos gemachten Musik heraushören kann. Weniger makellos ist ihr Start, da gibt es immer wieder Probleme mit der E-Gitarre. Nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dafür gehen die Leute zu Konzerten. Ohne sowas kann man ja auch gleich CD hören. Opulent und schwelgerisch ist der Sound der Ulmer. Da muss ein Nest sein, oder? Man denke nur an die großartigen Rigna Folk, die vergangenes Jahr im Abdera auf der Bühne standen und zum Southside wollten. Eine weitere Gemeinsamkeit: Es reicht nicht für den Titel. Egal. Keep playing! Ihr seid gut und die Leute wollen Euch hören.

Koloclyphis.
Das gilt auch für Koloclyphis aus Lindau. Da stehen vier Teenager auf der Bühne, der Gitarrist in der Mitte im stilsicheren GWAR-Shirt, der Drummer verkündet das Pennywise-Credo „Fuck Authority“ per Oberbekleidung, der Songschreiber hält sich meist links im Bühnendunkel auf und die Bassistin reißt sich den Posten des Aktivpostens unter den Nagel. „Die hat ihre Jungs ganz gut im Griff“ meint jemand im Publikum, als sie mit ihren charmant-launigen Ansagen das Ganze immer wieder auflockert. Die Gitarren sägen hübsch und es macht Spaß, der Band zuzuschauen und zuzuhören. Alleine wie Daniel Caggegi den Anfang moderiert: „Wir sind Koloclyphis. Der nächste Song heißt...“ Scott Pilgrim anyone? Nice.

Esprin.
Eine Dosis modernen Metal zimmern dann Esprin aus Friedrichshafen zusammen. Experimentierfreudiges wie Tool und Incubus dürfte sich ebenso im Plattenschrank der Band finden wie dicke Riffs von Taproot und Konsorten. Da passiert extrem viel auf der Bühne. Aggressives Shouting, verkopfte Arrangements - und trotzdem voll auf die Zwölf. Das mag in seiner muskelbepackten Männlichkeit nicht (mehr) jedermanns Sache sein, aber live gehen die Häfler mit einem enormen Maß an Druck und Brachialität vor. Erstaunlich, was es an Bands in der Region gibt. Und da denkt man immer, die Zeppelinstadt Friedrichshafen sei in erster Linie Industrie und Bodensee. Nicht ganz.

Walter Subject,
Woher kennt man den Namen Walter Subject? Klarer Fall: The Big Lebowski lässt grüßen. Da droht John Goodman als Walter Sobchak schon mal mit der Welt des Schmerzes, wenn einer beim Bowlen übertritt. Marc Ruff hat durchaus optische Ähnlichkeiten mit dem Bowling-Fanatiker, etwas Mastodon-Style steckt aber auch drin. Und er weiß, wie man ein Publikum auf seine Seite zieht. Mit diesem stoner-infizierten Rock'n'Roll-Gebräu (die Tolle sitzt) bringen die Reutlinger die Leute vor der Bühne ins Schwitzen. Reif für die Festivalbühne, keine Frage.

The Kiss'n'Kills. 
Auch The Kiss'n'Kills machen ihre Sache richtig gut. Der Bläsersatz freut die Ska-Fans, ansonsten fliegt uns ein wohltemperiertes Rock-Brett um die Ohren. Die Ravensburger werfen ähnliche Fragen auf wie Esprin: Sowas gibt’s hier vor Ort? Hossa. Und wo bekommt man Euch sonst so zu Gesicht? Für viele Fans im Publikum wird es sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sie die Band gesehen haben. Auch wenn den Pokal eine andere Band mit nach Hause genommen hat. Wie sagt Jack Black in „School of Rock“ so schön: Es geht nicht darum, Nummer eins zu sein. Es geht darum, eine arschtretende Show zu bieten. Das ist allen fünf gelungen.

The Renates.                            Fotos: Daniel Drescher
Ach ja: Während die Jury die Entscheidung fällt, sorgen als Special Guest The Renates für Sound. Die schräg-sympathische Band von der Alb reißen die Grenzen zwischen Pop, Beat und Rock'n'Roll-Gestus ein, haben optisch etwas zu bieten - und sind trotz angeschlagenem Drummer da. Das ist Einsatz. Eine Band, die man unbedingt wieder sehen möchte.

Mehr Fotos vom Bandcontest gibt es hier zu sehen. Tinnitus Attacks gibt's übrigens auch bei Facebook und bei Twitter


Sonntag, 20. Mai 2012

Fotostrecke: Southside Band-Contest der Schwäbischen Zeitung

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Fünf Bands kämpfen um den Titel: Esprin aus Friedrichshafen, Koloclyphis aus Lindau, Walter Subject aus Reutlingen, The Kiss'N'Kills aus Ravensburg und Fugitive Dancer aus Ulm sind am Samstag (19. Mai) zum Southside-Contest im Abdera in Biberach angetreten. Walter Subject konnten sich durchsetzen und fahren zum Southside.
Special Guest des Abends waren The Renates.

Eine ausführliche Konzertkritik des Abends folgt.

Samstag, 19. Mai 2012

Video zu "Suits Are Dangerous Animals": The Sensitives mit Tourimpressionen



The Sensitives sind ein sympathischer Haufen aus Schweden. Das Trio war unlängst in hiesigen Breitengraden auf Tour - unter dem schönen Motto "At Least We're Going Broke" - und hat die Songs des Debütalbums "Poetry As Hollow As It Can Be" im Gepäck gehabt. Ein  paar Impressionen haben Martin und Anton Bäck sowie Paulina Hjerrton im Video zu "Suits Are Dangerous Animals" festgehalten. Geile Sitzbezüge im Van, oder?

Für Tinnitus Attacks hat die Band kürzlich ein Video-Interview gegeben. Das findet Ihr im Blog-Beitrag zur Band und ihrem Debütalbum.

Freitag, 18. Mai 2012

Hörtest: Hot Water Music – Exister

Da seid Ihr ja endlich. 
Wo wart Ihr denn so lange? 
Ach ja. The Draft. Chuck Ragan solo. Und so weiter. 
Alles gut, alles nötig. Aber endlich wieder Hot Water Music. 

Es ist schon sehr vielsagend, wenn eine Band acht Jahre lang kein neues Album veröffentlicht, aber in der Zwischenzeit nichts an Relevanz verloren hat. Und es ist ja auch offenkundig: Wer sich Bands wie Polar Bear Club, Nothington oder Make Do And Mend anhört, weiß, wo die Einflüsse herkommen. Hot Water Music sind – ist das zu viel gesagt? – Legende. Das wird jeder Tätowierer bestätigen können. Viele haben sie in die Haut geritzt, diese eine Textzeile, die so viel aussagt und so allgemeingültig ist. Live Your Heart And Never Follow. Wer sich daran hält, dem passiert garantiert nicht das, was der Albumtitel andeutet. „Exister“ ist keine englischsprachige Wortneuschöpfung, sondern französisch für „existieren“. geht um jemanden, der einfach da ist, existiert eben, mehr aber auch nicht.

Am Anfang macht sich erst kurz Ernüchterung breit: Die ersten Töne von „Mainline“ sind ok, der Song ist aber kein erstklassiger Opener wie eines „Remedy“ oder „A Flight And A Crash“. Da kommt „Boy, You're Gonna Hurt Someone“ schon besser auf den Punkt mit seinen Rhythmuswechseln. Dann das erste Highlight: „State of Grace“ kennt man schon, aber wie Chuck Ragan bei Zählerstand 0:48 „gooone“ singt und die Töne in die Tiefe zieht, da steht man ungläubig daneben und hebt die Augenbrauen im Takt zur Musik. „Drown In It“ lässt Chris Wollard glänzen, bevor „Drag My Body“ wie ein Chuck-solo-Song daherkommt, den eine Punkrockband covert. Auch das: Makellos. Ein Refrain wie er einem nur ein paar Mal im Leben als Musiker einfällt. „I'm hardly feelin human anymore“, heißt es da. Ja Chuck, das kommt davon, dass Du eine Art Superheld bist, ein Rock'n'Roll-Arbeiter mit Akustikklampfe, ein Bro', der mit seinen Rockbrothers auf Tour geht und das dann Revival Tour nennt. Ein Role Model, das Eigenständigkeit, Verantwortung und Rockbar-Faktor unter einen Hut bringt. Aber ich schweife ab.

Die Vocals, die sich abwechseln, sind natürlich ein wesentlicher Spaßfaktor bei HWM-Platten. Ragan und Wollard müssen fiese Knoten auf den Stimmbändern haben, so rau wie das klingt. Aber auch Jasons Blacks Bass, der elegant dribbelt, voluminös zupackt oder hulk-artig nach vorne prescht, prägt das Ganze. Und George Rebelo ist nicht einfach nur ein Rock-Drummer, sondern spielt Fills und setzt Akzente, die wie die Faust in den Magen passen. Hot Water Music drücken die meiste Zeit aufs Tempo, so auch im Wollard'schen Titelsong, einem extrem muskulösen Stück Musik. Beinah eine Ruhepause ist da „No End Left in Sight“ – kann man das balladesk nennen?

Es ist nicht mehr so rauh wie „No Division“, das ist klar. Aber diese melodiöse Schiene, die die Gainesville-Vier hier beschreiten, steht ihnen gut zu Gesicht – und funktioniert, weil die Band keinen Kompromiss eingeht, sondern einfach die musikalischen Erfahrungen diverser Alleingänge integriert. Die bissige Produktion von Bill Stevenson (Drummer der Descendents) besorgt den Rest. Hot Water Music anno 2012: Gekauft. Eine Bitte allerdings: Lasst uns keine acht Jahre bis zum nächsten Album warten.

„Exister“ von Hot Water Music erscheint am heutigen Freitag, 18. Mai, via Rise Records. Mehr unter http://hotwatermusicdotcom.wordpress.com. Den Song „State of Grace“ konnte man kürzlich bei ZDFneo sehen:

    

Donnerstag, 17. Mai 2012

Hörtest: Ben Schadow – Liebe zur Zeit der Automaten

Debüt eines Langzeit-Musikers: Ben Schadow macht nicht erst seit gestern Musik. Aber das hier ist seine Premiere als Solist. Ziemlich gelungen. 

Was dem Orchester die Bratschenspieler, sind dem Pop die Bassisten: Gerne verulkte Musiker, die immer im Schatten des Konzertmeisters oder des Frontsängers stehen werden. Bassisten seien die Typen, die mit Musikern rumhängen, geht ein gängiger Witz. Man muss gar nicht mal unbedingt Lemmy Kilmister (Motörhead), Steve Harris (Iron Maiden) oder Rodrigo Gonzales (Die Ärzte) heißen, um diesen Gag zu pulverisieren. Ben Schadow mag nicht den Bekanntheitsgrad jener Tiefton-Risen haben, aber diesen blöden Witz muss er sich auch nicht anhören. In den Bands von Bernd Begemann und Dirk Darmstädter hat der Hamburger den Viersaiter gezupft, seit den 90ern ist er als Produzent, Komponist, Arrangeur und Texter aktiv. Gerne im Hintergrund, denn Schadow gehört eher zu den stillen Gewässern - auch wenn er auf Fotos aussieht wie der Zwillingsbruder von Joaquin Phoenix in dessen "I'm Still There"-Phase. Obwohl, passt ja.

Jetzt also mal ins Rampenlicht treten und nicht mehr im Halbdunkel der Bühne bleiben. „Liebe zur Zeit der Automaten“ ist das erste Soloalbum des Songpoeten. Im Titel der Platte klingt E.T.A. Hoffmann durch, der sich zum Beispiel in seiner Erzählung „Der Sandmann“ mit den Begriffen beschäftigt. Während der ersten Töne glaubt man noch, in einer Kirche gelandet zu sein, in der die Beach Boys auf der Empore stehen und ihre A-capella-Fantastereien in die Dunkelheit singsummen. Der eigentliche Opener „Ich fall immer auf dieselben Dinge rein“ klingt dann schon viel weltlicher, über einem locker federnden Beat (mit Schellenkranz,yeah!) entspinnt Ben Schadow eine bittersüße Geschichte über Anziehung und Ignoranz, Anhimmeln und Idiotie. Aber wie soll man auch etwas merken, wenn man ein „Herz aus Holz“ hat?

Dann wird abrupt abgebremst und der Trauermarsch „Gnade trägt man in Särgen“ macht Staunen. Kein Wunder, dass Elliott Smith zu den Einflüssen von Schadow zählt. Aus dieser Melancholie sind solche Songs oder auch das melodisch extrem gelungene „Wie leicht es wär einfach zu bleiben“ gemacht, die aus dem musikalische Meer der Mittelmäßigkeit herausragen. Wer die Weakerthans liebt, könnte auch hier schwach werden (sind das die "Night Windows, die John K. Samson besungen hat, auf dem Cover?).

Schadows Texte sind klug, aber nicht effektheischend kryptisch, simpel, aber nicht platt. Schön dabei auch: Schadow ist kein Sangesgott, er klingt eher wie ein Kumpel, der einem bei ein paar Bier sein Leid klagt. Das alltägliche Beklemmungsszenario „Einer aus Stolz, einer aus Scham“ mit Küchenuhr und stummem Telefon dauert nur 1:58 Minuten und gönnt sich kurz vor knapp ein schwelgerisches Fünfzehn-Sekunden-Gitarrensolo, das raussticht, weil die Gitarre sonst nie so von der Leine gelassen wird. "Was wenn es mich wach entdeckt" (siehe Soundcloud-Embed unten) streicht rastlos umher. Morbide muten Zeilen wie „Jetzt lieber sterben/denn eigentlich kann es ja nicht besser werden“ an. Auch den geträumten Tod besingt Ben. Aber wie da Flötenklänge und ein sonniger Gitarrenklang drüberliegen, das ist ein krasser Kontrast.

Das Album klingt mit einer Reprise aus, die wie ein 60er-Jahre Musical mit Jimi Hendrix an der völlig entspannt glockenhellen Gitarre wirkt. Eine halbe Stunde ist vergangen. Wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sich gut unterhält.

"Liebe zur Zeit der Automaten" von Ben Schadow erscheint am 18. Mai via Tonzone Records. Mehr: www.facebook.com/benschadow



Hier noch die aktuellen Tourdaten:

Tourdaten Zum Albumrelease: Ben Schadow Band plus Pele Caster

22.05. Dresden - Zille
23.05. Hildesheim - VEB Club
24.05. Erfurt - E-Burg , Cafe Duck Dich (open air)
25.05. Berlin - Valentinsstüberl (Neu-Kölln)
26.05. Halle - Brohmers
27.05. Kiel - Prinz Willy
30.05. Hamburg - Zentrale (Spätkonzert, n.d. Theatervorstellung)
01.06. Frankfurt - das Bett
02.06. Mannheim - O-Ton
03.06. Tübingen - tba
04.06. München - 8 Below
05.06. Stuttgart - Zwölfzehn
06.06. Dortmund - Pauluskirche
07.06. Köln - Theater/dieWohngemeinschaft
08.06. Itzehoe - Lauschbar

Mittwoch, 16. Mai 2012

Die Ärzte: Neue Single "M&F" mit klasse B-Seiten



Die neue Single von Die Ärzte erscheint am Freitag, 18. Mai. BelaFarinRod haben sich "M&F" dafür ausgesucht, ein Lehrstück über das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Discogänger. War irgendwie klar, dass sich die Radiosender auf den Song stürzen. Schon traurig. Du kannst intelligente Kritik üben, tiefsinnige Anspielungen machen und man wird Dich ignorieren. Aber sobald du was sagst nach dem Motto "Männer können nicht zuhören und Frauen parken nicht ein", hören Dir alle zu. Wobei DÄ mit dem Song über jeden Zweifel erhaben sind, weil der Text einfach gut ist. Aber man kann schon drauf warten, dass der Song durchgenudelt wird wie eins "Männer sind Schweine", von hier bis Malle überall durch die Boxen und befürchtenswerterweise von fünftklassigen Alleinunterhaltern gecovert wird - und dann von der Setlist der Die Ärzte fliegt. Oder ist das jetzt Kulturpessimismus? Egal.

Oben seht Ihr übrigens das Video zu "Endstück des Eros" und unten das zu "Generation Ä" (was für ein Text!!), den B-Seiten von "M&F".

Eine Rezi zum neuen DÄ-Album "auch" findet Ihr hier, die gesammelten Videos dazu an dieser Stelle.

Dienstag, 15. Mai 2012

Amanda Palmer: Neues Album "Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra" kommt im September



Gute Nachrichten für alle Fans von Amanda Palmer: Ein neues Album ist in Sicht. Es heißt "Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra" und wird im September erscheinen. Ihr erstes Soloalbum "Who Killed Amanda Palmer" hat vier, ihr letztes Dresden-Dolls-Werk "Yes, Virginia" sechs Jahre auf dem Buckel.

Amanda Palmer ist eine der faszinierendsten Persönlichkeiten der alternativen Musikszene. Sie legt sich schon mal mit der holländischen Polizei an oder spielt mit anderen Musikern zusammen acht Songs in acht Stunden ein.

Das Album wird über Fundraising finanziert. Die Marke von 100000 Dollar knackte man innerhalb von sieben Stunden, aktuell stünde das Projekt bei kurz vor der 700000-Dollar-Mauer. Das vermeldet die Promoagentur. Ein paar Gigs soll es im Sommer in den USA und Europa auch geben.

In einer Pressemitteilung zum neuen Album heißt es: "Eine wichtige Rolle bei dem gesamten Projekt spielen auch über 30 beteiligte Künstler (u.a. Conrad Keely von ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead), die inspiriert durch die Amandas Musik wiederum eigene Kunst erschufen. Diese Werke werden als Art Book Teil des Albums sein, sind aber in einer Ausstellung am 12. Juni in Berlin bereits vorab zu sehen."

Im Video oben gibt uns Nail Gaimans Frau Amanda Palmer Infos zum Album - und ein kleines Manifest zum DIY-Gedanken.

Montag, 14. Mai 2012

Rock am See: Zeitplan ist online

Der Zeitplan für Rock am See in Konstanz steht. Heute ging er über Facebook raus.
Und so sieht das aus:

11.00 Uhr: Einlass / doors open
13.00 Uhr – 13.40 Uhr: Itchy Poopzkid
14.00 Uhr – 14.40 Uhr: Jupiter Jones
15.00 Uhr – 16.00 Uhr: Angels & Airwaves
16.20 Uhr – 17.20 Uhr: Flogging Molly
17.50 Uhr – 18.50 Uhr: Social Distortion
19.20 Uhr – 20.30 Uhr: Beatsteaks
21.00 Uhr – 23.00 Uhr: Green Day

Dass das eine riesige Punkrockparty wird dieses Jahr, ist klar. Ich hab im Vorfeld ein Interview mit Dieter Bös geführt, Geschäftsführer der Konzertagentur Koko & DTK Entertainment. Hier könnt Ihr es lesen, falls Ihr es noch nicht kennt.
Mehr Infos unter www.rock-am-see.de.

Hier noch ein Video von der Band, auf die ich mich am meisten freue:

Sonntag, 13. Mai 2012

Laura Jane Grace: Das Interview im Rolling Stone unter der Lupe

Tom Gabel ist Vergangenheit. Die Zukunft gehört Laura Jane Grace. Die Nachricht verbreitete sich vergangene Woche in Windeseile: Im Interview mit dem Rolling Stone machte Tom Gabel öffentlich, dass sie ihr Leben künftig als Frau leben wird. Kurios: Auf einmal ist eine Punkband aus den USA, die die meisten Massenmedien vorher komplett ignoriert haben, Thema. Von Spiegel online über Welt online bis zur Bild-Zeitung (die das Thema auf gewohnt qualifizierte Weise behandelte...) - plötzlich schreiben alle über eine meiner absoluten Lieblingsbands.

Tom Gabel beim Pirate Satellite
Festival in Stuttgart.
                     Foto: Daniel Drescher

Am Freitag (11. Mai) erschien der komplette Artikel unter dem Titel „The Secret Life Of Tom Gabel“ in der US-Ausgabe des Rolling Stone. Die Geschichte ist richtig gut. Autor Josh Eells geht mit der gebotenen Sensibilität an das Thema heran, arbeitet Schlüsselmomente und Konsequenzen der schicksalhaften Erkenntnis heraus. Wir erfahren, dass Laura seit ihrer Kindheit das Gefühl hatte, im falschen Körper zu stecken. Zum ersten Mal kamen diese Gedanken, als sie vier oder fünf Jahre alt war. Auch die Textzeile aus „Searching For a Former Clarity“ erklärt sich nun besser: „Confessing Childhood Secrets/Of Dressing Up in Women’s Clothes/Compulsions You Never Knew The Reasons To.” Überhaupt beleuchtet der Artikel Dinge, die rückblickend mehr Sinn ergeben. Im Grunde kann man sogar den Bandnamen „Against Me!“ deuten. Auch, dass Laura mit der Rolle des aggressiven männlichen Punk-Fronters nicht viel anfangen konnte, wird klar. Vom Outing innerhalb der Band wird erzählt, ebenso, wie Heather Gabel – Lauras Frau – auf das Geständnis reagierte. Ziemlich cool übrigens.

Dann trifft sich der Autor zum ersten Mal mit Laura Jane Grace. Noch fühlt sie sich wie eine verkleidete Frau, aber zum Erscheinungszeitpunkt des Interviews nimmt Laura Hormone und bereitet sich mental auf eine Geschlechtsumwandlung vor, die schließlich und endlich folgen soll. Laura sähe aus wie Tommy, nur schöner, schreibt Josh Eells, und: „Pretty badass.“

Und auch die große Frage, wie es mit der Band weitergehen wird, ist nun beantwortet. Sie könne kaum abwarten, erstmals als Frau auf der Bühne zu stehen: „Wie wild unsere Band auch in der Vergangenheit war, stell Dir mich vor, 1,88 Meter groß, mit Absatzschuhen, wie ich verdammt nochmal jemandem ins Gesicht schreie", heißt es in dem Artikel.

Dass dieser Schritt sehr viel Mut erfordert und es sicher nicht ganz einfach wird, zeigen die Kommentare unter dem Vorab-Artikel über das Interview. Neben Unterstützung gibt es dort auch sehr viele User, die aus ihrem geistigen Kleingärtnertum keinen Hehl machen.

Sehr schön deshalb auch die letzte Passage der Stone-Story, in der es um einen eventuellen Umzug nach LA oder New York geht – weil das derzeitige Umfeld der Familie Gabel eher konservativ ist. Laura möchte mit ihrer Frau und ihrer Tochter an einem Ort leben, wo die Leute keine „AIDS kills Fags dead“-Aufkleber auf den Autos haben. Es gäbe bereits Leute, die ihre Frau für eine Satanistin halten und in der Öffentlichkeit für sie gebetet hätten – weil sie schwarz trägt. Laura: „Warte nur, bis sie mich sehen.“

Sonntags-Matinée: All The Young – Welcome Home

Das drängt sich natürlich auf: Zwei britische Brüder und ihre Rockband. Da kommen die Oasis-Vergleiche schneller als der nächste Royal-Tratsch. Aber Oasis haben sich selber mit ihrem Bruderzwist ins Aus katapultiert und der Rock’n’Roll-Thron auf der Insel ist verwaist. All The Young – ein Quartett um die Brüder Ryan und Jack Dooley - hätten sicher nichts dagegen, darauf Platz zu nehmen. Dafür mag es noch zu früh sein, aber: Dass das hier ein Debütalbum sein soll – darauf wäre man beim Hören nicht gekommen.

Nun erliegt man dem Charme von britischen Rockbands ja ohnehin schneller, allein weil der britische Akzent wesentlich sexier ist als alles andere. Siehe Maximo Park. Aber dieses Quartett hier aus Stoke-On-Trent hat auch die passenden Songs dazu. Wie das schon losgeht mit „Another Miracle“. Gitarren galore. Die dominieren hier alles – aber auch die anderen Musiker haben etwas zu sagen.

Der warm wallende Bass von Jack Dooley und die knackigen Drums von Will Heany – dann die Stimme von Ryan Dooley, von der man sich gerne morgens gute Nachrichten  vorlesen lassen würde, wenn es denn welche zu vermelden gäbe. „Today“ fängt tanzbar an, kippt dann aber doch in Richtung Stampfrock. Dann der erste Hit, der sich „The First Time“ nennt. „Thank You For Coming Round, Thank You For Taking The Time and Thank You For Listening To Me.“ Ja kein Ding, wenn die Platte so großartig ist. Britisches Understatement? Hier finden sich hallende Gitarrenscapes, wie sie die Editors vor ihrem Elektro-Schwenk so wunderbar hinbekamen, donnernde Riff-Riesenräder von Gitarrist David Cartwright und Melodien, bei denen man nicht denkt, dass man sie schon hundertmal anderswo gehört hat. Glanzstück auch „New Education“ mit seiner Akustikgitarre und dem Anlauf nehmenden Songaufbau. Das Titelstück schwingt sich langsam auf und steigert sich gegen Ende in einen wahren Rausch. Sieht alles nach einer neuen Lieblingsband im Plattenschrank aus. Apropos Aussehen: Schick sind sie auch noch. Die Insel hat einfach schon immer Stil gehabt.

Die massive Produktion hat Garth Richardson (Rage against The Machine, Biffy Clyro) besorgt. Diese Platte zelebriert die Kunst, simpel, aber nicht einfallslos zu sein, wuchtig, aber nicht hohl, melodiös, aber nicht kitschig. Keine Frage: Mit dieser Platte bewirbt sich die Band um die großen Bühnen. Auf Festivals dürfte das richtig gut werden. Wer zufällig zum Southside geht: Da spielen sie. Wir sehen uns dort.

„Welcome Home“ von All The Young erscheint am 18. Mai via Rykodisc (Warner). Auf der offiziellen Internetseite der Band kann man sich ein Live-Album kostenlos herunterladen.  Hier seht Ihr noch die Videos zu „The First Time“ und "Welcome Home".

Freitag, 11. Mai 2012

Hörtest: Off – Off

Was ein roher Brocken. Keith Morris hat einst die Circle Jerks und Black Flag mitbegründet. Jetzt haut er uns gemeinsam  mit Dimitri Coats (Burning Brides), Steven McDonald  (Redd Kross / Beck), Mario Rubalcaba (RFTC / Hot Snakes) einen musikalischen Sprint um die Ohren: 16 Songs in 16 Minuten. Habt Ihr kurz Zeit? Soviel Zeit muss sein. 

Der längste Song dauert gerade mal 1:38, aber auch in 42 Sekunden kann alles gesagt sein.

Man kennt das von diesen lustigen Grindcore-Bands: „Der nächste Song heißt GGRRRRRMMMMOOPPPPPFFFFFARARRRRRRHGGHHHHHHH!“ Und dann ist er auch schon wieder rum. Keith Morris kommt aus der ursprünglichen Hardcore-Bewegung und hat die Schnauze voll von zu Tode produzierten Alben, ausgefeilten Arrangements. Es sind kurze Songskizzen, Fragmente, die hieran uns vorbeifegen wie ein Laster, der das Tempolimit dreifach gebrochen hat. Keith Morris klingt wie kurz vor dem Durchdrehen, der Sound ist angenehm roh.

 In den ersten Momenten des Openers „Wiped Out“ dachte ich noch kurz an ganz frühe Hellacopters, dann kam „I Got News For You“ und nichts steht mehr fest. „King Kong Brigade“ irritiert mit seinem cleanen Anfang und dem Bass, dann haut es uns wieder von den Füßen. Am Ende lacht Keith Morris irre und presst einen Schrei aus den Stimmbändern, der das Mikro völlig überfordert. Eine Platte, die notwendig ist.

Die selbstbetitelte Platte von Off erscheint am heutigen Freitag, 11. Mai, auf Vice Records. Streamen kann man sie bei Spin online.
Offizielle Internetseite: http://offofficial.com.


 Live kann man die Band an folgenden Terminen erleben: 
08.06. Leisnig - SuckSummer Festival
09.06. Münster - Vainstream Rockfest
10.06. Köln - Underground
12.06. Hamburg - Hafenklang


Hier noch das Video zu Wiped Out: 

Donnerstag, 10. Mai 2012

Make Do And Mend enthüllen neuen Song "Lucky"

James Carroll mit Make Do And Mend im Club Vaudeville 2011.
                                                                                 Foto: Daniel Drescher

Die Neuengland-Postcoreler Make Do And Mend haben einen ersten Song vom neuen Album "Everything You Ever Loved" aus dem Sack gelassen. In der "Rock Show with Daniel P Carter" auf BBC gibt es "Lucky" zu hören. Wer zum Zählerstand bei einer Stunde und 26 Minuten vorspult, kann den Song hören. Klingt weniger hardcore-mäßig als alles auf dem vorigen Album "End Measured Mile". Steht ihnen aber gut zu Gesicht. Kein Zweifel: Es wird gut. Vergangenes Jahr waren Make Do And Mend Support von Hot Water Music. Und da hab ich mich auch in die Band verliebt. "Everything You Ever Loved" soll am 19. Juni via Rise Records erscheinen.

Muss man kennen: Hey Rosetta!



Sie machen Werbung für sich selbst. Es ist ein wirklich winziges Miniporträt in etwas mehr als 2 Minuten. In einem neuen EPK-Video von Hey Rosetta! zeigt sich die Indie-Band aus Kanada von ihrer besten Seite, gedankenverloren, naturverbunden, bühnenbegeistert.  Aber das ist ok - denn die Platte gibt's voll und ganz her. "Seeds" ist eines der bisherigen Highlights 2012. Wer meine Rez idazu noch nicht gelesen hat: Hier entlang, da gibt's auch einen Song im Videoclip zu sehen.

Tenacious D lassen den Phönix steigen: Hörtest plus Videos

Der Phönix hat sich gut gehalten: Tenacious D sind wieder da - und haben mit "Rize of the Fenix" ein wirklich gutes Album zusammengebastelt. Was Jack Black und Kyle Gass bisher unter diesem Namen veröffentlicht haben - es steht in meinem Regal. Nostalgischer Fanboy-Moment, der mir zeigt, das auch ich älter werde: Die "Masterworks" war meine erste DVD. Davor hatten wir Videos...kennt noch jemand Videos? Aber im Ernst: Die neue Tenacious D ist gelungen. Eine Rezi von mir ist am Dienstag, 8. Mai, auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnt Ihr sie lesen.

Und hier noch zwei großartige neue Videos: Eins zum Titelsong, das sehr Monty Python-mäßig wirkt, und die klasse Geschichte über den "Roadie".
Tenacious D -- Rize Of The Fenix - MyVideo

Mittwoch, 9. Mai 2012

Aus Tom Gabel wird Laura Jane Grace: Against Me!-Sänger outet sich als transsexuell

Tom Gabel solo auf der Bühne beim Pirate Satellite Festival.
                                                                                       Foto: Daniel Drescher 
Tom Gabel, Sänger der amerikanischen Punkrocker Against Me!, hat sich im Interview mit dem Rolling Stone als transsexuell geoutet. Wie das Magazin am 8. Mai berichtete, werde Gabel bald mit der Einnahme von Hormonen beginnen. Auch seinen bisherigen Namen wird der Sänger ablegen und gegen den Namen Laura Jane Grace eintauschen. An der Ehe mit seiner Frau Heather wird sich nichts ändern. Tom Gabel sieht diesem Prozess auch ängstlich entgegen. Dem Rolling Stone sagte er: "I'm going to have embarrassing moments," says Gabel, "and that won't be fun. But that's part of what talking to you is about – is hoping people will understand, and hoping they'll be fairly kind." Die komplette Geschichte kann man ab 11. Mai in der US-Ausgabe des Rolling Stone lesen.

Vor diesem Hintergrund ergeben manche Songs der Band auf einmal einen neuen Sinn. "The Ocean" etwa vom 2007er-Album "New Wave". Da singt Tom Gabel: "And if I could have chosen, I would have been born a woman/My mother once told me she would have named me Laura/I'd grow up to be strong and beautiful like her/One day, I'd find an honest man to make my husband/We would have two children, build our home on the Gulf of Mexico/Our family would spend hot summer days at the beach together/The sun would kiss our skin as we played in the sand and water/And we would know we loved each other without having to say it."

Reaktionen haben nicht lange auf sich warten lassen. Via Twitter unterstützen The Gaslight Anthem Tom Gabel mit einem Zitat aus seinem Solo-Song "Harsh Realms":  "It's a harsh realm... don't abandon me." - we got you buddy. Auf ihrem Tumblr widmen sich Brian Fallon und Co. diesem Thema ausführlicher. "So Tom’s gonna be Laura now… and in 2012 I still find people on the internet commenting  on another persons life how they insult and condemn a person for his choices." Wer sich die Kommentare zum Artikel bei Punknews anschaut, dem wird klar, wovon The Gaslight Anthem reden.

Auf seine unnachahmliche Art hat NoFX-Chef Fat Mike die Nachricht kommentiert:  "It makes sense now why Against Me called me last week and asked if they could cover My Vagina." 

Vinyl-Gimmick: The Gaslight Anthem streamen "45"

Wem da nicht das Herz höher schlägt, sollte sich
mal durchchecken lassen: The Gaslight Anthem
und ihr nettes Vinyl-Gimmick. Screenshot: Tinnitus Attacks
Weil ihr neuer Song "45" zwar in den USA, aber noch nicht in Europa via iTunes verfügbar ist, haben sich The Gaslight Anthem eine charmante Idee einfallen lassen. Auf ihrer Internetseite kann man den Plattenspieler anwerfen und dem schwarzen Gold beim Rotieren zusehen (siehe Screenshot). Eine ähnliche Idee hatten kürzlich die Foo Fighters: Die haben einen Stream ihres Auftritts beim Reading-Festival 1995 online angeboten und dazu das Design eines alten Kassettenrekorders benutzt. Ich muss nicht extra erwähnen, dass ich beide Arten, Musik zu hören, wesentlich schöner finde als Downloads, Streams und Cloudgedöns. Ich meine, was machen wir, wenn die externe Festplatte crasht, auf der die MP3s gespeichert sind? Was passiert, wenn die Cloud gehackt wird - oder es zu regnen anfängt? Und kommt mir jetzt nicht mit Bandsalat. Naja. Zum Glück hat man ja die Wahl. Ich mag Wolken lieber am Himmel. Der Ironie, dass ich solche Gedanken in einem Weblog aufschreibe, bin ich mir bewusst.

Dienstag, 8. Mai 2012

Maximo Park mit neuem Video "Hips and Lips"

Das neue Video von Maximo Park ist da! In "Hips and Lips" spielt Thomas Turgoose ("This is England") einen großen Fan der Band, der ein Homevideo dreht und dabei ein paar sehr spezielle Gäste im Zimmer hat.

Das neue Album der britischen Band erscheint am 11. Juni und nennt sich "The National Health". Produziert hat es Gil Norton, der auch schon für die Foo Fighters und die Pixies gearbeitet hat.

Neue Hot Water Music 7'' noch vor VÖ vergriffen

Chuck Ragan mit Hot Water Music beim
Pirate Satellite Festival. Foto: Drescher

Wow, das ging ja schnell: Eine neue Seven Inch von Hot Water Music ist nach wenigen Tagen bereits vergriffen - noch vor dem Erscheinungstermin. Bevor am 18. Mai das neue Hot Water Music Album "Exister" erscheint, kommt am 14. Mai eine neue Vinyl-Single raus. Sie enthält den Song "Drag My Body" und ist auf 400 Stück limitiert. Die Siebenzoll-Platte erscheint als weißes Vinyl mit rückseitigem Siebdruck. Man kann davon ausgehen, dass es sich dabei um ein zukünftiges Sammler-Kleinod handeln wird. Erhältlich ist die Platte via Uncle - beziehungsweise nun wohl eher via Ebay.

Kein Wunder: Hot Water Music sind immer noch großartig, wie sie etwa beim Pirate Satellite Festival jüngst unter Beweis gestellt haben.

Samstag, 5. Mai 2012

Wenn der Piratensatellit dem Plattenschrank Neues beschert

Kurze Nachlese zum Pirate Satellite Festival vergangene Woche in Stuttgart: Neben den Bands, von denen eh schon alles in meinem Schrank steht - Hot Water Music, Alkaline Trio, diverse Soloplatten von Chuck Ragan und Tom Gabel - haben zwei Dinge an diesem Tag besonders herausgestochen. Da war zum einen Dave Hause, den ich bisher zwar kannte, aber nicht so großartig fand wie etwa Frank Turner. Das hat sich geändert. Dave Hause war der Motor in vielen Momenten, etwa, als er am Ende des Hot Water Music Gigs bei "Trusty Chords" die Vocals übernommen hat. Abe auch beim Akustik-Set hat er seine Fronter-Qualitäten gezeigt. Diese Vene auf seiner Stirn...Rock'n'Roll Held der Arbeit. Ganz im Ernst. Also: Soloplatte gleich dort mitgenommen, Loved Ones bestellt. Video siehe oben.

Und dann waren da noch Red City Radio. Mit denen hab ich mich noch nicht so sehr beschäftigt, aber sie waren grandios. Das Video unten zeigt's ganz deutlich. Die Platten sind schon auf dem Weg zu mir.

Das ist das Schöne an Festivals: Man geht hin, um bestimmte Bands zu sehen, und bringt ein paar neue Lieblinge mit nach hause.

Einen ausführlichen Konzertbericht vom Tag 1 und massig Fotos findet Ihr hier auf Tinntitus Attacks unter dem Label Pirate Satellite Festival.

Freitag, 4. Mai 2012

Hörtest: Matt Skiba & the Sekrets – Babylon

Wer nicht auf das nächste Album des Alkaline Trio warten will: Matt Skibas neuester Solostreich klingt wie ein Zwilling seiner Hauptband. Die Sinnfrage wird von massiven Gitarren und guten Melodien in den Orkus katapultiert. Matts Stimme besorgt den Rest.

Stimmen im Kopf und lebende Tote gleich im ersten Song, dazu ein paar Alibi-Keyboards, die in Interviews als 80er-Einflüsse verkauft werden: Wenn das nicht nach ALK3 klingt, weiß ich auch nicht. Aber egal: „Voices“ frisst sich fies in den Gehörgängen fest, „All Fall Down“ tut es ihm gleich. Babylon, nackte Frauen mit Tierschädeln – Skiba steht auf verqueren Schnack und warum auch nicht. Dieses Bündel Solosongs toppt Vieles von „Agony & Irony“ und manches von „This Addiction“.

 Dass AFIs Hunter Burgan am Bass und Jarrod Alexander von My Chemical Romance an den Drums mitwirken, ist schön – große hörbare Akzente setzen die Musiker aber nicht. Auch wenn sie ihre Sache gut machen. Insofern ist es ein Soloalbum. Klar, Skiba ist halt auch ein prägnanter Songwriter. Schon erstaunlich: Man könnte Stagnation wittern, Bequemlichkeit - aber das Album funktioniert, gefällt und wird nicht langweilig. Vermutlich, weil man auch nie genug Songs von Alkaline Trio haben kann.

Und es gibt ja auch Überraschungen. Im „Luciferian Blues“ nimmt Matt den Fuß vom Gas, „You“ ist fast schon Schlager. Depeche Mode lassen in „Falling Like Rain“ grüßen und das coole Wortspiel „Angel of Deaf“ endet mit einem sonoren Brummen, bei dem man denkt, irgendwas sei mit den eigenen Ohren nicht in Ordnung. „I Can't Hear A Goddamm Thing“? Wär ja schade drum.

"Babylon" von Matt Skiba erscheint am heutigen Freitag, 4. Mai, via Superball Music. Mehr: www.facebook.com/mattskibaandthesekrets

Hier noch ein Videointerview von Absolute Punk:

Donnerstag, 3. Mai 2012

SZene-Hörtest: Donots - Wake The Dogs

Schlafende Hunde soll man nicht wecken, heißt es. Den Donots sind solche Regeln sicher völlig egal. Seit sie ihr enges Poppunk-Korsett abgestreift haben, ist alles möglich. Das fing mit "Coma Chameleon" (2004) an, ging mit "The Long Way Home" weiter und jetzt ist "Wake The Dogs" da. Ibbenbüren bleibt weiter Rock City. Eine Rezension von mir dazu ist am Mittwoch, 2. März, auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Klickt auf das Bild um das Resultat zu sehen. Falls nicht lesbar: Mit Rechtsklick "in neuem Tab öffnen". Dann kann man zoomen.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Konzertkritik: Pirate Satellite Festival. Tag 1.



Pirate Satellite Festival. Tag 1. 
LKA Longhorn.
Samstag, 28. April 2012.
Text und Fotos: Daniel Drescher.

Cobra Skulls: 


Ein bisschen wirken sie wie aus einer anderen Zeit. Mag an den blondierten Haaren von Devin Peralta liegen. Die Cobra Skulls machen ihre Sache gut, haben aber das Pech, noch früh am Tag zu spielen, während die Hitze draußen heftig ist. Das Publikum ist überschaubar, aber sie schlagen sich wacker. That's Punkrock! Mehr Fotos: hier.

Red City Radio: 


Mal wieder eine Band mehr auf dem Muss-ich-noch-was-von-kaufen-Radar. Red City Radio kommen aus Oklahoma, sehen aus wie Nerds und Sympathiespacken und überzeugen mit ihrem vorpreschenden Punkrock. Gute Melodien und der Eindruck, dass sie etwas bewegen wollen, - so muss das sein. Mehr Fotos: hier.

Atlas Losing Grip: 

Gott ist tot. Tut was Du willst soll das einzige Gesetz sein. Rodrigo Alfaro war mal bei den Satanic Surfers. Und auch bei Atlas Losing Grip liegt ihm die Religionskritik am Herzen. Im Muskelshirt und mit raspelkurzen Haaren sieht er aus wie Jack Shepherd aus J.J. Abrams Geniestreichserie LOST. Seine Gitarrensidekicks könnten auch bei Velvet Revolver spielen (lange blonde Haare) oder bei Mando Diao (braune Haare, Mando Diao-Style). Die Energie, die ATL entfesseln, ist klasse. Obwohl sie auch bloß fünf sind, ist immer was los auf der Bühne. Unverbrauchte Melodien und Alfaros Stimme – eine perfekte Kombination. Mehr Fotos: hier.

Nikola Sarcevic:

„Nicola Sarkozy brauchen wir hier nicht“, sagt der Ansager, der über lustige Verwechslungen sinniert. Der glatzköpfige Schwede darf sonst den Skatecore von Millencolin stimmlich tragen. Akustisch ist er ok und wird auch ordentlich beklatscht, aber irgendwie hat man das Gefühl, dass eben nicht jeder Punkrocker automatisch auch ein guter Akustik-Songwriter ist. Sympathisch wirkt er aber allemal. Vielleicht ist es auch ungünstig, dass er vor den sehnlichst erwarteten Vieren auftritt, die dann zeigen, wie es richtig geht. Mehr Fotos: hier.



Chuck Ragan, Dave Hause, Tommy Gabel und Dan Adriano – Acoustic Set

Manchem fällt die Kinnlade auf Kniehöhe, als er auf den Zeitplan schaut. Drei Stunden Akustik-Set? Alleine dafür würde man den Preis des Tagestickets bezahlen. Eine Revival-Tour, die sich nicht Revival-Tour nennt. Am Ende werden alle glückselig vor der Bühne stehen, nicht ganz glaubend, was sie gerade gesehen haben. Immer wieder kommen die Musiker in wechselnder Konstellation auf die Bühne, Chuck Ragan und Dave Hause, mal sind sie solo da, dann lockt der bärtige Hüne Jon Gaunt seltsam liebliche Klänge aus seiner Geige, an anderer Stelle übernimmt Joe Ginsberg Gitarre und Gesang. Die Songauswahl lässt keine Wünsche offen. Chuck Ragans (Hot Water Music) erdige Mahnworte wie „Cut 'Em Down“ oder „For Broken Ears“ werden vom kurzen Dylan-Zitat „The Times They Are A-Changin'“ unterbrochen. Dave Hause (The Loved Ones) zollt The Hold Steady Respekt, in dem er kurz „Constructive Summer“ anreißt. Seine Hymne „C'Mon Kid“, in der mancher Jesse Malins „Burning The Bowery“ wiedererkennen will, reißt mit, das folkige „Prague (Revive Me)“ rennt offene Türen ein. Überhaupt Dave Hause: geboren für die Bühne, gesegnet mit einem Charisma. Venen auf Daves Stirn treten hervor, wenn er sich anstrengt – also dauernd. Dagegen wirkt Dan Adriano (Alkaline Trio) wie ein gemütlicher Straßenmusiker, der lieber mit geschlossenen Augen auf der Bühne steht. Tommy Gabel kann da schon eher mithalten. Der Against Me!-Sänger verausgabt sich ähnlich wie Hause beim Singen, was bei angepissten Songs wie „White Crosses“, dem neuen „Black Me Out“ oder dem düsteren „Dead Friends“ ja kein Wunder ist. Beim A-Capella-Song „On The Bow“ stehen dann alle zusammen auf der Bühne. Instrumente braucht es da nicht, dass man in Tränen und Freudetänze gleichzeitig ausbrechen will. Wie schön, dass in dieser Szene Zusammenhalt zählt – und nicht der Futterneid.
Mehr Fotos: hier.

Alkaline Trio: 


Schade. Da wäre mehr drin gewesen, hätte Günther Netzer wohl gesagt. Alkaline Trio leiden an einem breiig abgemischten Sound, der kaum Gesang durchlässt – vor allem wenn man Lärmschutz in den Ohren hat. Bedauerlich. Denn die Band ist gut. Matt Skiba sieht richtig fies aus mit seinem Kajal. Ein bisschen wie Voldemort, fällt mir hinterher auf etlichen Fotos auf. Dafür ist vor allem seine pflegeleichte Frisur – eine Glatze – verantwortlich. Das Trio mit den zuckersüßen Melodien und den bitterbösen Texten spielt ein Set mit Songs von „Good Morning“, „Maybe I'll Catch Fire“ und anderen älteren Alben, vom noch aktuellen „This Addiction“ gibt’s nur den Titelsong und  „Agony & Irony“ wird komplett ignoriert. Trotzdem zündet der Gig so richtig nicht – eben wegen des bereits erwähnten Sounds. Mehr Fotos: hier.

Hot Water Music: 

Die Postcore-Band aus Gainesville reißt dann nochmal das Ruder herum. Hot Water Music schaffen es, die müden Massen nochmal zu mobilisieren, trotz Sommerhitze, Saunafeeling und stundenlangem Stehen. Der Einstieg mit Remedy ist gewohnt abrupt, gleich am Anfang des Sets kommt Alkaline-Sänger Matt Skiba für ein kleines Gastspiel auf die Bühne. Das in zwei Wochen erscheinende Album „Exister“ kommt mit drei Songs zu Ehren, „State of Grace“ und „Drag My Body“ sind mit ihren melodieverliebten Refrains aber auch echte Goldstücke. Gegen Ende kommt Dave Hause auf die Bühne und übernimmt die Vocals bei „Trusty Chords“. Was für eine geborene Rampensau. Während bei Hot Water Music allenfalls Jason Black über die Bühne turnt, zeigt der Loved-Ones-Fronter den Heißwassermusikanten, was Ausrasten heißt. Sehr sympathisch: Hause singt den Song nicht einfach nach, er wirft sich komplett in dieses Stück Musik und macht den Eindruck, dass es ihm jede Menge bedeutet, mit Chuck Ragan und Co. auf der Bühne zu stehen. Völlig verzückt auch die Fans vor der Bühne. Bei „Wayfaerer“ sind alle Arme in der Luft, die „Ooohooos“ werden zigfach mitgesungen. Nur der große Hit fehlt: Kein „It’s hard to know“. Aber vielleicht heißt „Live your heart and never follow“ eben auch, den eigentlich unvermeidlichen Song einfach wegzulassen.
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