Freitag, 30. September 2011

Revival Tour Compilation: Unveröffentlichte Songs von Chuck Ragan & Co. (+ Verlosung reloaded)

Könnte bald Euch gehören: Eine Mini-Muha.       Foto: CC
Heute ist Einsendeschluss: Wer eine echte Hohner-Mini-Mundharmonika gewinnen will, die Chuck Ragan anlässlich seines neuen Albums "Covering Ground" als kleines Gimmick am Merchstand dabei hat, hat heute noch Zeit, teilzunehmen.

Einfach folgende Frage beantworten: Woher kommt der Name "Hot Water Music", bei denen Chuck am Mikro steht? Schreibt die Antwort an Tinnitus Attacks. Der Gewinner wird ausgelost und benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.UPDATE: Die Verlosung ist inzwischen geschlossen.

Stichwort Chuck Ragan: Nächste Woche führt die "Revival Tour" wie bereits gebloggt erstmals auch in unsere Breitengrade. Etliche Termine sind bereits ausverkauft. Chuck Ragan, Brian Fallon (The Gaslight Anthem, The Horrible Crowes), Dave Hause (The Loved Ones) und Dan Adriano (Alkaline Trio) stehen zusammen auf der Bühne und spielen Songs, die jeden Fan von Folk-Klängen mit Punkrock-Attitüde begeistern dürften. Im Gepäck haben die vier Musiker auch eine speziell für die Tour zusammengesellte Compilation, die Revival Tour 2011 Tour Collections. Die 8 Songs umfassende CD/LP enmthält auch teils unveröffentlichtes Material: Die Compilation erscheint am 7. Oktober auf Chuck Ragans eigenem Label Tenfour Records im Vertrieb von Cargo Records.

Ein Gang an den Merchstand lohnt sich also, denn dort wird es die Platte geben, man kann sie aber auch über die üblichen Verkaufswege haben. Als Extra gibt es außerdem eine limitierte Sonderedition von 500 Stück, die auf Milky Clear Vinyl gepresst wurde.

So sieht die Tracklist aus:

 „The Revival Tour 2011 Compilation“
1. Brian Fallon – „No Wheater“ *bisher unveröffentlicht
2. Dan Andriano – „Hollow Sounds“ *aus dem Album "Hurricane Season"
3. Dave Hause – „Prague (Revive Me)“ *neue Version
4. Chuck Ragan – „On The Bow“ *bisher unveröffentlicht
5. Brian Fallon – „Goodnight Irene“ *bisher unveröffentlicht
6. Dan Andriano – „Me And Denver“ *aus dem Album "Hurricane Season"
7. Dave Hause – „Pray for Tucson“ *neue Version
8. Chuck Ragan – „Bedroll Lullaby“ *bisher unveröffentlicht

Hier die Tourdaten:

The Revival Tour 2011
05.10. DE - Hamburg – Grünspan ***ausverkauft***
06.10. DE - Berlin – Postbahnhof ***ausverkauft***
07.10. AT - Wien – Arena
08.10. DE - München – Backstage (Werk) ***ausverkauft***
09.10. CH – Zürich – Dynamo
11.10. DE - Wiesbaden – Ringkirche ***ausverkauft***
12.10. DE - Köln – Live Music Hall ***ausverkauft***
13.10. DE - Münster – Skater`s Palace

Donnerstag, 29. September 2011

In eigener Sache: Ordnung ist das halbe Streben

Aber wirklich nur das halbe. Tinnitus Attacks hat nochmal aufgeräumt. Bei den Blog-Schubladen rechts findet Ihr jetzt die zwei zusätzlichen Register "Video" und "Interview". Weil doch relativ viele Clips hier landen, finden sich alle optischen Gimmicks nun in der "Video"-Sektion, auch alles, was bisher an Videos hier gepostet wurde, ist da zu finden. Unter "Interviews" sind Gespräche archiviert, die ich mit Künstlern wie Farin Urlaub oder Tad Kubler von The Hold Steady geführt habe, für die Schwäbische Zeitung oder Tinnitus Attacks selbst. Weil in der Richtung in der nächsten Zeit noch einiges kommt, habe ich diese Rubrik separat eingerichtet, zwecks einfacherer Auffindbarkeit.

In diesem Sinne: Keep on rocking, keep on reading!

Thermals-Nebenprojekt Forbidden Friends: "Totally Low" als gratis Download

Hutch Harris im "KiFF".      Foto: Drescher
Im besten Fall dienen Seitenprojekte einer Band dazu, andere musikalische Facetten auszuleben. Im Fall von Forbidden Friends hört man die sogar - mit etwas Phantasie. Dabei handelt es sich um das Nebenprojekt von Hutch Harris, seines Zeichens Sänger und Gitarrist von The Thermals. Den Song "Totally Low" kann man sich jetzt bei Pitchfork herunterladen. Klar, alleine seine Stimme macht ihn erkennbar. Und irgendwie ist auch lustig, dass Harris' Bandkollegen Kathy Foster and Westin Glass bei dem Song für die Percussion zuständig sind. Im Grunde also doch Thermals? Irgendwie schon, wenn auch etwas zahmer. Die meisten Fans dürften hoffen, dass damit nicht er Kurs für die nächste Thermals-Platte vorgegeben ist. Ach ja: Hier gibt's noch einen weiterne Song der verbotenen Freunde, der nennt sich "Tiny Hands".

Eine Konzertkritik der Thermals in Aarau aus dem Frühjahr könnt Ihr hier lesen.

Mittwoch, 28. September 2011

Ryan Adams streamt "Ashes & Fire"

Ryan Adams.                       Foto: 6tee-zeven.
Kürzlich hat Ryan Adams mit einem genialen Cover von Iron Maidens "Wasted Years" für offene Münder gesorgt. Jetzt präsentiert uns der Singer/Songwriter sein neues Album "Ashes & Fire" im Stream. Das komplette Album gibt's vorab auf NPR zu hören. Das ziemlich überzeugend klingende Werk erscheint am 7. Oktober. Es ist das erste "richtige" Lebenszeichen seit "Cardiology" 2008. Zwischendurch machte Adams mit einem "Metal"-Album von sich reden, jetzt kehrt er zu dne Klängen zurück, die ihn bekannt gemacht haben. Als Gastmusiker sind Nora Jones und Benmont Trench (spielt Keys bei Tom Petty) zu hören.

Hörtest: Male Bonding - Endless Now

Lärm und Melodie gehen die perfekte Ehe ein: Male Bonding brettern auf „Endless Now“ durch ein Dutzend noisige Pop-Perlen. Sie dürfen die Braut jetzt küssen. Aber Vorsicht: Das könnte sie umhauen.

Oder andersrum: Fühlt sich an, als ob man zwölf Mal Schönheit erleben darf. Male Bonding schrauben den Punk-Anteil zugunsten von Shoegazing-Elementen runter, verlernen dabei aber das Rocken nicht und spielen so präzise auf den Punkt, dass einem die Freudentränen in den Hörgang sickern, wenn man – wie es sich für dieses Werk gehören würde – aufs Bett wirft und die Außenwelt aussperrt. Zuerst ballern einem die ersten drei Songs „Tame the Sun“, „Carrying“ und „Seems To Take Notice Now“ um die Ohren und bleiben jeweils unter der 3-Minuten-Grenze. Dann kommt das überragende „Bones“ direkt ausschweifend daher mit seinen 6:23. Bis dahin haben sich schon so viele Melodien im Hirn festgesetzt, dass andere Bands neidisch werden müssten. Unbeschwert klingt das und völlig losgelöst von aktuellen Trends – eine Band macht was sie will. Die Briten ziehen das ähnlich pop-lastig durch die The Pains of Being Pure At Heart, gehen aber eine Spur härter zu Werke. Nach den pfeilschnellen Noise-Kaskaden fällt das eineinhalbminütige „The Saddle“ mit Akustik-Gitarre und Streichern aus dem Rahmen, täuscht aber natürlich nur kurz. Die Musik fühlt sich an, als würde man an einem Sommertag übers Wasser sprinten, um dann in einen großen Pool aus sprudelnder Limonade zu fallen. Dem Dortmunder Musikmagazin Visions war das sogar die „Platte des Monats“ wert, aber sie haben im Grunde nicht übertrieben. Das drückt, das schraddelt, das setzt sich fest. Besser kann man diese Art von Musik kaum machen. 

"Endless Now" von Male Bonding ist am 2. September bei Sub Pop erschienen. Mehr unter www.myspace.com/malebonding

Dienstag, 27. September 2011

Fleet Foxes live bei Letterman



Wenn wir gerade schon bei Letterman sind: Auch die Fleet Foxes waren jetzt bei Harald Schmidts US-Vorbild zu Gast. Und lassen mit "Grown Ocean" vom aktuellen Album "Helplessness Blues" die Sonne aufgehen.

The Jayhawks beehren David Letterman



Das gibt's doch nicht. Das sind doch die Jayhawks. Live bei Letterman. Und auch noch mit "Blue". Alte Säcke machen eben immer noch die beste Musik. Oft.

Montag, 26. September 2011

Dum Dum Girls streamen neues Album "Only in Dreams"



Die Dum Dum Girls streamen ihr neues Album "Only in Dreams" auf Youtube. Der neueste Streich der vier amerikanischen Indie-Musikerinnen erscheint am 30. September. Bis dahin kann man sich das vielversprechende Werk anhören, während im Hintergrund nennen wir es kontemplative Bilder laufen. Erster Höreindruck: Noch ein Fall für den Einkaufszettel.

Ach ja: Das neue Video "Bedroom Eyes" gibt's hier unten.

Video zum Wochenstart: Social Distortion covern "Under My Thumb"

Könnte eigentlich zur Gewohnheit werden: den Montag mit einem Video beginnen. Bestimmt hat eine Studie ergeben, dass man da eh noch nicht aufnahmefähig für viel Text ist. In dem Fall schauen wir jetzt einfach Mike Ness zu, wie er mit Social Distortion die alte Rolling Stones-Schote "Under My Thumb" covert. Auf diesem Youtube-Kanal, aus dem der Clip stammt, gibt es noch ein paar weitere sehenswerte Live-Auftritte älteren Datums.

Sonntag, 25. September 2011

Sonntags-Matinée: Little Barrie - King of the Waves

Kein Album, auf das man sehnsüchtig gewartet hat. Eher schon eines, was überraschend kommt. Und zwar nicht nur, was den Zeitpunkt angeht. Little Barrie krönen den „King of the Waves“ und bescheren uns ein kleines Platten-Juwel.

Klar, „Stand Your Ground“ war gut. Ich hatte die Platte schon im Schrank stehen, als ich im Berliner Plattenladen „Mr. Dead and Mrs. Free“ einen Flyer mit Empfehlungen das Hauses in die Hand bekam. Darauf stand unter anderem: Little Barries „Stand Your Ground“. Bestätigung für den protektionistischen Musik-Nerd. Fünf Jahre später kommt unverhofft „King of the Waves“ um die Ecke. Und was ist da los? Da hat aber jemand den Overdrive-Regler ganz schön weit nach rechts gedreht. Der Opener „Surf Hell“ brät uns fuzzig-bissige Gitarren über und macht seinem Namen alle Ehre. Der perfekte Sound für den coolen Auftritt mit gut geschmierter Tolle auf dem Tanzflur eines coolen Rockabilly-Schuppens. Dann wischen sie bei „How Come“ etwas den Dreck vom Effektgerät, aber die Songs bleiben souverän.

Erzähl mir nichts Neues, aber erzähl es mir so, dass ich es hören will: Diesen Retro-Ratschlag scheinen sich die englischen Rock-Epigonen zu Herzen genommen zu haben. Die Songs greifen die staubtrockene Blues-Coolness auf, die auch Vaughn-Songs innewohnte, lässig und soulig liefern die Briten den Soundtrack zum rauchig-versoffenen Abend ebenso wie zum Kater am nächsten Morgen. Der Surf-Einschlag zieht sich immer wieder elegant durch die Songs und macht „I Can't Wait“ zum beswingten Hörvergnügen. Und Barrie Cardogan mit seiner niedlich-näselnden Stimme passt so gar nicht zum coolen Sound, aber das ist schon wieder das Gute daran. Eine dreckige Stimme würde hier Klischeealarm auslösen. Selten hat eine Platte so Lust gemacht, die Songs live in einer runtergewirtschafteten Kaschemme auf der Bühne zu erleben. Auch Gitarristen werden ihre helle Freude an dem extrem gefälligen Geschrammel haben und sich über coole Effektspielereien freuen. Ach ja: Als Gastmusiker ist unter anderem Edwyn Collins zu hören.


„King of the Waves“ von Little Barrie ist am 29. Juli bei Bumpman Records erschienen. Offizielle Internetseite: www.littlebarrie.com

Live-Termine:

23. Oktober: Köln - Blue Shell
24. Oktober: Hamburg - Knust
25. Oktober: Berlin - Lido
26. Oktober: München - Kranhalle

Samstag, 24. September 2011

Chuck Ragan spielt sein neues Album "Covering Ground" in voller Länge

Ihr wisst ja schon, wie Covering Ground, das neue Album von Chuck Ragan, klingt. Aber jetzt könnt Ihr das auch sehen: Beim Paste Magazine gibt es eine Live-Session, bei der der Hot Water Music Fronter und seine Sidekicks das Album in voller Länge spielen. Der Auftritt ist wirklich sehenswert.

Freitag, 23. September 2011

Galerie der Klassiker: Type O Negative – World Coming Down

Subjektive Vorbemerkung: Ein doomiger Fiebertraum, der für mich vor zwölf Jahren zu den wichtigsten Platten überhaupt zählte. Pünktlich zum Herbstanfang wieder ausgegraben bzw. gebraucht gekauft, weil die Orginal-CD damals einem Verkaufsrausch und Wandel des Musikgeschmacks zum Opfer gefallen war. Aber Klassiker holen einen eben wieder ein.

Nein, das hatte keiner kommen sehen. Nach dem geradezu kommerziellen „October Rust“ traf den geneigten Düster-Metaller „World Coming Down“ unvorbereitet wie eine Abrissbirne in die Magengrube. Das lag an sperrigen Songs wie dem Opener „White Slavery“ mit ihren nicht gerade am Airplay orientierten Strukturen und den ausufernden Minutenzahlen. An der Produktion, die die Gitarrenriffs wie säurezerfressene, verrostete Scharfkantsplitter in einem tristen Halbdunkel stehen ließ. Trotzdem – oder gerade deswegen – anvancierte das 1999er Album zum Highlight vieler Fans in der Diskographie der zynischen New Yorker Truppe um Pete Steele, der am 14. April 2010 an Herzversagen starb. Stichwort Tod: Der zieht sich wie ein roter Faden – oder vielleicht eher wie ein schwarzer Trauerflor – durch das Album, die Songtitel sprechen Bände: „Everyone I love is dead“ oder „Everything Dies“ sind da nur die augenscheinlichsten, aber auch in „All Hallows Eve“ oder „Creepy Green Light“ spielt das Thema eine tragende Rolle.

Type O Negative hatten mit ihrer Mischung aus zähen Lava-Riffs, wie sie Black Sabbath schon viel früher geschmiedet hatten, melancholischer Atmosphäre, der kehlig-röhrenden Stimme von Pete Steele und den trotz aller Düsternis gefälligen Melodien ihren eigenen Kreativkanon geboren und daraus bösartige Song-Monumente geschaffen, die einen bis in den Traum verfolgen konnten. Und auch Jahre später tauchten die Lieder wie aus dem Nichts auf und bahnten sich den Weg in die Sphäre des Hirns, wo man wahnsinnig wird, wenn man den Song jetzt nicht gleich in voller Länge und mit maximaler Lautstärke hört. Magische Momente gab es zuhauf. Petes Aufschrei „Goddammit!!“ in „Everyone I love is dead“. Sein beinah schon friedvoll resignierter Gesang in "Everything Dies". Das Wechselspiel von voluminösem Gesang und gedämpften Riffs in „Creepy Green Light“ ab Zählerstand 1:15. Der unwiderstehliche Chorus im Gitarrenkreisel „Pyretta Blaze“ – alles geistige Lesezeichen, die auch Jahre später nichts von ihrer Strahlkraft verloren haben. Und auch der krude Humor der Band taucht wieder auf, wenn auch dezenter im Hintergrund der düsteren Songsammlung, etwa im vollkommen ernst gemeinten Beatles-Medley, mit dem das Album endet, oder wenn in den Danksagungen der „Bensonhoist Lesbian Choir“ auftaucht. Und kurios: Wenn man zu diesem Album Bilder im Kopf hatte, waren sie immer Schwarz-Grün, wie das Cover mit der Brooklyn Bridge.

Ich muss zugeben, dass ich nach diesem Album die Band etwas aus den Augen verloren habe. „Life Is Killing Me“ und „Dead Again“ sind an mir vorbeigegangen. Aber wenn diesen Herbst die Nebelschwaden über den Straßen liegen, werde ich mich an der zerrissenen Glut von „World Coming Down“ wärmen. Und die beiden Nachfolger-Alben werden auch noch irgendwann in meinem Regal stehen.
Pete, Du fehlst.

Donnerstag, 22. September 2011

Chuck Ragan in der SZene-Kritik

Die ausführliche Rezi zu Chuck Ragans großartigem neuen Album "Covering Ground" habt Ihr ja vielleicht schon hier auf dem Blog gelesen. Am Dienstag, 20. September, ist ein Artikel von mir dazu auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Das Resultat seht Ihr nebenan.

Wer übrigens noch mitmachen will: Die Verlosung der Mini-Mundharmonika läuft noch. Details dazu in der Rezi hier.

Mittwoch, 21. September 2011

The Horrible Crowes mit Video zu "Behold The Hurricane"

Künstlerischer Kurzfilm mit Horror-Elementen: The Horrible Crowes, Brian Fallons zweite Band, haben den am stärksten nach Gaslight klingenden Song vom Debüt "Elsie" bebildert. Der Clip wirkt als hätte man nachts auf arte geschaltet und würde nach dem Konsum von etwas zuviel Alkoholika plötzlich Halluzinationen mit der Mattscheibe mischen. Regie führte Cory Hardin, der auch schon für Biffy Clyro und Keane Clips realisiert hat.

Dienstag, 20. September 2011

Foo Fighters vs. Bibel-Fundamentalisten

Dass die Foo Fighters nicht nur eine überragende Live-Band sind, sondern auch Sinn für schrägen Humor haben, ist nicht erst seit gestern bekannt. Wie wirkungsvoll Humor dabei als Waffe gegen Anfeindungen sein kann, haben Dave Grohl und seine Mannen nun äußerst öffentlichkeitswirksam unter Beweis gestellt. Weil Aktivisten der Westboro Baptist Church sich öffentlich über die Foo Fighters und deren in Songs verpackte angebliche Aufforderungen zu allerlei Schweinkram mokiert und gegen die Band demonstriert hatten, drehten die US-Rockriesen den Bibel-Fundis eine lange Nase: Da fahren sie wie im Video zu sehen auf einem Truck vor, als Rednecks verkleidet (wie schon im NSFW-Tourtrailer "Hot Buns") und singen über die gleichgeschlechtliche Liebe. Dann ergreift Dave Grohl das Wort und stellt klar: "I don't care if you're black or white or purple or green, whether you're Pennsylvanian or Transylvanian, Lady Gaga or Lady Antebellum. It takes all kinds." Was für ein Auftritt. Unten seht Ihr zwei Videos dazu und den großartigen Tourtrailer (unzensiert), der vor ein paar Wochen für Wirbel sorgte. Man darf gespannt sein, ob sich die Anti-Papst-Protestler hierzulande ähnlich kreative Ideen einfallen lassen.






Montag, 19. September 2011

Konzertkritik: Blackmail beim U&D in Weingarten

Blackmail.
Umsonst & Draußen, Weingarten, 17. September 2011.
Text und Fotos: Daniel Drescher.

Man könnte es ja Comeback nennen - aber Blackmail waren nie wirklich weg. Sie haben sich nur neu in Stellung gebracht, die negativen Vibrations innerhalb der Band ausgetrieben und mit Mathias Reetz einen Sänger gefunden, der das typische Fan-Anerkennungs-Problem des "Neuen" im Gefüge souverän weggefegt hat. Auf Platte hat das schon großartig funktioniert, Anima Now! war der äußerst gelungene Reboot mit extrem vorzeigbaren Songs und euphorischer Aufbruchstimmung. Aber haut das auch live hin?

Souverän: Mathias Reetz tut der Band gut.
                                                  Foto: Daniel Drescher
Die Bühne ist minimal beleuchtet, Kurt Ebelhäuser checkt vor dem Auftritt noch kurz selber sein Effektboard. Vielleicht prägt er sich ein, wo die Verzerrung sitzt, wo das andere Effektpedal liegt, vielleicht muss er das aber auch gar nicht, weil er später so souverän seine Riffs zockt, dass den Gitarrenschüler die Depression überfällt und die Muckerpolizei in Ehrfurcht niederkniet. Aber eins nach dem anderen. Da hüllt einen zuerst das Intro „Santa Rosalia“ in Simon & Garfunkel-artige Sangesharmonien, bevor die Lava-Riffs einen in die Knie zwingen. Dann der fulminante Auftakt mit "Resonant Wave": „Start again, so I will pick you up“ brüllt Mathias Reetz – ungefähr eineinhalb Köpfe kleiner als Hüne Kurt Ebelhäuser – ins Mikro. Und siehe da: Die haben eine Chemie. Immer wieder schaut der neue Mann am Mikro zum Gitarrenbollwerk der Band herüber, er scheint zu ihm aufzusehen, die Mundwinkel zeigen nach oben. Kein Vergleich zu den Gigs mit Aydo Abay in der Phase des Auseinanderbrechens im späten 2008. Dann kommt „Evon“ vom „Friend or Foe“-Album, das stoner-artige Riff bricht durch die Dunkelheit, Carlos Ebelhäuser legt einen Bassteppich aus, Mario Matthias lässt die Drums federn und knallen.

Gitarrenbollwerk: Kurt Ebelhäuser.       Foto: Daniel Drescher
Dass Blackmail gleichermaßen nach vorne schauen wie auch ihre Wurzeln nicht verleugnen, macht ein Blick auf die Setlist klar. Das ist kein „Wir haben ein neues Album“-Konzert. Außer „Deborah“, „Telescope“ und im Zugabenblock „Night School“ kommt jede Menge altes Material zum Zuge – ob „Moonpigs“ (von „Aerial View“) oder „Same Sane“ (von „Bliss, Please“). Sowas ist ja immer riskant mit neuem Sänger – aber hier funktioniert das. Mathias Reetz hat eine Bühnenpräsenz, eine positive Aura, fühlt sich offenbar wohl in der Bühnenmitte und unterstützt Ebelhäuser mit markant-knackigen Riffs. Überhaupt, diese Riffs. Schwarze Monolithen, matt schimmernd und unzerstörbar. Gut, dass es schon dunkel ist bei diesem großartigen Festivalauftritt. Und Meister Kurt möchte es noch düsterer haben: „Kannst Du das Bühnenlicht runterdrehen?“, bittet er den Mann am Lichtpult – und dann haben die Fotografen noch weniger Chancen auf Fotos, die mehr zeigen als Schatten.

Blackmail spielen ihre Stärken voll aus: Diese immer wieder vor sich hin mäandernden Riffs, die halb roboterhaft, halb meditativ immer wieder aneinandergereiht werden, die dräuend-melancholische Stimmung, die Melodien, die zwingend wirken, aber unverbraucht sind. Mit „Day by Day“ gibt’s die eine Breitseite von „Tempo Tempo“, mit einer von Schnickschnack befreiten Version von „It's always a fuse to live at full blast“ die zweite. Als Zugaben die bereits erwähnte „Night School“ und dann das scheinbar ewig dauernde „Friend“. Nach rund eineinviertel Stunden ist Schluss. Schön zu sehen, dass diese Band sich gefangen hat und mit Elan wieder auf Angriffskurs ist. Zwischendurch ruft Kurt Ebelhäuser den Fans zu „Seid Ihr schon voll, seid Ihr besoffen?“ Gar nicht nötig. Von diesem Sound wird man auch ohne Drogen high. So ähnlich wie bei Trance-Tänzen von Urvölkern. Nur mit mehr Gitarren.

Mehr Fotos vom Konzert gibt's hier

Sonntag, 18. September 2011

Blackmail im Konzert

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Blackmail im Konzert, ein Album auf Flickr.

Blackmail in Weingarten: Düstere Sache, großartiges Konzert. Hier die Bilder.

Fotos: Daniel Drescher

Sonntags-Matinée: Blitzen Trapper – American Goldwing

Möglich, dass sie damit nicht alle glücklich machen. Es könnte Leute geben, denen „American Goldwing“ zu sehr Stars and Stripes ist. Andererseits: Das Songwriting ist überzeugend, die Melodien klingen vertraut, aber nicht totgenudelt, und die Texte stecken voller gut beobachteter Details. Man muss ja auch keine Wissenschaft draus machen.

Der Retro-Boom ist in aller Munde. Hier die Rockabillys und -bellas, dort die Indie-Folk-Fraktion, da die C64-Gemeinde. Im Falle von Blitzen Trapper steckt aber möglicherweise auch noch etwas anderes dahinter als pure Nostalgie – auch wenn „American Goldwing“ zu allererst einmal danach klingt. Während Captain America als erster Avenger auf der Kinoleinwand die Nazis vermöbelt, beschwören Blitzen Trapper den musikalischen Geist vergangener Tage. Vielleicht steckt dahinter die Sehnsucht nach einer Zeit, in der die USA noch eine intakte Wirtschaftsmacht war, noch keine halblegal inhaftierten Häftlinge folterte, noch (scheinbar) auf der guten Seite stand. Wobei diese Sehnsucht auch mit Selbsttäuschung zu tun hat: Gut, als die Amerikaner Nazis vermöbelten, da hatten sie den Ruf der gerechten Krieger noch. Aber nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ging es da deutlich bergab – Korea, Vietnam, man braucht kein Historiker zu sein, um die Reihe fortzuführen.

Dabei holpert der Opener „Might Find It Cheap“ erstmal so kantig daher, als hätte Beck seine Finger im Spiel, lässt die Gitarren flauschig-fuzzig galoppieren und setzt akustische Zupfläufe dagegen. Dann übernimmt „Fletcher“ mit seinem wie von The Whos „Seeker“ entliehenen Intro die Regie, gießt uns in den Lyrics „Whiskey in the Jar“ und klingt nach Lynyrd Skynyrd nach einer dicken Tüte. Beschaulich auch „Love The Way You Walk Away“ mit seinem rührigen Text: „Drinking too much tonight and it ain't right / and a brand new coat of paint on this broke down palace couldn't compensate all the things i never really say to make you stay / cause I love the way walk away.“ Es geht um Bedauern, um den Blick zurück, mit dem Wissen, nichts mehr ändern zu können. Wäre „American Goldwing“ eine Serie, dann wäre es „Wunderbare Jahre“, diese Zeitreise in eine unbeschwerte Jugend, wo alles möglich schien und die Grenzen der eigenen Welt doch am Rand der Vorstadt endeten. Dahin kommt man auch gerne zurück, „I'm goin' back to my hometown“ singt Eric Earley. Mit einem Gefühl, das zwiespältig ist, weil man sich einerseits weiterentwickelt hat, andererseits keine negativen Gefühle gegenüber der Vergangenheit hegt. 

Der Titelsong klingt wie Tom Petty im Weltraum, warme Gitarren treffen auf Tastenklänge, Mundharmonika und dieses fahrlässig lässige Schlagzeug, das klingt wie ein extrem niedriger Ruhepuls eines Farmarbeiters. An mancher Stelle plätschert das Album fast schon dahin, aber warum sich auch hetzen? Zur Nostalgie gehört ja auch die Überzeugung, dass Stress eine Erfindung der Neuzeit ist. Mit „Stranger in a Strange Land“ klingt das Album zu sanften Pianotupfern aus. Man könnte wieder den Bogen zur Sehnsucht spannen: Fühlt sich hier jemand im falschen Film in seinem Land? Das Hauptproblem ist, dass schöne Erinnerungen trotzdem Vergangenheit bleiben – und man sie nur konservieren kann, sie aber nicht wieder lebendig werden.

„American Goldwing“ von Blitzen Trapper ist am 16. September bei Sub Pop erschienen. Offizielle Webpräsenz: www.blitzentrapper.net/home
Das Album im Stream könnt ihr hier hören.


Blitzen Trapper - American Goldwing by subpop

Samstag, 17. September 2011

Foo Fighters spielen "Rosemary" bei Conan O'Brien



Und mal wieder die Foo Fighters: Conan O'Brien legt nach und lässt nun noch das Video zu "Rosemary" aus dem Sack. Für den Song haben sich die Rockriesen bereits auf dem Album "Wasting Light" Unterstützung von Bob Mould (ex-Hüsker Dü) geholt. Der steht beim Song dann auch mit auf der Bühne. Sehenswert.

Mehr: Ein Interview mit Dave Grohl und Taylor Hawkins bei Conan O'Brien und die Live-Darbietung von "Walk".

Elvis lebt - irgendwie: Blackmail mit neuem Video "Bugs"



Elvis auf dem Streifzug durch die Großstadt? Blackmail haben für ihr neues Video "Bugs" eine nicht eben wahnsinnig neue Idee gehabt. Der Sinn hat sich mir noch nicht erschlossen, aber es ist auf eine seltsame Art gruselig, der völlig fertig wirkende Elvis hat etwas Beklemmendes in seiner Rastlosigkeit. Trotzdem: Gute Einstimmung auf den Auftritt der Koblenzer beim "Umsonst und Draußen" in Weingarten!

Freitag, 16. September 2011

Hörtest: Chuck Ragan - Covering Ground (+ Verlosung)

Zehn neue Hymnen, zehn mal zupackender Country-Folk-Sound mit Attitüde: Chuck Ragan macht auf „Covering Ground“ vieles richtig und alles mit unverfälschtem Urwuchs-Charme. Willkommen auf dem Country-Stomp, wo Karohemd und tätowierte Unterarme zum Dresscode gehören.

Es ist schon viel darüber geschrieben worden, dass es Twitter und Co. sind, iPhone und Tablets, die den Menschen nach einer einfacheren, ursprünglicheren Welt lechzen lassen. Und dass der Boom von indie-getriebenen Folk- und Country-Klängen daher rührt. Schon möglich, aber ist doch gut, wenn die Musik dabei so leidenschaftlich klingt. Murder by Death gehen in die Wildnis zum Songs schreiben und müssten mit Thoreaus „Walden“ ihre Bibel gefunden haben, die Fleet Foxes gehen noch ein paar Jahrzehnte weiter zurück.

Chuck Ragan schöpft aus verschiedenen musikalischen Quellen, ob Country, Bluegrass oder Blues. Seine Songs brennen das Feuer ab, das auch die Hot Water Music zum Brodeln bringt. So in etwa, als ob jemand ihm E-Gitarre und Verstärker geklaut hätte, er sich davon aber nicht leise kriegen lässt. „You Get What You Give“ zeigt diese blutig-rohen Stimmbänder einmal mehr in Hochform, aber es geht auch eine Spur leiser wie in „Wish on The Moon“. Noch mehr rücken die Instrumente diesmal zusammen, Geige und Kontrabass schieben sich in den Vordergrund. Das dürfte live noch ein Schauspiel werden auf der Revival Tour: Jon Gaunt an der Geige wirkte vergangenes Jahr beim Support-Gig für The Gaslight Anthem mit Chuck auf der Bühne wie ein Redneck-Trucker, dem man besser nicht zu nahe kommen wollte – und der dann Violinklänge mit Schmelz auspackt, dass jeder Folk-Fiddler neidisch wird. Joe Ginsberg gibt am Kontrabass den Rhythmus vor, und dass dieser Boom-Chicka-Boom-Stomp mächtig Dampf in der Hütte machen kann, wissen wir ja nicht erst seit „Walk The Line“, erfahren es aber mit „Nomad By Fate“ einmal mehr.

Der Song gibt auch thematisch die Route vor. Es geht unter anderem ums Reisen, um die unermüdlichen Touren, die Chuck Ragan hinter sich und vor sich hat, um den Abschied von zuhause („Right as Rain“) und um das Gefühl, von den geliebten Menschen weit entfernt zu sein, wenn man auf Tour ist. Daher auch der Titel „Covering Ground“. Die musikalische Entwicklung ist spürbar: Auf „Feast or Famine“ waren ein paar Songs toll, „Gold Country“ begeisterte über die volle Länge und die neue Platte steht dem in nichts nach, auch wenn manche Songidee nicht ganz so zwingend ausgefallen ist und natürlich der Exoten-Bonus weg ist. „Come Around“ mit seinem Geigenkreisel sticht heraus, aber auch „Meet You In The Middle“ mit Gastsänger Brian Fallon. Wie im Kino gilt hier übrigens: Bis zum Schluss sitzenbleiben lohnt sich. Nach „Lost and Found“ gibt es einen Hidden Track zu hören. Kann übrigens mal jemand Chuck Ragan und Flogging Molly zusammen auf Tour schicken? Die Herrschaften könnten sich Akkordeon und Geige gleich teilen – und strahlen diese grundehrliche Arbeiter-Aura aus, die das Ganze so genießbar macht. 


So eine Mini-Muha verlost
Tinnitus Attacks.     Foto: CC
Tinnitus Attacks verlost in Zusammenarbeit mit Side One Dummy zur Veröffentlichung von „Covering Ground“ eine Mini-Mundharmonika mit „Covering Ground“-Gravur. Schickt einfach eine Mail mit Eurer Anschrift an Tinnitus Attacks. Ihr müsst nur eine Frage beantworten: Was hat es mit dem Namen Hot Water Music auf sich? Unter den richtigen Antworten wird die Muha verlost. Der Gewinner wird benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist der 30. September 2011. UPDATE: Die Verlosung ist jetzt abgeschlossen.


Covering Ground von Chuck Ragan erscheint am heutigen Freitag bei Sideonedummy. Offizielle Internetseite: www.chuckraganmusic.com. Das Album streamt hier in voller Länge. 




Chuck Ragan "Covering Ground" Full Album Stream by SideOneDummy

Donnerstag, 15. September 2011

Von Shaolin-Mönchen und Drachen: Mirko Gläser zeigt Bands Wege aus der Krise

Feuer und Flamme: Mirko Gläsers Workshop ist viel mehr
als nur ein Band-Seminar.                Foto: Daniel Drescher

Eigentlich müsste es „Manifest“ heißen, und nicht „Workshop“. Aber da man an einem Manifest nicht teilnehmen kann, an einem Workshop aber schon, muss sich Mirko Gläser diesen Terminus als Oberbegriff für seinen rund zweistündigen Vortrag überlegt haben. Der Labelmanager von Side One Dummy und Mitbegründer der Werbeagentur Cardiac Communication ist mit Justin Sane auf Tour und gibt Musikern Tipps, wie sie sich und ihre Band bekannter machen können. Aber es geht um viel mehr als Popularität und schnöden Mammon. Es geht um die Szene, um DIY, um ein Zusammengehörigkeitsgefühl, um Aktivismus, darum, den Arsch hochzukriegen und verdammt nochmal etwas zu bewegen. Aber der Reihe nach.

Am Anfang steht die Krise – obwohl die Voraussetzungen so schlecht nicht wären: Immerhin 23 Milliarden Euro haben Jugendliche zwischen 16 und 24 im Jahr 2005 an verfügbarem Einkommen gehabt. Davon geben sie 2,6 Milliarden für Handyschnickschnack aus – aber gerade mal 0,8 Milliarden für Kultur. Und wenn immer weniger Platten gekauft werden, merken das auch die Künstler, die von einer 15-Euro-CD ohnehin nur 70 bis 80 Cent sehen. Den Rest schlucken Mehrwertsteuer, Händler und andere Beteiligte. Die Plattenverkäufe sind rückläufig, das weiß jedes Kind, aber die Zahlen, die Mirko dazu präsentiert, sind doch heftig. In den USA sind steht in den Jahren 2004 bis 2008 ein sattes Minus von 21 Prozent bei den CD-Verkäufen, in Deutschland sind es zwar „nur“ 4,7, aber da Labels gewöhnlich international agieren, ist das noch lange kein Grund zur Freude. In der Vergangenheit waren Plattenverkäufe die Haupteinnahmequelle der Plattenfirmen. Mirko zíeht ein drastisches Fazit: „Die Labels brechen weg“, prophezeit er. Fazit: Die Musiker müssen diese Lücke selber füllen, die Kreativ-Arbeit selbst übernehmen, die die Labels sonst machen.

Und da spielt das Internet eine riesige Rolle, das Musiker und Fan so nah wie nie zuvor zusammenrücken lässt: „Jetzt kann die finnische Death-Metal-Band Fans in Peru haben“, sagt Mirko Gläser. Doch die Kehrseite des Netztes lässt nicht lange auf sich warten: Wenn dank „Cloud Computing“ immer mehr Inhalte ins Netz abwandern, macht das auf lange Sicht CDs und MP3s den garaus, weil man mit Smartphones von überall und jederzeit auf die Wolke zugreifen kann – ohne Geld für die Inhalte auszugeben. Kleiner Trost: Vinyl lebt, weil es ein paar Nerds gibt, die Musik in dieser Form erleben wollen. „Sammler bedienen – Haptik, Baby!“ heißt das dann.

Die Chance für Bands liegt darin, direkt mit ihren Fans zu kommunizieren, sie mit einzubeziehen, ihnen vielleicht auch etwas vorzuleben – Stichwort politische Aktivismus zum Beispiel. Mirko spricht über das RRR-Modell (Respekt, Relevanz, Restriktionen) und über trojanisches Marketing (so auch der Titel des Vortrags „Von RRR bis Troja – Ideen gegen die Krise im Musikbereich“). Es wird auch mal betriebswirtschaftlich, wenn es darum geht, wie viel Geld eine Band zum Überleben braucht, aber nie trocken wie im BWL-Seminar. Warum präsentieren Sie uns an den Hochschulen eigentlich kaum Profs, die so Feuer und Flamme für Ihre Fächer sind?

Es geht noch um so viel mehr, Bands bekommen richtig gute Tipps, Ideen an die Hand, aber die wird nur umsetzen, wer wirklich Musik erschaffen und etwas bewegen will. Wer es auf die Kohle abgesehen hat, der könnte fürchten, dass er zuviel von sich investieren muss. Wer es wissen will, bekommt wichtige Ratschläge mit: Sei ein Shaolin-Mönch! Sei in Drache! Versteht Ihr nicht? Workshop angucken. Oder mindestens die Präsentation herunterladen. Aber nur, wenn Ihr es nicht zum Workshop selbst schafft.

Text und Foto: Daniel Drescher

Bei folgenden Terminen kann man den Workshop noch erleben:

15.09. DE - Hannover – Bei Chez Heinz
16.09. DE - Hamburg – Grüner Jäger
17.09. DE - Münster - Sputnikhalle
18.09. DE - Bonn – Bla
19.09. DE - Trier – Exhaus

Mit einem Ticket für die Justin Sane-Konzert ist man automatisch dabei.
VVK-Infos auf http://www.justinsane.net/

Die 148 Seiten lange Präsentation ist großartig gemacht, liebevoll gestaltet und ideenreich aufbereitet. Das PDF dazu gibt’s unter www.cc-ltd.net/promo/workshop

Mittwoch, 14. September 2011

Interview: Justin Sane im Gespräch mit Tinnitus Attacks

Geschichts-Kenner, Polit-Aktivist, Songwriter: Justin Sane kennt man als Sänger von Anti-Flag, derzeit ist er aber solo unterwegs und kommt ohne Bass und Schlagzeug aus. Zwischen veganem Barbecue und Bühne nahm sich der Musiker vor seinem Auftritt am vergangenen Sonntag in Stuttgart Zeit für ein ausführliches Interview mit Tinnitus Attacks. Im Gespräch mit Daniel Drescher redet er über den 11. September, darüber, was man von Anti-Flag nächstes Jahr erwarten kann - und warum Obama Bush nicht unähnlich ist.

Tinnitus Attacks: Wir sitzen heute - am 11. September - zusammen und da muss die Frage kommen: Erinnerst Du Dich noch, wie Du diesen Tag vor zehn Jahren erlebt hast?

Intelligenter Gesprächspartner:
Justin Sane im Interview.
                             Foto: Melanie Braith
Justin Sane: Das weiß ich noch ganz genau. Wir waren mit Anti-Flag auf dem Weg ins Studio, um Songs für die Mobilize-EP aufzunehmen. Zuerst haben wir nicht kapiert, wie schlimm das war. Ich hörte Sports-Talk und der Moderator sprach über ein Flugzeug, das ins World Trade Center geflogen war. Ich wunderte mich, weil sie sonst ausschließlich über Sport reden. Und im Fernsehen hatte auch noch niemand eine Ahnung, wie schlimm es werden würde. Man ging noch von einem Kleinflugzeug aus, wusste nicht, dass es ein Passagierflugzeug war. Dann kam das zweite Flugzeug und uns wurde klar, dass die Lage ernst war. Wir entschlossen uns, an diesem Tag nicht aufzunehmen. In den USA gab es nahezu unmittelbar den Ruf nach Rache. Ich habe Geschichte studiert und mir ist klar, was die amerikanische Regierung in den vergangenen Jahrzehnten getan hat, besonders seit dem Kalten Krieg. Für mich kam der 11. September nicht überraschend. Chile hatte seinen 11. September 1973.

Tinnitus Attacks: Du meinst den Putsch gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende.

Justin Sane: Richtig. Die USA haben an vielen Orten auf der Welt ungerechte Dinge getan. Es gibt viele Menschen, die wütend auf die USA sind. Ich dachte: Das passiert also, wenn eine Regierung andere Menschen niedermacht. Davon handelt auch unser Lied „When You Don’t Control Your Government People Want To Kill You“ auf „The Terror State“. Wir schrieben „911 For Peace“ und brachten es recht schnell raus, weil wir gerade im Studio waren. Ich wollte eine alternative Sicht der Dinge präsentieren, weil viele Menschen nach Vergeltung riefen und Angst hatten. Mir war wichtig, dass die Leute darüber nachdenken, was wir durchs Töten und Krieg führen überhaupt gewinnen. Ich wollte, das die Leute über die Gründe für die Anschläge nachdenken und fragen, warum das passiert ist. Denn das tat keiner.

Tinnitus Attacks: Wie siehst Du das heute?

Justin Sane: Zehn Jahre später habe ich nicht das Gefühl, dass wir etwas gelernt haben. Ganz aktuell: Gaddafi war ein Unterdrücker. Die Nato hat geholfen, ihn zu stürzen und alle tun so, als habe das humanitäre Gründe. Aber Saudi-Arabien zum Beispiel ist einer der größten Verbündeten der USA und sehr repressiv. Bahrain ist sehr repressiv und schlägt demokratische Proteste nieder. Aber die USA haben demokratische Proteste dort nicht unterstützt. Warum? Weil sie eine Flotte dort stationiert haben. Bahrain ist den Firmen und dem Militär der Usa wohlgesinnt. Wenn es um Libyen geht, will die USA vom Öl dort profitieren und seine Unternehmen dort Gewinne machen lassen. Da muss man doch wenigstens konsequent sein: Wenn Du es in Libyen tust, dann musst Du es auch in Bahrain machen. Aber wie schon in Afghanistan und im Irak: Das ist Imperialismus. Es soll gut für die Großkonzerne sein, aber es geht nicht um Gerechtigkeit.

Tinnitus Attacks: Ein anderes Thema: Mir war nicht bewusst, dass Anti-Flag nicht mehr ganz so erfolgreich sind, seitdem Obama Präsident ist.

Justin Sane: Es war kein großes Thema für uns. Aber für jeden Künstler, der wegen George W. Bush politisiert war, war das Ende des Bush-Regimes etwas, wo es einen Schritt zurück ging, um sich davon zu erholen. So ging es im Grunde jedem. Musik kann wie eine Parole für die Leute sein, aber als George W. Bush weg war, brauchte man das nicht mehr so intensiv. Plötzlich hatten alle das Gefühl, eine Pause machen zu können.

Tinnitus Attacks: Bist Du enttäuscht von Obama? Die Erwartungen an ihn waren ja riesig.

Daniel Drescher (links) im Gespräch mit Justin Sane.
Foto: Melanie Braith
Justin Sane: Meine Erwartungen waren anders. Mir war klar, dass er aus dem Mainstream der Demokraten kam, die sehr konservativ sind. In den USA gelten die Demokraten als liberal, aber in Deutschland würde man sie konservativ nennen. Obama hat während seines Wahlkampfs viele Versprechungen gemacht, ich hab nichts davon geglaubt. Und ich bin glücklich...nein, eigentlich bin ich traurig, dass ich richtig lag. Mir war klar, dass er nicht der Messias ist. Klar, es ist schade, dass er das nicht ist. Ich hätte mich gefreut, wenn er diese Erwartungen erfüllt hätte.

Tinnitus Attacks: Was kritisierst Du an Obama?

Justin Sane: Obama ist fast identisch mit Bush. Wenig hat sich verändert. Er hat die Zahl der Truppen in Afghanistan aufgestockt. Gut, er hat die Zahl der Soldaten im Irak reduziert. Aber dafür sind die Zahlen der Söldner dort eben gestiegen, die von der US-Regierung bezahlt werden. Es ist viel Blendwerk dabei.
Sie nennen die Söldner offiziell „Private Contractors“.

Tinnitus Attacks: Du meinst Firmen wie Blackwater, die auch in der deutschen Presse ein Thema waren.

Justin Sane: Exakt. Oder ein anderer Punkt: Bush wollte neue Atomkraftwerke. Obama will auch neue Atomkraftwerke, sogar nach Fukushima. Während Ihr in Deutschland unter dem Eindruck von Fukushima Atomkraft abschafft, will Obama sogar neue. So läuft es in allen Politikfeldern. Ist Guantanamo geschlossen worden, wie Obama angekündigt hat? Nein.

Tinnitus Attacks: Wie siehst Du Obamas politische Bilanz bisher?

Justin Sane: Er hat eine Gesundheitsreform verabschiedet, die komplett wirtschaftsfreundlich ist. Das Gesetz ist für die Konzerne gut, aber nicht für die Menschen. Das gilt auch für andere Dinge: Wenige Monate nach der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko haben andere Ölfirmen schon wieder die Genehmigung, im Ozean zu bohren. Ich könnte noch ewig so weitermachen. So ist es mit Obama, er ist ein sehr wirtschaftsnaher Präsident. Für seine nächste Wahlkampagne wird er eine Milliarde Dollar ausgeben. Wenn er gewinnt, wird er der erste Miliarden-Präsident der USA sein. Man braucht keinen Raketenwissenschaftler, um zu sehen, auf wessen Seite er steht. Schau Dir an, was in Sachen Wall Street passiert ist. Nichts. Es gibt viele, die verantwortlich für diese Misere sind, die im Weißen Haus arbeiten. Es ist einfach armselig und entmutigend. Bush sagte sich „Scheiß drauf, ich mach was ich will“. Obama ist ein Blender. Der Unterschied ist nicht so groß. Wenn die Leute das nicht erkennen, wird es immer schlimmer. Die Lücke zwischen Arm und Reich wächst. Wir befinden uns auf einem zerstörerischen und ungerechten Pfad.

Tinnitus Attacks: Ihr wart ganz vorne mit dabei in der „Rock Against Bush“-Bewegung, Eure Platten wurden dafür aus Läden verbannt, aber Ihr hattet auch Unterstützer wie den Demokraten Jim McDermott. Wie war es für Euch, so gegen den Strom zu schwimmen? Und beeinflusst es Dein tägliches Leben?

Justin Sane: Wir sind in guter Gesellschaft mit Michael Moore, Rage Against The Machine und Rise Against. Wir erhielten auch Todesdrohungen per Mail. Wenn Du ein Konzert spielst, weißt Du nicht, ob jemand Dich dort bedrohen oder Dich töten will. Das ist nervzehrend. Menschen wie Ghandi, die auch in Gefahren für Ihre Überzeugungen eingestanden sind, inspirieren mich. Es ist wichtig, sich nicht einschüchtern zu lassen. Denn darum ging es ja: Rechtsgerichtete Extremisten, die uns das Recht auf freie Meinungsäußerung nehmen wollten. Interessanterweise kommen jetzt auch viele Menschen zu mir, die sagen: Früher habe ich Dich für ein Arschloch gehalten, aber Du hattest Recht, der Irakkrieg war eine Lüge, sie haben die Tragödie des 11. Septembers missbraucht, um andere Länder anzugreífen. Wenn Du zu dem stehst, was Du glaubst, kann die Zeit beweisen, dass Du Recht hast.

Tinnitus Attacks: Stichwort Musik: Mit Anti-Flag arbeitest Du ja an einem neuen Album. Wann dürfen wir es hören?

Justin Sane: Moment, ich dachte, dieses Interview dreht sich um mich...(lacht). Nein, Spaß. Wir bringen es nächstes Jahr auf Sideonedummy raus. Es hat noch keinen Titel, aber dafür großartige Songs. Theoretisch könnten wir die Platte heute veröffentlichen, aber wir wollen noch ein paar mehr Songs aufnehmen. Speziell mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre gibt es Dinge, über die ich noch etwas schreiben möchte.

Tinnitus Attacks: Wir man Euch nächstes Jahr auch auf Tour sehen oder Dich solo?

Justin Sane: Ich hätte Bock auf beides. Aber man wird mich nicht mit Anti-Flag Solo-Songs spielen sehen. Ich hab die Jungs gefragt, das wollen Sie nicht.

Tinnitus Attacks: Wenn Du einen Song schreibst, woher weißt Du, ob er für Anti-Flag oder Dich als Solo-Künstler ist?

Justin Sane: Gute Frage, ich dachte Du fragst, woher ich weiß, ob er Scheiße ist oder nicht. Nein, im Ernst: Manchmal weiß ich es einfach. Musikalisch klingt es nicht so sehr nach Anti-Flag. „Thanks for the Letter“ oder „Worst Case Scenario Survival Handbook“ klingen nicht wie Songs, die ich mit den Jungs schreibe. Meine Solosachen sind langsamer, ruhiger, das würden die Jungs nicht machen. Normalerweise spiele ich meine Solosachen meinen Bandmates vor. „Turncoat“ habe ich eigentlich für mein Soloalbum geschrieben, aber dann hörten es die Jungs und sagten, Moment, das müssen wir für Anti-Flag nehmen. 

Tinnitus Attacks: Du hast kürzlich gesagt, Dein Solo-Projekt soll Anti-Flag nicht ersetzen. Gilt das weiterhin?

Justin Sane: Ja, mehr denn je. Mit Anti-Flag haben wir uns das klare Ziel gesteckt, politisch aktiv zu sein. Solo will ich machen, was ich will. Es kann politisch sein, ein Liebeslied oder es kann von meiner Katze handeln. Es soll mir einfach freigestellt sein. Und: Wenn man in einer Band ist, macht man Kompromisse. Solo hab ich die Freiheit, einfach zu tun, was ich will.

Tinnitus Attacks: Viele kennen Dein Soloalbum von 2002 gar nicht. Fühlst Du Dich als Trendsetter? Frank Turner oder Chuck Ragan waren später dran...

Justin Sane: Für Chuck war es ein logischer Schritt in seiner musikalischen Entwicklung. Es ist cool, zu wissen, dass ich es vor allen andere gemacht hab. Aber ich hab das nicht getan, um einen Trend zu kreieren. Ich finde es nur schade, dass ich nicht drangeblieben bin damals. Es ist so großartig, das jetzt zu machen. Die Solo-Tour läuft wirklich gut. Es ist einfach toll, wenn 100 Leute kommen – ich wäre schon über 5 froh.

Tinnitus Attacks: Du bist heute in der Landeshauptstadt der Häuslebauer. Du baust selbst gerade ein Haus. Was für Erfahrungen hast Du gemacht?

Justin Sane: Ich baue es tatsächlich selber. Mein Vater war Zimmermann, Pittsburgh ist eine Arbeiterstadt, jeder hat mit seinem Vater gearbeitet. Es ist ein Haufen Arbeit. Eine Band haben und solo unterwegs sein und ein Haus bauen – das ist ein Alptraum. Aber es ist sehr zufriedenstellend. Immerhin ist das Ende der Arbeit in Sicht. Obwohl die Arbeit wohl nie ganz aufhört.


Ihr habt das ganze Interview gelesen? Respekt. Es war lang, aber Justins Antworten waren so ehrlich und wichtig, dass man kaum kürzen konnte. Tinnitus Attacks sagt Danke an Mirko Gläser von Sideonedummy für das Interview. Mehr Justin Sane auf meinem Blog: Der Konzertbericht aus Stuttgart, hier Rezis zu Justin Sanes Solo-Album und seiner neuen Seven Inch

Aufgezeichnet von Daniel Drescher. Fotos: Melanie Braith. Copyright: Tinnitus Attacks. 

Dienstag, 13. September 2011

Konzertkritik: Justin Sane solo in Stuttgart

Justin Sane.
Support: Hello Piedpiper.
Zwölfzehn, Stuttgart, 11. September 2011.
Text: Daniel Drescher. Fotos: Daniel Drescher/Melanie Braith.



Punk geht auch ohne Stromgitarren:
Justin Sane in Stuttgart.
                            Foto: Daniel Drescher
Wenn er seine Band nicht dabei hat, machen wir's halt selber: Als Justin Sane - Polit-Aktivist, Veganer, Punkrocker und Anti-Flag-Sänger - am Ende seines Sets beim Auftritt im Zwölfzehn die Songs seiner Stammband auspackt und auf der akustischen Gitarre "Turncoat" und "The Press Corpse" schrammelt, bekommt er lautstarke Unterstützung bei den Backing-Vocals. Ein Pärchen aus Kalifornien ist da, sitzt am Rand des Raums und rotzt die Zwischenzeilen raus: "We're tired of lies we want the truth!" Logisch, dass ein Konzert von Justin Sane nicht ohne diese Manifest-Lieder enden kann, wobei: andere Künstler trennen da konsequenter zwischen Solo-Repertoire und Songsammlung der Stammband, fragt nur mal Farin Urlaub oder Bela B. Aber das ist auch eine Frage des Songwritings: So habe er "Turncoat" ursprünglich als Solo-Stück geschrieben, erzählt Justin Sane vor der Show im Interview mit Tinnitus Attacks, das Ihr in den nächsten Tagen hier lesen könnt. Bis seine Bandkollegen das Lied in die Hände bekommen haben - die wollten das Stück unbedingt für die Band und schufen damit einen der größten Hits und einen Klassiker, der neun Jahre später zwar anders klingt, weil der Gegner weg ist, aber nicht weniger relevant ist. Das erklärt übrigens auch, warum Justin es auf der aktuellen Seven Inch "Gas Land Terror" nochmal mit den Worten aus dieser Hymne versucht - und warum dieser Song nicht im Set auftaucht. Redundanz vermieden. 

Ansonsten sind Justin Sanes Songs persönlicher, aber - logo - nicht zwangsweise unpolitischer. Da ergreift Justin in "Thanks for the Letter" Partei für die Unverstandenen und Abgestempelten, die Stimme derart wütend, sich fast schon überschlagend, als wolle er mit seinem puren Stimmvolumen die Hirne durchpusten, um mehr Toleranz einzufordern. "For Pat" greift das Feindbild von den selbstzufriedenen Yuppies auf, denen SUV und Coffee to go über alles gehen. Und "College Avenue" dreht sich um die Kommilitonen - Justin hat Geschichte studiert -, die zwar gute Noten haben, aber trotzdem dumm wie Stockbrot sind. "Ich sah diese Typen und hatte Angst: Die werden mal große Firmen leiten", sinniert Justin in der Ansage, oder noch schlimmer: "Manche werden vielleicht sogar Präsident."

Obwohl Justin Sane 2002 sein Solo-Album "Life, Love, and the Pursuit of Justice" veröffentlicht hat, ist das hier seine erste Solo-Tour. Das Intime dieser Tour spiegelt sich auch darin wieder, dass im Zwölfzehn Wohnzimmer-Atmosphäre herrscht. Da, wo man tanzen könnte, stehen Sofas, Konzertgänger sitzen drauf, der Rest der rund 150 Zuschauer steht weiter hinten oder hockt am Rand des Raumes. Justin Sane ist weniger bombastisch als Frank Turner, weniger folkig als Chuck Ragan - aber euphorisch bei der Sache und so echt, dass man das Gefühl hat, einen ehrlichen Menschen vor sich zu haben. Sein simpel-effektives Gitarrenspiel transportiert Punk-Feeling auf die Akustikgitarre, mit energetischen Downstrokes und beachtlichem Tempo macht Justin Druck, zwischendurch pickt und zupft er kleine Läufe und Licks. Er plaudert viel auf der Bühne, könnte mindestens drei Songs mehr unterbringen, wenn er seine Ansagen kürzer hielte, aber man lernt auch etwas dabei: Dass das "61 c" aus dem Songs "61 c Days turn to Nights" nichts mit 61 Cent, sondern mit einer Straße zu tun hat etwa. Dass George W. Bush der schlechteste Präsident aller Zeiten war, ist hingegen niemandem neu – auch wenn ein Zwischenrufer irgendwas zu dem Thema zu sagen hat. Logisch, dass das Thema 11. September nicht unerwähnt bleibt.

Glücksgriff: Hello Piedpiper.
                  Foto: Melanie Braith
Wie nah Justin an seinen Fans ist und wie wenig er sich sympathischerweise als Rockstar sieht, zeigt eine kleine Szene am Rande des Konzerts: Nach dem Gig geht er auf ein Mädchen im Publikum zu. Er freut sich, dass sie da ist. Bevor er "On The Streets Tonight" spielt, diese Hymne auf die Nacht auf der Straße, erzählt er, dass ihm zwei Mädchen den Song geschrieben und geschickt hätten - sie ist eine von ihnen und sie ist da. Wie schön, dass es eine Szene gibt, in der Musiker ihre Fans Ernst nehmen und nicht nur als Klatschfutter sehen. 

Ein Glücksgriff übrigens auch Fabio Bacchet alias Hello Piedpiper. Mit seinem unaufgeregt-melancholischen Akustik-Sound und nachdenklichen Lyrics lässt er in Stuttgarts stylishstem Club (Leopardenfell! Pailettenvorhänge!! Woher wisst Ihr, wie mein Wohnzimmer aussehen soll, wenn ich groß bin?) Platz für die leisen Zwischentöne. Die Stimme des Kölners dringt in manchen Momenten gar in die intensiven Sphären eines John K. Samson (The Weakerthans) vor. Zwei Mikrofone stehen auf der Bühne, manchmal schnippt Fabio einen Takt mit den Fingern, der Recorder schneidet mit, gibt das wieder, ein andermal begleitet ihn eine Gitarren-Schleife. Bis der letzte Akkord verklungen ist.

Goodbye Piedpiper.

Bis zum nächsten Mal.

Mehr Fotos vom Konzert findet Ihr auf der Facebook-Seite von Tinnitus Attacks

Montag, 12. September 2011

Beirut mit neuem Video "Santa Fe"



Beirut gehören mit ihrem genialen "The Rip Tide" zu den relevantesten Veröffentlichungen 2011. Dass Zach Condon mit seiner Musik gerne Geschichten erzählt, sieht man jetzt auch am Video zu "Santa Fe". Das wirft uns zwischen Lachen und Weinen hin und her, dass es eine wahre Freude ist. So viel Geld für medizinische Betreuung? Come on!

Immerhin: Das Video verkürzt mir die Zeit, während ich auf die Vinyl-Edition dieses Geniestreichs warte.

Band of Horses bei Conan O'Brien

Und wieder ein gutes Händchen bei der Musikauswahl: Band of Horses haben vergangene Woche bei Conan O'Brien gezeigt, wie ergreifender Indie-Rock geht. "Infinite Arms" klingt mit seinem mehrstimmigen Gesängen und den hallenden Gitarren nach weitem Raum, Wehmut und Vermouth-Schädel. Dringender Fall für den Platten-Einkaufszettel. Beim Southside genau so gedacht.

Sonntag, 11. September 2011

Sonntags-Matinée entfällt - dafür covert Eddie Vedder Bruce Springsteen



Tinnitus Attacks on Tour - wohin's ging, seht Ihr morgen. Allerdings bleibt heute keine Zeit für eine Sonntags-Matinée. Dafür aus aktuellem Anlass das hier: Pearl Jam-Fronter Eddie Vedder covert Bruce Springsteen. Letzterer hat mit seinem Konzeptalbum "The Rising" (20025) ja einen der intelligenteren Musik-Beiträge zum 11. September geliefert. Eddie Vedder hat vor zwei Jahren "My City of Ruins" interpretiert - und den "Boss" damit offenbar beeindruckt, wie dessen Reaktion zeigt.

Samstag, 10. September 2011

Nächste Woche: Blackmail beim "Umsonst & Draußen" in Weingarten

Kommen nach Weingarten: Blackmail
mit neuem Sänger Mathias Reetz
(vorne).        Foto: Andreas Hornoff
Wie bitte? Blackmail umsonst sehen - in Weingarten? So richtig glauben konnte ich es nicht, als ich das kürzlich gehört habe. Aber Tatsache: Die Indie-Rock-Größe aus Koblenz beehrt uns als U&D-Headliner mit einem Ausflug in die oberschwäbische Idylle.

Nächste Woche heißt es in Ravensburgs Nachbarstadt zwei Tage lang "Umsonst & Draußen". Am Freitag, 16., und am Samstag, 17. September, gibt es jede Menge Musik in Weingarten-Nessenreben. Blackmail stehen am Samstag ab 22.15 Uhr auf der Bühne. Die Gelegenheit, sich einen Eindruck zu verschaffen, ob das Gefüge der Band mit Mathias Reetz am Mikro live auch so prächtig funktioniert wie auf Platte. "Anima Now!" jedenfalls klang ziemlich überzeugend.

Neben Blackmail geben sich viele andere Musiker das Mikro in die Hand, so sind unter anderem die Gewinner des SZ-Bandwettbewerbs zum Southside, Manarun, dabei. Sie spielen am Freitag ab 20.30 Uhr. 

Mehr Infos zum Zeitplan, wie Ihr zum Festivalgelände kommt und andere wichtige Dinge findet Ihr unter www.umsonstunddraussen.org

Freitag, 9. September 2011

Foo Fighters bei Conan O'Brien - live und im Interview, Pt. 2

Foo Fighters bei Conan O'Brien, Teil zwei: Im Interview mit dem TV-Komiker sprechen bekennt Dave Grohl: "We're chicks", es geht um Frauenkleider in Videoclips, und: Er ist nicht besonders glücklich mit dem Bandnamen. Aber seht selbst.Ach ja: So geht das, Stefan Raab. Conan O'Brien wirkt viel interessierter und vorbereiteter als die Pro Sieben-Allzweckwaffe kürzlich.

Foo Fighters bei Conan O'Brien - live und im Interview, Pt. 1

Ja was hast Du denn gedacht, Conan, alte Spaßbacke? "Foo Fighters Perform "Walk" and as it turns out, they rock", heißt es über den Auftritt der wieder erstarkten Rock-Riesen bei Conan O'Brien. Die reißen den besten Song des Hitmonsters "Wasting Light" etwas routiniert runter, sehenswert ist das aber trotz etwas dünnem Sound allemal (siehe erstes Video unten). Das Interview, das Conan O'Brien mit Dave Grohl und Taylor Hawkins vor dem Auftritt geführt hat, gibt's gleich auch noch.


Donnerstag, 8. September 2011

Hörtest: The Horrible Crowes - Elsie

Kein Album, was gleich explodiert. Aber nach dem fünften Hördurchgang will man es nie wieder hergeben. Brian Fallon fügt seiner ohnehin an Highlights nicht eben armen Musiker-Biografie eine düster schimmernde neue Facette hinzu. Düster, soulvoll, tröstlich.

Gut, dann glaubt er eben nicht an die Evolutionstheorie. Dann hat er sich eben im VISIONS-Interview als gläubiger Christ geoutet. Ja mei. Mal ehrlich, da haben andere Musiker schon größeren Stuss über Religion erzählt. Und gegen etwas harmlosen Satanismus hat ja in der Musikszene auch niemand etwas, also warum hier so ausflippen? Irgendwie ist es ja schon wieder Punkrock, sich in einer zumeist atheistisch geprägten Szene zu so etwas zu bekennen – gerade wenn man weiß, dass das in Europa nicht unbedingt ein Verkaufsargument ist. Lassen wir Randnotiz Randnotiz sein und wenden uns dem Wesentlichen zu: der Musik.

In der Hinsicht überzeugt „Elsie“ auf der ganzen Linie. Und so sehr, wie man nach dem Vorab-Song „Behold The Hurricane“ gedacht hatte, klingt das gar nicht nach Fallons Stammband The Gaslight Anthem. Ok, in „I Witnessed A Crime“ zitiert die cleane Gitarre leicht variiert, aber ganz unverhohlen ein Lick aus „Old Haunts“ vom „American Slang“-Album. Geschenkt. Auch treten die Einflüsse, die ja von Anfang an offen benannt waren, offen hervor. Da schwingt eine latente Grundmelancholie mit, The National lassen grüßen. Da geht es düster wie bei den Afghan Wigs zu. Und Tom Waits wird eh Tribut gezollt: Man höre nur mal das stampfende „Mary Ann“. 

Aber was Brian Fallon und Ian Perkins (von dem es überall nur heißt "der Brite") hier zusammengestellt haben, fühlt sich harmonisch an, ungekünstelt. Mancher Song schmiegt sich so an Dein Herz wie Regen, der an einem kalten Tag anheimelnd an einer Fensterscheibe runterläuft, wie das wunderschöne „Black Betty and The Moon.“ Manches Stück dreht Dein Herz aber auch durch einen Fleischwolf, bis nur noch Fetzen übrigbleiben. „Go Tell Everybody“ ist so eines mit seinem bitteren Text: „I was a man of great sympathy when I loved you, baby / but tonight all my sympathy is gone“. Je öfter er diese Zeile wiederholt, desto verzweifelter klingt sie, desto waidwunder schreit er sie in den dunklen Nachthimmel, man kann ihn sich dabei gut durch das erleuchtete New York streunen vorstellen.

Das abschließende „I Believe Jesus Brought Us Together“ gefällt mit einem der besten Texte, die Brian Fallon je gesungen hat: „Did you say your lovers were liars? All my lovers were liars too. Did you say you were afraid of dying? I ain't lived a single day without you.“ Und weiter: „Do you want to come over? I was just about to call you. Did you say you were lonely? I was just about to miss you.“ Niemand sonst ist derzeit zu solch lyrischen Großtaten fähig. Brian Fallon in der Rolle des sinnierenden Barpianisten, der sich selber Klavierklänge draufgeschafft hat – das ist auch neu.

Doch auch für die Zukunft von Gaslight Anthem könnte das etwas bedeuten: Zum einen sind seine Bandkumpanen Ben Horowitz und Alex Rosamilia auch hier mit von der Partie, zum anderen hat Fallon für das nächste Album ja bereits (noch) gemäßigtere Klänge – a la Dire Straits – angekündigt. Man muss den Weg schon mitgehen, um das noch zu genießen. Wer „Sink or Swim“ als Evangelium sieht, wird mit dem schwarzblauen „Elsie“ seine Schwierigkeiten haben.

„Hymnen für einsame Menschen“ sieht Brian Fallon in diesem Album und sagt: „Es ist ein echter Trip durch einen seelischen Zusammenbruch, der Hang dem Wahnsinn zu verfallen und der erhofften Erlösung.“ Die Erlösung heißt bei Fallon eben Glaube. Wem das nicht passt, der verpasst ein wirklich gutes Album.

„Elsie“ von The Horrible Crowes erscheint am 9. September bei Sideonedummy. Mehr unter http://www.thehorriblecrowes.com/. Die Platte könnt Ihr hier im Stream hören (siehe unten). „Go Tell Everybody“ gibt es auf iTunes gerade als Gratis-Download.

The Horrible Crowes "Elsie" by SideOneDummy

Mittwoch, 7. September 2011

Make Do And Mend tragen uns "Coats" vor

Make Do And Mend in Lindau. Foto: Drescher
Noch was Kurzes zur Nacht: Make Do And Mend, die kürzlich einen grandiosen Auftritt als Support von Hot Water Music in Lindau hingelegt haben, bieten auf Facebook den neuen Song "Coats" zum Hören an (im Gegnezug für ein "Like"). Der drückende Gitarrenorkan mit dem großartigen Chorus ist sonst auf dem Sampler "Mixed Signals" des Bostoner Indie-Labels Run For Cover Records zu hören.Ich bin überzeugt davon, dass man von dieser Band noch mehr hören wird - ich bitte darum.

Chuck Ragans neues Album "Covering Ground" streamt in voller Länge

Chuck Ragan und Band. Foto: CC
Bis "Covering Ground", das neue Album von Chuck Ragan erscheint, sind es noch neun Tage. Jetzt gibt es das komplette Album offiziell im Stream. Auf der Internetseite des Paste Magazine kann man die neuen Solo-Songs des Hot Water Music-Sängers hören. Als Gastmusiker sind unter anderem Frank Turner und Brian Fallon zu hören.

Update: Jetzt könnt Ihr den Stream auch hier direkt haben.

Chuck Ragan "Covering Ground" Full Album Stream by SideOneDummy

Hörtest: 16 Horsepower - Yours, Truly

Streng christliche Erziehung mag nicht besonders populär sein. Dabei hat sie zumindest etwas Positives: Musiker, die sie genossen haben, klingen anders. Ob Josh T. Pearson oder die Kings of Leon – sowas prägt und Musiknerds in aller Welt profitieren davon. Auch bei 16 Horsepower: Mit „Yours, Truly“ legen die Alt.Country-Amerikaner eine posthume Werkschau vor, die nach Fegefeuer, Kasteiung und Askese klingt.

David Eugene Edwards - Mastermind und Sänger der 2005 aufgelösten 16 Horsepower - ist ein heulender Wolf auf einer mit kargen Banjoklängen gepflasterten Prärie, und über ihm hängt ein blutroter Mond, der nichts Gutes verheißt. Kein Wunder, wenn einen der „Black Soul Choir“ mit Heulen und Zähneklappern begrüßt in diesem eindrucksvollen Reigen voller verstörender Songschönheiten.

Vielleicht kamen 16 Horsepower damals mit ihrem „Gothic Country“ einfach etwas zu früh, denn den großen Erfolg hatten sie meines Wissens nach nie, auch wenn das Album „Sackcloth ’n’Ashes“ den Weg zu mehr Popularität ebnete. Vielleicht wären sie heutzutage größer rausgekommen.

Dann aber auch wieder wohl nicht – denn mit der unbeschwerten Folkfröhlichkeit von The Head and The Heart oder der koketten Melancholie der Fleet Foxes haben 16 Horsepower nichts gemeinsam. Zu depressiv tönt „American Wheeze“, dieses nervös leichenzuckende Stück Schauderpoesie. Zu düster muten die Texte des Trios generell an, das seine Fans im Internet abstimmen ließ, welche Songs auf die erste der beiden Platten gebannt werden sollen. Da ist das beinah schon grungige „Splinters“, das von Streichern zerfetzte „Cinder Alley“ oder das unsicher schunkelnde „Low Estate“, um nur einige zu nennen.

Verwunschen und spukig klingt das alles, aber dabei doch so schön, dass man über die die gespaltene Seele zu sinnieren beginnt, die sie verfasst haben muss. Edwards war ganz nah am Thema christliche Erziehung dran als Kind, als Jugendlicher. Das reflektiert er in seinen Songs, aber ohne Verbitterung. Die Band ist zwar seit sechs Jahren Geschichte, mit „Woven Hand“ macht Edwards aber ähnliche und gute Musik.

Platte Nummer zwei ist B-Seiten und Raritäten gewidmet, und man muss schon viel gesammelt und die Augen offen gehalten haben, um das alles bereits im Regal stehen zu haben. Ein Sammelsurium für Komplettisten, überlegt zusammengestellt und schön dargereicht. Und der nichts Gutes verheißende Mond, der sich als Eindruck aufdrängt, da ist der dann tatsächlich: Mit dem Cover von Creedence Clearwater Revivals „Bad Moon Rising“ verbeugen sich 16 Horsepower vor John Fogerty und Co.
Der Sommer ist vorbei – begrüßen wir den Herbst, den Soundtrack dazu haben wir soeben gekürt.


"Yours, Truly" von 16 Horsepower ist am 2. September bei Glitterhouse Records erschienen. Mehr zur Band unter www.myspace.com/16horses.

Dienstag, 6. September 2011

Musiker-Workshop: Mirko Gläser im Interview

Nur noch dreimal schlafen, dann startet Justin Sanes Solo-Tour in Basel. Dass es dabei auch Workshops mit Mirko Gläser von Sideonedummy gibt, wisst Ihr ja vielleicht schon. Um nochmals auf dieses für Musiker wertvolle Projekt aufmerksam zu machen, habe ich mit Mirko ein Interview für die SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung geführt. Dieser Mann hat etwas zu sagen, lest selbst.

Mein Bekenntnis: Ich steh' auf Vinyl

Vergangenen Mittwoch ist es 60 Jahre hergewesen, dass die erste Vinyl-LP in Deutschland auf den Markt kam. Es war der 31. August 1951, als die Deutsche Grammophon Gesellschaft in Düsseldorf die erste Vinyl-Langspielplatte präsentierte. Aus diesem Anlass haben wir dem Thema in der Schwäbischen Zeitung etwas mehr Platz eingeräumt und am Samstag eine Themenseite mit Stimmen von Redakteuren angereichert, die erzählen, was sie an Langspielplatten so viel besser finden als an Downloads und Streamings. Einer davon war ich. Was mir zu dem Thema eingefallen ist, lest Ihr nebenan.

Da fällt mir noch ein: Die Entscheidung, nach und nach auf Vinyl umzustellen, hab ich in Berlin getroffen. Da gibt es in einer Synagoge den auf Langrille gebannten Mitschnitt einer Bar Mizwa von 1929. Die Platte könnte man heute noch abspielen, hieß es.
Eine schöne Vorstellung, dass Musik auf diese Art wirklich unsterblich ist.

Montag, 5. September 2011

Gewinnt ein Meet & Greet mit Audrey Horne

Rocken hart und wollen Euch treffen: Audrey Horne. Foto: borisdraschoff.com
Audrey Horne ist nicht nur der Name meines Lieblingscharakters aus David Lynchs überragender Serie Twin Peaks, sondern auch der einer hart rockenden Band aus Norwegen. 

Ihr habt die Chance, die Band zu treffen. Am kommenden Freitag, 9. September, verleiht der Metal Hammer während der Berlin Music Week die Metal Hammer Awards. Vier Bands werden aufrocken und den Bangern die Nackenmuskulatur mit ihrem Sound ordentlich durchkneten, als da wären: Die Apokalyptischen Reiter, Caliban, Primal Fear und selbstredend Audrey Horne. 

Es gibt 1x2 Tickets für die Awards Show sowie ein Meet & Greet mit Audrey Horne zu gewinnen.

Um zu gewinnen, sendet bitte eine E-Mail mit Eurem vollständigen Namen an:
audreyhorne@pirate-smile.de

Stichwort: 
AudreyHorne_TinnitusAttacks

Einsendeschluss: 7. September 2011
Falls ihr nicht zu den glücklichen Gewinnern dieses Gewinnspiels zählen solltet, gibt es auch ein (begrenztes) Kartenkontingent im Vorverkauf http://bit.ly/nWWgiL
 
Veranstaltungsinfo: 
Metal Hammer Award Show
Freitag, 09. September 2011

Ort: Kesselhaus in der Kulturbauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin
Eintritt: VVK: 22 Euro (zzgl. VVK-Gebühr) // AK: 28 Euro / freier Eintritt für alle Popkomm akkreditierten
Einlass: 20 Uhr
Beginn: 20.45 Uhr