Mittwoch, 23. Mai 2012

Hörtest: Kill Valmer - Shipwrecked

Recht haben sie. Wenn ein Schauspieler eine so durchwachsene Filmografie hat, muss man seinen Namen im Grunde verhunzen. 

Wir erinnern uns: Batman Forever, The Saint, Der Geist und die Dunkelheit. Und im ersten Video zur neuen Tenacious D-Platte tötete eine Kugel ihn wirklich (also im Clip eben). Die Rede ist von Val Kilmer, dessen Namen sich die Stuttgarter Punkrocker von Kill Valmer ausgeliehen haben. „Shipwrecked“ heißt ihre erste Seven Inch – aber nach auf Grund gelaufen klingt da gar nichts. Auch nicht nach ziellos umherdümpelndem Boot. Im Gegenteil: Die wissen schon, wo sie hinwollen. Und mit diesen fünf Songs dürften sie Rückenwind für künftige Kaperfahrten haben.

Extrem partytaugliche Punkrock-Mucke ist das hier, aber nicht platt oder billig. „Voices“ beginnt leichtfüßig und nimmt rasch Fahrt auf, überzeugt mit einem coolen Text („You're calling me a freak“), dicken Gitarren, dickem Bass, prägnantem Gesang und lockerlässigen Drums. Mit „Skeet Surfin“ ist ein nettes Instrumental am Start, viel kräftiger haut aber „New Clothes“ auf die Pauke. So zupackend muss das klingen. Mein Favorit ist „No One Else“, in dem es tiefstapelnd heißt „No One Likes This Music/No One Else But Me“. Bei den Riffs merkt man richtig, wieviel Spaß die Gitarrenfraktion hat, hier Powerchords zu stapeln. Und dann ist da natürlich noch die Trinkhymne „Wasted“, die live ein Abgeh-Garant sein dürfte. Kerniger Punkrock das alles, der klar macht, warum Shirts von Bands wie The Riot Before zum Kleiderschrank der Band gehören.

Kill Valmer machen Spaß und sind live richtig gut. Wer auf der Static Age-Tour im Februar dabei war, kann das sicher bestätigen. Auch mit Bands wie den Cobra Skulls waren Sporty Valmer, Scary Valmer, Baby Valmer und Posh Valmer (so nennen sie sich derzeit auf Facebook, nette Anspielung...) schon unterwegs. Im Herbst sind die Vier dann auch auf Süddeutschland-Tour.

Etwas Abgefahrenes haben sich Kill Valmer für die Veröffentlichung von „Shipwrecked“ einfallen lassen. Am Samstag, 26. Mai, gibt’s eine Release-Party in einer ausrangierten Waschstraße, die momentan von der Stuttgarter Künstlergruppe Edition Randgruppe verwaltet wird (Schauraum Waschstraße). Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Neben einem Live-Set mit vielen Überraschungen gibt’s Punk- und Indierock aus der Konserve vom Heidelberger DJ Martin Weber (Radioaktiv LOUD), das ein oder andere Merchandise-Special sowie eine wilde Party.

Die Seven Inch "Shipwrecked" erscheint am 26. Mai.
Mehr Infos: www.killvalmer.comwww.fb.com/killvalmer und www.youtube.com/user/killvalmer
Hier gibt's noch das Video zu "New Clothes". 

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