Montag, 31. Dezember 2012

Jahresrückblick Teil 5: Die fünf besten Songs

Ok, eines noch. Ihr habt gesehen, welche Platten zu kurz kamen, welche die besten waren, Ihr habt die besten Konzertmomente gelesen und die schönsten Videos geguckt (Links für alle, die jetzt erst zugeschaltet haben). Heute gibt's noch ein paar handverlesene Songs, die Ihr meiner Ansicht nach gehört haben müsst, bevor 2012 zu Ende ist und Ihr auf 2013 anstoßt. Garantiert Gangnam-frei. 

Los geht's.

Klarer Favorit: "I Came Around" von Murder By Death. Auch wenn es das diesjährige Album "Bitter Drink, Bitter Moon" nicht in die Top Ten geschafft hat: Der Song ist genial. Manchmal haben Platten, die mich insgesamt nicht umhauen, Songs, die mich umwerfen.



Bruce Springsteen vertont den amerikanischen Niedergang. "Wrecking Ball" ist ein Song, der von Erfolgen handelt, die sich in Parkplätze verwandelt haben. Dazu ein Arcade Fire-mäßiger Eruption. Wenn wir schon untergehen, dann mit fliegenden Fahnen. Ein großer Song, hier in einer Live-Fassung.



In den Videos ja schon vorgekommen: "No Rest" von der britischen Folkhoffnung Dry The River. Nochmal zum laut mitsingen: "I Loved You In The Best Way Possible".
 

Get Well Soon und ihr Songmonument: "You Cannot Cast Out The Demons You Might As Well Dance" erfreut mit genialer Melodieführung und einem Sample aus Alfred Hitchcocks "Marnie". Auch live ein echter Bringer.



Klar, dass er nochmal auftauchen muss: John K. Samson hat meine Platte des Jahres beigesteuert. Nur fair, dass er hier nochmal seine weisen Lyrics in die Welt näseln darf. "When I Write My Masters Thesis" handelt von Ambitionen, Druck und Grand Theft Auto.

Sonntag, 30. Dezember 2012

Jahresrückblick, Teil 4: Die besten Videos 2013

Musik ist nicht nur zum Hören da. Die Optik ist nicht ganz unwichtig. Der Videoclip mag in Zeiten, in denen Musikfernsehen weitestgehend zu Grabe getragen ist, keine große Rolle mehr spielen. Trotzdem produzieren Bands nach wie vor kleine Filmchen zu ihren Liedern. Hier eine Auswahl der Clips, die mich dieses Jahr am meisten begeistert haben. 13 Videos, in beliebiger Reihenfolge.

Verspulter Cineasten-Overkill gefällig? Get Well Soon zeigen in "Roland, I Feel You", wie das geht.
Der Clip erzählt keine Geschichte, aber er fängt die Energie dieser Band gut ein: Make Do And Mend illustrieren mit "Disassemble" einen der besten Songs ihres Albums "Everything You Ever Loved". Lo-Fi. Captain Planet ist es nicht wichtig, dass der Clip zum Wahnsinnssong "Pyro" millionenschwer aussieht. Aber wie die Textfetzen immer wieder im Clip auftauchen, das hat wirklich was. Anti-Flag setzen auf drastische Bilder: Für eine Kooperation mit Amnesty International lassen sie sich im Clip zu "This Is The New Sound" von Muppets-artigen Puppen foltern. ...Trail of Dead mischen sich ein. Mit dem aktuellen Album "Lost Songs" stärken sie Pussy Riot den Rücken, und auch die Wahlkampfpeinlichkeiten amerikanischer Politiker nehmen sie aufs Korn. Jason Reece darf in "Catatonic" richtig schön schmierig sein. Apologies, I Have None haben mich nachhaltig umgehauen mit ihrem Debütalbum "London". Insofern ist der Clip Nebensache, aber hört auf den Text und diese unglaubliche Melodie. "To a destination far from there." Wahnsinn. Titus Andronicus sind großartig. Und ein Kommentar unter dem Video zu "In a Big City" trifft es am besten: Normalerweise sehe man weniger nach Psycho aus, wenn man sich den Bart abrasiere. Normalerweise.

Ein irrer Clip. Genauso irr wie das Album. Off! lassen Jack Black in bester Exploitation-Manier als Psychopathen glänzen. Von wegen "Wrong".  Politischer Protest braucht die entsprechenden Bilder. Radio Havanna krallen sich Anti-Flags Justin Sane und wählen Bilder, die ebenso plakativ sind wie ihr Punkrock, und widmen den Clip allen Menschen, die sich für ein Leben in Würde und Freiheit engagieren. The Gaslight Anthem erzählen schöne Geschichten. Das war schon immer so. Und im Clip zu "Handwritten" ist es nicht anders.
The Gaslight Anthem - "Handwritten" I Music Video from Kevin Slack on Vimeo. Amanda Palmer fährt die ganz dicke Rockshow auf. Achtung: "Do It With A Rockstar" ist, wie der Titel andeutet, nicht ganz so safe for work.
Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra “Do It With a Rockstar” (FULL UNCENSORED - NSFW) from Amanda Palmer on Vimeo. Billy Talent kommentieren den Kommerz und das Hipstertum. Das Video soll glaub ich genauso cheesy sein wie es wirkt. Einer der besten Songs des Jahres kommt von Dry The River. "No Rest" prägt sich mit der Textzeile "I loved You in the best way possible" ein. Der Clip dazu wird bei so guter Musik auch fast zur Nebensache. Was verpasst? Im Jahresrückblick gibt's hier die besten Alben, hier die besten Konzerte, Filme und Bücher und hier noch zehn Platten, die man nicht verpassen sollte

Samstag, 29. Dezember 2012

Jahresrückblick, Teil 3: Konzerte des Jahres / Bücher und Filme

Weihnachten fand bei mir schon im September statt. Weil es auf einer Bühne in Paris schneite. Eines von mehreren Konzerthighlights. Das Lesen ging 2012 etwas unter, im Kino war ich auch nicht übermäßig oft. Trotzdem ein paar Empfehlungen.

Konzerte des Jahres (mit Klick auf den Link kommt ihr zur Konzertkritik):

1.) The Pogues in Paris: Wenn Dich das SLAM Alternative Music Magazine fragt, ob Du für ein Interview und ein Konzert mit den Pogues nach Paris willst, zögerst Du nicht lange. Danke an meinen Chef, der mir dafür freie Tage genehmigte. Es war ein einzigartiger Trip, von sowas erzählt man noch seinen Enkeln und allen. Mit Guinnessdose vor dem Olympia stehen. Nebenbei Paris erkunden. Der obligatorische Besuch auf dem Père Lachaise Friedhof. Und ein Gig, an dessen Ende es Konfetti regnete und der größte Weihnachtssong aller Zeiten - "Fairytale of New York" - Weihnachten drei Monate nach vorne holt. Zum Glück gibt's das Ganze auch auf DVD. Einfach zum Sichergehen, dass das alles nicht nur ein Traum war. 

2.) Pirate Satellite Festival in Stuttgart: Ich hab nur Tag eins erlebt, aber da spielten eben auch alle meine Faves. Hot Water Music, Alkaline Trio...ein grandiosees Line-Up und definitiv ein Festival, das Stuttgart gefehlt hat. Als ich den Backstage-Raum betrete, in dem das Interview mit Jason und Chris von Hot Water Music stattfindet, ungläubiges Schweigen, als Chuck Ragan und Dave Hause auf dem Sofa sitzen und mir die Hand entgegenstrecken. Und dann der 3-Stunden-Akustikblock mit Chuck Ragan, Dave Hause, damals noch Tommy Gabel (inzwischen besser bekannt als Laura Jane Grace) und Dan Adriano: "Ihr dürft komplett durchfotografieren", sagt der stämmige Security-Mann zu mir. Ein Traum. Das letzte Aprilwochenende in 2013 ist schon geblockt. 

3.) La Dispute, Title Fight, Make Do And Mend und Into It. Over It in Zürich: Ich mag Pakete. Sind oft tolle Sachen drin. Dieses hier bringt einem der Postbote nicht, aber für die Speerspitze des derzeitigen Hardcore fährt man auch gerne ein paar Kilometer. Das Ein-Mann.Akustikding Into It.Over It gefällt,  Make Do And Mend sind die ehrlichen Arbeiter, Title Fight geben sich experimentell und wuchtig und La Dispute die emotional extrem engagierten. 

Buch des Jahres (Erscheinungsjahr 2005): 
J.R. Moehringer - Tender Bar
Ein Junge, dessen Vater sich aus dem Staub gemacht hat. Vaterfiguren, die er in einer Bar findet, in der er eigentlich noch gar nichts zu suchen hat. Und so viele Weisheiten, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, Textstellen mit dem Bleistift einzukreisen. Ganz im Ernst: Dieses Buch hat mir viel über mich selbst verraten. Mehr als viele andere Bücher, mehr als viele Begegnungen, mehr als manch anderer Mensch. Dass es dann auch noch um Journalismus geht, war eigentlich nur ein Bonus. Ich bin im Rückstand, jetzt muss ich Moehringers neues Buch lesen. Sutton heißt es. Und soll ebenso brillant sein. 



Filme des Jahres: 

1.) Avengers
Mag sein, dass das Popcornkino ist und nicht besonders einfallsreich, einen Mega-Blockbuster als Lieblingsfilm des Jahres zu wählen. Aber: Dieser Film lehrt einen das, was man als Kind kann und als Erwachsener in der Gefahr ist, zu verlernen. Das Staunen. Ich saß eigentlich die ganze Zeit mit großen Augen da, freute mich am Zusammenspiel der Charaktere, den bombastischen Effekten, dem perfekten Einstand der Superhelden-WG. Klar ist die Story simpel. Trotzdem genial. 
Der Trailer:

 

2.) Moonrise Kingdom
Ich bin verliebt in alle Filme von Wes Anderson. Die Royal Tenenbaums sind immer noch die unerreichte Krönung seines Universums mit seinen verschroben-seltsamen Typen darin. Aber Moonrise Kingdom ist so niedlich. Diese Mini-Lana-Del-Rey und dieser nerdige Pfadfinder. Manche finden, die Filmwelten von Anderson seien zu artifiziell, zu gekünstelt. Trotzdem würde man gerne da einziehen. Und seither läuft doch wieder öfter mal Benjamin Britten bei mir.
Der Trailer:




3.) The Dark Knight Rises 
Joseph Gordon Levitt als Robin? Oder gar als neuer Batman? Das Ende lässt Fragen offen. Und ja, er fällt etwas ab im Gegensatz zum epochalen Vorgänger. Tom Hardy als Bane hat wenig Chancen auf Charakterspiel, die Maske ist im Weg und lässt ihn auch noch Unverständliches Zeug brabbeln. Allerdings: Man sollte sich klarmachen, dass das alles Jammern auf hohem Niveau ist. Regisseur Christopher Nolan hat Batman wieder Bedeutung verliehen. Und er trägt ihn stilvoll zu Grabe. Im übertragenen Sinne. 
Der Trailer:

 

Moment, einer fehlt noch...ach ja, Der Kleine Hobbit! Was ist das los? Um ehrlich zu sein: Ich hab ihn noch nicht gesehen. Aber die Karten sind bestellt. Nur pauschal einen Film, der mich wohl nicht enttäuschen wird, hier reinheben, ohne ihn gesehen zu haben, das geht gar nicht. 


Freitag, 28. Dezember 2012

Jahresrückblick 2012, Teil 2: Die besten Platten des Musikjahres

2012 war für mich kein Jahr, das als epochal in die Musik-Geschichte eingehen wird. Ein eher solides Jahr mit vielen alten Bekannten, aber auch neuen Gesichtern, die man nicht mehr missen möchte.  Aber dennoch gab es viel, was ich mir in den Plattenschrank stellen musste. Hier meine zehn Favoriten nochmal kurz angeschnitten, der Rest als unkommentierte Liste. Wie letztes Jahr gilt: Der Wertung liegt ein pseudomathematischer Koeffizient zugrunde, der die Häufigkeit des Anhörens mit der Heftigkeit des Beeindrucktseins irgendwie korreliert. Und wenn Ihr auf Bandname und Albumtitel klickt, kommt Ihr nochmal zur regulären Rezi (bis auf eine). 

10.) Kraftklub – Mit K
Als sie Vorband für die Beatsteaks waren 2010 hab ich sie gehasst. Als ich ihnen bei Rock am See 2012 wiederbegegnet bin, haben sie mich überzeugt. Und kurz darauf in Kempten umgehauen. Weder steh ich auf großartig auf deutsche Texte noch auf Sprechgesang. In dem Fall hab ich aber mein Hirn angewiesen: Diskurs einfach mal Diskurs sein lassen. Tanzen. Und die Texte sind ja auch gut.

9.) Apologies, I Have None – London 
Ein bombastischer Einstand. Vier Jungs aus London hauen ihr Debüt raus und begeistern quer durch die Musiklandschaft Fans und Presse gleichermaßen. Spätestens bei „Sat In Vicky Park“ sprang ich wie vom Zebra gebissen durchs Wohnzimmer, bei „The 26“ schimpfte ich mit ihnen auf die englische Hauptstadt, mit dem letzten Song holten sie mich wieder auf den Teppich. Die Euphorie aber ist noch nicht verflogen.

8.) Make Do And Mend – Everything You Ever Loved
Beim ersten Hören dachte ich nicht, dass die Platte in der Top Ten landen würde. Nach dem Hammer „End Measured Mile“ war mir das hier fast schon zu melodisch, zu zahm. Aber als ich in Zürich erwachsene Männer zu den Klängen von „St. Anne“ Tränen vergießen sah, hat mich die Platte doch noch gepackt. Wächst mit jedem Hördurchlauf. Musik von Bros für Bros, zum gemeinsam ins Bier weinen.

7.) Off! - Off! 
16 Minuten rohe Power. 16 Songs, akustische Ausrufezeichen, mit Verachtung für Kommerzkacke hingebungsvoll ausgekotzt. Jack Black darf im Video zu „Wrong“ Körperteile aus Körpern reißen. Schreihals Keith Morris war früher bei den Circle Jerks und Black Flag, seine Truppe ist im Grunde eine Allstarband. Wahnsinn regiert, die Gitarren klingen ungehobelt. Den Off!-Schriftzug tragen Rise Against beim Southside und Ingo Donot in Lindau auf der Brust. Wo kann ich bestellen?

6.) Get Well Soon – The Scarlet Beast O'Seven Heads
Konstantin Gropper ist ein Genie. Seine orchestralen Weltschmerz-Hymnen sind unersetzlich geworden. „Let Me Check My Mayan Calender“ bittet er uns und erklärt Roland Emmerich („Independence Day“) völlig zurecht, dass er sich auch auf Endzeit spezialisiert hat. Auf dem dritten Studioalbum macht er mit seinem Miniorchester manches anders und vieles richtig. „You Cannot Cast Out The Demons, You Might As Well Dance“ beschert mir den Safri-Duo-Moment 2012.

5.) ...Trail Of Dead – Lost Songs
Letztes Jahr Platz eins der Jahrestopliste auf Tinnitus Attacks, jetzt nicht mehr ganz so überragend, aber immer noch grandios. Ich muss ja zugeben, dass ich schon auch auf die epischen Momente stand. Von dem her konnte ich gut mit „Tao Of The Dead“ leben, weil es die da auch noch gab, aber hier ist alles düster, grau, monochrom. Kein Wunder. Die Welt ist schlecht. Sehen diese Herren auch so. Und legen entsprechend los.

4.) Captain Planet – Treibeis 
Wie gesagt: Mit Deutsch hab ich's nicht so. Aber allein der Opener „Pyro“ hier ist ein solcher Wuchtmoment zum Wiedererkennen. Und dann Sätze wie „Dieser Bildschirm ist hinüber, die Sekunden eingebrannt“ und die Geschichte von einem, der auf sein Handy schaut und weinend das Seminar verlässt. Und das: „Wie gehst Du nur mit den Niederlagen um? Wo üben die, die immer siegen?“ Beste Deutsche Platte 2012.

3.) Fang Island – Major 
Super Mario oder was? In „Chompers“ klingt alles nach Videospiel. Und der Rest der Platte ist ein derartiges Plädoyer fürs Staunen, fürs Offen sein, für Rock, für Melodien. Der Vorgänger war schon gut, aber das hier toppt die bisherigen Kompositionen der Musiker aus Rhode Island, Brooklyn, um Längen. Abgedreht. Und genial.

2.) Cloud Nothings – Attack On Memory 
Spät entdeckt, aber dafür umso heftiger verliebt. Diese Mischung aus verzweifelter Grunge-Heulerei, lässiger Strokes-Nonchalance und vermeintlich nachlässig dahingeschluderten Gitarren ist einfach zu unwiderstehlich. Dylan Baldi, Du spölleriger Nerd, komm her und lass Dich umarmen. Dann geb ich Dir auch ein Bier aus und Du darfst mir erzählen, was das eigentlich alles soll. Interessieren würde mich das schon.

1.) John K. Samson – Provincial
Die besten Songs. Die intensivsten Lyrics. Die schönste Stimme. Der Weakerthans-Fronter hat hier Stücke versammelt, die man ja teils von Seven Inches schon kennt. Aber das macht nichts. Textzeilen wie „Inky bruises punched into the sky by bolts of light“ oder die zunehmende Einsamkeit in „When I Write My Masters Thesis“ sind unscheinbare Songs, die doch zu Monumenten werden. Und „Taps Reversed“ singe ich mit im Duo meiner Frau unserem Kind vor, wenn es mal so weit ist.

Die zehn besten Platten aus 2011 lasen sich so. Morgen hier: Filme und Bücher des Jahres.

Hier die komplette Liste (schiefe Zahl, weil: alle Platten, die mir 2012 irgendetwas bedeutet haben).


1. John K. Samson – Provincial
2. Cloud Nothings – Attack On Memory
3. Fang Island – Major
4. Captain Planet – Treibeis
5. ...Trail Of Dead – Lost Songs
6. Get Well Soon – The Beast O'Seven Heads
7. Off! – Off!
8. Make Do And Mend – Everything You Ever Loved
9. Apologies, I Have None – London
10. Kraftklub – Mit K

11. Two Gallants – The Blight And The Bloom
12. Donots – Wake The Dogs
13. Radio Havanna – Alerta
14. The Gaslight Anthem – Handwritten
15. Dry The River – Shallow Bed
16. The Front Bottoms – dto.
17. The Sword – Apocryphon
18. Imperial State Electric – Pop War
19. Tenacious D – Rize Of The Phoenix
20. Wintersleep – Hello Hum
21. The Menzingers – On The Impossible Past
22. Calexico – Algiers
23. Titus Andronicus – Local Business
24. Billy Talent – Dead Silence
25. Paws – Cokefloat
26. Grizzly Bear – Shields
27. Title Fight – Floral Green
28. Tall Ships – Everything Touching
29. Ezra Furman – The Year Of No Returning
30. Soundgarden – King Animal
31. Jack White – Blunderbuss
32. Hot Water Music – Exister
33. Craig Finn – Clear Eyes Full Heart
34. Murder By Death – Bitter Drink, Bitter Moon
35. Dinosaur Jr. – I Bet On Sky
36. Coheed And Cambria – The Afterman: Ascension
37. The Unwinding Hours – Afterlives
38. Mumford & Sons – Babel
39. All The Young – Welcome Home
40. The Enemy – Streets in The Sky
41. Bob Mould – Silver Age
42. Matt Skiba And the Sekrets – Babylon
43. The Movement – Fools Like You
44. Amanda Palmer – Theater Is Evil
45. Alberta Cross – Songs Of Patience
46. Maximo Park – The National Health
47. The See See – Fountain Mountain
48. I Am Oak – Nowhere Or Tammensaari
49. Arkells – Jackson Square
50. Japandroids – Celebration Rock
51. Die Ärzte – auch
52. Rocky Votolato – Television Of Saints
53. Anti-Flag – The General Strike
54. Bruce Springsteen – Wrecking Ball
55. Wild Evel & The Trashbones – Tales From The Cave
56. Nada Surf – The Stars Are Indifferent To Astronomy
57. Alabama Shakes – Boys & Girls
58. Benjamin Gibbard – Former Lives
59. Brian Jonestown Massacre – Aufheben
60. John Cale – Shifty Adventures in Nookie Wood
61. Firewater – International Orange
62. Holmes – Burning Bridges
63. I Hate Our Freedom – This Years Best Disaster
64. Deftones – Koi No Yokan
65. Motion City Soundtrack – Go
66. MxPx – Plans Within Plans
67. Rush – Clockwork Angels
68. Ty Segall – Twins
69. The Heavy – The Glorious Dead
70. Silversun Pickups – Neck Of The Woods
71. NoFX – Self Entitled
72. The Vaccines – Come Of Age

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Jahresrückblick 2012, Teil 1: Die zu kurz Gekommenen

Einen Tag mit 48 Stunden bitte. Bei der Masse an Veröffentlichungen, einem Vollzeitjob, einem Nebenjob beim SLAM und einem Blog, das jeden Tag aktuell sein soll, bleiben manche Platten auf der Strecke. Manche hab ich auch erst die Tage bekommen. Hier ein Überblick über das, was auf Tinnitus Attacks 2012 noch nicht besprochen wurde, aber es sonst wohl auch in die reguläre Top-Liste (die morgen kommt) geschafft hätte. 

10.) The Vaccines – Come Of Age
Das Debüt begeisterte letztes Jahr riesig, dieses Jahr konnte der Nachfolger nicht so ganz mithalten. Ein klassischer Fall von Nerd-Macke, weil man das Entdeckungs-Erlebnis nicht mehr wiederholen kann bei einem Zweitling. Trotzdem gut. „No Hope“ klingt wie Bob Dylan auf Speed, „I Always Knew“ nach Surf-Western. Während der Erstling noch Ramones und Joy Division verknotete,  schielt man nun auf die 60er und macht dabei eine durchaus gute Figur. Aber das ganz Zwingende, das einen letztes Jahr überrannte, finde ich diesmal nicht. Aber vielleicht auch hier noch ein paar Durchläufe mehr und ich klinge dann ganz anders. Kann man nicht ausschließen. Das ist das Problem mit diesen Listen. Sie sind meist ein Momentaufnahme. Aber Fotos ja auch.

9.) Japandroids – Celebration Rock
Alle reden darüber. Ich bin nicht so richtig warm geworden damit bisher, aber oft brauchen Platten auch eine Weile, bis sie richtig zünden, manche legt man zur Seite und&ieht sie Jahre später wieder raus. Mir ist schon klar, warum sie in vielen Listen ganz vorne landet. Ich werde ihr noch ein paar Durchläufe geben. Zunächst hat mich verwirrt, dass das Cover aussieht wie das auf der Platte vorher. Gitarrenarbeit ist Oberliga. Und da ich mich eh noch stärker in die kanadische Musikszene einarbeiten will, lege ich sie einfach noch ein paar mal auf. Star Trek: The Next Generation fand ich am Anfang auch nur so lala und später genial. Oh verdammt. Geoutet.

8.) Benjamin Gibbard – Former Lives
Death Cab For Cutie waren letztes Jahr hier Nummer eins in dieser Liste. Ben solo schafft es nicht ganz so weit, sein Solodebüt ist aber trotzdem sehr passabel. Bei „Somethings Rattling (Cowpoke)“ werden Calexico-Texmex-Gourmets hellhörig, zu „A Hard One To Know“ zeigt sich die textliche Brillanz: „You Change Your Signals Like A Traffic Light“, ja, die Frau muss wohl keine einfach Partie sein. Nach Ausflügen in die Mainstream-Welt der Twilight-Soundtrackbeiträge wird dieses Album sicher nicht ganz so viel Aufmerksamkeit bekommen, dafür ist es anspruchsvoller, ein bisschen beschaulicher und ein geeigneter Zwischenmahlzeit, bevor hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft ein neues Death-Cab-Album naht.

7.) The Unwinding Hours – Afterlives
Wieder so eine Platte, auf die man sich ewig gefreut und dann irgendwie den Release zwischen Alltag und Pflicht verbummelt hat. Die Aereogramme-Nachfolger gefallen auch auf Album Nummer zwei mit melancholischem Postrock, der sich auf zwingende Klavierlinien und knackige Bässe wie im Opener „Break“ stützt. Und natürlich auf die Stimme von Craig B, der dieses Album gemeinsam mit Ian Hook zu einem winterlich verschneiten Vergnügungspark für gebrochene Herzen, untröstliche Träumer und Regenwanderer macht. Musiker, die sich nach eigenen Aussagen für lange Spaziergänge im Park, Sonnenuntergänge und Tod interessieren, werden wohl nie Happy-Go-Lucky-Platten machen. Aber das will ja auch gar niemand. Vor allem, wenn die düstere Seite so schön klingen kann.

6.) The Heavy - The Glorious Dead
Ich hab sie übers SLAM entdeckt. Da ist auch eine Rezi erschienen. Und hier wäre sicher auch was passiert. The Heavy machen einen völlig genialen Mix aus Soul, Garagenrock und was weiß ich noch alles. Brüder im Geiste mit The Black Keys, an mancher Stelle auch Tom Waits-Reminiszenzen. Auf jeden Fall sehr genial, völlig anders als alles, was ich sonst höre und gerade deshalb so spannend. Mag sein, dass das Vorgängeralbum als Meilenstein gilt - ich finde dieses hier sehr gelungen und lege es auch so gerne mal auf. Übrigens: Todsichere "Hey, was ist das?"-Platte für die Frau auf dem Beifahrersitz. Groovy und sexy noch dazu. So wollen wir das.


5.) Kreator – Phantom Antichrist
Metal Flashback. Kreator gehören zu meiner metallischmusikalischen Sozialisation. Meine erste Platte der Ruhrpott-Metaller war eine auf drei Euro reduzierte, ausgebeinte Version von „Cause For Conflict“ (1995), ohne Booklet, ohne Artwork. Die war nicht besonders gut. Aber mit „Endorama“ (1999) ging es sogar noch eine Spur schwächer. Vor elf Jahren begann dann die „Violent Revolution“, und da der Backkatalog bis dahin bereits erschlossen war, sog ich die neuen Thrash-Perlen auf wie Chai-Tee. Kreator sind nicht mehr wegzudenken, auch generell: Metal ist wieder im Mainstream angekommen, Mille und Co. spielen bei NeoParadise und werden vom Spiegel gestreamt. „Phantom Antichrist“ ist melodischer und hymnischer als frühere Sachen, aber nicht minder brachial. Ich mag das.

4.) Paws – Cokefloat
Man denkt, eine neue Graphic Novel von Daniel Clowes in den Händen zu halten. Das Cover ruft „Indierock“, und dann kratzt die Nadel „Catherine 1956“ aus den Vinylrillen. Ein schottisches Trio macht 2012 den aufkratzendsten Schrammelsound. Das hatten wir doch schon mal? Fratellis hießen die, haben mit dem Sound hier nicht viel zu tun außer der Euphorie, die sie bei mir auslösen, und er Möglichkeit, hier noch die News von der Reunion besagter Fratellis unterzubringen und die Hoffnung zu äußern, dass auch ein Reunion-Album folgen möge. Aber zurück zu den Pfoten: Dieses Album kommt in die Schublade mit der Aufschrift: „Wiedervorlage“. Denn eigentlich sind die Songs viel zu stürmisch für den Winter, und müssen nächstes Jahr unbedingt als Soundtrack für Frühjahrserwachen, Sommersonnentage und die ersten Autofahrten mit wieder runtergelassenem Fenster dienen.

3.) Titus Andronicus – Local Business
Gilt das? Hierzulande ist das neue Album der Pubrocker aus New Jersey bisher nur als Import erhältlich. Aber was muss, das muss. Simpel in Rot gehalten, dazu eine Kampagne, in der sich die Band von Fans auf Twitter Tipps geben lässt, wo man in den Tournee-Städten anständige Lokale, Plattenläden und sonst noch was findet. Die Platte knüpft da an, wo „The Monitor“ vor zwei Jahren endete, ist aber doch etwas simpler gehalten. Kämpferischer Aufruf zu mehr Nachhaltigkeit und Nachdenklichkeit steckt hier ebenso in den Textgen wie unverleugnetes Rezitieren amerikanischer Musikwurzeln. Rotes Vinyl rockt.

2.) Imperial State Electric – Pop War 
The Hellacopters sind tot. Es leben Imperial State Electric. Nicke Andersson hat mit seiner 2009 begrabenen Rotzrockband Geschichte geschrieben und bereits vorher mit Entombed dem Death Metal Sternstunden beschert. Aber auch nach dem Ende der höllischen Hubschrauber müssen wir nicht ohne seine von der Muse geKISSten Classic-Rock-Riffs auskommen. „Pop War“ fängt mit dem rasch einnehmenden „Uh-Huh“ an und endet in „Enough To Break Your Heart“ mit einem epischen Streicher-Aufgebot, das alle Kitschklippen meilenweit umschifft und so nahtgenau passt, dass es ein wahres Wunder ist. Der Trost über das Ende einer der wichtigsten Rockbands der Gegenwart klingt quicklebendig, kreativ verspielt und vor allem mordsmäßig riffbetont. Farin Urlaub singt: Ach Schweden ist das schönste Land der Welt. Er hat Recht.

1.) The Sword – Apocryphon
Wow, warum ist dieses Album eigentlich so dermaßen untergegangen? Den Vorgänger „Warp Riders“ haben noch alle einschlägigen Postillen groß abgefeiert, hier hatte man das Gefühl, die Rezi fiel in die Rubrik „ferner liefen“. Dabei ist das diesjährige Album der Stoner-Metaller aus Austin, Texas, keinen Deut schwächer ausgefallen. Im Gegenteil: Die Riffs kommen gewohnt kompakt und mächtig aus den Boxen gebollert, John D. Chronise singt dazu über geheimnisvolle Frauen mit Silberkelchen in Händen und andere Mysterien. Seltsame Symbole verzieren die Plattenhülle, und wer sich das Vinyl sichert, bekommt die zehn Songs plus fünf Bonustracks auch noch auf CD dazu. Musik für Menschen, die unter „Feuer und Eis“ keinen Sportfilm verstehen, Frank Frazetta nicht für einen italienischen Rennfahrer halten und eine Kutte nicht für ein Mönchs-Kleidungsstück halten.

Wie sah's letztes Jahr aus? Das waren die zu kurz Gekommenen 2011. Teil 2 des Jahresrückblicks mit den besten Platten des vergangenen Musikjahres folgt morgen auf Tinnitus Attacks.

Montag, 24. Dezember 2012

Tinnitus Attacks wünscht Fröhliche Weihnachten

Gar nicht viele Worte drumherum: Weihnachten. Fairytale of New York. The Pogues in Paris.  Fan-Footage. Es schneit. Fröhliche Weihnachten Euch allen!

Sonntag, 23. Dezember 2012

Ben Gibbard bei Conan O'Brien

Mariachi-Sound meets Indie-Songwriter-Darling: Wenn Benjamin Gibbard nicht gerade mit Death Cab For Cutie schöne Alben veröffentlicht oder auf Twilight-Soundtracks herumspringt, macht er auch mal was solo, wie sein aktuelles Album "Former Lives". Das Calexico-artige "Something's Rattling" erklang jüngst bei Conan O'Brien.

Samstag, 22. Dezember 2012

Blackmail verschenken neuen Song "Impact"

Die neue Blackmail-Platte naht. Und sie wird gut. Erste Höreindrücke lassen ein Highlight in der Discographie der Koblenzer erwarten. Jetzt verschenken die Musiker den Opener des Albums "II", das am 22. Februar 2013 über uns hereinbricht. "Impact" startet mit einem Chor, der aus einer Danny-Elfman-Komposition kommen könnte (der Hauskomponist von Tim Burton), und packen dann die ganz dicke Gitarrenkeule aus.

Eine Plattenkritik und ein umfangreiches Interview, das ich mit Blackmail führen werde, lest Ihr in der Ausgabe #66 des SLAM Alternative Music Magazine, das am 13. Februar 2013 erscheint.
Hier der Song zum Downloaden.
 

Die Tracklist liest sich dann so:

1. Impact
2. The Rush
3. Day of Doom
4. Shine
5. Kiss the Sun
6. La Futura
7. Palms
8. O
9. Sleep well, Madness
10. Dual

Im März sind Blackmail auf Tour:

21.03. Wiesbaden, Schlachthof
22.03. Stuttgart, Universum
30.03. Koblenz, Koblenz, Dreams (SuperFuzzFestival)
04.04. München, 59to1
05.04. Wien (AT), B72
06.04. Dresden, Beatpol
07.04. Hannover, Faust
10.04. Bielefeld, Forum
11.04. Hamburg, Molotow
12.04. Leipzig, Werk 2
13.04. Kaiserslautern, Kammgarn
14.04. Köln, Underground
18.04. Berlin, Postbahnhof
19.04. Dortmund, FZW

Freitag, 21. Dezember 2012

Hello Piedpiper verschenkt Songs

Mit Hello Piedpiper und mir, das war Liebe auf den ersten Blick. Der Kölner Singer/Songwriter macht Musik, über die man froh ist, sie entdeckt zu haben, und über die man noch fröher ist, sie nie wieder hergeben zu müssen. Fabio Bacchet saß mit dabei, als ich in Stuttgart Justin Sane interviewt habe. Es war der 11. September 2011. Nach dem veganen Barbecue eröffnete er für den US-Punkaktivisten. Und es war großartig. Das Album direkt am Merchstand gekauft und sofort für prima befunden. (Ein Interview mit Fabio gibt's hier).

Jetzt macht der klasse Songschreiber gemeinsame Sache mit anderen, die ebenfalls akustische Gitarrenklängen huldigen, und bringt einen gratis Sampler raus. "Melliflous Music Sampler" heißt das Ganze - und zeigt, dass es verdammt viele Menschen gibt, die wissen, wie man seine Geliebte aus Holz und Stahl behandeln muss. "The Silent Sea" mit seinen unkitschigen Streichern ist Town of Saints sehr schön gelungen.  Halla Norðfjörð klingt ein wenig nach Velvet Underground, Wool beschwören das Ende herauf. Eigenartig, wie viel wenige Töne auf einmal bewirken können. Dadurch, dass es eben keine fetten Akkorde mit Distortion sind, nimmt man einzelne Noten viel besser wahr. Arpeggien werden in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt, die Note an sich und ihr Wert rücken in den Mittelpunkt. Man lernt das Zuhören neu. Manche gönnen sich etwas mehr Instrumentarium, wie Domingo in "Careless Youth". Eins ist ihnen allen aber gemein: Sie müssen nicht laut schreien, um gehört zu werden.

Den Sampler gibt es bei Noisetrade als Gratis-Download. Wer möchte, kann auch einen kleinen Obulus beisteuern. Und wer Heelo Piedpier aus irgendwelchen Gründen noch nicht kennt: Oben seht Ihr ein Video.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

"Wir verschweigen unsere Herkunft nicht": Yesterday Shop im Interview

Mit ihrem kürzlich erschienen Debütalbum haben Yesterday Shop überzeugt - mit der Meinung bin ich nicht alleine. Als das Angebot kam, ein Interview mit der Band zu machen, die von Balingen und Reutlingen nach Hamburg und Berlin zog, war die Entscheidung leicht. Am Dienstag, 18. Dezember, ist das Gespräch mit Gitarrist Clemens Kluck auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick auf das Bild rechts könnt Ihr es lesen. Falls nötig, in neuem Tab öffnen und zoomen. Die Auflösung passt.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Uncle M Fest mit Nothington u.a. + Tourdaten

Das truly dedidicated Münsteraner Label Uncle M macht Party:

2013 findet erstmals das Uncle M Fest statt. Vonseiten des DIY-Labels heißt es: "Für mehr als 20 Bands haben wir uns in den vergangenen 12 Monaten zerrissen und sind enorm glücklich in dieser kurzen Zeit für so wundervolle Künstler wie Hot Water Music, Off!, Boysetsfire, Anti-Flag, Chuck Ragan, Captain Planet, Radio Havanna oder Flogging Molly gearbeitet zu haben. Am 02. Mai 2013 möchten wir daher die Gelegenheit nutzen, einige unserer internationalen "up-and-coming" Bands erstmals zusammen zu präsentieren. Das ganze im Skaters Palace, dem wunderbaren Club hier in Münster, in dessen Hinterzimmer unser Büro liegt."

Nothington waren vor Kurzem auf Tour mit den Donots und haben sich mit ihrem rauen Punkrock viele Sympathien verdient. (Wer sich ein Bild von den Livequalitäten der Band machen will: Siehe oben). Apologies, I Have None begeisterten 2012 mit ihrem ausgereiften Debütalbum "London", und Idle Class, tja, da hör ich gleich mal noch in die neue EP rein.

Weitere Band-Bestätigungen für das Fest folgen im Frühling.

Limitierte Hard-Tickets sind ab sofort im Uncle M Shop für 12,- Euro zzgl Gebühren erhältlich.
Darüber hinaus bieten wir auch vergünstigte Gruppentickets an (4 kaufen, 3 zahlen -> pro Karte nur 9,- Euro zzgl Gebühren).
http://unclem.merchcowboy.com/tickets.html


Und dann gibt's noch ein größeres Tourdaten-Update aus dem Hause M. Bitteschön:


ANTI-FLAG
aktuelles Album "The General Strike" (Sideonedummy Records / Cargo Records)
06.07. DE – Münster – Vainstream Festival
Booking: X Why Z

APOLOGIES, I HAVE NONE
aktuelles Album "London" (Uncle M / Cargo Records)
auf Tour mit MAKE DO AND MEND (*)
01.03. NL – Eindhoven – Aloys *
02.03. DE – Hamburg – Hafenklang *
03.03. DE – Berlin – Cassiopeia *
04.03. CZ – Prag – 007 *
05.03. HR – Budapest – Durer Kurt *
06.03. AT – Wien – Arena *
08.03. CH – Zurich - Dynamo *
09.03. DE – München – Orange House *
10.03. DE – Stuttgart – Juha West *
11.03. DE – Köln - MTC *
12.03. BE – Brüssel – AB *
13.04. DE – Dillingen – Antattack Festival
02.05. DE – Münster – Uncle M Fest / Skaters Palace +Nothington
07.06. DE – Ellerdorf – Wilwarin Festival
Booking: FKP Scorpio

BOYSETSFIRE
15.03.13 DE - Frauenau - Bürgerhalle (Jugendcafé Zwiesel Benefiz)
16.03.13 DE - Frauenau - Bürgerhalle (Jugendcafé Zwiesel Benefiz)
13. - 15.06.13 CH - Interlaken - Greenfield Festival
21. - 23.06.13 DE - Scheessel - Hurricane Festival
21. - 23.06.13 DE - Neuhausen - Southside Festival
27. - 29.06.13 DE - Montabaur - Mair1 Festival
06.07.13 DE - Münster - Vainstream Rockfest
Booking: Destiny Tourbooking
 
CHUCK RAGAN
aktuelles Album "Covering Ground" (Sideonedummy Records / Cargo Records)
09.-11.08. DE - Eschwege, Open-Flair Festival
09.-11.08. DE - Rothenburg o.d. Tauber, Taubertal Festival
09.-10.08. DE - Püttlingen, Rocco-del-Schlacco Festival
Booking: Kingstar

DISPATCH
aktuelle EP "s/t" (Uncle M / Cargo Records)
24.01. DE - München - Backstage Werk
25.01. DE - Stuttgart - Longhorn
26.01. DE - Berlin - Huxley´s
29.01. DE - Hamburg - Gruenspan
30.01. DE - Frankfurt - Batschkapp
04.02. DE - Dortmund – FZW
Booking: FKP Scorpio

FLOGGING MOLLY
09.08. DE - Puttlingen - Rocco Del Schlacko
10.08. DE - Eschwege - Open Flair
11.08. DE - Rothenburg o.d. Tauber - Taubertal Festival
Booking: Creative Talent

FIGHTS & FIRES
kommendes Album "We Could All Be Dead Tomorrow"(Black Star Foundation / Cargo Records)
18.03. BE - Namur - Le Petit Bitu
19.03. DE - Gießen - AK44
20.03. DE - Würzburg - Kellerperle
21.03. DE - Stuttgart - JuHa West
22.03. DE - Ulm  - Die Tanke
23.03. DE - Regensburg - Lederer
26.03. DE - Zittau - Emil
28.03. DE - Kiel - Schaubude
Booking: Mighty Vision

HELLO PIEDPIPER
aktuelles Album "Birdsongs = Warsounds" (Uncle M / Cargo Records)
09.02. DE – Dortmund – Nachtflohmarkt
weitere Shows in Vorbereitung
Booking: Uncle M

IDLE CLASS
aktuelle EP "Stumbling Home" (Black Star Foundation / Uncle M / Cargo Records)
12.01. DE – Paderborn – Kulturwerkstatt
15.03. DE – Bergkamen – Yellowstone
16.03. DE – Lüdenscheid - Alte Druckerei
24.04. DE - Düsseldorf – Tube +The Static Age
02.05. DE – Münster – Uncle M Fest / Skaters Palace
25.05. Bielefeld - AJZ +Captain Planet
Booking: Stahl & Panik

NOTHINGTON
aktuelles Album "Borrowed Time" (Uncle M / Cargo Records)
02.05. DE – Münster – Uncle M Fest / Skaters Palace +Aplogies, I Have None
weitere Shows in Vorbereitung
Booking: Klownhouse Tours

RADIO HAVANNA
aktuelles Album "Alerta" (Uncle M / Cargo Records)
21.12. DE – Berlin - Ramones Museum (Xmas Konzert)
25.12. DE – Erfurt – Engelsburg ("Gänsebraten-Pogo")
15.03. DE – Leipzig - Werk 2  
16.03. DE – Würzburg - B-Hof  
22.03. DE – Verden - JUZ  
23.03. DE – Meppen - Rockpalast  
29.03. CH – Sursee - Kulturwerkstatt 118
11.04. DE – Dortmund - FZW  
13.04. DE – Dillingen/Saar - AntAttack Festival + Nations Afire +Jennifer Rostock
19.04. AT – Vöcklabruck - Unity Festival +Flatliners
27.04. DE – Berlin - Monster Bash Festival + Rise Against, Pennywise
02.05. DE – Schweinfurt - Alter Stattbahnhof +Nations Afire
03.05. DE - Frankfurt - 11er Music Club  
04.05. DE – Düsseldorf - Pitcher  
11.05. DE – Hannover - Faust / "Rock'n Roll Highschool"  
Booking: Sparta Entertainment

TEQUILA & THE SUNRISE GANG
aktuelles Album "Intoaction" 21.09.2012 (Uncle M / Cargo Records)
23.11. DE - Husum - Speicher
24.11. DE - Itzehoe - Lauschbar
08.12. DE - Bremerhafen - Rockcenter
15.12. DE - Kiel - Pumpe
03.01. DE – Berlin – Wild At Heart
04.01. DE - Neumünster - AJZ
05.01. DE – Salzwedel – Hanseat
11.01. DE – Neustadt – Forum
01.02. DE – Geesthacht – Düne
06.04. DE - Abensberg - Gleis 1
07.07. DE - Glücksburg - Midsummer Night Festival

THE STATIC AGE
11.04. DE - Dortmund - FZW
12.04. DE – Kiel – Schaubude
13.04. DE – Lindern – Teestube
14.04. CH – Basel – Sommercasino
15.04. DE – München – Sunny Red
17.04. SL – Ljubljana – Gala Hala
18.04. AT – Graz – Musichouse
19.04. AT – Vöcklabruck - Unity Festival
20.04. AT – Dornbirn – Kulturcafe
21.04. CH – Luzern – Sedel
22.04. CH – Zürich – Dynamo
23.04. DE - Freiburg - KTS
24.04. DE – Düsseldorf – The Tube
25.04. DE – Hamburg – Molotow
26.04. DE – Berlin – Tiefgrund
30.04. DE – Braunschweig – Cafe Riptide
03.05. DE – Bonn – Bla
04.05. DE – Trier – The Ex Fest

STAHL & PANIK KONZERTGRUPPE MÜNSTER
19.12.2012 DE – Münster – Baracke: All the best tapes, City of Ifa
02.01.2013 DE – Münster – Baracke: Torpedo Holiday, Favorite Parke, Tigeryouth
02.02.2013 DE – Münster – Baracke: Smile and Burn, Driftwood Fairytales
13.02.2013 DE – Münster – Baracke: Airliss Nancy
23.02.2013 DE – Münster – Baracke: Kafkas
28.02.2013 DE – Münster – Baracke: Sport
17.03.2013 DE – Münster – Baracke: The Hunters
06.04.2013 DE – Münster – Baracke: Smoke or Fire, Astpai

Montag, 17. Dezember 2012

Konzertkritik: Die Toten Hosen in Friedrichshafen

Ich muss ja zugeben: Ich bin nicht der große Hosen-Fan. Aber manchmal ist das auch gar nicht schlecht, weil man dann nicht mit einer Grundeuphorie auf ein Konzert geht, über das man schreibt. Insofern hat mich der Auftritt am 14. Dezember in Friedrichshafen kalt erwischt und positiv überrascht. So geht Stadionatmosphäre. Aber nicht die unpersönliche Stadionrockgeschichte, sondern Fußballstadion. Eine ausführliche Konzertkritik ist auf der Kulturseite der heutigen Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick auf den Artikel könnt Ihr meinen Text lesen. Falls nicht groß genug: In neuem Tab öffnen. Die Auflösung reicht auch für Brillenträger. Hab ich selbst getestet.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Samstag, 15. Dezember 2012

Ryan Adams bei Conan O'Brien

 Was ist denn bei Conan los? So viele gute Musikgäste am Stück hatte er echt selten. Scrollt nur mal die letzten Blogeinträge hier durch, Ihr werdet sehen, was ich meine. Jetzt auch noch Ryan Adams. Der hat für den Song "Shining Through The Dark" für den Soundtrack zur neuen Judd Apatow-Comedy "This is 40" beigesteuert und bietet ihn bei Conan live dar.

Freitag, 14. Dezember 2012

Hörtest: Supermutant – FRVR


Es ist ja schon unfair. Sobald Bands aus hiesigen Gefilden in ihrer Muttersprache singen, werden sie ständig miteinander verglichen. Aber der Vorteil ist: Die Texte wirken unmittelbarer, Songs lassen sich nicht einfach als Hintergrundbeschallung missbrauchen. Weil man automatisch mithört. Bei Supermutant lohnt es sich, nicht nur auf die Musik zu hören, sondern auch die Lyrics mitzunehmen. Bruchstücke bleiben hängen, manchmal seltsame Vergleiche: „Deine Leben gelebt wie Tetris.“ Düstere Vorahnungen. „Und nach dem Regen kommt das Wasser und reißt hier alles mit.“ Zweifel: „Alles verloren im Haus der Liebe.“ Todessehnsucht: „Du weißt es ist Gift und Du betest dass es Gift ist und Du danach tot bist.“ Der Mann am Mikro heißt Yann Thönnessen und er singt mit einer so eindringlichen Stimme, dass man ihm zuhören muss. Darüber türmen sich Gitarren auf, an Indie und Punkrock geschult. Die Texte sind nicht so kryptisch wie die anderer Bands, eigenen sich aber durch ihre Abstraktheit als Projektionsfläche für eigene Gedanken, Interpretationen.

Supermutant waren schon als Vorband mit Captain Planet auf Tour. Der Vergleich ist zumindest gar nicht so blöd. Allerdings: Die Vorband klingt meist nicht so drängend wie der Hauptact. Eher nach Weite. Hier ist viel Hall im Spiel. Die Gitarren kommen zum Punkt, kommen spielerisch wie in „Lichterloh“ daher oder stürmen auch mal nach vorne. Der melancholische Touch von Interpol fühlt sich hier ebenso zuhause wie poppige Einflüsse.

Die Titel legen nahe, dass jemand sich hier Gedanken macht und auch nicht auf die Idee käme, simple Rock'n'Roll-Anekdoten auszupacken. Siehe „Sopor“, wo die Essenz auf einen Satz zusammenschrumpft: „Die schönste Art zu sterben ist zu leben/Das steht doch auch auf meiner Brust.“ Wenige Sekunden danach heißt es: „Arktisch diese Kälte.“ Der Song verkleidet sich später als Faust-in-die-Luft-Punkrocker. Aber bis dahin haben wir längst verstanden: Das Quartett aus Köln/Essen/Möchengladbach ist vier Jahre nach ihrer Gründung reif dafür, nicht mehr als Vorband auf der Bühne zu stehen. Auch wenn das hier erst das Debüt ist.

"FRVR" von Supermutant erscheint am heutigen Freitag bei Comude. Mehr unter www.supermutant.net. Hier ein Clip zu "Diamant": 

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Cardinal Sessions mit Get Well Soon

Get Well Soon hört man ja wegen der massigen Details, der reichen Instrumentierung. Umso spannender, wenn sie mal bei den Cardinal Sessions auftreten. "Roland I Feel You" und "Werner Herzog Gets Shot" sind großartig ins Outdoor-Format transportiert. "The Scarlet Beast O'Seven Heads" werden wir sicher am Ende des Jahres nochmal sehen. Dann in den Toplisten.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Jack White bei Conan O'Brien

Conan hat eine gute Woche erwischt. TGA, Delta Spirit und jetzt Jack White. Der bleiche Ex-White-Stripe-Strippenzieher hat diesmal seine weibliche Backingband dabei. "I'm Shakin" ist ein Cover des Rhyhthm & Blues-Musikers Little Willie John und auf der diesjährigen Soloplatte "Blunderbuss" von White erschienen.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Delta Spirit bei Conan O'Brien

Muss man Delta Spirit mal näher unter die Lupe nehmen? Könnte sicher nicht schaden, ihrem Auftritt bei Conan O'Brien nach zu urteilen. Klingt jedenfalls ziemlich solide, dieser kernige Rock der Musiker aus San Diego.

Montag, 10. Dezember 2012

Hör- und Sehtest: The Pogues – The Pogues in Paris: 30th Anniversary Concert

Ehrlicherweise vorab: Es scheint mir unmöglich, diese mächtige Kombination aus Ton und Bild objektiv zu besprechen. The Pogues in Paris war mein Highlight dieses Jahr, meine bisher eindrucksvollste Konzert- und Interviewreise. Müsst Ihr halt mit subjektiven Eindrücken klar kommen. What's the news?

Diese Vorbemerkung sagt, dass diese CD/DVD-Kombi Pflich ist. Aber da dürfte ich ja nicht alleine sein. Wer dabei war, stellt sich das Paket gerne in den heimischen Plattenschrank, und wer nicht mitfeiern konnte, schaut sich trotzdem gerne an, was er verpasst hat. Schöne Vorstellung, wie die Leute zuhause vor dem Bildschirm sitzen und gaaaaaaanz langsam im Slow-Modus immer wieder das Publikum scannen, um sich möglicherweise selbst zu entdecken.

Lohnenswert ist die Anschaffung dieser 4-Silberling-Edition schon alleine, weil das Konzert einfach eine riesige Party war. Ich hatte Bedenken, ob der Boden das aushält: Alle tanzen, und der Boden federt bedenklich mit. Trampolinfeeling während Irish Folk Dir die Beine zucken lässt.

Zur Akustik: CD 1 enthält den ersten Teil des Konzerts. Shane McGowan kam teilweise ganz schön wackelig daher, nennenswerte Aussetzer gab es aber nicht. Sein sympathisch nuscheliger Gesang prägt die meisten Songs, und wenn die Tonhöhe mal nicht ganz exakt ist, ok. Spider Stacy übernimmt natürlich auch ab und an, etwa beim poppigen „Tuesday Morning“. Terry Woods, mein Interviewpartner, darf bei „Young Ned On The Hill“ ran. Dass die „Streams of Whiskey“ in der Vergangenheit reichlich geflossen sind, merkt man nur an manchen Stellen, aber eher am tippelnden Gang von McGowan. Die Songauswahl ist erstklassig, auf CD 2 geht es dann mit den Zugaben weiter. Vor meinem geistigen Auge zieht da immer wieder die großartige Szene auf, wie Shane mit Banjospieler Jem Finers Tochter Ella tanzt und es weiße Konfetti regnet.

Die Optik: Auf der ersten der beiden DVDs kann man das ganze Konzert sehen, Bild und Tonqualität (PCM Stereo oder 5.11 Dolby Digital) stimmen, auch die Schnitte und Kameraperspektiven lassen kaum Wünsche offen. Der zweite Rundling hält noch obskure Dokustreifen aus den 80ern bereit, passenderweise auch französische Produktionen. Dann ist da noch das Booklet, das Linernotes, Fotos, Fanstimmen und jede Menge Geschichte versammelt. Eine runde Sache, alles zusammengenommen. Für Fans von Flogging Molly, Dropkick Murphys und Konsorten, die mal das einflussreiche Orginal und Vorbild genannter Bands genauer unter die Lupe nehmen wollen, eine sehr geeignete Einstiegsdroge.

„The Pogues in Paris-30th Anniversary Concert“ ist am 22. November via Polydor erschienen. Mehr unter www.pogues.com. Hier ein kleiner Teaser: 

Sonntag, 9. Dezember 2012

Sonntags-Soirée: Calexico – Algiers

Bevor das Jahr rum ist, wirft Tinnitus Attacks einen Blick auf die Platten, die aus unerfindlich unerhörten Gründen bisher hier auf dem Blog nicht zum Zug kamen – aber vermutlich am Ende des Jahres eine Rolle in der Topliste spielen werden. Heute: Calexico und ihr im September erschienenes Album "Algiers". 

Ich erinnere mich, dass ich Calexico 2004 beim Kulturufer in Friedrichshafen gesehen hab. Eine Band, wie geschaffen für Zeltbühnen. Im stickigen Dunkel entfalteten die Texmex-Soundscapes eine hypnotisierende Wirkung. Bei jedem neuen Album der amerikanischen Grenzgänger habe ich dieses Bild vor Augen. Calexico sind düster, mal hoffnungslos, mal euphorisch. Auch auf „Algier“ lassen Sie ihren betörenden Mix aus Americana und Folk verschiedener Prägungen in der Sonne braten, im Staub tanzen und durch öde Kakteenwüsten reiten.

Für „Algier“ haben sich Calexico auf geheiligten Boden gegeben. Das Album ist in einer alten Kirche entstanden. Man bildet sich ein, die Weite zu hören, ähnlich wie damals bei Arcade Fires Neon Bible. „Algiers“ so heißt übrigens ein Stadtviertel in New Orleans. Und schwül-sumpfig geht es auch hier zu.

Allerdings nicht mehr so, soll man plakativ sagen? Die Mariachikapelle ist von weit her zu hören, in „Puerto“ etwa. Der Opener „Epic“ ist die perfekte Beschallung für nächtliche Autofahrten bei Schnee (hab's um 2:47 Uhr getestet), „Splitter“ lässt ganz langsam freudige Bläser mitspielen. Die Partyplatte ist es nicht, eher regieren hier die nachdenklichen Momente zwischen Mitternacht und Dämmerung. Sowas lässt man spielen, während die „Space Night“ im Fernsehen läuft und man verwaschene Aufnahmen von Sternen und Raumstationen sieht.

Ebenso beeindruckend der Blick ins Booklet: 20 Musiker sind an diesem Album beteiligt, die Liste der Instrumente liest sich wie ein Ausriss aus einem Lexikon für Musikinstrumente. Eine Platte, der man ganz genau zuhören sollte. Weil es hier mehr zu hören gibt als bei den anderen.

„Algier“ von Calexico ist am 7. September bei City Slang erschienen. Mehr Infos unter www.casadecalexico.com. Hier das Video zu "Splitter":

Samstag, 8. Dezember 2012

The Gaslight Anthem live bei Conan O'Brien

The Gaslight Anthem zu Gast bei Conan O'Brien: Besser könnte man meine Vorlieben kaum kombinieren. Diese Woche haben sie "Here Comes My Man" in der Show des knautschigen Talkmasters gespielt. Schnörkellos, fast schon etwas unspektakulär, aber seht selbst.

Freitag, 7. Dezember 2012

Futter für Euren Plattenschrank: Tall Ships und Ezra Furman

Neulich hab ich ja schon von Tall Ships und Ezra Furman geschwärmt, die beide als Support beim Nada Surf-Konzert in Friedrichshafen dabei waren. Und damit Ihr wisst, warum ich so begeistert war, hier ein paar Eindrücke.

Zuerst der Mathrock-Indie von Tall Ships: Der Opener des aktuellen Albums hat schon mal einen sympatischen Titel namens T=0. Erinnert mich irgendwie an Physik. Aber mit dem Fach hab ich meinen Frieden gemacht, also ist das ok. Und hier noch der Clip zu "Gallop": Einen kurzen Eindruck vom Auftritt beim Reading-Festival könnt Ihr hier sehen: Und nun zu Ezra Furman. Der putzige Anti-Folk-Bursche ist mir echt ans Herz gewachsen. Hier kommt der Clip von Ezra Furman and the Harpoons zu "Take Off Your Sunglasses": Der Auftritt bei Balcony TV ist auch spitze. Wer auf die Frage der Moderatorin, wie es einem geht, sagt: "Ich bin müde" und dabei böse guckt, hat doch eigentlich schon alles richtig gemacht. Und hier noch der Clip zu "Are You Gonna Break My Heart": Und, glaub Ihr mir jetzt?

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Hörtest: Coheed and Cambria - The Afterman: Ascension


Bevor das Jahr rum ist, wirft Tinnitus Attacks einen Blick auf die Platten, die aus unerfindlich unerhörten Gründen bisher hier auf dem Blog nicht zum Zug kamen – aber vermutlich am Ende des Jahres eine Rolle in der Topliste spielen werden. Heute: Coheed and Cambria und ihr neuer Sci-Fi-Epos "The Afterman: Ascension".

Alleine für ihre liebenswert bescheuerten Song- und Albumtitel muss man Coheed & Cambria eigentlich lieben. Und hey: Das sind Comic- und Filmnerds, die auf Rush und Iron Maiden stehen. Also genau die Menschen, mit denen man gerne einen Videoabend machen würde – und sich sogar auf einen Film einigen könnte. Zwischendurch hatten sie mal eine schwächere Phase, aber jetzt machen sie wieder richtig Spaß, die New Yorker, deren Sänger Claudio Sanchez in ähnlichen Sphären schwebt die Geddy Lee. „The Afterman – Ascension“ setzt die ausufernde Sci-Fi-Saga fort, die Sanchez so gerne mit dem Eifer eines Straßenpredigers im Hyde Park verzapft. Und da kommt noch mehr, so viel ist sicher.

Seine Songs ziehen sich gerne mal über acht Minuten hin, aber das macht nichts, wenn „Key Entity ExtractionI: Domino The Destitute“ mit genau der Mischung aus Riffs und Atmosphäre, Melodien und Hooklines begeistert, die auch „In Keeping Secrets of Silent Earth“ groß gemacht haben. Der Hang zur großen Geste zeigt sich auch in dezent fiedelnden Streichern wie im Titelsong und generell bombastischen Momenten. Kompakte Ohrwürmer finden sich aber ebenso. Die Platte ist ja auch relativ übersichtlich gehalten und kommt mit ihren neun Titeln auf rund 40 Minuten Spielzeit. Besonders schön für Kurzzeit-Nostalgiker: Drummer Josh Eppard ist wieder zurück und komplettiert das Gefühl, die „echten“ Coheed & Cambria wieder in die Arme schließen zu können. Wem noch das letzte Argument fehlt: Diese Platte funktioniert als musikalische Lehrstunde für Gitarre, Bass und Schlagzeug ebenso wie als fantastische Märchenstunde für Erwachsene. Ach ja: Rich Costey (Muse, The Shins) saß an den Reglern. Geeks und Goofs, bitte eintreten. Sie werden es nicht bereuen.

"The Afterman: Ascension" von Coheed and Cambria ist am 5. Oktober bei Cooperative Music erschienen. Mehr unter www.coheedandcambria.com.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Hörtest: Grizzly Bear – Shields

Bevor das Jahr rum ist, wirft Tinnitus Attacks einen Blick auf die Platten, die aus unerfindlich unerhörten Gründen bisher hier auf dem Blog nicht zum Zug kamen – aber vermutlich am Ende des Jahres eine Rolle in der Topliste spielen werden. Heute: Grizzly Bear und ihr vierter Studio-Longplayer "Shields".

Was würden wir eigentlich ohne Bands wie Grizzly Bear machen? Uns von Dubstep das Hirn rausschwemmen lassen? Uns von Rihanna billige SM-Kacke aufdrücken lassen? Wer richtige Musik hören will, voller Seele und musikalischem Anspruch, muss diese Platte hier im Schrank haben. Zumal wir sie sicher in etlichen Toplisten am Ende des Jahres wiedersehen werden.

Die Ausgangssituation war nicht die einfachste. „Veckatimest“ war ein Highlight 2009, warf mit „Two Weeks“ einen veritablen Hit inklusive Autowerbespot-Tauglichkeit ab und ließen die Erwartungen an den Nachfolger ins Unermessliche steigen. Die Klasse einer Band zeigt sich, wenn sie diesen Erwartungen standhält und im besten Fall noch einen draufsetzt. Im Fall von „Shields“ ist das so. Allein schon „Speak in Rounds“, der zweite Song: Hier passiert so viel, hier gibt es so viel zu entdecken, aber nichts von dem, was im Hintergrund passiert, wirkt aufgesetzt, da plöngt es, plötzlich kommen Streicher ins Bild gedrängt, die Gitarre gibt sich energisch und dann soll plötzlich alles vorbei sein. Oder „Yet Again“ mit seinem cleveren Rhythmus. Alles hier hat mehr Kreativität im kleinen Finger als manch andere Band überhaupt.

Während die vier Musiker aus New York beim Vorgänger noch stark auf ihre engelsgleichen Sphärengesänge gesetzt haben, scheint es, als ob sie diesmal noch mehr auf ihre instrumentale Opulenz aufmerksam machen wollten. Wobei Ed Droste und Co. ja noch nie GitarreBassSchlagzeug gemacht haben. Aber hier kommt eben viel zur Geltung und man fragt sich, wie das dann live funktionieren soll. Klar ist: Man will sich das anschauen. Für derlei Gigs sollte man mal überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, Sofas (Sofen? Sofi?) in einen Konzertsaal zu stellen. Eine Platte wie ein Bonbonladen im Wunderland. Voller Farben, Eindrücke, irre und heimelig zugleich. Unverzichtbar für den Musiknerd von Welt.

"Shields" von Grizzly Bear ist am 14. September bei Warp Records erschienen. 
Mehr unter www.grizzly-bear.net. Hier der Clip zu "Yet Again". 

Dienstag, 4. Dezember 2012

Matt Skiba mit digitaler Solo-EP - Dave Hause von neuen Alkaline-Songs begeistert

Neues aus dem Hause Alkaline Trio: Das neue Album der Band scheint so gut wie fertig zu sein. Dave Hause twitterte vor acht Stunden: "Good lord this new Alkaline Trio record is insanely good. #humblebrag #hardtowritesongswhenicanlistentogreatones". Er scheint also bereits in das neue Werk hereingehört zu haben. Auch passt, dass Matt Skiba twittert: "Went to Epitaph and started @Alkaline_Trio art today. Psyched!" Währenddessen hat der Alkaline-Sänger auch noch Zeit, eine digitale Solo-EP an den Start zu bringen, die neben "Haven't You" eine akustische Version dieses Songs und eine von "Voices" enthält. Klingt wirklich gut und ist auf PureVolume bereits streambar. Beide Stücke stammen vom diesjährigen Soloalbum "Babylon" von Matt Skiba. Wer's noch nicht gelesen hat: In der SLAM ist dazu im August ein Interview von mir erschienen. Da hieß es auch, dass das neue Alkaline-Album voraussichtlich im Frühjahr 2013 erscheinen soll. Hier nochmal der horrible Clip zu "Voices":

Montag, 3. Dezember 2012

Hörtest: Soundgarden – King Animal

Im Garten der Klänge wachsen und gedeihen die Pflanzen wieder. Hoffen wir, dass sie nicht zu schnell verblühen. Soundgarden machen auf "King Animal" den Eindruck eines Patienten, der sich selber mit dem Defi zurück ins Leben katapultiert hat. 

Viele waren ja schon erstmal froh, dass Chris Cornell nicht mehr auf Aushilfs-Timberlake macht. Was hat der Mann für wechselhafte Zeiten hinter sich. Als das Audioslave-Debüt vor zehn Jahren erschient, rätselte die „guitar“, ob man es hier mit den "neuen Led Zeppelin“ zu tun habe. Cornell plus Rage Against The Machine ohne deren Rapper Zack de la Rocha, das war groß, aber eben nur für ein paar Momente. Bereits der Zweitling „Out Of Exile“ war durchwachsen, „Revelations“ nur noch müde. Cornell machte alleine weiter. Der James Bond-Titelsong, ein neuerliches Soloalbum und dann der Tiefpunkt „Scream“, wo der Name Programm war und man wirklich nur noch schreiben wollte ob der künstlichen Mainstream-Tauglichkeit. 2010 dann die Reunion von Soundgarden, von manchen auch deshalb kritisch beäugt, weil es irgendwie nach Opportunismus schmeckte, nach der gefloppten R'n'B-Scheibe die Grunge-Wurzeln wiederzuentdecken. Aber bisher sieht's nach einer von den guten Wiedervereinigungen aus, schöne Auftritte, ein Song auf dem "Avengers"-Soundtrack und nun auch noch ein neues Album. Das hat mir bei Faith No More gefehlt. Aber klar, riskant und kann immer auch nach hinten losgehen.

Im Falle von Soundgarden kann der geneigte Fan bedenkenlos zugreifen. „King Animal“ klingt nach Flanellhemden, zerrupften Jeans und den frühen 90ern, schafft aber den Sprung in die Jetzttzeit. „Been Away Too Long“ stellen die vier gleich zu Beginn fest, und spätestens wenn einem die schnalzenden Gitarrenlicks in „Taree“ die Ohren verwöhnen, bejaht man das. „Attrition“ nimmt Fahrt auf, „Black Saturday“ spielt mit progressiven Rhythmen und Klängen. Und dieses dezent Düstere, was Soundgarden ja auch immer ausgemacht hat, ist auch da. Cornells Stimme hat nichts an Faszinationskraft eingebüßt, und Kim Thayil war ja immer schon eine eigene Gitarrenliga. Die stampfenden Riffs in „By Crooked Steps“, sehr schön. Oder die in „Blood On The Valley Floor“, beinah schon stonermäßig. Halbgar ist hier nix. Das nötigt einem dann schon Respekt ab, wenn solche Songs nochmal bei einer Reunion rumkommen. „We'll Settle For A Little Bit More Than Everything“ heißt es in „Non-State Actor“. Klare Ansage.

"King Animal" von Soundgarden ist am 9. November bei Mercury erschienen. Mehr unter www.soundgardenworld.com. Hier der Auftritt jüngst bei David Letterman:

Sonntag, 2. Dezember 2012

Sonntags-Matinee: Birds In Row - You, Me & The Violence

Auch wenn der Name nach ländlicher Idylle klingt: Mit Vogelhochzeit, putzigen Animationsfilmen oder Ornitologie haben diese Krawallos hier nichts zu tun. Mit Hardcore dafür umso mehr. Alter, die hauen vielleicht auf die Kacke. 

Keine Platte, die man sich am Stück anhören wird. Keine, die man beim Autofahren hören sollte - es sei denn, man kann sich die Punkte leisten. Befähigt aber beim Joggen zu unglaublichen Sprints. Wenn im Opener "Pilori'i" die Melodie wie die Sonne durch düstere Hardcorewolken bricht, ist alles gut. Das Rezept ist simpel, aber es funktioniert. Das alte Spiel mit Zuckerbrot und Peitsche: Wer meterhoch aufgetürmte Gitarrenwogen, extrem stimmbandangegriffene Shouts und extrem dichte Atmosphäre (v)erträgt, wird mit Harmonien belohnt, die gut versteckt sind. Das muss man mögen, aber Birds In Row beherrschen dieses Wechselbad der Gefühle ziemlich souverän. Auf ihrer Internetseite bedanken sich die Musiker aus Laval im Nordwesten Frankreichs bei den Bands, die sie kürzlich auf US-Tour supporten durften: Defeater, Touche Amore, Converge, Pianos Become The Teeth. Wer mit dem anspruchsvollen, unprolligen Hardcore dieser Bands etwas anfangen kann, dürfte auch bei Birds in Row weiche Knie bekommen. Ein cleveres Händchen beweisen die drei Musiker auch beim Aufbau der Songs auf Platte. Als man gerade schon völlig geplättet ist, kommt nach fünf Songs die dringend notwendige Pause mit "Last Last Chance", cleanen Gitarren und verzweifeltem Gesang. Dann explodiert der Titelsong wie ein Böller, den man nicht weit genug geworfen hat. Die Blastbeats von "The Illusionist" sind klirrende Winterkälte, "Police And Thieves" rumpelt mit seinen Drums wild durch die Gegend. Am Ende holen sie einen dann mit "Lovers Have Their Say" wieder runter.Das Zwölf-Minuten-Epos dauert fast so lang wie alle anderen elf Songs und weigert sich beharrlich, zum Punkt zu kommen. Bald so groß wie Title Fight? Lassen wir auf uns zukommen.

"You, Me & The Violence" von Birds in Row ist am 30. November bei Deathwish Inc. erschienen. Mehr Infos auf der Internetseite der Band. 

Samstag, 1. Dezember 2012

'45: Brian Fallon zu Gast bei NME

Man kann nie genug The Gaslight Anthem haben. Und wenn Brian Fallon dann zu Gast beim englischen Musikmagazin NME zu Gat ist und "'45" spielt, hört man halt auch noch beim 45. Mal zu. Auch wenn im Gegensatz zum Sänger nicht jeder Ton sitzt.

Freitag, 30. November 2012

Alice Cooper live bei Conan O'Brien

Alice Cooper ist doch auch ein Beispiel dafür, dass man in Würde altern kann. Für mich gehört er zu den coolsten Rockern unter der Sonne. Sein Auftritt in Waynes World ist unvergessen, was haben wir die Szene damals abgefeiert, nachgespielt, nachgeplappert...Jetzt war Vincent Damon Furnier zu Gast bei Conan O'Brien. "Under My Wheels" gibt's oben zu sehen. Und hier noch die legendäre Geschichtsstunde mit Alice Cooper.

Donnerstag, 29. November 2012

Hörtest: The Yesterday Shop – dto.

Philosophie, Paris, Winter, Chopin: Schon an den Songtiteln kann man ablesen, dass diese Platte hier auf den Kopf zielt. Aber schaffen die verträumten Risszeichnungen der Shoegazer aus Hamburg und Berlin es auch ins Herz?

Es soll ja Musiknerds geben, die können gar nicht genug bekommen von ausufernden Soundscapes, die nachtschwarz und farbenfroh gleichermaßen klingen. Von dräuenden Gitarren, die an Interpol und die Editors gemahnen. Von Kopfstimmengesang, der nach Ermattung und Resignation klingt. Diese Klientel ist im Gesternladen extrem gut aufgehoben. Die hohe Kunst der Shoegazer ist ja, den Hörer komplett seiner Welt zu entrücken, ihn vergessen zu lassen, dass es ein IKEA-Sofa ist, auf dem er gerade sitzt, dass die Musik durch trendige Coloud-Kopfhörer in seinen Kopf fließt. Diese Kunst beherrscht das Quintett sehr überzeugend. Geradezu „Paralyzing“ sind die Songs, und einer heißt ja auch passenderweise so. Vor elektronischen Spielereien schrecken die fünf Männer dabei ebensowenig zurück wie vor Querbezügen zu Ludwig II. Kitsch findet man hier allerdings keinen. Eher schon Musik, die sich in dunklen Indieclubs gut machen dürfte. Man sieht das Publikum vor sich: Kaum eine Bewegung, eher andächtige Stille, geschlossene Augen, hier und da ein offener Mund, neidische Blicke von ein paar Besuchern, die selber eine Band haben und noch an der Rezeptur feilen. Dabei scheinen Yesterday Shop sich wenig um Trends oder Konventionen zu scheren und am Reißbrett entstandene Instanthits sucht man auf ihrem von Kristian Kühl produzierten Debüt auch vergeblich. Ein wenig Zeit muss man aufbringen, denn diese Songs wollen, dass man sich nicht nur oberflächlich mit ihnen beschäftigt. Und das mit dem Herz: Aber ja doch. Oberflächlich stinkt ja eh.

Das selbstbetitelte Album von The Yesterday Shop ist am 16. bei Trickser erschienen. Mehr unter www.yesterdayshop.de. Hier der Clip zu "Paris Syndrom"

Mittwoch, 28. November 2012

Of Monsters and Men live im Studio Q

Of Monsters and Men gehören sicher zu den Gewinnern des Jahres. Mit ihrem Album "My Head Is An Animal" haben sie viele Musikfans im Sturm genommen. Die Band aus Island wird gerne mit Arcade Fire verglichen, wobei ich mich bei "die neuen Arcade Fire"-Phrasen immer frage: What's wrong with the old ones? Jedenfalls gibt's hier ein Video vom Auftritt bei Studio Q.

Dienstag, 27. November 2012

Hörtest: Cloud Nothings – Attack On Memory

Bevor das Jahr rum ist, wirft Tinnitus Attacks einen Blick auf die Platten, die aus unerfindlich unerhörten Gründen bisher hier auf dem Blog nicht zum Zug kamen – aber vermutlich am Ende des Jahres eine Rolle in der Topliste spielen werden. 
Heute: Cloud Nothings und ihr diesjähriger Lo-Fi-Meilenstein „Attack On Memory“. 

Keine Zukunft, keine Vergangenheit. Der Opener "No Future/No Past" ist zugegebenermaßen deprimierend. Rumpeliger, psychotischer Indie-Rock, der starke Anleihen am Grunge nimmt. Wenn die Wolkennichtse zur Attacke auf das Gedächtnis blasen, trifft die verzweifelte Wut von Nirvana auf die gelangweilt-melancholische Larmoyanz der Strokes. Beweise? Steve Albini (produzierte Nirvanas „In Utero“) hat die Platte produziert, an mancher Stelle klingt Sänger Dylan Baldi stark nach Julian Casablancas (Sänger von The Strokes). Und dann diese Indie-Ingredienzen wie aus dem Lehrbuch. Schrammelige Gitarren, ein nacjässig verdroschenes Drumkit. Und ein Sänger, dem Stimmlagen andere Spielereien erstmal scheißegal sein dürften.

Dann kommt Song Nummer zwei und alles ist anders. Ein Neun-Minuten-Vorschlaghammer, der sich bei all seiner seiner Sperrigkeit zum Dauerliebling mausert. Ganz klassisch: Links die angezerrten Rhythmusgitarren, rechts die cleanen Widerhaken-Hooks, knarziger Bass, schabende Drums und Fronter Dylan Baldi, der sich am Ende die Seele aus dem Leib brüllt, dass er gedacht hatte, mehr als das hier zu sein. Über die suchterzeugender Wirkung des Quartetts habe ich an anderer Stelle schon ausführlich meditiert.

„Fall In“ will einem dann kurz die Illusion geben, dass hier auch zuckersüße Popsongs mitkönnen, aber Breaks und Chaos durchkreuzen diese Intention. Einen Klassiker erkennt man ja gewöhnlich daran, dass keine Füller da sind. Und „Stay Useless“ ist wieder mit so einer Dauergebäck-Melodie gesegnet. Mal hinken die Songs durch die Nacht wie nach einem bösen Besäufnis, mal hüpfen sie wie auf Euphorie-Pillen durch die Botanik. Und ganz am Ende kommt nochmal die Strokes-Verbeugung. Trotzdem ist hier nichts kopiert, nichts aufgesetzt. Die Produktion ist warm, analog, wie gemacht für Vinyl und schön ungeschliffen. Wichtig.

„Attack on Memory“ von Cloud Nothings ist am 10. Februar bei Wichita/Play It Again Sam  erschienen. Mehr unter http://cloudnothings.com. Hier das Video zu „Fall In“:

Donnerstag, 15. November 2012

"Spine of God" plus die Hits: Monster Magnet kommen auf Tour


Als ich Dave Wyndorf das letzte Mal auf der Bühne gesehen hab, bin ich erschrocken. Es war am Southside und Sound und Sänger waren gleichermaßen bleich und verhärmt. Aber vielleicht schau ich sie mir einfach nochmal an. Denn jetzt kommen die US-Stoner auf Tour und spielen "Spine of God plus the hits". Das stilprägende Album von 1991 gilt in einschlägigen Kreisen als Klassiker. Mit ihrer irren Mischung aus Space-Rock und anderen bewusstseinserweiternden Zutaten legten sie den Grundstein für spätere Erfolge wie "Dopes To Infinity" oder ihren kommerziellen Durchbruch "Powertrip". Im Video seht Ihr allerdings einen Song von "Dopes", das röhrende "Negasonic Teenage Warhead".

Hier die Tourdaten.

20.11.2012 | Hamburg | Gruenspan
26.11,2012 | Stuttgart | Longhorn
01.12.2012 | Erfurt | Stadtgarten
03.12.2012 | Aschaffenburg | Colos-Saal
04.12.2012 | Saarbrücken | Garage
06.12.2012 | Krefeld | Kulturfabrik

Mittwoch, 14. November 2012

...Trail of Dead und The Coathangers unterstützen Pussy Riot

"TheeDeadCoats": Unter diesem Namen haben sich Mitglieder von ...Trail of Dead und The Coathangers zusammengetan, um das russische Punkkollektiv Pussy Riot zu unterstützen. Gemeinsam haben die Indie-Prog-Meister und die Chaos-Mädels den Pussy-Riot-Song "Putin Lights Up The Fire" aufgenommen. Mit einem Teil des durch Downloads erzielten Erlös soll die Rechtsverteidigung der regierungskritischen Frauen unterstützt werden. Der logische nächste Schritt, da ...Trail of Dead ihr aktuelles Album "Lost Songs" ohnehin der Band gewidmet haben, die dieses Jahr im Zentrum eines aufsehenerregenden Schauprozesses die Schlagzeilen dominierte. Zudem spendet die Band für Oper des Hurrikans Sandy

Für die Single, die's auf der Bandcamp-Seite gibt, kann man soviel zahlen wie man möchte. Zusätzlich gibt's einen Bonusremix von Asima LaChrome aka Whitney Fierce, der Sängerin von "Hercules And Love Affair". Für die Cover-Version arbeiteten Thee DeadCoats zudem mit Mike McCharty, Produzent von "Source Tags & Codes", Ed Rawis in Atlanta (Aufnahmemitglied von "The Coathangers") und Jamie Miller in L.A. zusammen.

Dienstag, 13. November 2012

Konzertkritik: Nada Surf in Friedrichshafen

Nada Surf kommen. Nach Fischbach. Im Bahnhof Fischbach treten sonst Comedy-Acts und Coverbands auf, oder auch mal alte Sachen wie Wishbone Ash. Zuerst, geb ich zu, hielt ich das Plakat für eine optische Täuschung. Zwischen Orten wie Nürnberg und Berlin sah das einfach zu unglaublich aus. Aber es war grandios. 400 Menschen, denen man schon aufgrund der Auswahl ihrer Sonntagabendgestaltung den Coolness-Orden verleihen sollte (immerhin haben sie sich gegen Raab entschieden), wurden Zeugen eines intimen Club-Gigs. Mein Artikel dazu ist heute in der Schwäbischen Zeitung erschienen. Per Klick aufs Bild könnt Ihr ihn lesen. Mehr Fotos unter www.schwäbische.de/nadasurf

Montag, 12. November 2012

Revival Tour: Noch mehr Videos

Nachschlag: Die Cardinal Sessions setzen ihre Reihe mit Impressionen von der Revival Tour fort. Diesmal geben sich Chuck Ragan und Rocky Votolato die Klinke in die Hand. Viel Spaß damit.