Freitag, 4. Mai 2012

Hörtest: Matt Skiba & the Sekrets – Babylon

Wer nicht auf das nächste Album des Alkaline Trio warten will: Matt Skibas neuester Solostreich klingt wie ein Zwilling seiner Hauptband. Die Sinnfrage wird von massiven Gitarren und guten Melodien in den Orkus katapultiert. Matts Stimme besorgt den Rest.

Stimmen im Kopf und lebende Tote gleich im ersten Song, dazu ein paar Alibi-Keyboards, die in Interviews als 80er-Einflüsse verkauft werden: Wenn das nicht nach ALK3 klingt, weiß ich auch nicht. Aber egal: „Voices“ frisst sich fies in den Gehörgängen fest, „All Fall Down“ tut es ihm gleich. Babylon, nackte Frauen mit Tierschädeln – Skiba steht auf verqueren Schnack und warum auch nicht. Dieses Bündel Solosongs toppt Vieles von „Agony & Irony“ und manches von „This Addiction“.

 Dass AFIs Hunter Burgan am Bass und Jarrod Alexander von My Chemical Romance an den Drums mitwirken, ist schön – große hörbare Akzente setzen die Musiker aber nicht. Auch wenn sie ihre Sache gut machen. Insofern ist es ein Soloalbum. Klar, Skiba ist halt auch ein prägnanter Songwriter. Schon erstaunlich: Man könnte Stagnation wittern, Bequemlichkeit - aber das Album funktioniert, gefällt und wird nicht langweilig. Vermutlich, weil man auch nie genug Songs von Alkaline Trio haben kann.

Und es gibt ja auch Überraschungen. Im „Luciferian Blues“ nimmt Matt den Fuß vom Gas, „You“ ist fast schon Schlager. Depeche Mode lassen in „Falling Like Rain“ grüßen und das coole Wortspiel „Angel of Deaf“ endet mit einem sonoren Brummen, bei dem man denkt, irgendwas sei mit den eigenen Ohren nicht in Ordnung. „I Can't Hear A Goddamm Thing“? Wär ja schade drum.

"Babylon" von Matt Skiba erscheint am heutigen Freitag, 4. Mai, via Superball Music. Mehr: www.facebook.com/mattskibaandthesekrets

Hier noch ein Videointerview von Absolute Punk:

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