Sonntag, 30. Dezember 2012

Jahresrückblick, Teil 4: Die besten Videos 2013

Musik ist nicht nur zum Hören da. Die Optik ist nicht ganz unwichtig. Der Videoclip mag in Zeiten, in denen Musikfernsehen weitestgehend zu Grabe getragen ist, keine große Rolle mehr spielen. Trotzdem produzieren Bands nach wie vor kleine Filmchen zu ihren Liedern. Hier eine Auswahl der Clips, die mich dieses Jahr am meisten begeistert haben. 13 Videos, in beliebiger Reihenfolge.

Verspulter Cineasten-Overkill gefällig? Get Well Soon zeigen in "Roland, I Feel You", wie das geht.
Der Clip erzählt keine Geschichte, aber er fängt die Energie dieser Band gut ein: Make Do And Mend illustrieren mit "Disassemble" einen der besten Songs ihres Albums "Everything You Ever Loved". Lo-Fi. Captain Planet ist es nicht wichtig, dass der Clip zum Wahnsinnssong "Pyro" millionenschwer aussieht. Aber wie die Textfetzen immer wieder im Clip auftauchen, das hat wirklich was. Anti-Flag setzen auf drastische Bilder: Für eine Kooperation mit Amnesty International lassen sie sich im Clip zu "This Is The New Sound" von Muppets-artigen Puppen foltern. ...Trail of Dead mischen sich ein. Mit dem aktuellen Album "Lost Songs" stärken sie Pussy Riot den Rücken, und auch die Wahlkampfpeinlichkeiten amerikanischer Politiker nehmen sie aufs Korn. Jason Reece darf in "Catatonic" richtig schön schmierig sein. Apologies, I Have None haben mich nachhaltig umgehauen mit ihrem Debütalbum "London". Insofern ist der Clip Nebensache, aber hört auf den Text und diese unglaubliche Melodie. "To a destination far from there." Wahnsinn. Titus Andronicus sind großartig. Und ein Kommentar unter dem Video zu "In a Big City" trifft es am besten: Normalerweise sehe man weniger nach Psycho aus, wenn man sich den Bart abrasiere. Normalerweise.

Ein irrer Clip. Genauso irr wie das Album. Off! lassen Jack Black in bester Exploitation-Manier als Psychopathen glänzen. Von wegen "Wrong".  Politischer Protest braucht die entsprechenden Bilder. Radio Havanna krallen sich Anti-Flags Justin Sane und wählen Bilder, die ebenso plakativ sind wie ihr Punkrock, und widmen den Clip allen Menschen, die sich für ein Leben in Würde und Freiheit engagieren. The Gaslight Anthem erzählen schöne Geschichten. Das war schon immer so. Und im Clip zu "Handwritten" ist es nicht anders.
The Gaslight Anthem - "Handwritten" I Music Video from Kevin Slack on Vimeo. Amanda Palmer fährt die ganz dicke Rockshow auf. Achtung: "Do It With A Rockstar" ist, wie der Titel andeutet, nicht ganz so safe for work.
Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra “Do It With a Rockstar” (FULL UNCENSORED - NSFW) from Amanda Palmer on Vimeo. Billy Talent kommentieren den Kommerz und das Hipstertum. Das Video soll glaub ich genauso cheesy sein wie es wirkt. Einer der besten Songs des Jahres kommt von Dry The River. "No Rest" prägt sich mit der Textzeile "I loved You in the best way possible" ein. Der Clip dazu wird bei so guter Musik auch fast zur Nebensache. Was verpasst? Im Jahresrückblick gibt's hier die besten Alben, hier die besten Konzerte, Filme und Bücher und hier noch zehn Platten, die man nicht verpassen sollte

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