Dienstag, 28. Februar 2012

Chuck Ragan verschenkt Bonustrack "Camaraderie of the Commons"

Chuck Ragan, hier mit Hot Water Music, in Lindau 2011.
                                                           Foto: Daniel Drescher
Song zu verschenken: Chuck Ragan bietet einen Bonustrack seines Albums "Covering Ground" als Gratis-Download an. Via Rollingstone kann man sich "Camaraderie of the Commons" aus dem Netz saugen. Dort gibt es auch eine Erklärung, was es mit dem Song auf sich hat. Mit Mundharmonika und langsamem Picking wirkt der Song noch Dylan-mäßiger als die Coverversionen, die Ragan kürzlich ebenfalls als Gratis-DL angeboten hat.  Kurios: Was Ragan als Bonustrack Monate nach der Veröffentlichung verschenkt, darauf wären andere so stolz, dass sie eine Single daraus machen würden. Ragan bleibt halt weiter bodenständig und bescheiden, auch wenn er für viele in der Szene ein Vorbild ist.

Das Bild von hier stammt übrigens vom Konzert mit Hot Water Music in Lindau vergangenes Jahr - und ist bisher unveröffentlicht.

Montag, 27. Februar 2012

Marilyn Manson spielt auf dem Poolbar Festival in Feldkirch

Pack die Badehose ein: Marilyn Manson tritt am 16. Juli
im Alten Hallenbad in Feldkirch auf. Foto: Universal Music
Da haben die Organisatoren des österreichischen Poolbar-Festivals aber einen dicken Fang an Land gezogen: Marilyn Manson, Schockrocker, Berufsprovokateur und Rotes Tuch für christliche Fundamentalisten, spielt am 16. Juli in Feldkirch. Brian Warner und seine Industrial-Rock-Truppe sind berühmt-berüchtigt, locken bei vielen Auftritten radikale Moralapostel immer noch hinter dem Ofen vor und haben mit Alben wie "Antichrist Superstar" Gold und Platin abgestaubt. Songs wie "The Beautiful People", "Rock is Dead" oder Coverversionen wie "Tainted Love" oder "Sweet Dreams" gehen auf ihr Konto. In Michael Moores "Bowling For Columbine" zeigte sich der Künstler, den Nine Inch Nails-Kopf Trent Reznor anfangs protegierte, als intelligenter und sensibler Gesprächspartner - und strafte seine Kritiker damit Lügen.

Am 20. Juli sind die ebenfalls krawalligen Enter Shikari in Feldkirch zu Gast. Mit ihrem Nintendocore polarisieren sie - lieben oder hassen, dazwischen gibt's nicht viel.

Das Poolbar Festival findet vom 6. Juli bis zum 19. August in Feldkirch im Alten Hallenbad statt.

Ein Ableger des Festivals spielt in Wien: Vom 10. bis 12. Mai gibt's Programm in der Pratersauna.
Mehr Infos unter http://www.poolbar.at/

Sonntag, 26. Februar 2012

Galerie der Klassiker: Two Gallants - What The Toll Tells

Subjektive Vorbemerkung: Als wir das rote Zelt auf dem Southside 2006 verließen, fragten wir uns wohl dasselbe: Was für einen denkwürdigen Musikmoment hatten wir da eben mit ein paar Dutzend anderen Eingeweihten erlebt? Zwei Männer auf der Bühne, einer wütet wie das Drum-Tier der Muppets, seine Haare hängen über das Mikro, in das er ab und an gröhlt, der andere singt sich die Stimmbänder permanent wund und lockt perlende Arpeggien aus seiner Hollowbody-Gitarre. Der Mann mit den strähnigen blonden Haaren singt von Outlaws, Zweifeln und vom Ende der Welt. Soeben hatten mein Freund mit dem bestechend guten Musikgeschmack und ich Two Gallants zum ersten Mal live gesehen. 

Die ersten Töne von "Las Cruces Jail", dem ersten Song auf "What The Toll Tells", beschwören unwillkürlich das Bild von Präriegrasbüscheln heraus, die durchs Bild rollen. Der Wind pfeift einem um die Ohren, dann mischt sich das Pfeifen eines Menschen darunter, twangige Gitarrentöne werden angerissen. Dann reißt einen die gehetzt-verzweifelte Stimme von Adam Stephens jäh aus den Träumen. Der Charakter im Song sitzt in einem Gefängnis ein, weil er einen Mann getötet hat. Aber was kann man machen? "They'll hang me if I stay here, shoot me if I run". So oder so, die Lage ist aussichtslos.

Natürlich weckt das Assoziationen an Johnny Cash, der Stoff für diese Mörderballaden ist der gleiche, auch die Intensität, mit der sie vorgetragen werden, ist ähnlich. Tragisch, morbide, und doch poetisch: In "Las Cruces Jail" stecken mehr schöne Zeilen als in manch anderem Album. "I'll keep you in my collection of regrets", heißt es da, man fühlt sich an ...Trail of Deads "Mistakes and Regrets" erinnert. Auch "Steady Rollin'" handelt von Mord und Todschlag, erzählt eine Woyzeck-artige Geschichte, denn "If You got a throat I got a knife". Die Frau endet mit einer Kugel im Körper in einer Bucht von San Francisco.

Aber es finden sich auch Gospel-Motive, etwa in "Long Summer Day", das eine thematische Verwandschaft mit Bob Dylans "Maggie's Farm" hat. Von Robert Allen Zimmermann haben sie sich auch die Mundharmonika geliehen, die immer wieder zur staubtrockenen Atmosphäre der Songs beiträgt.Wenn Adam Stephens und Tyson Vogel dann gemeinsam ihre waidwunden Urschreie ins Mirko brüllen, wird einem klar, wie ungewöhnlich die Mischung ist, die hier serviert wird.

Gebrochene Gestalten, düstere Visionen, traditionelle Country- und Folk-Geschichten, neu erzählt, mit den Mitteln von Indie und punkiger Rotzigkeit vorgebracht. Two Gallants sind eine Ausnahmeerscheinung im oftmals konformen Musikgeschäft. Und wenn sie dann im elegischen "Waves of Grain" die Apokalypse prophezeien, denkt man sich nur: Ok, immerhin haben wir vorher noch diese Band kennengelernt.

"What The Toll Tells" von Two Gallants ist am 17. Februar 2006 bei Saddle Creek. Hier seht Ihr noch das Video zu "Steady Rollin'". 


Freitag, 24. Februar 2012

Hörtest: Retisonic - Robots Fucking

Mucke mit Muckis und Köpfchen: Retisonic klingen auf Robots Fucking nach organisiertem Chaos, Spontaneität und Adrenalin. Posthardcore? Vielleicht. Die haben sich aber auch noch ganz andere Sachen reingepfiffen, könnte man meinen. "Come Waste My Time" singen sie in "Necropolitan". Zeitverschwendung ist diese Platte nicht - im Gegenteil. 

Erster Song, erster Eindruck: Die neue Them Crooked Vultures? Das legt sich aber nach ein paar Sekunden, eine Gemeinsamkeit gibt es jedoch. Roh und ungeschliffen klingt auch diese Platte hier, und das macht sie zu einem verdammt spaßigen Vergnügen. Ganz klarter Fall: Wir haben es hier mit einem Trio zu tun, das nicht lange rummacht, Gitarre und Bass einstöpselt, den Bodentreter malträtiert und loslegt. Die Drums von Joe Gorelick treiben den Kahn vorwärts, während Jason Farrell irre Sachen mit seiner Gitarre anstellt und der Bass von Jim Kimball knackige Impulse setzt. Schon kurios: Das mag Post-Hardcore sein, hat aber was von einer Röntgenaufnahme: Dieser Sound kommt zwar intelligent, muskelstrotzend und breitbeinig daher wie das im Hadrcore eben üblich ist, aber es scheinen die Grundlagen guter Musik durch, eine Rock'n'Roll-Kante, wie sie auch die Obits auf der Bühne entfesseln. Und: Man fragt sich, ob sich die Gods of Blitz (Gott hab sie selig) sich sowas reingetan haben. Retisonic könnten die bösen großen Brüder von ihnen sein. Man höre nur mal "High On Denial".

Da sind diese Melodien, die so schlicht sind, dass sich mancher Hobbygitarrero fragen wird, warum er selber nicht draufgekommen ist. Zum Beispiel das Gitarrenlick im Titelsong. Ohnehin, der Song "Robots Fucking": Klingt irgendwie, als hätte man die Beach Boys 40 Tage in die Wüste geschickt statt sie am Sandstrand spielen zu lassen. Da haben sie dann ein Queens-of-the-Stone-Age-Konzert gesehen und sich ein paar Substanzen einverleibt. Als Hymne mit prägnantem Basslauf  setzt sich "Don't Let It Complicate Your Mind" in den Gehörgängen fest, "Called To Say" wächst und setzt sich nach etwas mehr als einer Minute richtig in Gang. Intelligent, aber nicht verkopft, und gleichzeitig urwüchsig rock'n'rollig: Retisonic beherrschen diesen Spaghat.

Kein Wunder, wenn man sich anschaut, wer da am Werk ist. Jason Farrell (Swiz, Sweetbelly Freakdown, Bluetip), Jim Kimball (J. Majesty, Vs. Antelope) und Joe Gorlick (Garden Variety) waren bereits mit großen Bands wie Nada Surf, Fugazi und Jets To Brazil auf Tour. Es ist zehn Jahre her, dass ihre Debüt-EP "Lean Beat" erschien, 2003 kam der erste Longplayer "Return To Me". Kreative Durststrecke und finanzielle Engpässe haben sie hinter sich, davon zeugte bereits 2006 die EP "Levittown". Es dauerte trotzdem nochmal ein paar Jahre, bis endlich "Robots Fucking" fertig war. Jetzt noch 'ne Tour und alle sind glücklich.

"Robots Fucking" von Retisonic erscheint am Freitag, 24. Februar, via Arctic Rodeo Recordings. Hier gibt's zwei Songs zu hören und ein Video zu sehen. Offizielle Seite: www.retisonic.com

Donnerstag, 23. Februar 2012

Beirut mit neuem Video "Vagabond"



Beirut haben ein neues Video raus: "Vagabond" stammt vom 2011-er Album "The Rip Tide", das es in meiner Top-Ten-Liste des Jahres auf Platz 3 geschafft hat. Auch darin wird eine Geschichte erzählt. Wie auf Pitchfork zu erfahren ist, lehnt sich das Video an die Ästhetik von Milos-Forman Filmen der 60er an.

Neuer Song: Murder By Death spielen "No Oath, No Spell"



Murder By Death sind eine der zehn Bands, ohne die ich nicht überlebensfähig wäre. Adam Turla (Gesang und Gitarre), Sarah Balliet (Cello), Dagan Thogerson (Drums, Percussion), und Matt Armstrong (Bass) haben einen staubtrockenen Americana-Bastard geschaffen, erzählen von Zombies, Tod und Teufel, Sünden und Sündern, Kentucky Bourbon und anderen Schönheiten. Ende Januar haben sie den Mix an ihrem neuen Album beendet, für das noch kein offizieller Erscheinungstermin feststeht. Einen Song daraus kann man jetzt aber schon mal hören: Für die Website "Violitionist" haben Adam Turla und Sarah Balliet drei Songs gespielt, darunter auch der neue Track "No Oath, No Spell" (siehe oben). Das Stück hat einen ähnlichen Rhythmus wie "Steam Rising" vom 2007er-Album "In Bocca Al Lupo" und zeigt einmal mehr, über was für ein berückendes Songwriting die Band aus Bloomington, Indiana, verfügt.

Neben dem neuen Song spielen Adam und Sarah noch "Foxglove" vom letzten Album "Good Morning, Magpie" (2010) und "Three Men Hanging" vom "Who Will Survive and What Will Be Left of Them" (2003). Die komplette Session könnt Ihr auf Violitionist sehen, gratis runterladen kann man sich die Songs in den Session-Versionen dort ebenfalls. Und weil das Motto der Seite "Three Songs. Three Questions" heißt, gibt es auch gleich noch ein Interview zu lesen.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Holmes: Zwei neue Songs im Stream

Für das Münsteraner Label Uncle M läuft es echt rund: Heute haben die Gute-Musik-Connaiseure zwei Veröffentlichungen angekündigt, die andere Gute-Musik-Connaisseure auf dem Schirm haben sollten. Im Auftrag des schwedischen Labels Black Star Foundation machen Uncle M die Promo für die Indie-Folker Holmes und die Instrumental-Postrocker PG.Lost.

Gestatten: Holmes.                      Foto: Kristoffer Hedberg
Für Holmes hat sich der Rolling Stone im Herbst 2010 ein neues Genre einfallen lassen: "Swedish Americana".  Das Debütalbum "Have I Told You Lately That I Loathe You"  wurde mit Neil Young verglichen und dürfte auch Fans von Alberta Cross gefallen. Am 13. April erscheint nun der Nachfolger "Burning Bridges". Laut Uncle M machen die skandinavischen Folk-Künstler einen großen Schritt nach vorne: Mehr Instrumente, mehr Gefühle, mehr Atmosphäre soll das Album bieten. "Im Vordergrund stehen erneut sich langsam aufbauende, wunderschöne Songs, deren sorgfältiges Arrangement von Wellen aus Akkordeons, Lap Steel Gitarren und Klavier-Sounds umspült werden." So machen uns die Münsteraner in einer Pressenotiz den Mund wässrig.
Zwei Songs kann man sich bereits auf Soundcloud anhören: "Vinter" und "All I Had In Store" heißen die beiden Stücke.

Auf der Webseite www.holmesareburningbridges.com kann man den Entstehungsprozzess des Albums mitverfolgen.

Tourdaten gibt's auch noch:
20.04. CH - Zürich / Viadukt
21.04. DE - Freiburg - Flight 13 Shop  (Record Store Day Instore Konzert)
24.04. DE - Leipzig - Kafic
25.04. DE - Berlin - Schokoladen
26.04. DE - Hamburg - Astra Stube
27.04. NL - Nijmegen - De Onderbroek
28.04. DE - Essen - Grend
01.05. DE - Bielefeld - Verve
02.05. DE - Göttingen - Apex
03.05. DE - Chemnitz - Atomino
05.05. DE - Stuttgart - Laboratorium
06.05. DE - Bamberg - Morph Club
07.05. DE - München - Südstadt
08.05. AT - Wien - Haus der Musik
09.05. DE - Nürnberg - MUZclub

Neuerscheinung Nummer zwei auf Black Star Foundation kommt von den instrumentalen Post-Rockern PG.Lost. Am 4. Mai erscheint "Key", den Song "Vultures" konnt man bei Visions kürzlich schon mal hören.
Im Mai kommt das schwedische Quartett zudem für einige Konzerte nach Deutschland spielen. Die Termine dazu gibt's in Kürze.

Retisonic verschenken neuen Song "Airtight"

Am Freitag (24. Februar) erscheint "Robots Fucking", das neue Album von Retisonic. Die Posthardcore-Band von Jason Farrell (Swiz, Sweetbelly Freakdown, Bluetip), Jim Kimball (J. Majesty, Vs. Antelope) und Joe Gorlick (Garden Variety) war bereits mit Größen wie Nada Surf, Fugazi und Jets To Brazil auf Tour und meldet sich jetzt mit der neuen Scheibe aus einer Pause zurück.

Beim Label Arctic Rodeo Recordings kann man sich vorab den Song "Airtight" gratis herunterladen. Zudem gibt's mit "Necropolitan" einen zweiten Song zu hören. Hier seht Ihr noch das Video zu "Called To Say" zu sehen.

Dienstag, 21. Februar 2012

Cheap Girls: Neues Album "Giant Orange" im Stream

Tom Gabel (Against Me!) beweist Geschmack: Der Sänger und Gitarrist hat das neue Album von Cheap Girls produziert. Giant Orange heißt es und erscheint heute via Rise Records. Bei Absolute Punk kann man die Scheibe derzeit im Stream hören. Wer sich für poppig-melodische Punkrockklänge erwärmen kann, sollte mal ein Ohr riskieren. Auf meinem Einkaufszettel ist die Platte schon notiert.

Montag, 20. Februar 2012

Guck-Tipp: NPR Tiny Desk Concerts



Die amerikanische Website NPR ist eine gute Anlaufstelle, wenn es um erste Eindrücke von neuen Alben geht. Und nicht nur akustisch meinen's die Betreiber gut mit uns: Auf Youtube hat NPR einen eigenen Kanal, der zu den abo-lohnenden gehört. Unter nprmusic gibt's nämlich die Tiny Desk Concerts, eine Reihe, in der Bands im kleinen Rahmen auftreten. Oben sehr Ihr einen aktuellen von Craig Finn, unten einen aus dem vergangenen Jahr, wo Beirut ihre Klasse zeigen. Um es mit einem Winterschlussverkauf-Slogan zu sagen: Stöbern lohnt sich.

Samstag, 18. Februar 2012

Bon Iver laden zum Klavier-Konzert



Jüngst hat Justin Vernon für sein Projekt Bon Iver zwei Grammys eingesackt. Jetzt erleben wir ihn im Rahmen einer 25-minütigen Session mit seinem Bandkollegen Sean Carey. Die beiden sitzen jeweils an einem Flügel, die Songs reduzieren sich im Wesentlichen auf zwei Stimmen und Pianoklänge. Ziemlich beeindruckend, wie sich sich da duellieren, sich Blicke zuwerfen. Aufgezeichnet wurde die Session von 4AD und Jagjaguwar in der Lnydurst Hall des AIR Studios, den Video-Infos zufolge ein Gebäude, das 1880 ursprünglich als Kirche und Missionarsschule erbaut wurde. Zu hören gibt's die fünf Songs "Hinnom, TX", "Wash", "I Can't Make You Love Me", "Babys" und "Beth/Rest".

Freitag, 17. Februar 2012

Hot Water Music mit La Dispute auf Tour + Chuck Ragan covert Bob Dylan

Auf Tour mit La Dispute: Hot Water Music. Foto: Uncle M

Da haben sich zwei gefunden: Die Post-Hardcore-Ikone Hot Water Music geht mit den Hardcore-Hopefuls La Dispute auf Tour. Im deutschsprachigen Raum gibt's vier Club-Gigs, eine Show in Prag steht ebenfalls auf dem Tourplan. Die Auftritte in kleineren Locations fügen sich Lücke zwischen ein paar Festival-Auftritten ein. Das Münsteraner Label Uncle M zitiert Bassist Jason Black so: "It's really exciting for us to not only get back to doing more club shows, but to FINALLY be able to do it with a new album to support is amazing. It has taken us 8 years to release it, and we can't think of any better way to share it with our fans than at packed out shows like Wiesbaden is sure to be." Einen Konzertbericht aus dem vergangenen Jahr (samt Bilderstrecke) gibt's hier.

Chuck Ragan, Chris Wollard, Jason Black und George Rebelo werden ihr neues, noch unbetiteltes Album im Gepäck haben. Voir wenigen Tagen verkündeten sie, dass das mit Bill Stevenson (Black Flag) in den Blasting Room Studios aufgenommene Album fertig aufgenommen ist. Dabei handelt es sich um die erste reguläre Scheibe  seit "The New What Next" (2004).

Und noch mehr Neuigkeiten: Chuck Ragan hat drei Songs von Bob Dylan gecovert und stellt sie zum freien Download zur Verfügung. Für das "30 Days of Dylan"-Projekt der Internetseite American Songwriter spielt er "The Times They Are A-Changin'", "A Hard Rain’s A-Gonna Fall" und "Chimes of Freedom" nach. Hier geht's zum Download.

Bob Dylan wurde jüngst von Dutzenden Künstlern mit Coverversionen geehrt - auf einem Sampler zugunsten von Amnesty International.

Karten für die Clubkonzerte sind ab sofort bei den Venues sowie allen Vorverkaufsstellen erhältlich.
Jeweils 100 limitierte Sammler-Hardtickets für die Shows in Wiesbaden und Dortmund gibt es exklusiv im Uncle M Merch-Shop unter http://unclem.merchcowboy.com zu kaufen!

Hier die Tourdaten:
27.04. DE - Berlin - Monsterbash Festival
28.04. DE - Stuttgart - Pirate Satellite Festival
29.04. BE - Meerhout - Groezrock Festival
30.04. NL - Venlo - Queensday Festival
16.06. CH - Interlaken - Greenfield Festival
17.06. AT - Salzburg - Rockhouse      + La Dispute
18.06. AT - Wien - Arena                   + La Dispute
19.06. CZ - Prag - Lucerna Music Bar   + La Dispute
21.06. DE - Wiesbaden - Schlachthof  + La Dispute
22.06. DE - Schessel - Hurricane Festival
23.06. DE - Dortmund - FZW             + La Dispute
24.06. DE - Neuhausen ob Eck - Southside Festival

Craig Finn spricht über sein Soloalbum

Craig Finn, hier mit The Hold Steady beim Southside 2010.
                                                                  Foto: Daniel Drescher
Craig Finns Soloalbum "Clear Heart Full Eyes" wächst. Heute müsste dann auch endlich meine Vinyl-Version ankommen. Als bester Song hat sich inzwischen "No Future" herauskristallisiert. Mit Zeilen wie "I'm alive except for the inside" hat sich der Text in meinem Hirn festgebrannt. In einem Interview mit ABC News spricht Finn jetzt über seine Motivation, darüber, dass in Texas alles größer ist und über sein durchaus differenziertes Verhältnis zu Kirche und Glaube. Leider kann man den Clip nicht einbetten, aber auf Youtube kann man das Video anschauen.

Donnerstag, 16. Februar 2012

The Kills mit "The Last Goodbye" live bei Letterman



Sollte es jemals einen Film über The Kills geben, könnte Helena Bonham Carter die Rolle von Alison Mosshart übernehmen. Wenn man sich den Auftritt kürzlich bei David Letterman anschaut, könnte man meinen, die beiden seien Schwestern. Bei dem Song passiert gar nicht viel, trotzdem - oder gerade deshalb - haut einen "The Last Goodbye" immer wieder um. Das Album "Blood Pressures" zählt zu den Highlights 2011.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Lambchop mit neuem Video "Gone Tomorrow" + Neue Platte "Mr. M" im Stream



Lambchop werden für mich immer die Band sein, die ich mit "Is A Woman" für mich entdeckt hab, etwas schockiert darüber, dass mir plötzlich nicht mehr nur Double Bass und Gitarrensoli gefallen, sondern auch leise Pianoklänge. Aber Kurt Wagner und sein Countryorchester sind halt einfach gut. Am 24. Februar kommt das neue Album "Mr. M". Einen Vorgeschmack bietet das Video zu "Gone Tomorrow".
Und bei NPR kann man das Album schon im Stream hören.

Dienstag, 14. Februar 2012

Konzertkritik: The Static Age in Stuttgart

The Static Age. 
Support: Kill Valmer. 
Zwölfzehn, Stuttgart, 13. Februar 2012. 
Text und Fotos: Daniel Drescher

Gut bei Stimme: Andrew Paley von The Static Age.
Der Mann im rotem Pulli lächelt. Da vorne steht "seine" Band auf der Bühne: Felix Willikonsky ist 27, betreibt sein eigenes Label namens "Flix Records" und seit langer Zeit Fan von The Static Age. Ihre beiden Alben "i/o" und "In the City of Wandering Lights" haben sie bei ihm veröffentlicht, nun begleitet der passionierte Musikfan seine Lieblinge auf Tour. Während draußen Schnee in rauen Mengen vom Himmel rieselt, drängen sich im Zwölfzehn rund 50 Leute. Felix steht mal hier, mal dort, begrüßt Freunde, sagt Bekannten Hallo, die sich den Gig in Stuttgart nicht entgehen lassen wollen. Die Szenen bringen das Selbstverständnis einer Szene auf den Punkt: Es geht um den DIY-Ansatz, um eine familiäre Überschaubarkeit, Fannähe. Als "Kill Valmer" als Vorband auf die Bühne treten, stehen  Adam Meilleur (Bassist und Gründungsmitglied von The Static Age) und Rebekka Takamizu (Neuzugang an Gitarre und Keyboard) vor der Bühne und schauen zu, wie vier Schwaben durchtrainierten Punkrock in die Menge prügeln (später im Text mehr zu Kill Valmer).

Die Setlist von The Static Age. 
The Static Age spielen eine gefällige Mischung aus Wave-Fetzen und Indierock. Live weicht die introvertiert wirkende Atmo einem etwas rabiateren Gitarren-Sound, der den vier Musikern aber gut zu Gesicht steht. Sänger  Andrew Paley erinnert optisch an eine Mischung aus Dave King (Sänger und Gitarrist Flogging Molly) und Jan Schwarzkamp (Visions-Redakteur), während Adam Meilleur etwas vom frühen Jack Osborne hat. Musikalisch sind da hingegen keine Paralellen auszmachen. Gehörgangschmeichler wie "Amphibious", "Come Swimming" oder das Anfangsstück "Daughters & Sons" setzen auf kreiselnde Gitarren, pulsierende Bässe, flächige Keyboards, intelligent manövrierte Drums und den beschwörenden Gesang von Andrew Paley. Selbst übertroffen haben sich die vier Amis mit dem Opener vom aktuellen Album "In The City of Wandering Lights". Der heißt "Wires", wirkt wie eine Warnung vor Orwell'schen Visionen (die von der Realität inzwischen längst rechts überholt wurden) und gehört mit zum Besten, was in dieser Sparte je aufgenommen wurde. Nach knapp einer Stunde machen sie mit dem Band-Hit "Cherry Red" den Sack zu und hinterlassen zufriedene Gesichter. Und Adam Meilleur freut sich über die vielen Descendents-Shirts: "Good Man" prostet er einem zu, bevor er ins Mikro rülpst. Mahlzeit.

Punkrock wie er sein soll: Kill Valmer mögen's simpel. 
Kill Valmer fühlen sich stilistisch in einer ganz anderen Ecke wohl, das T-Shirt von Sänger Jonas spricht Bände: The Riot Before steht drauf, das Quartett aus Stuttgart serviert an diesem Abend engagierten Punkrock, ungehobelt, simpel aber effektiv. Zwischendurch mischen sich auch mal rockabillyeske Klänge ins Gesamtbild. Definitiv zu empfehlen.

Mehr Fotos findet Ihr in dieser Bildergalerie

Tinnitus Attacks gibt's übrigens auch auf Facebook und Twitter. Liken bzw. Follower werden und auf dem Laufenden bleiben. 

Bildergalerie: The Static Age in Stuttgart

kv1kv2kv3kv4kv5kv7
kv8kv9tsa1tsa2tsa3tsa4
tsa5tsa6tsa7tsa8tsa9tsa10
tsa11tsa12

The Static Age in Stuttgart, ein Album auf Flickr.
The Static Age haben am Montagabend das Zwölfzehn in Stuttgart gerockt. Als Vorband hatten sie Kill Valmer dabei. Die Bilder.

P.S.: Zum Konzertbericht bitte hier entlang.

Montag, 13. Februar 2012

Wiederentdeckt: La Vela Puerca besetzen meine Stereoanlage



Manchmal schaut man so seinen Plattenschrank durch und stößt dabei auf vergessene Perlen, die man eine Weile nicht mehr gehört hat. So ging's mir in den vergangenen Tagen mit La Vela Puerca. Für mich entdeckt habe ich die Ska-Punkrocker aus Uruguay im März 2004, da waren sie Vorband von Die Ärzte auf deren Unrockstar-Tour. In ihrem Heimatland waren die acht Musiker da schon Stars. Die Mischung aus tanzbaren Rhythmen, Bläsern und Ska-Sounds zündete mächtig und machte schnell süchtig. Der Fall war klar: Die muss ich wiedersehen. Im Mai spielten die sympathischen Musiker dann im Kulturladen in Konstanz. Ich werd wohl nie vergessen, wie ich ein paar Typen vor dem Konzert angesprochen hab und nach Karten fragte. Sie konnten mir nicht antworten, weil sie mich nicht verstanden haben - ich hatte die Musiker von La Vela Puerca angesprochen. Oh. Sorry.

Immer, wenn La Vela Puerca in der Nähe waren, war ich dann auch dort. Beim U&D in Lindau, im Club Vaudeville selbst - bisher war ich Headbangen auf Konzerten gewohnt, jetzt lernten meine Beine das Tanzen. Noch bevor ich eine Scheibe von den Arctic Monkeys in die Hände bekam. Erstaunlich, welche musikalischen Welten einem plötzlich offenstehen, wenn man nicht mehr voraussetzt, dass Gitarren maximal verzerrt braten müssen.Oben seht Ihr "Leenos de Magia", den Opener von "Contraluz" (2005).

Und jetzt läuft sie wieder rauf und runter, die Klassiker-Platte "De bichos y flores" (2001). Übrigens dreifach Platin-veredelt, dieses Album. Mal schauen, wann sich die Nachbarn beschweren. Wegen zu lauten Tanzens. 

Sonntag, 12. Februar 2012

Sonntags-Matinée: Nada Surf - The Stars Are Indifferent To Astronomy

Zehn neue Ohrwürmer. Zehn Mal radiotauglicher Gitarrenrock. Zehn Mal Begeisterung. Nada Surf im Jahr 20 nach ihrer Gründung wollen es nochmal wissen. Und legen mit "The Stars Are Indifferent To Astronomy" ein Highlight ihrer Diskografie vor. 

Sie haben sich Zeit gelassen. 2008 waren sie "Lucky", zwei Jahre später ein Coveralbum, jetzt endlich neues eigenes Material. Und gleich "Clear Eye Clouded Mind" macht klar: Matthew Caws, Daniel Lorca und Ira Elliot haben zurück in die Rockspur gefunden. Voluminös und satt tönen die Gitarren, die Drums preschen vorwärts - ein cleverer Kontrast zum elegischen Anfang des "Lucky"-Openers "See These Bones", der sich langsam emporschwang. Die Band, für die Radiotauglichkeit nie ein Schimpfwort war, aber auch nie Belanglosigkeit bedeutet hat, drückt wieder mehr aufs Gaspedal. Das klingt immer noch alles so, dass man ahnt, den ein oder anderen Song demnächst bei trendigen US-Serien im Hintergrund dudeln zu hören. Macht aber nichts, im Gegenteil. Die kompakten Songs, die zumeist im handlichen 3-Minuten-plus-x-Format daherkommen, sind ungekünstelt, auf den Punkt und dürfen durch den Gehörgang direkt im Hirn anladen, um dort Glückshormone in rauen Mengen ausschütten zu lassen. Es gibt kaum eine Band, die Wohlfühl-Amtosphäre, Anspruch und Melodie so schlüssig mit positiver Rockpower verbindet.

Faszinierend, dass Nada Surf im Grunde nicht viel anders machen als sonst, aber nicht in die AC/DC-Falle namens Karikatur seiner selbst tappen. Da packen sie in "Waiting For Something" (siehe eingebetter Song unten) mal eben eine der besten mehrstimmigen Gesangsharmonien ever (Zählerstand (1:54) und kommen im stampfenden "Teenage Dreams" zu der weisen Erkenntnis, dass es nie zu spät für Teenager-Träume ist. Kein Song fällt wirklich ab, das hier ist die Platte aus dem berühmten einen Guss. Und das beste: Sie wächst. Mit jedem Hördurchgang machen die Song noch mehr Spaß, man will sie nicht mehr missen. Eigentlich ein schönes Kompliment für eine Platte.

"The Stars Are Indifferent To Astronomy" von Nada Surf ist am 27. Januar bei City Slang erschienen. Auf der offiziellen Internetseite der Band kann man sich "When I was Young" herunter laden. Hier könnt Ihr "Waiting For Something hören - und auch downloaden.

Nada Surf - Waiting For Something by cityslang

Samstag, 11. Februar 2012

Anschauen: The Static Age in Stuttgart



Lasset uns ausgehen: Am Montag, 13. Februar, sollten Fans gediegener Indierock-Klänge ins Zwölfzehn in Stuttgart kommen. Das US-Trio The Static Age spielt dort, supported von Kill Valmer. Los geht's um 20 Uhr. Es ist der letzte Tourstopp in D-Land, bevor es weiter in die Schweiz, nach Österreich und weiter geht.  Ungünstig, weil ihr arbeiten müsst? Spielt Eurem Chef "Cherry Red" vor. Er wird es verstehen und Euch freigeben.

Freitag, 10. Februar 2012

The Head and the Heart mit neuem Video "Down in the Valley"



Es gibt Videos, die passen nicht zum Song, die hat man sich anders vorgestellt, da hatte man andere Filme vor Augen. "Down In The Valley" von The Head and the Heart gehört nicht dazu. Vor allem die ersten Momente mit Schlafen im Van und den grünen Landschaften passen perfekt. Der Song ist ohnehin das Highlight des selbstbetitelten 2011er-Debüts der Indiefolk-Hoffnungsträger. Einfach schön.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Turbo A.C.'s betreten den "Emergency Room"



Heilige Scheiße, die Turbo A.C.'s sind ja drauf. Hauen mit "Kill Everyone" erst eine Platte raus, die zu den besten ihrer Diskografie gehört - und hauen uns jetzt noch ein passendes Video dazu um die Ohren. George Clooney ist in diesem "Emergency Room" zwar nicht zu sehen - für die männlichen Patienten sollte aber der Ersatz völlig adäquat klargehen.

...Trail of Dead wollen fürs neue Album lauter werden

Die Indie-Prog-Tüftler von ...And You Will Know Us By The Trail of Dead arbeiten an einem neuen Album. Bei Twitter schreiben sie vor einer Stunde (Stand 7:48 Uhr): "We're just at the tip of the massive Titantic-sinking iceberg that will be the new LP. We're getting louder for this one. Special show TBA." Ihre Internetseite ist derzeit nicht erreichbar. Möglich, dass Horden von Fans nach News schauen wollten und sie dabei lahmgelegt haben

Louder? Dabei war "Tao of the Dead" doch schon laut. Man darf gespannt sein, was eine neue Platte bringt. Ein Eisberg, der die Titanic versenkt? Klingt nach einem echten Brocken. Vielleicht wird es wieder so noisig, wie der Auftritt vergangenes Jahr in Dublin vermuten lassen könnte.

Tao of the Dead schaffte es in den Top-Platten 2011 von Tinnitus Attacks auf Platz eins. Hier seht Ihr noch einen Clip älteren Datums: Conrad Keely, Jason Reece & Co. zu Gast bei David Letterman. Der hat sich gerade für eine praktische Kurzhaarfrisur entschieden und sagt die Band auf spezielle Weise an.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Anti-Flag: Lyric-Video zu "1915"



Es geht los: Anti-Flag haben das erste Video zum kommenden Album "The General Strike" veröffentlicht. Den Song !1915" bebildern die Pittsburgh-Punks mit Lyrics, aber seht selbst. Das Video wurde auf der Asien-Tour gedreht, die Justin Sane & Co. jüngst unter anderem nach Thailand geführt hat. Im Blog von Sideonedummy äußern sich Anti-Flag zu den Inhalten des Songs. Stichwort Joe Hill.

Amanda Palmer: Video zu Nirvana-Cover "Polly"



Amanda Palmer kennt man von den Dresden Dolls, als Solokünstlerin und als Partnerin von Fantasy-Autor Neil Gaiman. Vergangenes Jahr hat die schräge Musikerin eine verstörende Coverversion von Nirvanas "Polly" zu einem Tribute-Sampler namens "Newermind" beigesteuert, den man bei Spin online gratis downloaden konnte. Jetzt hat sie ein Video zu diesem seltsam spröden Songfragment veröffentlicht - und das ist genauso verstörend wie ihre Interpretation des Liedes.
Was sie selbst dazu sagt, kann man auf ihrem Blog lesen.

Dienstag, 7. Februar 2012

Wilco live bei Austin City Limits


Wilco at ACL: Behind the Scenes "War On War" from Jonathan Jackson on Vimeo.

Ich warte immer noch auf meinen Vinyl-Repress von "The Whole Love". Dafür tröste ich mich mit einem kleinen Ausschnitt aus dem Auftritt von Wilco bei Austin City Limits. Oben sehr Ihr daraus "War on War". Den kompletten Auftritt findet Ihr an dieser Stelle.

Montag, 6. Februar 2012

The Gaslight Anthem covern The Who

Was passiert, wenn eine meiner absoluten Lieblingsbands eine meiner absoluten Lieblingsbands covert? Das hier:



Mit diesem Song beendeten sie ihre Show in Asbury Park, New Jersey, im Dezember 2011. Derzeit arbeiten Brian Fallon & Co. an ihrem neuen Album. Bei Twitter machen sie ihre Fans mit Tweets wie "This is my favorite songs we've ever recorded. Feels like we found our own sound!" heiß.
Sehr hörenswert übrigens auch ein anderes Cover, nämlich das von Bob Dylans "The Changing Of The Guards", das die Band für den "Chimes of Freedom"-Sampler aufgenommen hat.

Bon Iver zu Gast bei Saturday Night Live



Da kann der Tag ja nur gut werden: Bon Iver spielen "Holocene" bei Saturday Night Live. Wiederum ein Beweis dafür, dass sich das letztjährige Album von Justin Vernon völlig zu Recht in den relevanten Toplisten 2011 wiedergefunden hat.

Sonntag, 5. Februar 2012

Sonntags-Matinée: Chimes of Freedom - The Songs of Bob Dylan Honoring 50 Years of Amnesty International

1962. Das Jahr, in dem sich Amnesty International als weltweite Bewegung formiert. Und das Jahr, in dem Bob Dylan sein Debütalbum veröffentlicht. Ein halbes Jahrhundert Einsatz für Menschenrechte und politischen Protest: nicht die einzige Gemeinsamkeit zwischen Bob Dylan und Amnesty International. Jetzt gibt's die Songs des Folk-Giganten dutzendfach gecovert und auf 4 CDs verteilt. Dabei zeigt sich, wie grenzenlos Dylans musikalischer Einfluss ist.

Es ist schon ein lustiges Ding mit Robert Allen Zimmermann, besser bekannt als Bob Dylan. Die einen behaupten, er könne gar nicht singen, die anderen lieben ihn für seine nölig-kratzige Stimj. Die einen zählen seine missglückten Auftritte, die anderen sinken andächtig auf die Knie, wenn der Pate des Protestsongs die Bühne betritt. Fakt ist: Dylan ist einer der wichtigsten Songwriter aller Zeiten. Auch wenn niemand mehr die xte Coverversion von "Blowin' in the Wind" mehr hören will - gerade die alternative Musikszene kann ein Lied davon singen, dass Dylans Einfluss allgegenwärtig ist. Ob Hot Water Music-Fronter Chuck Ragan ohne Dylan mit Akustikgitarre und Mundharmonika auf der Bühne stehen würde? Oder Rage Against The Machine: Die machten auch nichts anderes als Bob Dylan, nur mit einem zweiten Hendrix namens Tom Morello an der E-Gitarre. Und was macht Morello auf seinen Soloalben als "Nightwatchman"? Protestsongs auf der Akustikgitarre. Nur zwei Beispiele für Musiker, die deutlich zeigen, welchen Wurzeln sie huldigen.

Auf Bob Dylan können sich alle einigen. Und darum versammeln sich auf "Chimes of Freedom" Musiker aus den verschiedensten Ecken der Popkultur - von Jazz bis (Punk-)Rock, von Hip-Hop bis Soul - und covern die Songs des mittlerweile 70-Jährigen. Das funktioniert manchmal perfekt, manchmal verheben sich die Musiker allerdings auch an den Songperlen.

Zu den herausragenden Momenten der Compilation mit ihren 73 Songs (digital sind es noch drei Stücke mehr) muss man das großartige "Forever Young" zählen: Dafür hat sich Pete Seeger (92 Jahre alt) mit einem Kinderchor zusammen ans Mikro gestellt. Seeger und Dylan kennen sich, die Legende will es, dass der Ältere dem Jüngeren den Strom abdrehen wollte, als Dylan erstmals zur E-Gitarre griff. Aus dem Country-Dunstkreis begeistert auch Kris Kristofferson, der "Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)" mit einer beinah an Johnny Cash heranreichenden Intensität covert. Apropos: Johnny Cash gibt es auch zu hören, zusammen mit den Avett Brothers - Montagetechnik macht's möglich, dass "One Too Many Mornings" hier ertönt (im Orginal ein Duett von Cash und Dylan).

Auch die Punkrock-Fraktion darf sich freuen: Wie Bad Religion "It's All Over Now, Baby Blue" plattwalzen und mit mehrstimmigen Gesängen aufpumpen, das ist so over the top, dass es schon wieder gut ist. Flogging Molly enttäuschen da fast ein wenig mit ihrer Version von "The Times They Are A-Changin'". Nur, weil es klingt, als hätte man die Tonspur der "Drunken Lullabies" drübergelegt, wird es eben nicht automatisch folkig und leider auch nicht überragend, sondern lediglich solide. The Gaslight Anthem begeistern dafür mit ihrer introvertierten Version von "Changing of The Guards", das zeigt, wie nahe diese Band dem All American Songbook eigentlich steht. My Chemical Romance schroten "Desolation Row" hier in einer Liveversion gnadenlos nieder (den Song in der MCR-Version kennt man ja schon vom Watchmen-Soundtrack) und sehen dabei wirklich gut aus. Ähnlich souverän bewegen sich Rise Against ("Ballad of Hollis Brown") und die Silversun Pickups ("Not Dark Yet") auf dem Dylan-Terrain. Und natürlich ist auch Tom Morello mit dabei. "Blind Willie McTell" lebt von der düsteren Stimmung, die der Saitenzauberer hier verbreitet. Der Komplettheit halber seien an Tinnitus Attacks-relevanten Musikern Billy Bragg, Queens of the Stone Age, Pete Townshend, My Morning Jacket, Elvis Costello und Patti Smith erwähnt, die allesamt okaye bis aufregende Beiträge eingespielt haben.

Am Rande erwähnt: Wer auf Miley Cyrus, Kesha und Seal oder eine völlig schlimme Hip-Hip-Version von "Subterranean Homesick Blues" verzichten will, kann ja einfach die Skip-Taste betätigen. Die schmucke 4-CD-Box lohnt sich, weil sie über weite Strecken überzeugt. Und macht Lust, mal wieder die alten Dylan-Schoten rauszukramen, um zu hören, wie das jetzt nochmal im Original war.

Chimes of Freedom ist am 3. Februar erschienen. Konzipiert und zusammengestellt von Jeff Ayeroff und Julie Yannatta, die auch für "Instant Karma: The Amnesty International Campaign to save Darfur" verantwortlich zeichneten. Anhören und kaufen oder downloaden (der Erlös kommt Amnesty zugute) kann man die CD unter www.amnestyusa.org/chimesDort findet man auch Infos, wie man sich bei Amnesty International engagieren kann. 


Hier noch das Video zu "The Times They Are A-Changing" in der Flogging Molly-Version.  


Samstag, 4. Februar 2012

Tenacious D: Phönix aus der Asche

So kann's gehen: Mit ihrem selbstbetitelten Debüt setzten Tenacious D Maßstäbe bei der Verbindung von Comedy und Musik. Seit Spinal Tap hatte man nicht mehr so gelacht über die Rockstar-Klischees, die Jack Black (den man aus Filmen wie King Kong, Mars Attacks, Orange County, Schwer verliebt und drölfzig anderen kennt) und Kyle Gass (der nebenher noch sein Projekt Trainwreck betreibt) auf niveaulos-Witzige Weise durch den Kakao zogen. Die "Complete Masterworks" war meine erste DVD und hielt mich 2003 mit meinem ersten DVD-Player vom Lernen ab. Vier Jahre später kam der Kinofilm "The Pick of Destiny" (auf keinen Fall die deutsche Synchronfassung schauen, das funktioniert nur auf Englisch). Und das Kinodebüt von The D floppte. Auf der "Complete Masterworks 2"-DVD zeigt eine schonungslos ehrliche Doku, wie angepisst Jack Black und Kyle Gass von den Verrissen sind, die ihr Film kassiert. Dann wurden sie als die nächsten Spinal Tap gehandelt. Der Witz ist durch, so die Botschaft.

Tja. Da hat man die Rechnung ohne The D gemacht. Dass sie bei Rock am Ring und Rock im Park auftreten, stand ja schon länger fest. Jetzt gibt es einen Vorboten des kommenden Albums, das im Mai erscheinen soll. "Rise of the Fenix" ist eine humorvolle Kampfansage (man höre unten), dass man mit den beiden Kiffköppen immer noch rechnen kann. In diesem Sinne: Hail Satan!

Freitag, 3. Februar 2012

The Coathangers mit neuem Song "Smother"

Das sieht nur so nett aus, weil man keinen Sound
hören kann: The Coathangers machen Krawall.
                                                    Foto: Tinnitus Attacks
Wenn Wild Flag die sympathischen Indie-Cougars sind, handelt es sich bei The Coathangers um ihre durchgeknallten jüngeren Schwestern. Dabei klingt ihr neuer Song "Smother" gar nicht so psychotisch wie frühere Krawallattacken. Beim Spin Magazine kann man sich das Lied runterladen. Übrigens steht "Smother" auf der A-Seite einer Split-Single mit den Garagenrockern "Davila 666".

Wer die Band mal von einer krasseren Seite erleben will, dem sei das Video zu "Hurricane" ans Herz gelegt. Als Vorband der Thermals vergangenes Jahr im KiFF in Aarau machte der Damen-Vierer eine ziemlich gute Figur.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Blitzen Trapper mit Mini-Liveset



Ja, Blitzen Trapper sind fantastisch. Country ja schon, aber auf eine wundervoll unprätentiöse Art. So wie bei Wilco. Nicht umsonst kamen Blitzen Trapper in meinen Top-Platten von 2011 vor. (Wilco wären sicher auch drin gelandet,  aber ich warte ja immer noch auf den Vinyl-Repress...) Jedenfalls freut einen da doch die Live-Session von Blitzen Trapper, die es bei Alternateside zu bestaunen gibt. Einen Vorgeschmack gibt's hier.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Kevin Devine mit Live-Session und Interview


Das Oasis-Gedächtnisoutfit (Parka und Gibson ES-335) fällt auf. Und: Der Mann schreibt gute Songs. Kevin Devine hat beim Street Date Radio eine Session gegeben. Songs von seinem aktuellen Album "Between The Concrete & Clouds" sind zu hören, zudem gibt es ein kurzes Interview. Oben seht Ihr den Titelsong, den Rest gibt's auf der Internetseite von Street Date Radio.

Live kann man den Mann in den nächsten Tagen auch hierzulande erleben, hier nochmal die Tourdaten:


07.02.2012 – Zürich (CH), Eldorado
08.02.2012 – Baden (CH), One Of A Million Fest
09.02.2012 – Freiburg, White Rabbit
10.02.2012 – Amsterdam (NL) @ De Nieuwe Anita
11.02.2012 – Köln, Tsunami Club
12.02.2012 – Karlsruhe, Jubez
13.02.2012 – Hamburg, Kulturhaus III&70
14.02.2012 – Dresden, Beatpol
15.02.2012 – Nürnberg, MUZ
16.02.2012 – Leipzig, Cafe Kafic (Black Box)
17.02.2012 – Berlin, Magnet (Karrera Klub)
18.02.2012 – München, Atomic Cafe
19.02.2012 – Wien (AT), B72