Dienstag, 14. Februar 2012

Konzertkritik: The Static Age in Stuttgart

The Static Age. 
Support: Kill Valmer. 
Zwölfzehn, Stuttgart, 13. Februar 2012. 
Text und Fotos: Daniel Drescher

Gut bei Stimme: Andrew Paley von The Static Age.
Der Mann im rotem Pulli lächelt. Da vorne steht "seine" Band auf der Bühne: Felix Willikonsky ist 27, betreibt sein eigenes Label namens "Flix Records" und seit langer Zeit Fan von The Static Age. Ihre beiden Alben "i/o" und "In the City of Wandering Lights" haben sie bei ihm veröffentlicht, nun begleitet der passionierte Musikfan seine Lieblinge auf Tour. Während draußen Schnee in rauen Mengen vom Himmel rieselt, drängen sich im Zwölfzehn rund 50 Leute. Felix steht mal hier, mal dort, begrüßt Freunde, sagt Bekannten Hallo, die sich den Gig in Stuttgart nicht entgehen lassen wollen. Die Szenen bringen das Selbstverständnis einer Szene auf den Punkt: Es geht um den DIY-Ansatz, um eine familiäre Überschaubarkeit, Fannähe. Als "Kill Valmer" als Vorband auf die Bühne treten, stehen  Adam Meilleur (Bassist und Gründungsmitglied von The Static Age) und Rebekka Takamizu (Neuzugang an Gitarre und Keyboard) vor der Bühne und schauen zu, wie vier Schwaben durchtrainierten Punkrock in die Menge prügeln (später im Text mehr zu Kill Valmer).

Die Setlist von The Static Age. 
The Static Age spielen eine gefällige Mischung aus Wave-Fetzen und Indierock. Live weicht die introvertiert wirkende Atmo einem etwas rabiateren Gitarren-Sound, der den vier Musikern aber gut zu Gesicht steht. Sänger  Andrew Paley erinnert optisch an eine Mischung aus Dave King (Sänger und Gitarrist Flogging Molly) und Jan Schwarzkamp (Visions-Redakteur), während Adam Meilleur etwas vom frühen Jack Osborne hat. Musikalisch sind da hingegen keine Paralellen auszmachen. Gehörgangschmeichler wie "Amphibious", "Come Swimming" oder das Anfangsstück "Daughters & Sons" setzen auf kreiselnde Gitarren, pulsierende Bässe, flächige Keyboards, intelligent manövrierte Drums und den beschwörenden Gesang von Andrew Paley. Selbst übertroffen haben sich die vier Amis mit dem Opener vom aktuellen Album "In The City of Wandering Lights". Der heißt "Wires", wirkt wie eine Warnung vor Orwell'schen Visionen (die von der Realität inzwischen längst rechts überholt wurden) und gehört mit zum Besten, was in dieser Sparte je aufgenommen wurde. Nach knapp einer Stunde machen sie mit dem Band-Hit "Cherry Red" den Sack zu und hinterlassen zufriedene Gesichter. Und Adam Meilleur freut sich über die vielen Descendents-Shirts: "Good Man" prostet er einem zu, bevor er ins Mikro rülpst. Mahlzeit.

Punkrock wie er sein soll: Kill Valmer mögen's simpel. 
Kill Valmer fühlen sich stilistisch in einer ganz anderen Ecke wohl, das T-Shirt von Sänger Jonas spricht Bände: The Riot Before steht drauf, das Quartett aus Stuttgart serviert an diesem Abend engagierten Punkrock, ungehobelt, simpel aber effektiv. Zwischendurch mischen sich auch mal rockabillyeske Klänge ins Gesamtbild. Definitiv zu empfehlen.

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