Sonntag, 8. Juli 2012

Sonntags-Matinée: I Am Oak – Nowhere Or Tammensaari

Schnee, der in Zeitlupe auf Nadelbäume fällt: Die abgebremsten Folksongs von I Am Oak legen sich schwermütig wie ein grauer Schleier über einen. Trotzdem eine Platte, die man gerne hört. 

Nein, das ist kein Projekt von I Am Kloot und Wye Oak. Auch wenn deren Fans hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen könnten. Hier hat Finnland seine Wirkung getan. Nicht nur metallische Saufziegen wie Sentenced (R.I.P.) vertonen die Melancholie auf ihre Weise. Thijs Kuijken, Mastermind von I Am Oak, reiste für die Aufnahmen von seiner Heimat in Holland aus nach Finnland, verzog sich – erstmals auf Album mit Band – mit seinen Musikern in ein kleines Häuschen und spielte dort „Nowhere Or Tammensaari“ ein. Ein gefundenes Fressen für Freunde von Folk-Machern wie Mumford & Sons, den Fleet Foxes oder auch The Head And The Heart.

Hier treffen durchdachte Gesangsharmonien auf simpel gehaltene akustische Gitarrenfiguren. Alles etwas epischer als auf den bisherigen Alben von I Am Oak, denn die Band sorgt für ein deutlich opulenteres Klangvolumen. Da schwillt die E-Gitarre zu einem für diese Verhältnisse bedrohlichen Crescendo an, die Drums wuchten sich nach vorne. Diese Platte riecht nach Schnee, nach Wald, nach Natur. Die ist dem Mastermind auch ganz wichtig, „I Am Forest“ postuliert er da. Weit und hallend türmen sich die Gitarren in „Roam“ auf, in „Drooom“ übernimmt ein Piano die Regie. Weibliche Vocals-Unterstützung bekommt er in „Vares Varas“.

Das ist alles nicht neu oder bahnbrechend – aber wunderbar für Leute, die lieber mal die Jalousien runterlassen als im Strandbad ihr Hautkrebs-Risiko zu erhöhen.

"Nowhere Or Tammensaari" ist am 15. Juni bei Midsummer erschienen. Mehr: www.iamoak.com.
Da gibt's auch den Song Palpable als gratis Download. Hier der Clip zum Song:

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