Mittwoch, 17. Oktober 2012

Hörtest: The Swellers - Running Out Of Places To Go EP

Melodischer Punkrock mit Pop-Zuckerguss muss nicht automatisch oberflächlicher Müll sein. Wie man's richtig macht, zeigen The Swellers aus Michigan. Deren EP "Running Out Of Places To Go" hat fünf Songs, fünf Treffer, geht leider viel zu schnell rum - und erinnert uns an den Sinn der Repeat-Taste.

So sieht die richtige Mischung aus Zupacken und Umschmeicheln aus: Würde Vokalist Nick Diener wie ein halbes Hemd klingen, käme man eventuell auf die Idee, den Sound stärker zu hinterfragen als nötig. Aber das hier klingt eben nicht nach lustigen Kiddies in Skatershorts, sondern nach gestandenen Männern, die ihre Lektion von No Use For A Name gelernt haben. Das Quartett stammt aus der krisengeschüttelten Stadt Flint im US-Bundesstaat Michigan. Genau, das Flint, in dem auch Michael Moore geboren wurde. Der Filmemacher widmete sich seiner Heimatstadt nicht nur in "Bowling For Columbine". The Swellers klingen, als ob sie sich mit dem, was um sie herum passiert, nicht abfinden wollen, aber noch nicht resigniert haben. "When the buildings fall down I'll be standing my ground". Positive Power, der Wille zur Veränderung. Im Dunstkreis von Bands wie Motion City Soundtrack und Polar Bear Club, mit denen sie unter anderem schon auf Tour waren, erspielte sich dieses Kleeblatt einen exzellenten Ruf und ist nun bei Uncle M unter Vertrag. Mit mehrstimmigen Gesängen, klischeefrei straighten Riffs und dicken Gitarren, treibenden Drums und dezentem Bass macht die EP alles richtig. Ohrwürmer, die man nicht mehr los wird. Man bekommt Lust, sich mit den Vorgängeralben "Good For Me" und "Ups And Downsizing" zu beschäftigen. Im Winter soll es auf Tour gehen. Wir sind gespannt.

Streamen kann man die EP hier: http://theswellers.bandcamp.com/album/running-out-of-places-to-go
"Running Of Of Places To Go" erscheint am 19. Oktober via Uncle M. Mehr unter http://theswellers.tumblr.com

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