Sonntag, 12. Februar 2012

Sonntags-Matinée: Nada Surf - The Stars Are Indifferent To Astronomy

Zehn neue Ohrwürmer. Zehn Mal radiotauglicher Gitarrenrock. Zehn Mal Begeisterung. Nada Surf im Jahr 20 nach ihrer Gründung wollen es nochmal wissen. Und legen mit "The Stars Are Indifferent To Astronomy" ein Highlight ihrer Diskografie vor. 

Sie haben sich Zeit gelassen. 2008 waren sie "Lucky", zwei Jahre später ein Coveralbum, jetzt endlich neues eigenes Material. Und gleich "Clear Eye Clouded Mind" macht klar: Matthew Caws, Daniel Lorca und Ira Elliot haben zurück in die Rockspur gefunden. Voluminös und satt tönen die Gitarren, die Drums preschen vorwärts - ein cleverer Kontrast zum elegischen Anfang des "Lucky"-Openers "See These Bones", der sich langsam emporschwang. Die Band, für die Radiotauglichkeit nie ein Schimpfwort war, aber auch nie Belanglosigkeit bedeutet hat, drückt wieder mehr aufs Gaspedal. Das klingt immer noch alles so, dass man ahnt, den ein oder anderen Song demnächst bei trendigen US-Serien im Hintergrund dudeln zu hören. Macht aber nichts, im Gegenteil. Die kompakten Songs, die zumeist im handlichen 3-Minuten-plus-x-Format daherkommen, sind ungekünstelt, auf den Punkt und dürfen durch den Gehörgang direkt im Hirn anladen, um dort Glückshormone in rauen Mengen ausschütten zu lassen. Es gibt kaum eine Band, die Wohlfühl-Amtosphäre, Anspruch und Melodie so schlüssig mit positiver Rockpower verbindet.

Faszinierend, dass Nada Surf im Grunde nicht viel anders machen als sonst, aber nicht in die AC/DC-Falle namens Karikatur seiner selbst tappen. Da packen sie in "Waiting For Something" (siehe eingebetter Song unten) mal eben eine der besten mehrstimmigen Gesangsharmonien ever (Zählerstand (1:54) und kommen im stampfenden "Teenage Dreams" zu der weisen Erkenntnis, dass es nie zu spät für Teenager-Träume ist. Kein Song fällt wirklich ab, das hier ist die Platte aus dem berühmten einen Guss. Und das beste: Sie wächst. Mit jedem Hördurchgang machen die Song noch mehr Spaß, man will sie nicht mehr missen. Eigentlich ein schönes Kompliment für eine Platte.

"The Stars Are Indifferent To Astronomy" von Nada Surf ist am 27. Januar bei City Slang erschienen. Auf der offiziellen Internetseite der Band kann man sich "When I was Young" herunter laden. Hier könnt Ihr "Waiting For Something hören - und auch downloaden.

Nada Surf - Waiting For Something by cityslang

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