Samstag, 24. Dezember 2011

Frightened Rabbit wünschen Frohe Weihnachten

Fröhliche Weihnachten: Die schottischen Indierocker von Frightened Rabbit verschenken einen eigens zum Fest der Liebe kompinierten Song namens "Cheap Gold". Das Stück kann man sich über die Internetseite der Band herunterladen.

Zudem präsentieren die verängstigen Hasen ein Video, das bereits zwei Jahre auf dem Buckel hat: Dabei covern sie den Weihnachtsklassiker "Walking in the Air", den sich unter anderem auch schon die finnischen Opern-Metaller Nightwish vorgenommen haben (damals noch mit Tarja Turunen am Mikro). Das Video seht Ihr unten.

Und damit verabschiedet sich Tinnitus Attacks für ein paar Tage. Euch wünsche ich fröhliche Weihnachten, erholsame Tage und kommt gut nach 2012. Nach Neujahr geht's hier wieder weiter mit täglichen Blogbeiträgen aus dem Paralleluniversum der guten Musik.

Bis dahin: Keep your stereo clean.

Euer Daniel


Freitag, 23. Dezember 2011

Jahresrückblick 2011, Teil 3: Konzerte des Jahres / Bücher und Filme

Musik, Literatur und Film durchdringen sich gegenseitig. Darum noch ein kurzer Blick auf Bücher und Filme, die mich 2011 besonders begeistert haben. Und: Die besten Konzerte des Jahres. Die zuerst. 


Konzerte des Jahres (mit Klick auf den Link kommt ihr zur Konzertkritik):



1.) ...Trail of Dead im Whelans in Dublin: Ein winziger Club in Irlands Hauptstadt. 200 Leute, die heiß auf die chaotisch-komplex zockenden Texaner sind. Mein Platz: Erste Reihe vorne rechts, neben den Boxen. Jetzt weiß ich, was Tinnitus Attacks bedeutet. Die Ohren haben sich wieder erholt, der Eindruck ist geblieben.

2.) Flogging Molly im LKA Longhorn in Stuttgart: Ich habe noch nie so viele Arme in der Luft gesehen. So viele Leute mitsingen und abgehen sehen. So lebensfrohe Folkpunk-Hymnen gehört. Eine so sympathische Band im Interview erlebt. Ein Guinness zur Begrüßung, darüber komme ich immer noch nicht weg.

3.) The Thermals im KiFF in Aarau: Lo-Fi-Indie, ick liebe Dir. Hutch Harris, Westin Gas und Kathy Foster rocken sich im coolsten Club der Schweiz um den Verstand - und uns gleich mit. Lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir von Dir, dass die Thermals nächstes Jahr wieder auf Tour kommen. Ich bin auch immer brav. Naja. Meistens.



Buch des Jahres (Erscheinungsjahr 2011):
Colum McCann - Die große Welt.

Eigentlich passiert einem das bei Platten, dass man vom Cover zum Kauf animiert wird. Merke: Bücher immer gleich kaufen, wenn sie einem gefallen. Sonst vergisst man den Titel und sucht ewig. Wir haben uns zum Glück dann doch noch gefunden. Ein Buch über zwei Brüder, über New York, über Schicksale, die sich kreuzen. Die perfekte Querverbindung zu The Low Anthems "Boeing 737". Klar, dass ein Buch über New York und die Twin Towers nicht ohne Post-9/11-Erdung auskommt. Für mich in einer Liga mit Jonathan Franzen.


Buch des Jahres (gelesen 2011):
Stephen King - Es.
Ich bin spät dran. Jahre nachdem es alle anderen gelesen haben, endlich diesen über 1000 Seiten zählenden Roman bezwungen. Was soll ich sagen: Der Horror-King ist lange nicht so trivial wie viele meinen. Aus klassischen Horror-Elementen, einer Freundschaft, die fürs Leben hält, und seinem bildhaften Stil wird hier ein Epos, das zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt. Beschreiben kann er wie kein zweiter. Ich hab mir die Paul Bunyan-Statue exakt so vorgestellt, wie die Google Bildersuche sie zeigt. Nach dem Dunklen Turm das beste Buch von King.

Film des Jahres: 
Super 8. 
Mann J.J., warum hast Du Dich aus dem geplanten Mega-Filmprojekt ausgeklinkt und willst Stephen Kings Dunklen Turm (eben sprachen wir noch in Sachen Bücher davon) jetzt doch nicht verfilmen? Der Schöpfer von "Lost" hätte das hinbekommen. Wenn es einer hinbekommen hätte, dann ja wohl er. Super 8 zeugt mal wieder vom Einfallsreichtum des Regie-Wunderknaben. Obwohl er bekannte Sujets nutzt - Aliens, Kinderfreundschaften, Filmnerds -, haben wir es hier nicht nur mit einem liebevoll nostalgischen, sondern vor allem mit einem fesselnden und überzeugenden Film zu tun. Ähnlich gut fand ich 2011 nur "True Grit". Hier noch der Trailer zu "Super 8".

Jahresrückblick 2011, Teil 2: Die besten Platten des Musikjahres

Ein gutes Jahr für gute Musik: Am Anfang steht man immer da und denkt, dass es vielleicht mal weniger wird mit Platten, die man unbedingt haben muss. Und dann kommen sie, die Highlights. 2011 war nicht gerade arm daran. Die zehn besten Platten hier nochmal kurz gestreift, der Rest als unkommentierte Liste. Der Wertung liegt ein pseudomathematischer Koeffizient zugrunde, der die Häufigkeit des Anhörens mit der Heftigkeit des Beeindrucktseins irgendwie korreliert. Oder so. 

P.S.: Mit einem Klick auf Bandname oder Plattentitel kommt Ihr nochmal zur Plattenkritik.

Die Top-Platten 2011:

Sweet Home Oregon. Eric Earley und seine Band auf den Spuren von Lynyrd Skynrd und Co. Der titelgebende Goldflügel ist ein Motorrad, die Platte der Soundtrack zur Küstenfahrt. Klischee? Nicht wirklich. Die Kunst: Das Ganze so verpacken, dass es nicht ausgelutscht und für die Fransenhemdfraktion gemacht klingt, sondern auch Indie-Kids zugreifen. Dabei machen sie nicht viel anders. Selten ist es einer Band gelungen, amerikanisches Songwriting so überzeugend zu interpretieren. 

Hatte ich bisher nicht auf dem Schirm. Ein verzückendes Indie-Juwel, auf dem die Songs die Leichtigkeit von Nada Surf atmen, aber auch das Melancholische der Weakerthans. Es kommt selten genug vor, dass man einer Platte so dermaßen verfällt, dass man sie immer und immer wieder hören will. Hier der Fall. Melodien wie aus Zuckerwatte, aber nicht im klebrig-süßen Sinne, sondern einfach zum Reinknien. Die Tour fürs nächste Jahr ist schon gebucht. Wenn es irgendwie hinhaut: Wir sehen uns, Mr. Devine. 

Ja, seine Soloalben bisher waren alle gut bis sehr gut. Aber auf diesem Langspieler hat der nice guy des Folkpunk es geschafft, alle Stärken auf einen Punkt zu bringen und einfach überragende Songs eingespielt. Das Rock'n'Roll-Glaubensbekenntnis "I Still Believe", die persönliche Hommage "Peggy Sang The Blues", die klare Ansage "If Ever I Stray" - und dann die "Eulogy", das beste Intro seit langem mit seinem wundenleckenden Text. Mr. Turner, Sie Sympath. Wie wollen Sie das toppen?

Vielleicht waren sie der perfekte Soundtrack, als ich dieses Jahr Stephen Kings "ES" zum ersten Mal verschlungen habe. Vielleicht war für mich der Überraschungseffekt höher, weil das Debüt noch an mir vorbeigegangen ist, aber umgehend nachgekauft wurde. Diese Stimmen. Diese Stimmung. Stagnation, sagen die einen. Kontinuität, sagen die anderen. Am Ende egal, weil Musik nicht zwangsläufig besser wird, wenn man sich jedesmal neu erfindet. Ich find das so ziemlich ausgereift. Lassen wir es dabei. 

In der Ruhe liegt die Kraft, heißt es. Das erklärt, warum dieses Album so stark ist. Die ruhigen Töne beherrscht das Quartett aus Rhode Island, weil sie selten spannender waren. Und dann kommt "Boeing 737" und rennt einen mit seiner Euphorie über den Haufen, lässt einen mit dem Text zwischen 9/11 und Drahtseilakt verstummen. Oder sie lassen einfach die Klarinette mit sich selber allein. Oder das Radio rauscht im Hintergrund. Im Grunde zu gut um wahr zu sein. Ein Album für die Ewigkeit. 

Hype und ich bin dabei. Das ist mal ungewohnt. Aber sie sind auch zu genial. Mit ihrem Mix aus hallenden Vocals, flächigen Gitarren, Punkrock-Prägnanz und Postpunk-Melancholie kriegen mich die Londoner an dem Abend, als "A Lack of Understanding" live von einem Festival übertragen im Radio gespielt wird und einen auf einmal vergessen lässt, dass da sonst nur Gaga-Müll und Nickel-Mist läuft. Und dann das beinah sakrale "Wetsuit". Songperlen, die man nicht mehr aus aus dem Kopf bekommt. Aber wozu auch?

Hätte David Ames, der von Tom Cruise gespielte Hauptdarsteller im verspult-genialen "Vanilly Sky", dieses Album gehört - er wäre bewusst mit dem Auto gegen den Betonpfeiler gefahren. Soll heißen: Depression in Noten gegossen. Am Anfang denkt man, der Song wird vielleicht schneller. Und dann will er gleich die Welt retten, der Ex-Lift To Experience-Songwriter mit dem längsten Bart seit Moses. Es bleibt sperrig, unbequem. Und doch auch unglaublich schön. Dagegen ist Jeff Buckley Gute-Laune-Musik. 

Es sollte viel mehr Musik geben, die sich auf Ukulele und Bläser stützt. Obwohl - dann wären Beirut nicht mehr so einzigartig. Das ist übrigens das einzige Wort, das hier passt. Einzigartig. Wie Zach Condon die Musik von überall auf dem Globus in sich aufsaugt, daraus eigene Songs modelliert und wehmütige Melodien schafft, das gibt es kein zweites Mal. Zwischen die getragene Stille von "Goshen" und die wiegende Eleganz von "East Harlem" mischt sich mit "Santa Fe" sogar ein lupenreiner Popsong. Ok, wenn der so gut ist. 

Weil sie wieder brennen. Weil sie verdammt nochmal den Arsch hochbekommen haben und wieder Rock'n'Roll spielen. Weil die erste Textzeile "These are my famous last words" so knallt. Weil "Walk" so ein mustergültiger Song ist. Weil Grohls Garage rult. Den Foo Fighters können noch nicht mal ein Auftritt bei TV Total und auch nicht der Musiktipp der Woche oder so ähnlich bei Kabel eins etwas anhaben. Mainstream? Mir scheißegal. 
Grohl = Gott. 

Und noch eine Band, die Bock hat. Nix mehr mit Pop und Prog, live ignorieren sie "So Divided" und "Century of Self". Conrad Keely und Jason Reece trümmern, schwelgen, konstruieren, komponieren sich ein Werk zusammen, das völlig gleichberechtigt neben Klassikern der Marke "Worlds Apart" stehen kann. Vom "Jumpin Jack Flash"-Riff-Zitat in "Radio Pure Cosplay" über die pluckernden Soundspielereien, die sich über das Album verteilen und den Krautrock beschwören:
Besser war nichts 2011. Ganz im Ernst. 

Die Top-40-Liste im Gesamten: 

1.) ...Trail of Dead - Tao of the Dead
2.) Foo Fighters - Wasting Light
3.) Beirut - The Rip Tide
4.) Josh T. Pearson - Last of the Country Gentlemen
5.) The Vaccines - What Did You Expect from the Vaccines
6.) The Low Anthem - Smart Flesh
7.) Fleet Foxes - Helplessness Blues
8.) Frank Turner - England Keep My Bones
9.) Kevin Devine - Between the Concrete
10.) Blitzen Trapper - American Goldwing
11.) Tom Waits - Bad As Me
12.) The Horrible Crowes - Elsie
13.) Ryan Adams - Ashes and Fire
14.) The Kills - Blood Pressures
15.) La Dispute - Wildlife
16.) William Elliott Whitmore - Field Songs
17.) Cuck Ragan - Covering Ground
18.) The Strokes - Angles
19.) The Black Keys - El Camino
20.) Social Distortion - Hard Times & Nursery Rhymes
21.) Flogging Molly - Speed of Darkness
22.) Bon Iver - Bon Iver
23.) Bill Callahan - Apocalypse
24.) The Pains of Being Pure At Heart - Belong
25.) Blackmail - Anima Now!
26.) The Decemberists - The King is Dead
27.) Death Cab For Cutie - Codes & Keys
28.) Art Brut - Brilliant! Tragic!
29.) The Rural Alberta Advantage - Departing
30.) Little Barrie - King of the Waves
31.) Atlas Losing Grip - State of Unrest
32.) The Head and the Heart - The Head and the Heart
33.) The Static Age - City of Wandering Lights
34.) Anvil - Juggernaut of Justice
35.) Obits - Moody, Standard & Poor
36.) Manchester Orchestra - Simple Math
37.) Polar Bear Club - Clash Battle Guilt Pride
38.) Dum Dum Girls - Only in Your Dreams
39.) Male Bonding - Endless Now
40.) Portugal.The Man - In the Mountain in the cloud


Donnerstag, 22. Dezember 2011

Jahresrückblick 2011, Teil 1: Die zu kurz Gekommenen / die absichtlich Ignorierten

Die Flut an Veröffentlichungen ist riesig, Zeit hingegen ist meistens eher rar. Darum gab es nicht zu allen wichtigen Platten des Jahres Rezensionen auf Tinnitus Attacks. Hier reiche ich Euch im ersten Schritt zehn Platten nach, die großartig waren - und fünf, die absichtlich unter den Tisch gefallen sind. Teil eines subjektiven Jahresrückblicks.

Die zu kurz Gekommenen:

10.) Black Lips - Arabia Mountain: 
Und plötzlich stehen sie mit Mark Ronson da. Die Garagenpunks mit den 60er-Einflüssen bekommen Unterstützung von einem, der sonst eher für Leute wie Robbie Williams, Christina Aguilera und Amy Winehouse (R.I.P.) arbeitet. Dem simpel gestrickten Rumpelrock des Atlanta-Vierers tut das keinen Abbruch. Okkult angehaucht das Video zu "Modern Art", provokativ das Plattencover. Darf man alles prollig finden. Jedoch: Es knallt. 



9.) Manchester Orchestra - Simple Math
Nicht die Hitsammlung wie "Mean Everything To Nothing". Zumindest nicht vordergründig. Aber trotzdem überzeugen Andy Hull und sein Quintett auch diesmal. Streicher mischen sich dazwischen, so als meinten sie es jetzt ernst mit dem Orchestra. Trotzdem weit und breit kein Kitsch-Alarm, im Gegenteil. Einfache Mathematik? Wenn man eins und eins zusammenzählt, dürfte das nächste Album ähnlich gelungen sein. 




8.) Panda Bear - Tomboy
Ein Musiker bricht aus dem Animal Collective aus - und liefert mit Album Nummer vier eines der Alben des Jahres 2011. Noah Lennox bannt Weite, Psychedelica und wiederhallende Zeilen auf diese Platte. Der Schwebezustand als Gesamtkunstwerk. Funktioniert auf nächtlichen Festivalbühnen sicher genausogut wie aus der Konserve. Musik zum alleine hören. Am besten mit dem Kopfhörer.





7.) Okkervil River - I Am Very Far
Wenn es um Indie-Folk- und Country-Klänge geht, sind Okkervil River auch 2011 eine Bank. Stampfend, euphorisch, begeisternd und trotz unverkennbarer Merkmale auch mal experimentierfreudig: Wie sich da in "Piratess" synthetische Drums und dieses 80er-Flair reinmogeln, ist fast schon frech. Aber dann kommt der "White Shadow Waltz" und fegt einen von den Füßen. 




6.) Elbow - Build A Rocket Boys!
Eine Platte wie ein Kinderbuch - für Erwachsene. Lasst uns eine Rakete bauen und alle Sorgen hinter uns lassen! Per aspera ad astra! Wenn Guy Garvey das fordert, will man mit. Elbow bleiben schwer zu fassen, bleiben radioinkompatibel. Genregrenzen verschwimmen, was funktioniert, darf sein. Als da wären: so ziemlich alles. Außer schlechter Musik. 





5.) Bill Callahan - Apocalypse
Ein ruhiges Album, meistens. Und eins, was bleibenden Eindruck hinterlässt. "The real people went away" geht die erste Textzeile. Amerikanische Songwriter-Kunst auf dem Zenit. Reduziert klingt das, ein Mann, eine Gitarre, klar, eine Band gibt's auch dazu. Immer her mit den Songperlen. Und ein Mann, der das Herz am rechten Fleck hat. Man höre nur das differenzierte "America". 





4.) Art Brut - Brilliant! Tragic!
Kurve gekriegt: Auf das brillante Debüt "Bang Bang Rock'n'Roll" folgten zwei passable Alben, aber klar war, dass sich was tun muss im Hause Eddie Argos und Co. Also: Singen gelernt. Wobei das übertrieben ist. Frank Black hat Eddie Argos zwar an die Hand genommen, aber so richtig traut er entweder sich oder seiner Stimme noch nicht ganz. Trotzdem: Gutes Album. "Clever Jazzman" zieht rein, der Rest überzeugt. Uff. 



3.) The Decemberists - The King is dead
Sie selber nennen Neutral Milk Hotel als Einfluss. Nie war der offensichtlicher als auf diesem Album, das den Bombast des Konzeptalbums "Hazards of Love" über Bord wirft. Schlichter Folk, aber extrem gut. Und mal ehrlich: Wer Peter Buck von R.E.M. (R.I.P.) als Gast begrüßt und im Video zu "Calamity Song" dem toten Literaturgenie David Foster Wallace huldigt, den muss man doch einfach liebhaben, oder?



2.) Bon Iver - Bon Iver
Alles ist luftig. So war das gemeint mit Singer/Songwriter.  Jetzt nochmal "Perth" rauskramen, den perfekten Wintersong hören. Zu "Towers" schwelgen, die Kopfstimme nicht mehr aus dem Kopf kriegen. Man hat den Eindruck, hier spielt ein ganzes Orchester. Justin Vernon ist der Dirigent. Und der Konzertmeister. Alles in einem. Überfordert? Keine Sekunde. 




1.) Death Cab For Cutie - Codes & Keys
Hätte eigentlich schon in Dublin mitgemusst. Aber Ryan Air kassiert, wenn man das Kilo-Limit überzieht und andere Bands haben auch schöne Platten. Tja. Letzte Woche dann doch noch geholt und knallverliebt. Dieser Band und ihren ausufernden Indie-Hymnen kann auch die Massenvermarktung auf dem Twilight-Soundtrack nichts anhaben. Was für eine Platte. 






Die absichtlich Ingorierten  oder nur weil eine Band riesig ist, muss das nicht heißen, dass sie hier unterm Jahr besprochen wird:

5.)  Red Hot Chili Peppers - I'm with you.
Schön, ich bin aber nicht mit Euch. Vielleicht haben mir hundert Durchgänge zuviel von "Dani California", dem Tom Petty-Plagiat, in einer Kneipe in einer Stadt am Bodensee es versaut. Mein Interesse an den Chili Peppers ist erloschen. Und Mr. Kiedis: Was soll dieses Streber-Cover auf der Visions? Ich bin entsetzt.




4.) Blink 182 - Neighbourhoods
Jaja, Enema of the state damals, super Wortwitz und lustige Lieder. Nebenprojekte, Split, Reunion, Southside-Absage - mein Kopf dreht sich. Da komm ich nicht mehr mit. Das Album soll mittelmäßig sein, hieß es. Und man kann sich ja auch nicht um alles kümmern.






3.) Metallica & Lou Reed - Lulu
Vielleicht sollte ich die Herausforderung annehmen und mir diesen Brocken erarbeiten. Andererseits: Klingt doch, als ob man jeweils eine Platte von Metallica und Lou Reed abspielt, auf zwei Kanälen. Das mach ich glaub jetzt. "Master of Puppets" vs. "Transformer". Klingt sicher besser als das.





2.) Dredg - Chuckles and Mr. Squeezy
"Catch With Arms" war göttlich, der Nachfolger schon mittelmäßiger. Aber das hier? Künstlerische Weiterentwicklung my ass. Woher kommt diese Orientierungslosigkeit? Was soll das? Wer soll das hören? Wer soll das kaufen? Sagt mir Bescheid, wenn man Dredg wieder hören kann.






1.) Metallica & Lou Reed - Lulu
Doppelt vertreten, weil's so unglaublich ist. So, ich hab's übrigens eben getan. Thrash-Riffs contra Nöl-Sprechgesang aufgelegt. Klang wirklich besser. Und weil ich einfach nicht darüber hinwegkomme und ich Lou Reed cool und Metallica eigentlich auch mal in Ordnung fand, bleibe ich dabei: This sucks. Genauso wie die wegen der Finanzkrise vorgezogene Europa-Tour.



Teil 2 des Jahresrückblicks mit den besten Platten 2011 lest Ihr morgen früh hier auf Tinnitus Attacks. 

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Panda Bear mit Video zu "You Can Count On Me"



Panda Bear haben das Video zu "You Can Count On Me" vom aktuellen Album "Tomboy" veröffentlicht. Sieht ein bisschen aus, als lässt man vom Media Player Musik visualisieren - nur dass da dann halt keine Dekolletées oder Hundeschnauzen auftauchen.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Neues Album und Tour: Anti-Flag rufen "The General Strike" aus

Ein neues Album mit Anti-Flag hat Justin Sane im Interviewmit Tinnitus Attacks im September ja bereits angekündigt, als wir ihn auf seiner Solo-Tour gesprochen haben. Jetzt gibt es ein Datum und einen Namen: "The General Strike" wird im März 2012 via Sideonedumy erscheinen. Auch Tourtermine sind bereits bestätigt.

Nächstes Jahr wieder mit Anti-Flag
auf Tour: Justin Sane, hier beim
Solo-Gig in Stuttgart.
                    Foto: Tinnitus Attacks 
Vonseiten des Labels heißt es, dass die Occupy-Proteste die neuen Songs von Frontmann Justin Sane, Chris #2, Chris Head und Drummer Pat Thetik nachdrücklich beeinflusst haben. Von Hardcore-lastigen Ohrwürmern bis The Clash-inspirierte Polit-Hymnen soll Album Nummer acht abwechslungsreicher als zuvor sein.

In einer Pressemitteilung des Labels heißt es: "Europa und unsere Fans dort waren schon immer die größten Unterstützer von Anti-Flag", sagt Bassist Chris #2 in Hinblick auf die Tour. "Um unseren Fans dort etwas zurückzugeben hören wir auf die Wünsche unserer Freunde und haben die Tour in sehr kleine Locations gebucht, um sicherzustellen, diese Konzerte so persönlich und in engster Fanbindung wie nur möglich zu spielen".

ANTI-FLAG
+ Hostage Calm
+ special guest

16.04. DE - Oberhausen - Zentrum Altenberg
18.04. DE – Köln – Luxor
19.04. DE – Wiesbaden – Räucherkammer
20.04. DE – Stuttgart – Universum
21.04. AT – Kapfenberg – One Day Open Air Festival
22.04. DE – München – 59:1
24.04. DE – Osnabrück – Kleine Freiheit
25.04. DE – Bremen – Tower
26.04. DE – Hamburg – Logo
29.04. BE – Meerhout – Groezrock Festival

Der Vorverkauf startet am morgigen Mittwoch, 21. Dezember um 10 Uhr.
Tickets gibt es am günstigsten über www.x-why-z.eu und www.tickets.de. Zudem sind sie bei den üblichen  Vorverkaufstellen erhältlich.

Montag, 19. Dezember 2011

Conrad Keely covert Klassiker in Kamboschda


Conrad Keely - The Night They Drove Old Dixie Down from Corbett Hix on Vimeo.

...Trail of Dead in Dublin.
Foto: Tinnitus Attacks
Conrad Keely ist nicht nur Sänger und Gitarrist der unfassbaren ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead, die dieses Jahr mit "Tao of the Dead" ein absolut makelloses Album aufgenommen haben. Er ist auch Zeichner, Klassik-Freak und seit seiner Kindheit sehr viel in der Welt herumgekommen. Kein Wunder, dass da Freunde rund um den Globus verteilt sitzen, mit denen man auch mal jammen kann. So geschehen in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Bei Meta-House, einer NGO, die mit deutscher Unterstützung für Kultur und Kunst eintritt, hat er mit ein paar Freunden den Song "The Night They Drove Old Dixie Down" von Robbie Robertson gecovert. Egal, was dieser Mann macht: Es trägt den Stempel seiner Musik.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Sonntags-Matinée: Wild Flag – Wild Flag

Vier Frauen zwischen Punkrock-Attitüde und 60ies-Charme: Wenn Wild Flag eine Dame wären, die den Ballsaal betritt, dann wäre das die im roten Kleid, der die Männer zu Füßen liegen und die anderen Frauen neidische Blicke zuwerfen.

Kein Wunder: Zielstrebig und geraderaus ist das weibliche Quartett. „Hands down we like, we love, we choose you“, heißt es da im Opener „Romance“, mit dem sie kürzlich auch David Letterman bezirzt haben. Klare Ansage. Die Strategie: Tanzen bis die Beine einknicken. „We dance to free ourselves from the room“ verkünden sie, und zu diesem Tanz gehören ein paar überzeugende Argumente.

Da wäre zum einen die Stimme von Carrie Brownstein, die zwischen dem spröden Charme von Velvet Undergrounds Nico, leicht psychotischem Amanda Palmer-Flair und dem Rotz-Faktor einer Brody Dalle (Distillers, Spinnerette) pendelt. Wie sich ihr exaltierter Gesang in „Endless Talk“ mit den schrammeligen Gitarren und den betont minimalistischen Orgel-Sounds aus der 60ies-Zeitmaschine messen, wow. Dann lassen sie mit „Short Version“ ein Epos vom Stapel, dessen Intro auch ein staubiges Duell auf der Main Street eines verlassenen Goldgräberdorfes illustrieren könnte. Das Fender Rhodes Jazzpiano tänzelt im treibenden „Future Crimes“ aufgeregt um die Gitarren und den Gesang herum und schraubt sich in Ohr und Gedächtnis. Solche Details verzieren so ziemlich jeden Song auf dem selbstbetitelten Album.

Doch es ist auch das Gesamtbild, das hier gefällt. Manche Bands machen Musik, weil sie sie ihre Rentenkasse aufbessern wollen. Das sind dann Zweckgemeinschaften, wo man sich halt auf Tour und im Studio trifft. Solche  Kollektive können niemals so lebendig klingen wie Wild Flag. Die Frauen kennen sich, haben vorher in Bands wie Sleater Kinney oder auch bei Stephen Malkmus and the Jicks gespielt. Die Platte wurde im Studio in Kalifornien live eingespielt, vom Gesang abgesehen. Der kann sich dafür voll über den Instrumenten austoben. Klingt, als ob man mit diesen Frauen viel Spaß haben könnte – aber nicht unbedingt Streit mit ihnen haben will.

„All bark, no bite, yeah I know“  singen sie da im bereits erwähnten „Endless Talk“. Diesen Vorwurf kann man Wild Flag nicht machen. Die bellen nicht nur, die haben auch Biss. 

Garagepunk al dente. Wie es sein muss.

„Wild Flag“ von Wild Flag ist am 21. Oktober bei Wichita Recordings erschienen. Mehr unter www.facebook.com/wildflag

Samstag, 17. Dezember 2011

Arcade Fire mit interaktivem Video zu "Sprawl II"



Arcade Fire wieder. Ihren Videoclip "Sprawl II" kann man selber lenken. Per Webcam oder Mausklick kann man die Menschen mit den Maskengesichtern tanzen lassen. Unter  http://www.sprawl2.com/ kommt man auf die Internetseite, dann hat man die Wahl, ob man das Video bloß anschauen oder mitgestalten will. Das "normale" Video seht ihr auch hier.

Solltet Ihr Euch für die interaktive Variante entscheiden: Je wilder man die Hände hin und her wirft, desto irrer wird es. Die zombiehaft wirkenden Gestalten verrenken sich, tanzen und lassen sich dabei nie wirklich ins Gesicht blicken.

"Sprawl II" stammt vom 2010er-Album "Suburbs", mit dem Arcade Fire auch bei den Grammys landeten. Zu "We Used To Wait" gab es ein ähnlich experimentelles Video: Wenn man seine Adresse eingab, stellte Google Maps ein individuelles Video mit Bildern aus der Umgebung. 

Beim Southside 2010 wurden Arcade Fire ihrer Rolle als Headliner mehr als gerecht. Den Bericht von damals gibt's hier

Freitag, 16. Dezember 2011

Wild Flag betören Letterman



Wild Flag werden abgefeiert. Die Band mit den Ex-Sleater Kinney-Damen Carrie Brownstein und Janet Weiss hat mit ihrem selbstbetitelten Album ein wichtiges Indie-Highlight 2011 vorgelegt. Vor wenigen Tagen waren sie jetzt bei David Letterman zu Gast und spielten "Romance". Seht selbst.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Scream kommen auf Europa-Tour

So zum Schreien sehen sie gar nicht aus: Scream. 


Scream ist nicht nur der Name der Horror-Reihe, mit der Wes Craven ab 1996 den Teenie-Slasher reanimiert, revitalisiert und rehabilitiert hat. Unter dem Namen Scream fand sich 1981 eine Band zusammen, die in Punk- und Hardcorekreisen einen beachtlichen Status erspielt hat. Ach ja, und: Dave Grohl saß vier Jahre auf dem Drumhocker der Band - da war er gerade mal 17 Jahre alt. Dieses Jahr stellte der Foo Fighters-Chef sein Studio 606 zur Verfügung, damit das Quintett dort eine "Complete Control Session" aufnehmen konnte. Die 10''-Vinyl wurde im Frühlung aufgenommen, Scream hatten sich wiedervereinigt. Nach ihrem Split 1993 gingen die Mitglieder in Bands wie Sun O))), Nirvana und den Foo Fighters auf. Apropos: Als die ihr neues Langeisen "Wasting Light" im Februar erstmals live vorstellten, waren Scream Support. 

2012 wird die Jungs auf Tour sehen. Es ist die erste seit rund 30 Jahren. Das Line-Up beseht aus den Stahl-Brüdern (Peter & Franz), Bassist Skeeter Thompson und Drummer Kent Wax. Neu an der Gitarre ist Clint Walsh von der Alternative-Rockband Tweaker. 
Unten seht Ihr noch ein Video von 1988. On drums: Mr. GRohl. 

Hier die Tourdaten: 

24.01. DE - Saarbrücken - Garage 
26.01. CH - Luzern - Sedel 
30.01. AT - Wien, Arena 
31.01. DE - München, Feierwerk 
01.02. DE - Stuttgart, Club Schocken 
03.02. DE - Köln, Underground 
04.02. DE - Berlin, Cassiopeia 
05.02. DE - Hamburg - Hafenkl



Mittwoch, 14. Dezember 2011

Gratis-Download: Blitzen Trapper im Konzert

Blitzen Trapper und kein Ende: Jetzt kann man sich via Networkedblogs ein Live-Set herunterladen, das die Band vergangene Woche im Maxwell's in Hoboken, New Jersey, gespielt hat. Neben vielen Songs vom aktuellen Album "American Goldwing" spielte die Band um Eric Earley auch ein Cover des Led Zeppelin-Krachers "Good Times Bad Times". Die Soundqualität ist überraschend gut (für Hi-Fi-Experten gibt's technische Details in einer Textdatei, die mit dem DL kommt). Mitgeschnitten wurde der Gig von "NYC Taper", einer sehr empfehlenswerten Internetseite mit dem Untertitel "New York's live music archivist". Da finden sich unter anderem auch Mitschnitte von Real Estate, The Lemonheads und anderen.

Und weil das mit dem Letterman-Auftritt letztens nicht so geklappt hat wie gewünscht, hier nochmal das Video, in dem der altehrwürdige Talkmaster der Stadt Portland, Oregon, gratuliert. Zurecht, wie ich finde.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Guided By Voices füttern den Schneemann

Guided By Voices im Trennungsjahr 2004.      Foto: kathyp
Eine gute Woche für neue Songs: Gestern streamte John K. Samsons Song "When I Write My Master's Thesis" bei Visions. Heute schauen wir uns den neuen Song von Guided By Voices an, die in Indiekreisen zurecht Legende sind. Auf der Internetseite des Rolling Stone kann man sich "Doughnut for A Snowman" anhören. Eine verquere Ballade mit Flöten (!). Die amerikanische Indie-Band hatte sich 2004 aufgelöst, kürzlich aber wieder zusammengefunden und wird im Januar ein neues Album veröffentlichen. Der Rolling Stone bietet den Song auch als Gratis-Download an.

Montag, 12. Dezember 2011

The Gaslight Anthem mit Bruce Springsteen auf der Bühne



Dass The Gaslight Anthem auf Bruce Springsteen stehen, ist kein Geheimnis. Und auch, dass der Boss am Sound von Brian Fallon und Co. Gefallen findet, wissen wir nicht erst seit gestern. Der gemeinsame Auftritt, den die beiden Working class-heroes nun bei einem Auftritt in New Jersey hingelegt haben, überrascht dann aber doch. Wie euphorisch die Menge den Titelsong "American Slang" mitsingt - scheinbar ist der Song nun tatsächlich im American Songbook angekommen, so wie sich das für diesen Song gehört. Eine weitere Gemeinsamkeit: Der Boss und The Gaslight Anthem wollen 2012 ein neues Album an den Start bringen.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Sonntags-Matinée: Make Do And Mend - End Measured Mile

Subjektive Vorbemerkung: Als sie kürzlich Vorband von Hot Water Music waren, machten sie richtig Eindruck mit ihrem druckvoll emotionalen Hardcore-Punkrock. Am Merch-Stand das Album abgegriffen und gleich signieren lassen. Höchste Zeit, dieses wuchtige Stück Musik mal näher zu beleuchten. 

Könnten Lautsprecher schwitzen, wären sie nach diesem Brocken klatschnass. Handtuch her, kurz abgetrocknet und wieder ab ins Gewühle. Hier sind Profis am Werk, für die Hardcore nichts mit dem Bezahlkanal im Hotelzimmer zu tun hat. 

Nicht umsonst hängt im Video zu "Transparent Seas" ein Poster mit den Namen Defeater und La Dispute an der Wand. In Track Nummer drei, "Ghostal", ertönt plötzlich eine vertraute Stimme. Sie gehört Jordan Dreyer, der mit seiner Band La Dispute und dem aktuellen "Wildlife" gerade durch die Decke geht. Und es ist nicht der einzige Gastauftritt auf "End Measured Mile". Wobei Frontmann James Carroll und sein Quartett auch ohne Hilfe glänzen. Die ersten Töne von "Unknowingly Strong" klingen, als hätten Jimmy Eat World eine Wagenladung Steroide verschluckt. Diese Wucht. Und es wird nicht weniger.

Würde man ihnen die Stromgitarren wegnehmen, die Songs wären immer noch gut. Aber es macht einen Heidenspaß, sich von "Oak Square" die Hirnwindungen durchzwirbeln zu lassen, sich beim bereits erwähnten "Transparent Seas" heiserzubrüllen und "Keep This" die ruhigen Momente zu genießen. Denn meistens türmen sich die Gitarren zu einer monolithischen Wand auf, während die Drums mit der Durchschlagskraft eines ungebremsten Kinnhakens jedes Soundloch zuhämmern. Und dann erst "Firewater". So intelligente Gitarrenfiguren, bei denen man nicht denkt "Das war doch schon 100mal da" muss man sich erst mal ausdenken. Auch "Nights The Only Time of Day" hat diese unverbrauchten Melodien, denen die unbarhmerhzige Rhythmusgitarre gegenübersteht. Intelligent sind übrigens auch die Texte, die teils persönlich, teils sozialkritisch gehalten sind.

Kürzlich hat die Band aus Connecticut bei Rise Records unterschrieben. 2012 soll es ein neues Album geben. Ziel sei, eine Platte zu machen, auf die man komplett stolz sein kann. Understatement. Denn End Measured Mile ist schon ein Album, das man stolz präsentieren kann.

Erschienen ist "End Measured Mile" im November 2010. Hierzulande als Import erhältlich. Mehr Infos auf der offiziellen Internetseite der Band. Hier noch das Video zu "Oak Square": 

Samstag, 10. Dezember 2011

The National enthüllen neue Songs



Was war noch die Woche? The National auf der Bühne mit Bon Iver. Da spielen Sie "Vanderlyle Crybaby Geeks". Die Kollaboration entstand bei einem Abstecher zu CBCs Q Radio Show. Und zwei neue Songs kann man sich auch noch anhören. "Rylan" und "I Need My Girl" heißen die neuen Songs, die erwartungsgemäß gut klingen. Ihr Album "High Violet" gehörte 2010 zu den gefeierten Platten des Jahres. Wir warten gespannt auf den Nachfolger.

The National - Rylan & I Need My Girl (new songs 2011 - live) by music--lounge

Freitag, 9. Dezember 2011

Blitzen Trapper mit neuem Video und Gratis-Download



Blitzen Trapper mit gleich drei Goodies für uns: Ihr Video vom Auftritt bei Letterman findet Ihr in Kürze hier, ihr neues Video zum Opener "Might Find it Cheap" vom aktuellen Album "American Goldwing" steht oben. Und auf ihrer Homepage kann man sich den Song gratis herunterladen. Feine Sache.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

My Chemical Romance rocken auf dem US-Kinderkanal



Das ist jetzt nicht wahr. My Chemical Romance waren bei der Kinder-TV-Sendung "Yo Gabba Gabba" (läuft in den USA auf Nick Jr.) zu Gast. In wahnsinnigen Outfits (die im übrigens besser aussehen als ihre Killjoys-Kostüme) spielen sie einen Song namens "Every Snowflake is different". In der Show spielten bereits Dinosaur Jr. und Weezer, also kein Grund zur Sorge. Prominente Gastauftritte in Kindersendungen haben Tradition: Die Muppet Show (die durch ihren Humor allerdings auch für Erwachsene geeignet ist) beispielsweise beehrten große Stars wie Alice Cooper, Johnny Cash oder Harry Belafonte.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Beatsteaks mit neuem Video "House on Fire"


Frisch reingekommen heute: Das neue Video der Beatsteaks. Ziemlich guter Song, obwohl ich von Boombox nicht so restlos begeistert war wie von "limbo messiah". Die Tage haben wir hier ja erst vermeldet, dass sie 2012 bei Rock am See in Konstanz am Start sind. Kann man sich drauf freuen.

Obits präsentieren ein "Killer"-Video



Während die Rating-Agenturen wüten, die einen eine Verschwörung wittern und die anderen das schon gar nicht mehr ernst nehmen, haben sich die amerikanischen Musiker Obits die Namen (leicht verändert) für ihr aktuelles Album "Moody, Standard & Poor" von ihnen ausgeborgt. Klingen ja eher auch nach den netten Harry Potter-Charakteren als nach den bösen. Also die Namen, nicht die Obits. Jetzt gibt es das Video zu "Killer" vom selbigen Album zu sehen. Ganz schlicht, in Schwarzweiß, ein paar Typen auf der Bühne, die Musik machen. Drummer Alexis Fleisig zeichnet für das Video verantwortlich. Ganz schön fleißig, in die Felle dreschen und drehen gleichzeitig.

Apropos fleißig: Vor wenigen Tagen stand Rick Froberg (Sänger und Gitarrist) wieder mit den Hot Snakes, seiner früheren Band, auf der Bühne. Die haben den Ruf, live eine Wucht zu sein und gelten als sensationeller Gar-nicht-mal-so-geheim-Tipp in Indiehausen.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Dry The River: Debütalbum kommt im März 2012

Endlich Land in Sicht: Die britischen Hopefuls von Dry The River haben gestern auf ihrer Homepage Veröffentlichungsdatum, Cover und Tracklist ihres Full-Length-Debütalbums publik gemacht. "Shallow Bed" erscheint am 5. März (hierzulande 2. März). Wir warten schon lang genug. Im März hatten wir hier ja schon in einem Blog-Eintrag auf die Band aufmerksam gemacht und uns sofort in den Song "New Ceremony" verliebt. Songs wie eben dieser oder auch "Bible Belt" sind ja schon geläufig, einen weiteren gibt's auch schon zu hören: "The Chambers & The Valves" nämlich (siehe eingebetten Soundcloud-Streifen). Inzwischen hat sich die Band, die bereits in einem Atemzug mit Mumford and Sons genannt wird, live einen klasse Ruf erspielt. Die epische Mischung aus Folk und Rock berauscht.
Unten sehr Ihr noch ein Live-Video von "Bible Belt".

Dry the River - "Weights & Measures" by Dry the River

Hier die Tracklist:

1. Animal Skins
2. New Ceremony
3. Shield Your Eyes
4. History Book
5. The Chambers & The Valves
6. Demons
7. Bible Belt
8. No Rest
9. Shaker Hymns
10. Weights & Measure
11. Lion’s Den

Beatsteaks spielen 2012 bei Rock am See in Konstanz

Von Berlin an den Bodensee: Die Beatsteaks beehren
und 2012 bei Rock am See.                    Foto: koko

 Die erste Band steht fest: Die Beatsteaks werden beim Rock am See-Festival in Konstanz 2012 auftreten. Die Berliner Sympathen haben mit ihrem 2011er-Album "Boombox" die Pole Position der Hitliste geknackt. Nachdem der diesjährige RaS-Headliner Seeed nicht bei allen Festivalgängern für Begeisterung gesorgt hat, dürfte der Name Beatsteaks ein breites Grinsen auf die Gesichter vieler Musikfans zaubern. Zwar sind Beatsteaks-Platten bisher immer gut gewesen, aber diese Band braucht die Bühne, um ihre volle Wirkung zu entfalten. 

Rock am See findet am 25. August 2012 im Bodenseestadion in Konstanz statt. Einlass ist ab 11 Uhr, Beginn um 13 Uhr. 

Mehr Infos unter www.rock-am-see.de

Hörtest: The Black Keys – El Camino

Subjektive Vorbemerkung: Mit dem Video zu „10 A.M. Automatic“ vom „Rubber Factory“ Album entdeckt. Herrlich seltsam, vor allem wie die Securitys die Oma abdrängen. In Berlin selbige Platte erstanden. Überrascht, wie groß die Black Keys mit „Brothers“ schlagartig wurden. Die Freude überwiegt. Auch, weil „El Camino“ richtig gut ist. Richtig richtig gut. 

„Wer? Die Black Eyes Peas?“ Die Zeiten, in denen man solche Sprüche hörte, wenn man von diesem verwirrend coolen Duo hier erzählte, sind wohl definitiv vorbei. Wobei es Parallelen gibt: Dan Auerbach und Patrick Carney waren jetzt auch mal bei den Grammys – Fünfzehn Minuten waren sie dort, bekamen drei Trophäen. Guter Schnitt. Bedankt haben sie sich per Videobotschaft. Es ist nicht ihre Welt, sagen sie. Und trotzdem musste da erst Danger Mouse kommen, den man als Kreativkopf hinter Gnarls Barkley kennt, damit die Black Keys den kommerziellen Durchbruch schaffen. Er könnte für die Keys das werden, was Rick Rubin für Johnny Cash war. Das Album hieß „Brothers“ (2010), war mit einem sympathisch minimalistischen Artwork versehen und katapultierte die beiden Nerds in neue Dimensionen.

Nur ein Jahr später pulverisiert „El Camino“ sämtliche Zweifel: Ja, die hier sind gekommen, um zu bleiben. Erneut saß Danger Mouse an den Reglern. Und er scheint den beiden Sonderlingen zugeflüstert zu haben: „Jetzt fahren wir alles auf, was Krach macht.“ Wie der knarzigen Gitarre im Opener „Lonely Boy“ immer wieder kurz die Batterie versagt, die Drums drücken und die weiblichen Background-Vocals zusätzlichen Pomp aufs Tapet bringen – das ist groß. Dann drückt „Dead and Gone“ in der Sound-Zeitmaschine den „60er“-Knopf, auch hier wieder eine Dame als Gesangsverstärker und coole Soundgimmicks. Die gleißenden Synthies in „Gold on the Ceiling“ sollte man sich in den Wecker programmieren, um morgens stilvoll aus dem Bett zu fallen. Und was ist bei „Little Black Submarines“ los? Da erklimmen sie im unverzerrten Teil des Songs zuerst beinah den „Stairway to heaven“, um uns dann ein monströs erigiertes Gitarrenriff um die Ohren zu schlagen. Led Zeppelin-Gitarrenhexer Jimmy Page wäre stolz. Das ist nämlich das Schöne: Die Black Keys bleiben die Black Keys, auch mit ein paar mehr verkauften Platten. Und Dan Auerbach spielt Gitarre wie ein junger Gott. Authentisches Blues-Feeling, ruppige Rockraketen, gefühlvolle Licks – er kann es. Es kommt einem vor, als ob die Black Keys jetzt erst mit ihrem Album um die Ecke kommen, damit die Musikjournalisten ihre Bestenlisten nochmal durcheinanderwirbeln müssen, falls sie das Jahr schon als gelaufen betrachtet haben. Andererseits dürfte das Dan Auerbach und Patrick Carney leidlich egal sein.

Auch in der zweiten Plattenhälfte gehen die Ideen nicht aus. Klar: Auch auf den Platten vor „Brothers“ waren die Black Keys schon weltklasse. Jetzt tanzen halt auch die Black Eyed Peas-Fanfrauen dazu, weil der Sound glamouröser ist. Dass sie das nicht mehr als Duo auf die Bühne bringen können, ist auch klar (siehe Video unten). Aber wenn eine Band Erfolg hat, diesem aber nicht ihr Wesen opfert, ist das der Idealfall. Hier scheint genau das zuzutreffen. Nächstes Jahr gehen sie mit den Arctic Monkeys auf US-Tour. Bisher galten die Monkeys als Stars. Könnte aber sein, dass die Black Keys sie an die Wand spielen – zumal die „schwarzen Klaviertasten“ 2011 das bessere Album vorgelegt haben.

„El Camino“ von The Black Keys ist am 2. Dezember bei Nonesuch Records erschienen. Mehr unter  http://www.theblackkeys.com/
Den Auftritt bei Saturday Night Live kürzlich gibt's hier: 

Montag, 5. Dezember 2011

Frank Turner: Vorgeschmack auf Tour-Doku



Frank Turner meinte das so in "The Road": Der Mann ist ständig auf Achse. Seine Tour zum aktuellen Album "England Keep My Bones" läuft und dabei begleitet ihn Gregory Nolan, der filmt und fotografiert. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Doku gibt's jetzt schon (siehe Video).  Wahnsinn, wenn man sieht, was für große Konzertorte der britische Campfire-Punkrocker spielt. Und was ist das? Konfetti? Da war das Konzert in Lindau im Juni dann doch etwas intimer. Mal gespannt, wann wir das Resultat im Ganzen sehen dürfen.

Die Dum Dum Girls zu Gast bei Jimmy Fallon



Definition von cool: Die Dum Dum Girls. Foto: Sub Pop

Immer sehenswert: Die arschcoolen Dum Dum Girls waren jüngst zu Gast bei Jimmy Fallon. Dort haben sie ihren Song "Bedroom Eyes" gespielt. Mit ihrem aktuellen Album "Only In Your Dreams" haben die vier Damen ein Surf-Album veröffentlicht, das richtig Spaß macht. Leider kann man das Video nicht einbetten - aber immerhin darauf verlinken: Fast, Free Video Hosting & Video Sharing - VideoBam


Sonntag, 4. Dezember 2011

Sonntags-Matinée: Kevin Devine - Between the Concrete & Clouds

Treffen sich Nada Surf und Death Cab For Cutie im Wald, um den Kopf freizukriegen. So oder so ähnlich klingt das aktuelle Soloalbum von Kevin Devine. 

Wie passend, dass er kürzlich mit Nada Surf auf Tour war. Song Nummer zwei, „The First Hit“, zeigt die jubilierende Leichtigkeit, die deren Album „Lucky“ durchwehte. Auch in anderer Hinsicht kann man Parellelen ausmachen: Sehnsüchtig, melancholisch, aber trotzdem ermutigend; leichtfüßig, aber nicht oberflächlich ist es geworden. Und immer wieder ein Gedanke: Es ist schon erstaunlich, welche Songwritingkunst manche horten, die vielleicht niemals so im Rampenlicht stehen werden die andere, die nichts zu vermarkten haben außer ihr talentfreies Ego. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Trotz des Vergleichs mit Nada Surf ist diese  Platte nicht das Werk eines Epigonen, sondern das eines talentierten Songwriters.

Bei „Sleepwalking through my life“ wiegen sich die Bäume vom Cover im Walzertakt. Geradezu verstörend gut der Titelsong, in dem der Sänger und Gitarrist aus New York über Desillusion, Ängste und Lügen sinniert: „And every single time/that you opened your mouth/ someone elses lies came tumbling out“. Den Willen, die Dinge zu durchdringen und durch Reflektion mehr über die Welt zu erfahren, die uns umgibt, spürt man deutlich. 

Das wäre  aber nicht halb so eindrucksvoll, wenn Kevin Devine nicht so ein verdammt gutes Händchen für Melodien hätte, die unverbraucht sind („Wait out The Wreck“ und „A Story, A Sneak“) und die man nie wieder hergeben möchte. Der junge Songwriter und seine Band - „The Goddamn Band“ - schalten im richtigen Moment von perlenden Akustik-Gitarren um auf fuzzige Zerrgitarre, Mandoline und Keyboard-Streicher schleichen sich dezent dazwischen. Wenn Indie melodieverliebt und bittersüß ist, dann nennen wir das hier Indie. Auch leichte Grunge-Einflüsse meint man herauszuhören.  Allerdings interpretiert mit den Mitteln des Singer/Songwriters.

Ähnlich wärmend und nachdenklich wie die Weakerthans nimmt einem Kevin Devine die Angst vor dem Sonnenuntergang und den nachts aufziehenden Depri-Gedanken. Wer diese Platte liebt, der hat garantiert auch Zach Braffs liebenswertes Regiedebüt „Garden State“ im heimischen DVD-Schrank stehen. 

„Between the Concrete & Clouds“ von Kevin Devine ist am 23. September 2011 bei Arctic Rodeo Recordings erschienen. Mehr unter http://www.kevindevine.net/

Samstag, 3. Dezember 2011

The Black Keys heulen für Euch



Gestern ist das neue Album "El Camino" von The Black Keys erschienen. Nachdem sie mit "Brothers" schon durch die Decke gegangen sind und auch bei der diesjährigen Grammy-Verleihung nicht zu kurz kamen, wird diese Platte den Status der Band endgültig zementieren, soviel ist sicher.

The Black Keys bei einem Auftritt dieses Jahr in
Las Vegas.                                      Foto: Music54
Hier seht Ihr den Auftritt des Duos bei Conan O'Brien, wo Dan Auerbach und Patrick Carney im Februar "Howlin' For You" gespielt haben. In den nächsten Tagen gibt's die Rezi zu "El Camino selbstverständlich hier auf Tinnitus Attacks.

Freitag, 2. Dezember 2011

Cymbals Eat Guitars mit neuem Video "Keep Me Waiting"



Das Schöne an Musik ist ja: Man ist nie fertig. Während man eigentlich ganz dringend die komplette Diskographie von Band A komplettieren sollte/wollte, drängt Band B ins Bild, auf die Tanzfläche und in die Ohren. So geht's mir gerade mit Cymbals Eat Guitars. Schon ein paar Mal von einem Freund empfohlen bekommen, jetzt das neue Video gesehen und völlig begeistert. Vom Sound, weniger von den Strftaten, die im Video begangen werden. Man muss unweigerlich an den Horrorschocker "The Strangers" denken. Der Song heißt "Keep Me Waiting" und stammt vom aktuellen Album "Lenses Alien".

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Flogging Molly auf St. Pauli


CORE TV November '11 - Flogging Molly Unplugged from CORE TV on Vimeo.

Wie angekündigt, kommt hier der Mitschnitt des Unplugged-Auftritts von Flogging Molly im St. Pauli-Fanshop. Neben akustischen Versionen von "What's left of the Flag gibt's" ein Kurzinterview und den neuen Song "Saints & Sinners". Feine Sache.

Morrissey live bei Conan O'Brien



So kennt man ihn: Morrissey schwelgt in seinen Songs.
                                               Screenshot: Tinnitus Attacks
Zwei Tollenträger treffen aufeinander: Morrissey zu Gast bei Conan O'Brien. Der kündigt ihn als "true indie music icon" an. Und dann brettert der Ex-Smiths-Sänger mit seiner Band einen rockigen Song namens "People Are The Same Everywhere" raus. Trotz verheißungsvollem Titel ist das kein Statement für Toleranz, sondern ein gewohnt zynischer Blick auf die Mitmenschen. Hübsch.