Samstag, 29. Dezember 2012

Jahresrückblick, Teil 3: Konzerte des Jahres / Bücher und Filme

Weihnachten fand bei mir schon im September statt. Weil es auf einer Bühne in Paris schneite. Eines von mehreren Konzerthighlights. Das Lesen ging 2012 etwas unter, im Kino war ich auch nicht übermäßig oft. Trotzdem ein paar Empfehlungen.

Konzerte des Jahres (mit Klick auf den Link kommt ihr zur Konzertkritik):

1.) The Pogues in Paris: Wenn Dich das SLAM Alternative Music Magazine fragt, ob Du für ein Interview und ein Konzert mit den Pogues nach Paris willst, zögerst Du nicht lange. Danke an meinen Chef, der mir dafür freie Tage genehmigte. Es war ein einzigartiger Trip, von sowas erzählt man noch seinen Enkeln und allen. Mit Guinnessdose vor dem Olympia stehen. Nebenbei Paris erkunden. Der obligatorische Besuch auf dem Père Lachaise Friedhof. Und ein Gig, an dessen Ende es Konfetti regnete und der größte Weihnachtssong aller Zeiten - "Fairytale of New York" - Weihnachten drei Monate nach vorne holt. Zum Glück gibt's das Ganze auch auf DVD. Einfach zum Sichergehen, dass das alles nicht nur ein Traum war. 

2.) Pirate Satellite Festival in Stuttgart: Ich hab nur Tag eins erlebt, aber da spielten eben auch alle meine Faves. Hot Water Music, Alkaline Trio...ein grandiosees Line-Up und definitiv ein Festival, das Stuttgart gefehlt hat. Als ich den Backstage-Raum betrete, in dem das Interview mit Jason und Chris von Hot Water Music stattfindet, ungläubiges Schweigen, als Chuck Ragan und Dave Hause auf dem Sofa sitzen und mir die Hand entgegenstrecken. Und dann der 3-Stunden-Akustikblock mit Chuck Ragan, Dave Hause, damals noch Tommy Gabel (inzwischen besser bekannt als Laura Jane Grace) und Dan Adriano: "Ihr dürft komplett durchfotografieren", sagt der stämmige Security-Mann zu mir. Ein Traum. Das letzte Aprilwochenende in 2013 ist schon geblockt. 

3.) La Dispute, Title Fight, Make Do And Mend und Into It. Over It in Zürich: Ich mag Pakete. Sind oft tolle Sachen drin. Dieses hier bringt einem der Postbote nicht, aber für die Speerspitze des derzeitigen Hardcore fährt man auch gerne ein paar Kilometer. Das Ein-Mann.Akustikding Into It.Over It gefällt,  Make Do And Mend sind die ehrlichen Arbeiter, Title Fight geben sich experimentell und wuchtig und La Dispute die emotional extrem engagierten. 

Buch des Jahres (Erscheinungsjahr 2005): 
J.R. Moehringer - Tender Bar
Ein Junge, dessen Vater sich aus dem Staub gemacht hat. Vaterfiguren, die er in einer Bar findet, in der er eigentlich noch gar nichts zu suchen hat. Und so viele Weisheiten, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, Textstellen mit dem Bleistift einzukreisen. Ganz im Ernst: Dieses Buch hat mir viel über mich selbst verraten. Mehr als viele andere Bücher, mehr als viele Begegnungen, mehr als manch anderer Mensch. Dass es dann auch noch um Journalismus geht, war eigentlich nur ein Bonus. Ich bin im Rückstand, jetzt muss ich Moehringers neues Buch lesen. Sutton heißt es. Und soll ebenso brillant sein. 



Filme des Jahres: 

1.) Avengers
Mag sein, dass das Popcornkino ist und nicht besonders einfallsreich, einen Mega-Blockbuster als Lieblingsfilm des Jahres zu wählen. Aber: Dieser Film lehrt einen das, was man als Kind kann und als Erwachsener in der Gefahr ist, zu verlernen. Das Staunen. Ich saß eigentlich die ganze Zeit mit großen Augen da, freute mich am Zusammenspiel der Charaktere, den bombastischen Effekten, dem perfekten Einstand der Superhelden-WG. Klar ist die Story simpel. Trotzdem genial. 
Der Trailer:

 

2.) Moonrise Kingdom
Ich bin verliebt in alle Filme von Wes Anderson. Die Royal Tenenbaums sind immer noch die unerreichte Krönung seines Universums mit seinen verschroben-seltsamen Typen darin. Aber Moonrise Kingdom ist so niedlich. Diese Mini-Lana-Del-Rey und dieser nerdige Pfadfinder. Manche finden, die Filmwelten von Anderson seien zu artifiziell, zu gekünstelt. Trotzdem würde man gerne da einziehen. Und seither läuft doch wieder öfter mal Benjamin Britten bei mir.
Der Trailer:




3.) The Dark Knight Rises 
Joseph Gordon Levitt als Robin? Oder gar als neuer Batman? Das Ende lässt Fragen offen. Und ja, er fällt etwas ab im Gegensatz zum epochalen Vorgänger. Tom Hardy als Bane hat wenig Chancen auf Charakterspiel, die Maske ist im Weg und lässt ihn auch noch Unverständliches Zeug brabbeln. Allerdings: Man sollte sich klarmachen, dass das alles Jammern auf hohem Niveau ist. Regisseur Christopher Nolan hat Batman wieder Bedeutung verliehen. Und er trägt ihn stilvoll zu Grabe. Im übertragenen Sinne. 
Der Trailer:

 

Moment, einer fehlt noch...ach ja, Der Kleine Hobbit! Was ist das los? Um ehrlich zu sein: Ich hab ihn noch nicht gesehen. Aber die Karten sind bestellt. Nur pauschal einen Film, der mich wohl nicht enttäuschen wird, hier reinheben, ohne ihn gesehen zu haben, das geht gar nicht. 


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