Montag, 10. Dezember 2012

Hör- und Sehtest: The Pogues – The Pogues in Paris: 30th Anniversary Concert

Ehrlicherweise vorab: Es scheint mir unmöglich, diese mächtige Kombination aus Ton und Bild objektiv zu besprechen. The Pogues in Paris war mein Highlight dieses Jahr, meine bisher eindrucksvollste Konzert- und Interviewreise. Müsst Ihr halt mit subjektiven Eindrücken klar kommen. What's the news?

Diese Vorbemerkung sagt, dass diese CD/DVD-Kombi Pflich ist. Aber da dürfte ich ja nicht alleine sein. Wer dabei war, stellt sich das Paket gerne in den heimischen Plattenschrank, und wer nicht mitfeiern konnte, schaut sich trotzdem gerne an, was er verpasst hat. Schöne Vorstellung, wie die Leute zuhause vor dem Bildschirm sitzen und gaaaaaaanz langsam im Slow-Modus immer wieder das Publikum scannen, um sich möglicherweise selbst zu entdecken.

Lohnenswert ist die Anschaffung dieser 4-Silberling-Edition schon alleine, weil das Konzert einfach eine riesige Party war. Ich hatte Bedenken, ob der Boden das aushält: Alle tanzen, und der Boden federt bedenklich mit. Trampolinfeeling während Irish Folk Dir die Beine zucken lässt.

Zur Akustik: CD 1 enthält den ersten Teil des Konzerts. Shane McGowan kam teilweise ganz schön wackelig daher, nennenswerte Aussetzer gab es aber nicht. Sein sympathisch nuscheliger Gesang prägt die meisten Songs, und wenn die Tonhöhe mal nicht ganz exakt ist, ok. Spider Stacy übernimmt natürlich auch ab und an, etwa beim poppigen „Tuesday Morning“. Terry Woods, mein Interviewpartner, darf bei „Young Ned On The Hill“ ran. Dass die „Streams of Whiskey“ in der Vergangenheit reichlich geflossen sind, merkt man nur an manchen Stellen, aber eher am tippelnden Gang von McGowan. Die Songauswahl ist erstklassig, auf CD 2 geht es dann mit den Zugaben weiter. Vor meinem geistigen Auge zieht da immer wieder die großartige Szene auf, wie Shane mit Banjospieler Jem Finers Tochter Ella tanzt und es weiße Konfetti regnet.

Die Optik: Auf der ersten der beiden DVDs kann man das ganze Konzert sehen, Bild und Tonqualität (PCM Stereo oder 5.11 Dolby Digital) stimmen, auch die Schnitte und Kameraperspektiven lassen kaum Wünsche offen. Der zweite Rundling hält noch obskure Dokustreifen aus den 80ern bereit, passenderweise auch französische Produktionen. Dann ist da noch das Booklet, das Linernotes, Fotos, Fanstimmen und jede Menge Geschichte versammelt. Eine runde Sache, alles zusammengenommen. Für Fans von Flogging Molly, Dropkick Murphys und Konsorten, die mal das einflussreiche Orginal und Vorbild genannter Bands genauer unter die Lupe nehmen wollen, eine sehr geeignete Einstiegsdroge.

„The Pogues in Paris-30th Anniversary Concert“ ist am 22. November via Polydor erschienen. Mehr unter www.pogues.com. Hier ein kleiner Teaser: 

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