Donnerstag, 24. Mai 2012

Von wegen kalter Kaffee: Christian Stumfol über die Coffee Sessions

Damit man die Kombination gleich testen kann: Kaffee und gute Musik
gehören für Christian Stumfol zusammen.                Foto: Daniel Drescher
Wer Clap Your Hands Twice kennt, der kennt auch Christian Stumfol. Der Sänger und Gitarrist der schwäbischen Punkrocker hat nun seine erste Solo-Seven-Inch veröffentlicht. Die nennt sich "Coffee Sessions", ist auf farbigem Vinyl erhältlich und steckt passenderweise in einem kleinen Kaffeesack. Dazu gibt's eine Probe Kaffee aus der Stuttgarter Kaffeehandlung Schwarzmahler. Der 7''-Rundling enthält die beiden Songs "Final Drive" und "Escape Plan". Wir hören einen sehr versierten Songwriter, der sich zwar an Vorbildern wie Frank Turner orientiert, aber seinen Songs eine eigene Persönlichkeit verleiht. Im Interview mit Tinnitus Attacks spricht Christian Stumfol über Koffein, Zukunftspläne - und wirkungslose Katermittel. 

Tinnitus Attacks: Christian, wovon handeln die beiden Songs? "Final Drive" klingt sehr persönlich...

Christian Stumfol: „Final Drive“ ist auf jeden Fall sehr persönlich. Leider zu persönlich, um viel dazu zu sagen. „Escape Plan“ entstand wahrscheinlich an einem Katermorgen. Ich bin ein Typ, der sich dann immer für alles schämt und sich einfach nur fragt, warum ich eigentlich trinken muss. Obwohl ich eigentlich nie etwas Dummes mache, wenn ich betrunken bin. Aber dieses „Warum“ geistert mir dann eigentlich immer durch den Kopf. Darum geht’s in dem Song.

Tinnitus Attacks: Wann hast Du das letzte Mal Kaffee und Aspirin gebraucht?

Stumfol: Hm, da ich noch studiere, passiert das doch des Öfteren. Vielleicht zu oft? Ich bin ein schrecklicher Katermensch. Also wenn es mich erwischt, dann richtig. Und die Kombination ist jedenfalls ein guter Ansatz, um dem Ganzen entgegenzuwirken. Helfen tut es mir aber auch nicht wirklich. Da hilft nichts!

Tinnitus Attacks: Wie kam es zu der Kaffee-Idee? 

Stumfol: Ich hab vor ungefähr zwei Jahren mal zwei Videos gemacht, wo ich Songs von meiner Band Clap Your Hands Twice allein auf der Gitarre gespielt hab. Beim ersten Video trank ich nebenher zufällig Kaffee und so entstanden die Coffee Sessions. Die Idee blieb immer im Kopf, Kaffee und Musik bei einem Release zu verbinden. Und nun hat es endlich geklappt!

Tinnitus Attacks: Warum passen ein guter Song und eine Tasse Kaffee Deiner Meinung nach so gut zusammen? 

Stumfol: Weil beides an hektischen Tagen vielleicht die letzten Momente der Ruhe sind: Aufzustehen, einen guten Song zu hören und dazu einen guten Kaffee zu trinken. Der erste Kaffee am Tag ist für mich schon etwas Wichtiges und der Song, der dazu läuft, läutet quasi schon die Stimmung des Tages ein. Man ist das heute ja gar nicht mehr gewohnt, sich mal in Ruhe einen Kaffee zu machen und dazu ne neue Platte anzuhören. Und auch ich komme viel zu selten dazu. Aber der Gedanke an sich ist toll, dass morgens jemand aufsteht und zu seinem ersten Kaffee meine Platte auflegt.

Tinnitus Attacks: Wieso klingst Du, wenn Du singst, eigentlich wie ein gestandener Punkrocker und nicht wie ein 24-Jähriger? 

Stumfol: Dafür sehe ich aus wie ein 16-Jähriger, dem gerade der erste Flaum wächst. Ist doch ein fairer Deal, oder? Ne, keine Ahnung. Ich mach das jetzt ja auch schon ne ganze Zeit. Unsere Band gibt es jetzt seit sechs Jahren und man lernt natürlich viel dazu. Ich glaube, das hat vor allem damit zu tun, dass meine Songs doch sehr ernst sind. Ich war nie ein Fan von Bands, die zwanghaft lustig sein wollen. Vielmehr von Bands, die einfach ehrliche Geschichten erzählen.

Tinnitus Attacks: Was sagt Deine Band zum Soloausflug? Wie geht's musikalisch weiter?

Die hassen mich. Ha Ha. Ne, die sind super. Mein Bruder (unser Gitarrist) hat mir sogar wahnsinnig viel bei der Platte geholfen. Die ganzen Siebdrucke kommen von ihm. Der einzige Grund für diese Solo-Platte ist ja, dass ich grad einfach mehr Zeit habe als die anderen Jungs. Ich habe einfach zu viele Songs und mir waren sie zu schade, um sie nicht aufzunehmen und zu veröffentlichen. Wir haben auch mit der Band schon einige neue Songs und ich hoffe, dass wir die auch bald aufnehmen können. Die Band steht vor dem Soloprojekt. Aber an Tagen, wo die anderen keine Zeit haben, spiel ich auch gern alleine!

Die Seven Inch ist auf 100 Stück limitiert. Wer eine haben will, schickt eine E-Mail an christianstumfol@aol.com. Alle Cover sind Unikate - mit Kaffee bemalt. Im folgenden Video seht Ihr, wie viel Arbeit dahinter steckt. Wer auf dem Laufenden bleiben will, sollte www.stumfol.bandcamp.com im Auge behalten. 


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