Mittwoch, 7. November 2012

Hörtest: Dinosaur Jr. - I Bet On Sky

Über Sinn und Unsinn von Reunions lässt sich trefflich streiten. Die US-Indie-Pioniere Dinosaur Jr. Haben derleit Diskussionen auf eine simple wie effektive Weise einen Riegel vorgeschoben: Seit ihrer erneuten Zusammenkunft machen sie einfach gute Platten. Wie „I Bet On Sky“ zum dritten Male beweist.

Dieser langhaarige Zausel mit dem unvergleichlichen Gitarrenton.
J. Mascis gilt nicht umsonst als stilprägendes Genie. Und auch auf dem neuesten Streich der Dinos gibt es alles, was diese Band groß gemacht hat. Knarzige, glasklare Rifforgien, schneidende Soli, die latent nölig-genervte Stimme – und der Eindruck, dass hier eine Band trotz zwischenmenschlicher Differenzen (J. Mascis und Lou Barlow hatten bekanntlich ihre Konflikte) immer stärker zueinander findet. Die Songs kommen einem vor wie in Stein gemeißelte Ausrufezeichen, die klarstellen, dass die Band auch im Jahr 28 nach ihrer Gründung immer noch neue Akzente setzen kann und instrumental in einer völlig eigenen Liga spielt. Das beinah schon metallisch anmutende „Pierce The Morning Rain“ zwinkert einem souveränsolide zu, in „What Was That“ lässt Mascis die Töne klingeln, dass man die Tür aufreißen will. Nur: Der Postbote ist längst da, heißt Stereo und bringt uns ein euphorisierendes Indierockalbum.

Lässig ist auch der Einstieg mit groovenden Songs wie „Don't Pretend You Didn't Know“ und „Watch The Corners“. Und dann darf Lou Barlow sich in „Rude“ eine rock'n'rollige Spaßnummer gönnen, die die Band von einer gänzlich ungewohnten Seite zeigt. Dazu noch das schnuffige Cover, das wirkt wie die Simpsons auf zuviel Bong-Wolken. Ein Indie-Highlight des Jahres 2012.

„I Bet On Sky“ ist am 14. September via Play It Again Sam erschienen.

 

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