Montag, 25. Juni 2012

Southside 2012: Meine Highlights

So. Nachdem das mit dem WLAN nicht so geklappt hat wie erhofft, gibt's jetzt ein kurzes Southside-Update und morgen dann den ausführlichen musikalischen Nachbericht, den ich für die Schwäbische Zeitung mache. Wobei der Blogbeitrag hier natürlich subjektiver gefärbt ist. 

The Cure von weiter weg.               Foto: Tinnitus Attacks
Ein paar Worte zu The Cure. Sie waren gut. Sehr gut sogar. Dieser dräuende Gitarrensound, der manchmal vor sich hin plätschert und Dich einlullen will. Als Robert Smith in Großaufnahme über eine Videoleinwand flimmert, denke ich kurz, Alice Cooper zu sehen. Sean Penn hat sich in "Cheyenne - This Must Be The Place" sehr offensichtlich von diesem Erscheinungsbild inspirieren lassen, dass Smith nie groß variiert oder verändert hat. Keine Röhrenjeans, keine Hipsterbrille - Smith ist einfach Smith. Und mal ehrlich: Solche Konstanten sind doch auch einfach wichtig. The Cure sind für mich ein Teil meiner Jugend. Ich wurde mit 16 durch ihr Album "Wild Mood Swings" auf sie aufmerksam. Auch wenn diese Platte nicht als starkes Stück Musik in der Diskographie der Briten gilt - ich fand's klasse. Ich hatte eine düstere Ader und brauchte mehr von The Cure. So viel der damals extrem schmale Geldbeutel hergab. Danke, Bücherei. Damals kopierte man CDs einfach auf eine Kassette. Deren Magnetband sich dann im Campingurlaub im Walkman verhedderte. Wenn ich mich so reden höre, komme ich mir ganz alt vor. Naja. Bin ich ja auch, irgendwie. Noch mehr Opa-erzählt-Schwänke-aus-seiner-Jugend-Style gefällig? Bitte. 1997 auf einer Konzertreise mit dem Jugendsinfonieorchester in einem Plattenladen ein Poster entdeckt, das eigentlich zum Inventar gehörte. Von The Cure. Das musste sein. Mit Englisch, Deutsch und Gestik machte ich klar, was ich will - und durfte es mitnehmen. Sollte ich eigentlich mal wieder aufhängen. 

Mein Highlight des Festivals waren My Morning Jacket. Nathan Maxwell von Flogging Molly hat mich auf die gebracht. Ok, man hört ja sonst auch immer wieder, wie toll die sein sollen. Aber: Nate läuft durchs LKA, ich ihm zum Backstageraum hinterher zwecks Interview und er meint zu mir: "God I love this song. My Morning Jacket, you know 'em? You got to check them out." Was ich hiermit getan habe. Als sie die 8-Bit-Sounds ausgepackt haben, war ich selig. Wo ist eigentlich mein Gameboy hin? Ach ja, ich hatte ja nie einen. Musste ihn mir immer von Schulkameraden leihen. Aber ich schweife ab. My Morning Jacket jedenfalls - groß. Ganz unspektakulär auf der White Stage in einem Zelt, nicht so gedrängt voll, aber Songs zum Niederknien. Beschreiben kann ich das nicht (bzw. das kommt morgen im SZ-Bericht). Wer mehr wissen will, sollte mal die Basement-Videos hier und hier anschauen. 

Und dann auch noch ganz riesig: Rise Against. Dass die US-Punkrocker um Tim McIlrath groß sind, wusste ich schon, Alben hab ich auch im Regal - aber live ist dann eben nochmal was anders. Sehr spektakulär. Sehr engagiert. Rise Against stehen auf der richtigen Seite. Politisches Engagement geht ihnen über alles - da bekommt sogar die Hilfsorganisation Viva con agua von der Bühne aus Schützenhilfe. 

So, damit sich nichts doppelt: Morgen gibt's wie gesagt meinen Musiktext aus der SZ hier zu lesen. Bis dahin: Rock on. 

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