Sonntag, 31. Juli 2011

Sonntags-Matinée: Karmakanic - In A Perfect World

And now for something completely different: Prog-Rock ist der oft belächelte und als zu verkopft abgetane Zweig der Rockmusik. Dabei finden sich echte Perlen im Genre der instrumentalen Wahnsinnsabfahrten. Karmakanic fühlen sich wohl im Umfeld von Genesis, Fates Warning und Konsorten. Kein Wunder: Hier ist der Bassist der Flower Kings mit seinem vierten Karmakanic-Album am Werk. 


Bassisten sind ja einem gängigen Mucker-Witz zufolge die Typen in der Band, die gern mit Musikern rumhängen (der Gag funktioniert alternativ auch mit Drummern). Jonas Reingold zupft bei den Flower Kings den Viersaiter, bei Karmakanic ist der das Mastermind. Apropops: Es wäre mal interessant, so ein Mastermind miniaturisiert zu betreten und zu sehen, das sich in den Hirnwindungen von Prog-Muckern so tut. Ich tippe darauf, dass sämtliche Synapsen ziemlich miteinander vernetzt sind, also halt, dass die Hirne leistungsfähiger sind als alles, was man sonst so kennt. Wie sonst kann man so eine musikalische Großtat wie den Fast-Fünzehn-Minüter "1969" schreiben, der das Album eröffnet? Das klingt nach den göttlichen Spock's Beard (die ja leider immer noch ohne Aussteiger Neal Morse auskommen müssen), aber klar, denn Spock's Beard klangen immer auch ein bisschen nach den Flower Kings. Ein prägnanter Bass, Pianoklänge und ein paar Streicher machen den Anfang. Das ist ja immer das Gute an Alben von Bassisten: Man hört den Tieftöner wenigstens mal, während er sonst gerne in den Hintergrund gemischt wird. Reingold greift hier tief in die Zitatekiste, streift sämtliche Prog-Charakteristika, spielt augenzwinkernd auf  "We shall overcome" an (es geht ja auch um das Flower-Power-Jahr schlechthin) und hetzt Hammondorgeln und Jazztupfer aufeinander. Hippiesk wirkt auch das Plattencover: In einer perfekten Welt gäbe es Verhütungsmittel contra Bomben, kann man herauslesen.

Zu Melodien wie "The World is caving in" sieht man Astronauten durchs All schweben, während der blaue Planet im Hintergrund funkelt, während auch mal härter in die Saiten gegriffen wird. Bei "Can't take it with you" hagelt es plötzlich Salsa, "Nothing is wrong with the world" gefällt mit gekonnten Solo-Ausflügen. Auch die Texte wirken nicht wie hingeschludert, sondern durchdacht und intelligent. Schön auch, dass die sechs Musiker bei aller instrumentaler Virtuosität niemals den Song aus dem Auge verlieren.

Stilistische Grenzen kennt die Musik von Karmakanic nicht. Das bedeutet aber auch, dass hier jeder fündig werden kann, der mit offenen Ohren durch die Welt geht und sich beim Stichwort Progressive Rock nicht sofort ausklinkt.
Lohnt sich.

"In a perfect world" von Karmakanic ist am 22. Juni bei Inside Out Music erschienen. Mehr: www.reingoldmusic.com

Samstag, 30. Juli 2011

Title Fight kommen auf Winter-Tour

An Title Fight kommt man nicht mehr vorbei: Mit ihrem heiser-hartkernigen Punkrock treiben sie Fans von Hot Water Music den Puls nach oben. Ihr im Mai veröffentlichtes Debütalbum "Shed" produzierte niemand geringeres als Walter Schreifels (Rival Schools, Gorilla Biscuit). Vergangene Woche hat SideOneDummy eine Winter-Tour der Szene-Lienlinge angekündigt. Nach einer ausverkauften Tour durch die US und England kommt das Quartett für ein paar Gigs nun auch in unsere Breitengrade.

Die Tourdaten:

30.11. CH – Luzern - Treibhaus
02.12. AT – Wien – Arena
05.12. DE – München – 59:1
06.12. DE – Berlin – Magnet
07.12. DE – Köln – Underground
08.12. DE – Hamburg – Hafenklang

Der Vorverkauf für die Termine ist gestern gestartet.
Mehr:
www.title-fight.net
www.sideonedummy.de
http://titlefight.tumblr.com/

Freitag, 29. Juli 2011

Chuck Ragan: Neuer Song "Nomad by Fate" als Gratis-Download

Es ist ja noch etwas hin bis Chuck Ragans neues Soloalbum in den Läden steht. Wer seine Email-Adresse gegen eine MP3 tauscht, kann immerhin schon mal "Nomad By Fate" hören. Den Song vom neuen Album "Covering Ground" kann man sich auf der neu gestalteten Internetseite des Hot Water Music-Fronters herunterladen. Das Stück hätte im Grunde auch so auf "Gold Country" stehen können. Stampfige Mischung; Gitarre, Bass und Geige laden zum Mittanzen auf dem Heuboden ein. Ähnlich wie bei Frank Turner sollte man einfach das Bierglas in die Höhe strecken und mitbrüllen.

Wer in Saarbrücken, Hannover oder Münster wohnt, kann das Album bald in der intimen Atmosphäre eines Plattenladens erleben.

Zehn Jahre "Is this it": Musiker covern Strokes-Debüt

Morgen ist es zehn Jahre her, das The Strokes mit ihrem Debüt "Is this it" die Musiklandschaft umkrempelten. Die Musik-Seite Stereogum hat deshalb Bands aus der Indie-Szene das Album covern lassen - so ähnlich wie Spin es mit dem Nirvana-Album Nevermind getan hat. Das Resultat nennt sich "Strokes: A Tribute To Is this it". Und, is this it? Naja. Das klingt teils spannend, teils fahrlässig. Während Peter Bjorn & John ("Young Folks") sich ganz achtbar aus der Affäre ziehen und Frankie Rose eine coole Version von "Soma" spielt, ist aus "New York City Cops" eine unsägliche Dicke-Hose-Rapnummer entstanden, die so vor Prolligkeit strotzt, dass man "Blasphemie" rufen möchte. Der kanadische Geiger Owen Pallett verpasst "Hard To Explain" eine aufregende Streicher-Montur, Wise Blood nehmen "Some Day" auseinander und The Morning Bender spielen mit dem tanzbaren Element von "Last Nite". Manche Songidee ist ja ganz spannend, und klar, es wäre langweilig, jeden Song eins zu eins nachzuspielen. Aber selbst als Strokes-Fanboy muss man bei manchen Stücken schon sehr genau hinhören. Dann doch lieber wieder das neue Album "Angles" auflegen.

Herunterladen kann man den Tribute-Sampler hier.

Donnerstag, 28. Juli 2011

Two Gallants zeigen neuen Song "Broken Eyes"

Darauf haben alle gewartet, die den schartig-zerklüfteten Americana des Duos mögen: Two Gallants haben einen neuen Song veröffentlicht. "Broken Eyes" kommt mit zweistimmigem Gesang, Mundharmonika und Schellenkranz daher und wirkt ausgeglichener, ja fast fröhlich. Den Song haben Adam Stephens und Tyson Vogel bei einer Live-Session vorgestellt. Wo andere Bands im Laufe der Zeit zerbröckeln, passt bei der Live-Session nach wie vor alles. Hoffentlich bleibt es nicht bei einem Song. "What The Toll Tells" von 2006 ist bis heute unerreicht in seiner fiebrig-wüsten Intensität.


Two Gallants, Broken Eyes from FRANK on Vimeo.

Chuck Ragan spielt drei Instore-Shows


In Hannover müsste man wohnen. Oder in Saarbrücken. Oder in Münster. Da spielt Chuck Ragan kostenlose Akustik-Shows in Plattenläden, um seine neue Platte "Covering Ground" vorzustellen. Hier die Daten:

05.08. DE - Hannover - 25 Music 
(Beginn ca 17:15 Uhr,  Lister Meile 25, 30161 Hannover, www.25-music.de)
http://www.facebook.com/event.php?eid=239438372745398

09.08. DE - Saarbrücken - Rex Rotari Records

(Beginn ca 17:15 Uhr, Nauwieser Strasse 26, 66111 Saarbrücken, www.rexrotari.de)
http://www.facebook.com/event.php?eid=123538034405524

19.08. DE - Münster - Green Hell Records

(Beginn ca 17:15 Uhr, Winkelstrasse 10, 48143 Münster, www.greenhell.de)
http://www.facebook.com/event.php?eid=132719763482484



Wer nicht dabei sein kann: Tröstet Euch. Es gibt ja noch die Tour mit Hot Water Music und die Revival Tour. Hier die Daten dazu nochmal:


CHUCK RAGAN als Frontmann von Hot Water Music
05.08. DE – Hannover – Bei Chez Heinz
05.08. DE - Hannover - 25 Music (nachmittägliche Instore Show - Eintritt frei!)
06.08. DE – Horb am Neckar - Mini Rock Festival
07.08. DE – Frankfurt – Batschkapp
09.08. DE – Saarbrücken – Garage
09.08. DE - Saarbrücken - Rex Rotari (nachmittägliche Instore Show - Eintritt frei!)
10.08. DE – Lindau – Club Vaudeville
11.08. DE – München – Theaterfabrik
12.08. AT – Bildein – Picture On Festival
17.08. AT – Steyer – Röda
18.08. CH – Winterthur - Musikfestwochen
19.08. DE - Lüdinghausen - Area4 Festival
19.08. DE - Münster - Green Hell Recordstore (nachmittägliche Instore Show - Eintritt frei!)
20.08. DE – Schweinfurt – Stattbahnhof
21.08. DE – Leipzig – Highfield Festival

CHUCK RAGAN auf der REVIVAL TOUR
(mit Brian Fallon, Dave Hause & Dan Adriano)
05.10. DE – Hamburg – Grünspan
06.10. DE – Berlin – Postbahnhof
07.10. AT – Wien – Arena
08.10. DE – München – Backstage
09.10. CH – Zürich – Dynamo
11.10. DE – Wiesbaden – Ringkirche
12.10. DE – Köln – Live Music Hall
13.10. DE – Münster – Skaters Palace

Mittwoch, 27. Juli 2011

Hörtest: She Wants Revenge - Valleyheart

Düster-Sound für die Düster-Disco? Nicht düster genug. Liebeslieder für geplagte Seelen? Nicht leidend genug. Irgendwo im Mittelmaß strandet diese Platte zwischen den Erwartungen. Gäbe es eine Börsenkurve für Musik, das hier wäre ein Tal. Passt leider zum Plattentitel. Tal ja, Herz Nein.

Das macht doch keinen Spaß so. Kann ja sein, dass Justin Warfield und sein Mitstreiter Adam Bravin sich musikalisch weiterentwickelt haben, wie es im Promo-Waschzettel dazu heißt. Dass sie sich in Fotografie, DJing und Filmmusik-Schreiben geübt haben. Alles schön und gut. Aber diese Energie hätten sie mal besser in packendes Songwriting gelegt. Dann könnte man "Valleyheart" durchaus als okayes Glam-Düsterpop-Album durchgehen lassen. Brauchbare Ansätze sind ja vorhanden. Der Opener "Take The World" schimmert ebenso farbig wie die Lichter der Metropole auf dem Plattencover. Stimme geht auch in Ordnung. Aber irgendwie ist das alles nicht neu, kaum eigenständig und leider auch nicht originell. Hier ein bisschen Depeche Mode, da ein bisschen Placebo. Das hört man aus zehn Kilometern Entfernung ohne je etwas über die Band gelesen zu haben, so subtil wird hier mit Einflüssen umgegangen. Am ehesten könnte dieses Konzeptalbum über gefährliche Liebschaften der Eiskalte-Engel-Fraktion gefallen. Und zwischendurch gibt es in "Up in Flames" sogar Manson-Stomps. "You Must be The One" heißen die Songs da, oder "Suck It Up". Nachts mit stimmungsvoller Lightshow auf der Festivalbühne mit einer Flasche Rotwein intus hat das vielleicht Taug. Auf Platte kommt hier keine richtige Stimmung auf. Sorry, Band, aber wenn ich melancholisch auf dem Bett liegen will, höre ich Interpol, Smiths oder Joy Division. Der Platz der waidwunden Herzbrechband ist bei mir leider schon vergeben. Dabei war ich gar nicht abgeneigt.

"Valleyheart" von She Wants Revenge ist am 18. Juli bei Eleven Seven Music erschienen. Offizielle Internetseite: www.shewantsrevenge.com

Dienstag, 26. Juli 2011

SZene-Hörtest: Portugal. The Man - In The Mountain In The Cloud

Nicht ganz einfach. Klar, Musiker können machen was sie wollen. Wenn Band X auf Album Nummer Eins usbekischen Grindcore macht und auf Album Zwei sulawesische Panflötenmusik, geht das schon in Ordnung - vom künstlerisch entwicklungstechnischen Standpunkt aus betrachtet. Es kann aber durchaus sein, dass sie dabei ein paar Fans einbüßt.

Portugal. The Man sind zwar nicht so extrem vorgegangen, haben mich aber irgendwo verloren. Nach Album Nummer Zwei, das bei mir immer noch Legendenstatus hat. Umso schöner, dass Album Nummer sechs nun wieder eher mein Fall ist. Am vergangenen Samstag ist auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung meine Besprechung der neuen Platte "In The Mountain In The Cloud" erschienen. Was ich über das Album denke, lest Ihr nebenan.

Montag, 25. Juli 2011

Höreindruck die Zweite: Hot Water Music streamen "Up To Nothing"

Höreindruck Nummer zwei: Hot Water Music haben jetzt auch den Song "Up To Nothing" von ihrer neuen Seven Inch online gestellt. "Up To Nothing" kommt auf den Punkt, gefällt mit temporeichen Gitarren, kickenden Drums und emotionalem Gesang. Unten findet Ihr den Song, wie er bei Youtube gepostet ist.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Punkrock-Ikonen den Song "The Fire, The Steel, The Tread" zum Stream freigegeben.

Leute, diese Tour wird ganz groß. Um nicht zu sagen historisch.

Beavis und Butt-Head kehren zurück

Ja ja, ich weiß. Eigentlich geht's hier um Musik. Aber am Anfang habe ich angekündigt, dass auch mal ein guter Film oder ein Buch hier auftauchen werden. Bisher habe ich mich allerdings doch eher auf Sounds und Videos konzentriert. Aber diese beiden Knallköpfe sind so stark mit Musik und Popkultur verbunden, wer erinnert sich nicht an ihre hochqualifizierten Kommentare zu Musikvideos innerhalb ihrer Show. Man kann die Nachricht schlichtweg nicht ignorieren: Beavis and Butt-Head sind zurück. Das wusstet Ihr vielleicht schon. Aber jetzt gibt es endlich einen ersten Eindruck, wie das aussieht. MTV hat fast fünfminütiges Video online gestellt. Alles beim Alten, die beiden haben nichts an Schwachmatentum eingebüßt. Eine Actionfigur, ein Missverständnis und jede Menge Chaos: Der Wahnsinn geht im Oktober weiter. Mal sehen, wann wir hierzulande dann in den Genuss der neuen Episoden kommen. Und mal schauen, ob ich das immer noch lustig finde.

Falls nicht, mache ich mein Alter dafür verantwortlich.

Sonntag, 24. Juli 2011

Sonntags-Matinée: Justin Sane - Life, Love, And The Pursuit Of Justice

Vorbemerkung. Eine Platte, die schon neun Jahre auf dem Buckel hat: Weil viele gar nicht wissen, dass es mal ein Solo-Album von Anti-Flags Justin Sane gab und weil der aktuelle Anlass "Tour im September" heißt, heute in der Sonntags-Matinée: "Life, Love, And The Pursuit of Justice."

Den Trendsetter kann sich Justin Sane wohl auf die Fahnen schreiben: Noch Jahre bevor Chuck Ragan und Frank Turner zur Akustikgitarre griffen, stellt der Anti-Flag-Sänger zwischen den Alben"Underground Network" und "Mobilize" seiner Hauptband solo etwas auf die Beine. Dabei entstehen Songskizzen, wie geschaffen für intime Club-Gigs. Oder anders gesagt: Lagerfeuer-Punkrocker, schafft Euch diese Songs drauf!

Wenn es um den Protestsong geht, beziehen sich ja im Grunde immer alle auf Bob Dylan. Und es ist ja auch so: Ein Mann und Gitarre, vielleicht noch eine Mundharmonika, das wirkt so grundehrlich, dass man gerne zuhört und die Faust in die Luft wirft. Insofern stehen die Punkrocker mit ihren Solo-Ausflügen in einer langen Tradition. Justin Sane hat mit seinem 2002er-Album "Life, Love, And The Pursuit of Justice" eine rohe schimmernde Perle der Protestsongs veröffentlicht, die neun Jahre nach ihrer Veröffentlichung nicht weniger beeindruckend und auch nicht weniger aktuell ist. Weil es inzwischen fast schon zum guten Ton gehört, die Stromgitarre mal wegzulegen, wenn man mit der Stammband ordentlich punkt, kommt Justin Sanes erste Tour durch deutschsprachige Länder zum richtigen Zeitpunkt.

Dabei ist seine Scheibe kein komplett akustisches Album: Die meiste Zeit schrammelt er mit einer angezerrten Klampfe simple, aber prägnante Riffs, die den Songs das ungeschliffene Flair von Straßenmusik verleihen. Gerade darin liegt der Reiz: Das hier sind Fragmente, maximal Songskizzen, aber so berückend getextet, dass man das Herzblut deutlich spürt, das darin steckt. Wenn der irisch-amerikanische 38-Jährige da singt "I'm thinking of a world where people wouldn't eff you for money" oder im sarkastischen "If it's good for the Economy I'm for it!" die Freie Marktwirtschaft bloßstellt, merkt man: Hier zählt die Botschaft, hier geht es um intelligente Kritik und ums selbstbestimmte Denken. Da wird die Kirche kritisiert ("Tommy Gun") oder die Diskriminierung Homosexueller ("Thanks For The Letter") thematisiert. Und über allem hängt die Frage: "Where has my Country gone", die auch ein Michael Moore in der Art gestellt hat. Der 11. September war noch nicht so lange her, als Justin Sane sein Album veröffentlicht hat.

Höhepunkt der Platte ist für mich das anrührende "On The Streets Tonight" mit der Zeile "there are nights when the sidewalks feel like home/and the bright street light is a chrystal chandelier/sipping a cup of coffee until the bakery opens / it storms/ then a fresh baked loaf of bread/then it's of to bed". Eine niedliche Vorstellung, wie ein Punkrocker da vor der Bäckerei wartet und sich dann über einen frischen Laib Brot freut. Der Song ist melodisch überragend und zeigt, dass es im Punkrock durchaus Songwriter gibt, die Green Day locker in die Tasche stecken. Gut, Justin Sane hat kein eigenes Musical. Aber dafür gibt's ja die Club-Tour im September. Man sieht sich dort.


Life, Love, And The Pursuit Of Justice von Justin Sane ist am 19. März 2002 bei A-F Records erschienen. Mehr unter http://www.justinsane.net/

Samstag, 23. Juli 2011

Daytrotter-Session mit The Coathangers

The Coathangers in Aarau.              Foto: Daniel Drescher
Ihr hysterisch-zerfahrener Riotpop-Garage-Bastard geht direkt in die Hirnwindungen: Mit den vier Overdrive-Amazonen von The Coathangers will man lieber keinen Streit anfangen. Zu krank wirkt der Borderline-Punkrock, zu psychotisch die Bühnenpräsenz der vier. Das ist die Art von Frauen, die sagt: "Klar kannst Du mit mir Schluss machen - wenn Du damit klarkommst, dass ich Dir jetzt sofort ALLE KNOCHEN BRECHE!!!!!" Das Quartett war im Frühjahr mit den Thermals auf Tour, und in manchen Momenten hatte ich Angst, dass Drummerin Stephanie Luke gleich auf jemanden losgeht, so wie sie ihr Drumkit bearbeitet. Wer so einen Blick drauf hat, stellt sich vor, dem Ex gerade eine zu verpassen und nicht den Tom-Toms. Und so chaotisch die Musik in Aarau war: Ich fand's großartig und habe später bereut, keine Platte mitgenommen zu haben. Denn machen wir uns nichts vor: Irgendwie haben so gefährlich wirkende, zutätowierte Frauen doch auch irgendwie was Attraktives, oder nicht?

Aber warum schreibe ich das alles? Weil es jetzt eine Daytrotter-Session von The Coathangers gibt, die die irre Aura der Vier perfekt einfängt. Sehr empfehlenswert.

Freitag, 22. Juli 2011

Alkaline Trio: Calling All Skeletons unplugged

Die Chicago-Punkrocker Alkaline Trio haben jüngst mit "Damnesia" eine Platte mit Covers eigener Songs im Akustikgewand rausgehauen. Dabei bekommen die Songs durch die ungewohnte Instrumentierung neue Facetten - ähnlich wie bei "Skin and Bones" von den Foo Fighters. Wie das dann klingt, hat das Trio jetzt bei The Daily Habit gezeigt. Das Video dazu gibt's hier.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Spin Magazine zollt Nirvana mit "Newermind" Tribut

Seltsame Dinge gehen vor sich: Aus heiterem Himmel lege ich vor ein paar Tagen Nirvanas Klassiker Nevermind auf. Ich sitze gerade im Auto und "Lithium" läuft. Fünf Minuten später stehe ich am Serviceschalter einer großen Elektrohandelskette. Im Hintergrund düdelt ein Fernseher vor sich hin. Was folgt auf "Down Under" von Men At Work auf einem Musiksender? "Lithium" von Nirvana. Das allein war ja schon gruselig. Aber dann veröffentlicht Spin online vorgestern auch noch einen Tribute-Sampler, auf dem Bands unterschiedlichster Couleur Nirvana covern - das Projekt nennt sich "Newermind". Das Musikmagazin hat dafür Künstler aufgefordert, die Songs des bahnbrechenden Albums nachzuspielen. Darunter sind Titus Andronicus, The Vaselines und Foxy Shazam. Grund für das Tribute-Album: Am 24. September vor 20 Jahren erschien "Nevermind" und veränderte die Musiklandschaft nachhaltig.

Das Projekt überzeugt durch teils mutige, teils konventionellere Cover: Da schlingern die Meat Puppets (von Kurt Cobain sehr geschätzt und mehrfach gecovert) durch eine betrunkene Version von "Smells Like Teen Spirit", Telekinesis schroten gekonnt, aber nahm am Original "On A Plain". Den abgedrehten Psychohammer aber packt Amanda Palmer aus, exzentrische Songwriterin, die schon mal mit der holländischen Justiz aneinander gerät. Ihre Version von "Polly" ist so spukig-grotesk, dass einem die Haare zu Berge stehen - im positiven Sinne. Insgesamt ist der Sampler eine lohnenswerte Angelegenheit, auch wenn nicht jede Interpretation unfallfrei verläuft.

Herunterladen kann man sich die Compilation noch bis zum 25. Juni gratis auf der Facebook-Seite von Spin (im Tausch gegen ein "Gefällt mir"), ab 27. auf dieser Seite.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Hot Water Music streamen "The Fire, The Steel, The Tread"

Geht direkt in die Magengrube: Hot Water Music lassen auf  Huffington Post in ihre neue Seven Inch reinhören, die demnächst erscheint und die sie auch auf Tour dabei haben. Den Song "The Fire, The Steel, The Tread" gibt es dort im Stream zu hören. Der sehr melodiöse Song klingt gar nicht mal so heavy, sondern eher zurückgelehnt und lässig. Chuck Ragan tönt wie immer, als hätte man ihm Sandpapier um die Stimmbänder gewickelt, herrlich.

Wie bereits berichtet, arbeiten Hot Water Music ab Winter an Songs für ein neues Album. Chuck Ragan bereitet derweil die VÖ seiner neuen Solo-Platte "Covering Ground" vor.

The Movement sind wieder da - mit neuer EP "Still Living The Dream" und Tour

Mensch, wieso sagt mir das denn keiner? Ach so, ist ja mein Job. Da surft man regelmäßig auf die Internetpräsenz der Musiker, resigniert dann irgendwann, legt die Reunion gedanklich zu den Akten - und dann das: Gestern am späten Abend geben meine Hände auf der Tastatur "The Movement" ein. Google führt zur Internetseite der Band, und was ist? Meine Damen und Herren, es gibt sie wieder! The Movement weilen wieder unter uns. Und zwar schon eine ganze Weile. War ich wirklich so lange nicht auf dieser Seite? Scheinbar. Aktuell? Naja egal. Ich liebe diese Band zu sehr, die Freude über diese Nachricht ist viel zu groß, um nicht darüber zu bloggen, auch wenn das nicht topaktuell ist.

Der heimische Movement-Altar (sogar mit signiertem
und gerahmtem Poster).                       Foto: Drescher
Unsere Gebete wurden erhört! Die dänischen Modrocker haben sich wieder zusammengefunden. Ich war ja schon kurz davor, diese Band hier mal mit einem Nachruf vorzustellen. 2007 hatte sich Sänger Lukas Scherfej von seinem Power-Trio getrennt, um solo weiterzumachen. Ein echter Verlust, weil The Movement mit ihrem mod-ifizierten Sound ein echter Glücksfall für die Szene waren.

Das muss man wissen über The Movement: Bevor sie 2007 getrennte Wege gingen, haben sie schweißtreibende Live-Shows gespielt, waren unter anderem mit den Beatsteaks oder Anti-Flag auf Tour. Die beiden Alben "Move" und "Revolutionary Sympathies" sind göttliche Kracher mit Donnerhall-Gitarren, Bassgrummeln und Drum-Poltereien. Politische Texte, aber auch immer wieder das Thema Liebe, und dieser twangige Gitarrensound - das waren die Zutaten für wahrhaftes "danish dynamite". Ich hab sie zweimal in Lindau gesehen, einmal als Support für die Mad Caddies und einmal als Headliner. Daher auch der Merch-Fanboy-Altar oben im Bild.

Jedenfalls: Die Band hat im April ihre neue EP "Still Living the Dream" veröffentlicht, den Song "I can hardly live without you" (wie wahr!!! Ich kann auch nicht ohne diese Band leben), kann man sich in der Musik-Sektion der Internetseite umsonst herunterladen. Ihr könnt ihn auch im Video unten hören. Das klingt, als seien sie nie weg gewesen. Sie können es immer noch. Da stört auch der Line-Up-Wechsel am Schlagzeug und am Bass nicht so arg (kein Vergleich zu Wolfmother...). "A Song To The Movement" soll erklären, warum sie wieder da sind. Die EP gibt's zum Download, als CD und Vinyl.
Und großartig: Es gibt eine Tour! Auch uns beehren The Movement mit Konzerten. Wie schön, dass Post Nr. 150 einem so großartigen Thema gewidmet ist!



Wer auf dem Laufenden bleiben will, was die Akvivitäten der Band angeht, kann Facebook oder Twitter dazu nutzen.

Hier die aktuellen Tourdaten, weitere Termine sollen folgen:

29.07.2011 Germany, Porta Westfalica – U&D Festival
30.07.2011 Germany, Wohnwelt – Wunstorf
31.07.2011 Germany, Rostock – Force Attack Festival 
14.09.2011 Spain, Alsasua – Gaztetxe
15.09.2011
Spain, Madrid – Gruta 77
16.09.2011
Spain, Valencia – Venue TBA
17.09.2011
Spain, Badalona – Estraperlo Club

29.09.2011 Germany, T-Stube – Rendsburg
30.09.2011 Germany,  Bei Chez Heinz – Hannover
01.10.2011 Germany, Aalen – Frape
02.10.2011 Germany, Heilbronn – Mobilat Club
04.10.2011 Germany, München-Feierwerk
06.10.2011 Switzerland, Kofmehl – Solothurn
07.10.2011 Switzerland, Gaswerk – Winterthur
09.10.2011 Italy, United Club – Torino
10.10.2011 France,  O’Bundies – Marseille
13.10.2011
Austria, Musichouse – Graz
16.10.2011 Austria, Arena – Vienna
18.10.2011 Germany, Morphclub – Bamberg
21.10.2011 Germany, Bremen-Lila Eule
22.10.2011 Germany, Flensburg – Kühlhaus
28.10.2011 Denmark, Copenhagen – Loppen

Dienstag, 19. Juli 2011

Anti-Flags Justin Sane kommt solo auf Tour

Allein unterwegs: Justin Sane kommt im September
auf Solo-Tour.          Foto: Cardiac Communications
Mit Anti-Flag geißelt er die Missstände in Politik und Wirtschaft oder die Verfehlungen des US-Systems: Justin Sane (cooles Wortspiel, fällt mir immer wieder auf). Jetzt kommt der Sänger und Gitarrist auf Solo-Tour. Im September spielt er eine Reihe von Akustik-Shows. Diese Tour ist eine Premiere, solo gibt es Justin Sane erstmals im deutschsprachigen Raum zu erleben. Im Gepäck hat der vielfältig politisch aktive Punkrocker sein neun Jahre altes Album "Life, Love, and the Pursuit of Justice". Die Platte wurde auf dem bandeigenen Label A-F veröffentlicht, danach spielte Sane vereinzelte Shows in den USA, Großbritannien und Finnland. Jetzt ist Sane zurück une erfreut uns mit Shows, bei denen er alleine auf die Gitarre und seine Stimme setzt. Als Support hat er den jungen Kölner Singer-Songwriter Hello Piedpiper dabei.

"Mein Solo-Projekt soll Anti-Flag nicht ersetzen", sagt Justin Sane. Er sieht eine deutliche Abgrenzung: Während Anti-Flag für die politischen Inhalte zuständig sind, gestaltet er seine Texte persönlicher - wenn auch nicht weniger protestierend. Die beiden Tracks "For Pat" und "On The Streets Tonight" kann man sich derzeit auf der Internetseite von Justin Sane gratis herunterladen.


Etwas Besonderes gibt es unter anderem beim Auftritt im Zwölfzehn in Stuttgart: Mirko Gläser (Sideonedummy Records, Cardiac Communication) gibt ein Workshop-Seminar für Bands und Künstler unter dem Motto: "Von RRR bis Troja: Ideen gegen die Krise im Musik-Bereich." Eingeladen sind alle örtlichen Bands & Musiker, die vor dem Problem stehen, über die Stadt/Regionsgrenzen hinaus bekannter zu werden. Jeder im Besitz einer Eintrittskarte für das Justin Sane Konzert hat freien Eintritt. Der Workshop wird auch noch bei weiteren Justin Sane Gigs (in Basel etwa) und darüber hinaus angeboten. Detailliertere Infos folgen.


Hier die Tourdatenfür Justin Sane:

09.09. CH - Basel – Sommercasino
10.09. DE - Frankfurt – Feinstaub
11.09. DE - Stuttgart – Zwölfzehn
12.09. DE - München – Kafe Marat
13.09. DE - Göttingen – Keller-Club +Nothington
14.09. DE - Berlin – Frannz Club
15.09. DE - Hannover – Bei Chez Heinz
16.09. DE - Hamburg – Grüner Jäger
17.09. DE - Münster - Sputnikhalle
18.09. DE - Bonn – Bla
19.09. DE - Trier – Exhaus

VVK-Infos auf www.justinsane.net

Montag, 18. Juli 2011

Neue Single "Wie weit wir gehen": Broilers verlosen Wohnzimmer-Gig

Demnächst in Deinem Wohzimmer? Möglich.
                                                                       Foto: Erik Weiss
Was ist besser als ein Konzert? Ein Konzert in den eigenen vier Wänden. Die Düsseldorfer Oi-Punks Broilers verlosen exakt das: Wer die neue Single "Wie weit wir gehen" auf Tonträger oder digital kauft, kann an einer Verlosung teilnehmen. Die Single erscheint am Freitag, 22. Juli, mit den zwei neuen Liedern „Alles kommt zurück“ und „Am Ende wird es gut“ als Digipak und 7”-Vinyl. Außerdem ist die Single natürlich auch als Download erhältlich.

Wer Glück hat, gewinnt einen Akustik-Gig im Wohnzimmmer. Alle Kaufbelege, die bis Freitag, 12. August, unter dem Stichwort „Wie weit wir gehen“ bei der Managementfirma JKP eingehen, nehmen an dem Gewinnspiel teil. Auslosen wird die Band am 15. August selbst.

Wie das genau funktionieren soll, erklärt die Band im Video selbst.





Die neue Single im Video gibt es natürlich auch hier zu sehen.




Auch sonst sind die Broilers gerade schwer unterwegs: So gibt es zur Single-Veröffentlichung Autogrammstunden in Düsseldorf und Köln.   

25. Juli, 18 Uhr: Düsseldorf, Hitsville Recordstore (Adresse: Wallstrasse 21, 40213 Düsseldorf)
28. Juli, 18 Uhr: Köln, Saturn (Adresse: Hohe Strasse 41-53, 50667 Köln)

 Hier noch die aktuellen Tourdaten:

„Welcome to Santa Muerte“-Tour 2011

13.10.2011: CH-Solothurn, Kofmehl
14.10.2011: CH-Zürich, Dynamo
15.10.2011: Neu-Isenburg, Hugenottenhalle
16.10.2011: Lindau, Club Vaudeville
18.10.2011: Karlsruhe, Substage
19.10.2011: Nürnberg, Löwensaal
20.10.2011: A-Wien, Arena
21.10.2011: A-Linz, Posthof
22.10.2011: Leipzig, Haus Auensee
26.10.2011: Hamburg, Grosse Freiheit 36
27.10.2011: Münster, Skaters Palace
28.10.2011: Hannover, Capitol
29.10.2011: Berlin, Huxleys
30.10.2011: Magdeburg, Factory
31.10.2011: München, Tonhalle
16.12.2011: Dortmund, Westfalenhallen 3a
17.12.2011: Erfurt, Thüringenhalle


„Welcome to Santa Muerte“ 2011 Festival-Termine:
22.07.2011: Cuxhaven, Deichbrand Open Air
23.07.2011: Bad Doberan, Searock Festival
13.08.2011: Püttlingen, Rocco Del Schlacko

Sonntag, 17. Juli 2011

Sonntags-Matinée: The Vaccines - What Did You Expect From The Vaccines?

Wenn Die Ramones und Joy Division einen Bastard gezeugt hätten, das Resultat klänge wohl so. Die knackige Punk-Prägnanz des Drei-Minuten-Songs und die raumgreifende Präsenz des Postpunk in Kombination. Don't believe the hype? Man muss ja nicht gleich eine Religion daraus machen. Trotzdem ein schlichtweg umwerfendes Debüt-Album.

Man muss noch gar nichts über die 2010 gegründete Band gelesen haben, um von diesem Ramones-Einschlag angesprungen zu werden. Andererseits konnte man ja kaum an den Indie-Rockern aus London vorbeikommen, so präsent wie sie in der Musikpresse bereits waren. Eine Woche vor "Angles" von den Strokes bretterten die neuen Szene-Hipster voraus mit ihrem leicht entzündlichen Gebräu aus hallenden Gitarren und flächigen Sounds. Mag sein, dass die Indie-Rocker ihre Einflüsse noch breiter gestreut sehen und mehrere Jahrzehnte Musikgeschichte in ihren Sound einfließen lassen. Auch, dass mancher die Band für ein Rip-off von The Jesus and Mary Chain hält - geschenkt. Kann man so sehen, muss man aber nicht.

Klar, Hype macht erstmals skeptisch, und das ist auch gut so. Aber was zählt, sind die Songs. Und die stimmen. Um mal kurz subjektiv zu werden: Wenn die Bande zwischen gequirlter Radio-Scheiße plötzlich im DRS auftaucht, live vom St. Gallen Open Air - da war es um mich geschehen. Die magischen Worte waren: "I've got too much time on my hands". Der Song dazu: "A Lack of Unterstanding". 2:59 Minuten, eine pulsende Basslinie, ein melancholisch croonender Sänger, und jede Menge Raum. Wahrscheinlich erinnert mich der voluminöse Bariton von Justin Young und diese leicht depressive Note an Joy Division. Oder "Wetsuit": Da werden die Melodiebögen zelebriert wie rotweingeschwängerte Momente vor dem Sonnenaufgang morgens um 5 Uhr. Daneben gibt es die Hits wie "Wreckin' Bar (Ra Ra Ra)" oder "If You Wanna", die den Bubblegum-Faktor der Ramones atmen. Oder ganz besonders "Post Break-Up Sex", dieser kokettierende Song über die hohlste Form der Trauerbewältigung: "I can't believe you're feeling good from Post Break-Up Sex". Wunschliste: Eine Band, die The Vaccines covert und dabei Ramones-Stilistik benutzt.

Wenn die Hit-Jukebox verklungen ist, bettet einen der Schlusspunkt "Family Friend" auf fluffig-arpeggierenden Gitarren, die am Ende in lautes Feedback kippen. Dann schlägt der hidden track "Somebody Elses Child" Pianoklänge an. Ein Schlussakkord wie ein Cliffhanger - man hofft auf eine Fortsetzung.

Das Debütalbum von The Vaccines "What Do You Expect From The Vaccines?" ist am 18. März bei Smi Col (Sony Music) erschienen. Mehr unter www.thevaccines.co.uk
Das farbenfrohe Video zu "If You Wanna" gibt es hier:

Samstag, 16. Juli 2011

Chuck Ragans neues Album "Covering Ground" kommt im September

Schwer aktiv: Chuck Ragan veröffentlicht am 16. September sein drittes Studio-Album via Side One Dummy. Neben Chuck Ragans bodenständiger Mischung aus Country, Bluegrass Folk und anderen amerikanischen Sounds gibt es hochkarätige Gastauftritte zu hören, von Brian Fallon (The Gaslight Anthem) und Frank Turner etwa. Zu Ragans Band gehören Jon Gaunt an der Geige und Joe Ginsberg am Kontrabass.



Das Album trägt den Titel "Covering Ground".
Die Tracklist:
1. Nothing Left to Prove
2. Nomad by Fate
3. You Get What You Give
4. Wish on the Moon
5. Come Around
6. Seems We're OK
7. Valentine
8. Right as Rain
9. Meet You in the Middle
10. Lost and Found

"Covering Ground" heißt übersetzt soviel wie "die Fläche abdecken". Laut Side One Dummy ist der Titel eine Anspielung darauf, dass der Sänger von Hot Water Music, die ebenfalls ein neues Album angekündigt haben,  in den vergangenen Jahren fast pausenlos auf Tour war. 

Daran ändert sich auch nichts: Im August spielen Hot Water Music eine ganze Reihe von Konzerte in Deutschland, der Schweiz und Österreich, im Oktober kommt die Revival Tour, wo Chuck Ragan gemeinsam mit Brian Fallon (The Gaslight Anthem), Dave Hause (The Loved Ones) und Dan Adriano (The Alkaline Trio) auf der Bühne steht. Tourdaten siehe unten.

CHUCK RAGAN als Frontmann von Hot Water Music
http://hotwatermusicdotcom.wordpress.com/
05.08. DE – Hannover – Bei Chez Heinz
06.08. DE – Horb am Neckar - Mini Rock Festival
07.08. DE – Frankfurt – Batschkapp
09.08. DE – Saarbrücken – Garage
10.08. DE – Lindau – Club Vaudeville
11.08. DE – München – Theaterfabrik
12.08. AT – Bildein – Picture On Festival
17.08. AT – Steyer – Röda
18.08. CH – Winterthur - Musikfestwochen
20.08. DE – Schweinfurt – Stattbahnhof
21.08. DE – Leipzig – Highfield Festival


CHUCK RAGAN auf der REVIVAL TOUR
(mit Brian Fallon, Dave Hause & Dan Adriano)
http://www.therevivaltour.com
05.10. DE – Hamburg – Grünspan
06.10. DE – Berlin – Postbahnhof
07.10. AT – Wien – Arena
08.10. DE – München – Backstage
09.10. CH – Zürich – Dynamo
11.10. DE – Wiesbaden – Ringkirche
12.10. DE – Köln – Live Music Hall
13.10. DE – Münster – Skaters Palace

Freitag, 15. Juli 2011

Devin Townsend: Gratis Song-Compilation

Devin Townsend 2005 in Holland.
                           Foto: André Mesker
Devin Townsend verschenkt Songs: Im Tausch gegen eine Email-Adresse und ein bisschen Werbung auf Twitter oder Facebook kann man sich jetzt zehn (bereits bekannte) Stücke des irrwitzigen Kreativkopfs aus Kanada aus dem Internet runterladen.

Der 66,6 (Zufall?) Megabtye große Zip-Ordner enthält Stücke von „Ocean Machine“ und „Physicist“ ebenso wie Songs neueren Datums. Hier geht’s zur Seite von Inside Out Music, von wo man nach ein paar Schritten zum Download kommt. Bei Facebook muss man eine Anwendung zulassen, um an den Link zu kommen.

Das Devin Townsend Project hat seine 4-Alben-Serie mit ‘Deconstruction‘ und ‘Ghost‘ am 17. Juni vollständig gemacht. Townsend gilt als musikalischer Tausendsassa und hat unter anderem mit der Extrem-Metal-Formation „Strapping Young Lad“ in der Vergangenheit für Furore gesorgt.

...Trail of Dead kommen nochmal auf Tour


Gut, es sind noch ein paar Monate bis zum Jahresende, die Top-Ten-Liste muss noch etwas warten. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass ...Trail of Dead einen Platz darin haben werden. Weit vorne. Weil „Tao of the Dead“ einfach zu genial ist und beinah täglich bei mir läuft (hier nochmal meine Rezi). Nicht umsonst ist das Album auf Platz 18 der Top 100 eingestiegen – auch wenn solche Zahlen im Grunde keinen ernsthaft Musikinteressierten interessieren.

Umso schöner, dass die US-Genies nochmal auf Tour kommen, nachdem sie ja bereits vor ein paar Monaten durch Europa getourt sind (mein Konzertbericht aus Dublin hier).

Und hier die Tourdaten. 

12. August: Schorndorf, Manufaktur 
13. August: Freiburg, Jazzhaus 
14. August: Hamburg, Dockville 2011 
15. August: Dresden, Star Club 
16. August: Erlangen, E-Werk 
17. August: Darmstadt, Centralstation

Donnerstag, 14. Juli 2011

The Horrible Crowes streamen "Behold The Hurricane"

Endlich der erste komplette Song: The Horrible Crowes, die Band von Brian Fallon (The Gaslight Anthem) und Ian Perkins, gibt uns via Rolling Stone online mit dem Song "Behold the hurricane" einen richtigen Eindruck davon, was uns auf dem im September erscheinenden Album "Elsie" erwarten wird. Vor kurzem hatten sie ja bereits das Snippet aus "Black Betty & The Moon" online präsentiert.

The Horrible Crowes: Brian Fallon (links) und Ian Perkins.
                                                            Foto: Side One Dummy
Fazit nach 4 Minuten und 3 Sekunden: Das ist gar nicht so furchtbar weit von Fallons Hauptband The Gaslight Anthem entfernt, vor allem von den ruhigeren Nummern von "American Slang". Was ja bei Gott aber auch kein Fehler ist.

Apropos: Lieber Rock-Gott, lass es ganz schnell September werden.

Ich will auch immer unartig sein.

Line-Up komplett: Johnossi bei Rock am See

Kommen zu Rock am See: Johnossi.             Foto: Koko
Damit steht das Billing: Das schwedische Indie-Rock-Duo Johnossi tritt am 27. August beim Rock am See-Festival im Konstanzer Bodenseestadion auf. Das hat Veranstalter Koko Entertainment heute bekannt gegeben. John Engelbert und Oskar "Ossi" Bonde komplettieren das Line-Up, das Seeed, Editors, The Subways, Johnossi, Bonaparte, Royal Republic und Young Rebel Set umfasst.

Mehr Infos unter www.rock-am-see.de

Craig Finn bloggt: The Hold Steady nehmen neues Album in Angriff

Craig Finn schreibt. Zwar kein Buch, aber immerhin auf seinem Blog, das seit ein paar Tagen läuft. Der Sänger von The Hold Steady hält sich derzeit in Austin auf und arbeitet dort an Solo-Songs. Und auch von The Hold Steady verkündet Craig Finn Neues: Im September sollen die Arbeiten am Nachfolger zu "Heaven is whenever" beginnen, dann soll das Songwriting starten.
Craig Finn ( am Mikro) mit The Hold
Steady beim Southside 2010.
                   Foto: Daniel Drescher
Das Blog ist denkbar simpel und übersichtlich aufgebaut: Jeden Tag gibt es ein paar Sätze, dazu ein paar Fotos. Sehr stylish im Retro-Look - entweder mit Lomo fotografiert oder aber mit der derzeit sehr beliebten "Hipstamatic"-App fürs iPhone. Ihr kennt das. Überschrieben ist das Blog mit dem Titel "Do What You Feel". Hier geht's zur Seite.

Auf Twitter erkennt man Craig Finn auf seinem Profilbild kaum wieder. So ohne Brille. Sieht fast eher wie Adam Sandler aus.

Ein Interview älteren Datums mit Tad Kubler, dem Gitarristen von The Hold Steady, findet Ihr hier.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Nachschlag: William Elliott Whitmore in der SZene-Kritik

Manche Platten sind so gut, dass man sie nicht nur einmal empfehlen, sonderm mehrfach besprechen muss. William Elliott Whitmore hat mit seinen "Field Songs" jüngst so ein Album vorgelegt. Auf Tinnitus Attacks gab's ja bereits die Rezension in der Sonntags-Matinée. Gestern ist ein Artikel von mir über den "Hillbilly Ray Charles", wie er auch genannt wird, auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Ich finde ihn noch mehr auf den Punkt als die Sonntags-Rezi, aber lest selbst.

Außerdem gibt es jetzt das offizielle Video zum Titeltrack des Albums. Auf relix.com hatte der absolut passende Clip gestern Premiere. Hier der Link:

Relix - Video - Artist Exclusives - William Elliott Whitmore "Field Songs"

Dienstag, 12. Juli 2011

The Strokes mit neuem Video "Taken for a fool"

Die Strokes haben mit ihrer neuen Platte "Angles" vielleicht nicht ganz alles, aber ziemlich viel ziemlich richtig gemacht. Jetzt gibt es das zweite Video dazu: "Taken for a fool", ein Songhighlight der Platte. Gute Idee, wie Fans und Bäume aus impressionistisch angehauchten Farbklecksen zusammengesetzt sind und im Rhythmus des Beats verwirbelt werden.Man arbeite mit Eile an den Songs für den "Angles"-Nachfolger, heißt es seitens der Strokes. Sehr gerne.

Me First And The Gimme Gimmes enthüllen "Sing in Japanese"-Cover

Am 13. September geht die Sonne auf: Ok, sonst auch, aber da extrem. Me First And The Gimme Gimmes veröffentlichen an diesem Tag ihre "Sing in Japanese"-EP. Wie berichtet, wird diese Platte aus Coverversionen japanischer Popsongs bestehen, gesungen auf, logo, Japanisch. Neben dem VÖ-Datum sind nun auch Cover und Tracklist veröffentlicht.
Ich tippe mal: Das wird ziemlich cool.

Unten sehr Ihr das bereits gebloggte Video zu "Kokoro To Nabi" von Tulip.

Hier die Tracklist:
1. Hero
2. Kokoro To Nabi
3. Kekkon Shiyoyo
4: C-C-C
5: 22 Sai No Wakare
6: Linda Linda


Montag, 11. Juli 2011

Against Me! mit neuem Video "Because of the Shame"

Springsteen scheint alles zu beeinflussen. Auch Against Me! klingen auf ihrem aktuellen Album "White Crosses" stellenweise sehr nach dem Altmeister aus New Jersey. Etwa auf "Because of the Shame", einem voluminösen Smasher mit heftigstem Born To Run-Feeling.

Jetzt haben die Punkrocker aus Gainesville, Florida, ein Video dazu veröffentlicht (siehe unten). Im Vorfeld der am 26. Juli erscheinenden Neuauflage "White Crosses/Black Crosses" hat die Band den Clip heute online gebracht. Regie führt Jason Thrasher, ein Freund der Band. Die Aufnahmen sind bei einem Konzert im Mai entstanden. Wir sind gespannt auf die Re-Issue.

"White Crosses" hab ich vergangenes Jahr für die Schwäbische Zeitung besprochen. Erschienen am 15. Juni auf der Szene-Seite. Falls Ihr die Rezi noch nicht gelesen habt.

Blitzen Trapper verschenken neuen Song von "American Goldwing"

Man weiß nicht, was sie ins Trinkwasser tun in Portland, Oregon. Aber es wirkt sich auf die Musiker aus, glaube ich: Nicht nur die göttlichen Thermals kommen von dort, auch Blitzen Trapper nennen die Stadt im Nordwesten der USA ihre Heimat. Blitzen Trapper haben sich mit ihrer eigentümlichen Mischung aus Folk, Country und verhaltenen Rockklängen einen Namen gemacht. Am 13. September erscheint ihr neues Album "American Goldwing" bei Sub Pop. Den Titeltrack kann man bereits jetzt hören - im Tausch gegen eine E-Mail-Adresse.  Über das Widget unten kann man sich den Song sichern.

Erster Eindruck: Lässig entspanntes Stück, sehr amerikanisch (aber jetzt nicht im Sinne von fetten, tiefergestimmten Gitarren oder so). Tom Petty trifft Lynyrd Skynyrd trifft Bob Dylan? Sehr cool jedenfalls.

"Diese Songs machen, dass Du Dich betrinken oder in einer Prügelei mitmischen willst, oder gleichzeitig, dass Du ein Mädchen finden und Dich auf ewig verlieben willst", zitiert Spin online Eric Early (Gesang und Gitarre). "Ich versuche wahre Americana-Nostalgie zu wecken."


Sonntag, 10. Juli 2011

Sonntags-Matinée: William Elliott Whitmore – Field Songs

Kommt alle, die Ihr mühselig und beladen seid: Diese Songsammlung wird Euch Linderung verschaffen. Das hier ist nicht Pop. Das hier will mehr. Und erreicht sein Ziel genau durch das Gegenteil von „mehr“: die extreme Reduktion, die Konzentration auf das Wesentliche. Es gibt nicht viele, bei denen Stimme und Gitarre ausreichen, um einen zu überwältigen. 
William Elliott Whitmore kann das.

Es beginnt mit Vogelgezwitscher und dem Weckruf eines Hahns, dann schlägt der bärtige Barde das Banjo an. Klagend und melancholisch singt er von Sorgen, von harter Arbeit, vom Überleben. Es ist der Soundtrack einer Gegend, in der nicht Stempeluhren den Takt vorgeben, sondern Sonnenaufgang und Jahreszeiten. Zwei Instrumente nimmt man wahr in den „Field Songs“: Banjo und Gitarre. Den Rest erledigt William Elliott Whitmores unfassbar emotionsgeladene Stimme. Wie, der ist etwas über 30? So klingt einer, der schon seine Narben vom Leben davongetragen hat. Authentisch, dieses überstrapazierte Wort: hier trifft es ausnahmsweise zu. Wenn der Amerikaner von den Strapazen der Schufterei auf einer Farm singt, dann hat er das nicht irgendwo gelesen. Es ist autobiographisch: Er wird auf einer Farm am Mississippi geboren, arbeitet dort, lebt dort.

Man sollte mal die Kollegen von The Low Anthem fragen, ob er das nicht war, der bei „I'll take out your ashes“* vom genialen "Smart Flesh"-Album das Banjo gezupft hat, still im Eck sitzend, den Hut tief ins Gesicht  gezogen. Oder andersrum: Wenn man das Radio lautergedreht hätte, das die Indie-Folker da so raffiniert als Instrument eingesetzt haben, es wäre sicher William Elliott Whitmore gewesen, den man vernommen hätte. Zu diesen acht Songs sieht man Johnny Cash mit seinem Bruder Jack durch die Felder streunen wie in „Walk The Line“. „I'm just here for a little while“ singt Whitmore in „Everything gets done“. Seine Songs sind ein Memento Mori genauso wie Reflexion des Erlebten. Das spiegelt sich auch im Cover: Da sieht man das Thema der Platte, die Arbeit auf dem Feld. Es ist kein Cover, das schreit: „Kauf mich!“. Ein orangegelber Button mit Name und Plattentitel verleiht dem Schwarzweiß-Bild etwas Farbe. Es könnte auch das Buchcover von John Steinbecks „Von Mäusen und Menschen“ sein. Eigentlich nebensächlich, aber trotzdem aussagekräftig.

So eindringlich zu wirken, nur mit Stimme und Gitarre, das schafft zur Zeit sonst nur Josh T. Pearson. Am Ende des Jahres sollten beide in den Bestenlisten ganz weit oben sein. Diese Musik bleibt. 

William Elliott Whitmores "Field Songs" sind am 8. Juli erschienen bei Anti-Records. Streamen kann man es im Moment bei Paste Magazine. Mehr zum Künstler:  www.williamelliottwhitmore.com. Eine großartigen Live-Auftritt aus dem Jahr 2009 bei "Later...with Jools Holland" zeigt das Video unten.


* Leider gibt es auf Youtube nicht das Original vom Album zu hören, aber man bekommt wenigstens einen Eindruck.

Samstag, 9. Juli 2011

Galerie der Klassiker: Faith No More – King for a Day, Fool for a Lifetime

Intro, subjektiv und persönlich: Es war so ca. 1997, grob zwei Jahre nach Erscheinen dieses ungehobelten Musikbrockens. Die CD aus der Bücherei geliehen (Bares = Rares), auf Kassette überspielt und so lange im Walkman gehört, bis der unvermeidliche Bandsalat dem Hörvergnügen ein jähes Ende setzte. Und das im Urlaub, wo die Alternativen sich nicht gerade anbiederten. Dabei war ich süchtig nach dem melodieverliebten Songwriting, das von einer Sekunde zur anderen in völlig sickes Keif-Geschrubbe kippen konnte. Die Wiederentdeckung im Second-Hand-Plattenladen letzte Woche.

Schon möglich, dass in der Geschichtsschreibung der Musik „Angel Dust“ als das makellosere, „The Real Thing“ als das innovativere Faith No More-Album gilt. Für mich haben Billy Gould, Mike Bordin und Mike Patton ihren kreativen Zenit allerdings erst mit „King for a Day, Fool for a Lifetime“ erreicht. Da gibt es den wandlungsfähigen Rhtyhmuswechsler „Ricochet“, der gar mit Alice in Chains-artigen Mehrstimmen-Gesang flirtet, um dann in die typische FNM-Epik abzudriften. Da reibt man sich ob des seltsam entspannt swingenden „Evidence“ oder des tänzelnden „Caralho Voador“ die Ohren. „The Gentle Art of Making Enemies“ klingt wie ein Besuch in der Gummizelle: Mike Patton schmiert einem erst Honig ums Maul, dann brüllt er einen an. Überhaupt, dieser Vocal-Weirdo: Samtig, beschwörend, schmalzig kann er, aber auch überdreht, psychotisch, kaputt. Da spuckt er in „Digging The Grave“ Gift und Galle wie ein angeschossener Piranha. Ob Gitarrist Trey Spruance, der für Jim Martin kam, den Sicko-Spirit von Mr. Bungles, Pattons anderer Band zu der Zeit, mitgebracht hatte? Man weiß es nicht. Songperlen wie der fiebrige Titelsong oder das orchestrale „The Last To Know“ sind unvergessen. Ein so chaotisch-zerschrotetes Album mit einer Quasi-Gospel-Hymne wie „Just A Man“ zu beenden – das ist gewagt wie künstlerisch gleichermaßen.

Outro, subjektiv und persönlich: In dem Jahr, als ich diese Platte entdeckt habe, demontierten sich Faith No More mit ihrer vollmundig „Album Of The Year“ betitelten Platte dann leider etwas – obwohl „Ashes To Ashes“ und „Last Cup Of Sorrow“ nochmal aufhorchen ließen. 2009 zeigte sich beim Southside nochmal, wie sehr diese Band fehlt. Aber vielleicht besser so. Wer weiß, ob ein Reunion-Album an die Magie alter Glanztaten anknüpfen könnte. Eben: Lieber König für einen Tag als Narr, lebenslänglich.

Freitag, 8. Juli 2011

Beatsteaks mit neuem Video zu "Automatic"

Was war noch die Woche? Ach ja. Das neue Video der Beatsteaks zu "Automatic". Da verrenken sie sich ganz schön. Also ihre Körperdoubles. Hoffentlich. Soll das zeigen, wie flexibel die Band ist? Im doppeldeutigen Sinne? Denn auch der Sound ist sehr offen und hat nichts mehr mit der heftigen Gangart der Anfangstage zu tun. Schade irgendwie. Wobei sie trotzdem gut bleiben.

Interessant was man mit Füßen alles so machen kann...
Wer lieber die Live-Video-Variante sehen will, kann das auf der Beatsteaks-Internetseite tun.


Beatsteaks

Donnerstag, 7. Juli 2011

The Subways rocken Rock am See

Gehen ab: The Subways.          Foto: Koko Entertainment
Frisch bestätigt: The Subways treten am 27. August beim Rock am See in Konstanz auf. Die Briten, die mit Hits wie "Rock'n'Roll Queen" bekannt wurden, haben vor ein paar Wochen das Southside gespielt und kommen nun an den Bodensee. Im Gepäck das neue Album "Money and Celebrity", das im September erscheint.

Neben The Subways spielen beim Rock am See im Konstanzer Bodenseestadion die Editors, Royal Republic, Young Rebel Set, Bonaparte und Seeed.

Mehr Infos unter www.rock-am-see.de

Mittwoch, 6. Juli 2011

Mike Ness meets Frank Turner

Ich war etwas skeptisch, als ich die Werbeanzeige bei Facebook gesehen habe. Man klickt ja nicht alles einfach an, zumal wenn es gesponserte Sachen sind. Aber in dem Fall hat es sich doch gelohnt: Der Pate des bluesschwangeren, rockabillyesken, countryfizierten Punkrock trifft auf den wichtigsten Songwriter der Folk-Punk-Szene momentan: Mike Ness, Frontmann von Social Distortion, wird von Frank Turner interviewt. Das Video dazu seht Ihr unten. "Jetzt bist Du der Feind", witzelt Ness, weil Turner die Rolle des Journalisten übernimmt. Es geht um Einflüsse und den Punkrock an sich. Naheliegende Begegnung, wenn man schon zusammen auf Tour ist. Teil 2 gibt's bei bunch.tv.

Mehr zu beiden Künstlern: Rezi der aktuellen Social D., Kritik zur aktuellen Platte von Frank Turner, Konzertberichte von Frank im Club Vaudeville hier und hier.

Noch mehr Turbo A.C.'s: Kill Everyone auf der SZene

Den Hörtest hier auf Tinnitus Attacks gab's ja schon vor ein paar Tagen. Für die SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung hab ich auch noch was gemacht über die neue Turbo A.C.'s-Platte "Kill Everyone". Der Artikel ist am Dienstag, 5. Juli, erschienen.

Sehr verlockend: Die Turbo A.C.'s im November im Zwölfzehn in Stuttgart. Der Laden an sich ist ja schon cool und wie gemacht für Rockabillys und Rockabellas. Wenn dann noch die Turbo A.C.'s ihre arschcoolen Riffs in die Gesichter schroten, dürfte das ziemlich cool werden.

So, auch wenn das doof aussieht, weil noch mehr Text hier stehen müsste, damit es auf Höhe mit dem Artikel ist: Mehr gibt's nicht zu sagen. Lieber schnell den Artikel nebenan lesen.

Ah ok. Jetzt passt's. Sieht nicht mehr doof aus.

The Pains of Being Pure At Heart: Video zu "The Body"

The Pains of Being Pure At Heart 2009 in Seattle.
                                                                Foto: Quaziefoto
Vor ein paar Tagen erst das Album hier in der Sonntags-Matinée (mit etwas Verspätung) besprochen, jetzt ist das neue Video raus: Auf MTV online ist der Clip zu "The Body" von The Pains of Being Pure At Heart zu sehen. Das Video wirkt auf den ersten Blick ebenso leichtfüßig und unbeschwert die die Musik der New Yorker. Doch es gibt einen doppelten Boden: Die Idee des Videos ist trickreich und irgendwie genial. Szenen von vier Kindern im Strandurlaubs werden Alltagsszenen gegenübergestellt, in denen die Kleinen inzwischen erwachsen sind. Warum begraben wir die einfachen Dinge und die kleinen Freuden des Lebens unter Börsenmagazinen? Muss die Routine zwangsläufig Zombies aus uns machen? Es sind Coming-of-Age-Fragen, die das 3:51-Minuten-Video aufwirft.

Gut, wenn Bands nicht nur rumstehen und zum Playback singen in ihren Videos.

Dienstag, 5. Juli 2011

Mumford & Sons mit neuem Song "Home"

Mumford & Sons 2009 in Bristol.             Foto: prusakolep
So also: Die englischen Indie-Folk-Senkrechtstarter von Mumford & Sons geben einen ersten Vorgeschmack auf das zweite Album. Das soll Ende des Jahres erscheinen Dem Radiosender KBCO haben die Briten eine Kostprobe namens "Home" gegeben. Hier kann man sich den Song anhören. Das klingt richtig gut. Da fällt einem nichts mehr ein. Außer: Wenn das Album so gut wird wie der Song, ist alles prima.

Jack White und Alison Mosshart mit John Paul Jones und Seasick Steve auf der Bühne

50 Prozent Dead Weather, ein Viertel Led Zeppelin und ein Bluesrocker mit Bart - raus kommt einer der sehenswertesten Bühnenmomente des Musikjahres. Alison Mosshart (The Kills, Dead Weather) und Jack White (früher White Stripes, Dead Weather, The Raconteurs) sind beim iTunes Festival in London auf die Bühne gegangen, um mit Seasick Steve (amerikanischer Blues-Musiker, also known as Steve Wold) dessen Song "Write me a few lines" zu spielen. Am Bass: John Paul Jones (früher Led Zeppelin, Them Crooked  Vultures). Seasick Steve hat sein aktuelles Album "You Can't Teach An Old Dog New Tricks" auf Jack Whites Label "Third Man Records" veröffentlicht.

Der britische NME hat die Einzelheiten, hier gar nicht viel Drumrumgerede, sondern direkt das Video. Ach ja: Alison Mosshart kann ein Karo-Hemd anziehen und ist immer noch die sexiest woman in Rock.

Montag, 4. Juli 2011

Donald Duck interviewt Die Ärzte

Es muss schon verdammt cool sein, Die Ärzte zu sein. Keine andere deutsche Band hat derartige Narrenfreiheit und die Mittel, einfach tun und lassen zu können, was BelaFarinRod wollen. Da verwundert es nicht weiter, dass es mal wieder eine kurios-verquere Neuigkeit aus dem Hause BelaFarinRod zu vermelden gibt. Die Band lässt sich interviewen - von einer Ente. Einer Ente namens Donald Duck.


So soll sie aussehen: Die Sonderausgabe.
                                                    Foto: Ehapa.
"Das Micky Maus-Magazin feiert am 29. August 60. Geburtstag und veröffentlicht aus diesem Anlass eine Lifestyle-Sonderausgabe mit dem beliebtesten Einwohner aus Entenhausen: Donald Duck." So heißt es auf der Internetseite von Ehepa. "DONALD - Das Magazin" soll am 11. August im Egmont Ehapa Verlag erscheinen. Darin: Ein Interview, das Die Ärzte Donald Duck gaben. Weiter heißt es bei Ehapa: "Donald Duck, der hier sein Talent als investigativer Musik-Journalist eindrucksvoll unter Beweis stellt, konnte der "Besten Band Entenhausens" dabei einige sehr interessante Neuigkeiten entlocken... zudem zeigen Die Ärzte in einer speziellen Bilderstrecke ihr wahres Gesicht."

Punkrock und Disney passen auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich gut zusammen - man darf trotzdem gespannt sein, was passiert, wenn diese Welten aufeinanderprallen.

Sonntag, 3. Juli 2011

Sonntags-Matinée: The Pains Of Being Pure At Heart - Belong

Musik für Weltenretter und Zeitreisende: Donnie Darko hätte seine Depressionen in den Griff bekommen können mit dieser Platte. The Pains of Being Pure At Heart bewegen sich zwischen Herzschmerz und Bubblegum. Ganz ohne Hintertürchen und doppelten Boden – und gerade darum so effektvoll.

Liebesgeschichten, die nicht glücklich enden: Das kennt man, zum Beispiel aus „500 Days of Summer“, dem hin- und hergerissenen Boy-meets-Girl-Streifen mit Joseph Gordon-Levitt, wo auf die Euphorie der Dämpfer folgt. Ähnlich verhält es sich mit „Belong“, dem zweiten Album der New Yorker. Das Schwanken zwischen Stimmungstiefs und Hochphasen – nicht nur Verliebte und Teenager kennen das. „She was the heart in your heartbreak“ heißt es da, Glück und Leid sind untrennbar verbunden. Der Opener „Belong“ braucht nur zwölf Sekunden, um der cleanen Gitarre eine Fuzz-Attacke gegenüberzustellen. Die Silversun Pickups würden diesen bratenden E-Sound nicht besser hinbekommen. Der Song selbst ist eine Ode an alle, die sich als Außenseiter fühlen: „And you're the same, so slightly strange/among the fakes you know the pains“. Wir gegen den Rest der Welt. Lass uns rausgehen und die Vernunft zu hause lassen: „Let's go out tonight and do something that's wrong“ beschwört Kip Berman seine Angebetet in „Anne with an E“. Was alles passieren kann, wenn man auf einer Wellenlänge ist.

Musikalisch scheut das den pursten Pop nicht, man höre nur „The Body“, das mit den 80ern liebäugelt. Überhaupt: Hier hat jemand ausgiebig seine The Cure-Platten gehört, scheint es. Diese zersträut-leichtfüßige Anfangssequenz in „My Terrible Friend“ könnte gut und gerne aus der Feder von Robert Smith & Co. Stammen.

Produziert hat „Belong“ Alan Moulder, zu dessen Arbeiten zum Beispiel „The Fragile“ von den Nine Inch Nails oder „Pop“ von U2 gehören. Das Album kann atmen, hat einen voluminösen, aber trotzdem luftigen Sound. Musik, wie geschaffen für Festivalbühnen, Sound, zu dem man sich an die Hand nimmt.

„Belong“ von The Pains Of Being Pure At Heart ist am 25. März 2011 erschienen bei Play It Again Sam. Mehr unter www.myspace.com/thepainsofbeingpureatheart und www.thepainsofbeingpureatheart.com

In eigener Sache: Tinnitus Attacks hat aufgeräumt

Liebe Leser,

Chaos mag die Kreativität beflügeln - zum Auffinden von Blog-Posts ist es eher störend.
Weil Googles Blogger-Tool in erster Linie chronologisch archiviert, wird es schnell unübersichtlich, wenn man jeden Tag bloggt.

Damit Ihr Euch besser zurecht findet, gibt es seit heute die Blog-Schubladen ganz oben in der rechten Außenspalte: "Konzertkritik", "News" und "Plattensammlung". Die Namen sind ziemlich selbsterklärend, trotzdem ein paar Worte dazu.

Unter "Konzertkritik" findet Ihr genau das: Berichte von Konzerten. Auch Besprechungen, die ich für die Schwäbische Zeitung gemacht habe, findet Ihr dort.

"News" ist der am weitesten gefasste Begriff: Ob Flogging Molly ein neues Video haben oder Frank Turner ein Konzert streamt: Hier werdet Ihr fündig.

Und die "Plattensammlung" bietet alle Rezensionen von CDs, darin sind alle bisherigen Kategorien zusammengefasst, ob Hörtest, Sonntags-Matinée oder Galerie der Klassiker.

Dann ist Euch vielleicht noch aufgefallen, dass es ein ungewohntes Element oben gibt. Der Plattenstapel, der den Seitenkopf ergänzt, ist das neue Logo von Tinnitus Attacks.

In diesem Sinne

Viel Spaß beim Stöbern

Daniel

Samstag, 2. Juli 2011

Nachgereicht: Anvil in der SZene-Kritik

Im Buchladen fällt mir ein schwerer Schmöker in die Hände: "1001 Movies You Must See Before You Die". Eine sehr aktuelle Ausgabe, deren Cover der überbewertete "Avatar" ziert. Egal, jedenfalls findet sich zwischen David Lynch, den Wachowski-Brüdern und David Fincher auch eine Musik-Doku: "The Story of Anvil".

Den Hörtest auf Tinnitus Attacks habt Ihr ja vielleicht schon gelesen, eine weitere Rezension von mir ist am 15. Juni auf der SZene-Seite der Schwäbischen Zeitung erschienen. Weil Film und Platte gleichermaßen großartig sind, nebenan die Besprechung zu "Juggernaut of Justice". 

Und wenn wir gerade schon beim Metal sind: Im Plattenladen eben zwei alte Perlen aus meiner Metal-Vergangenheit mitgenommen. Steel Prophet mit "Messiah" rotierten 2000 permanent in meiner Stereoanlage. In einem Wahn von CD-Entrümpelung irgendwann verkauft - und heute wieder in die Arme geschlossen. Guilty pleasure, Nostalgie - was auch immer. Manchmal hat das was. Noch klassischer: 1998, im Zuge der Hammerfall-True-Metal-Renaissance hauen die Australier Pegazus ihr Album "Wings of Destiny" raus. Ich fand den Titeltrack damals umwerfend, das Album hat es aber nie in meinen Schrank geschafft. Damals eher aus Geldmangel. Jetzt hat es seinen Platz da. Welcome to Flashbackville.

Freitag, 1. Juli 2011

Hot Water Music: Neues Album kommt 2012

Hot Water Music statt Soloausflüge:
Chuck Ragan und Co. nehmen ein neues
Album auf. Foto: MCK Photograhy
Die Neuigkeit verbreitete sich gestern spät am Abend via Twitter: Hot Water Music haben bei Rise Records unterschrieben. Das berichtete Altpress gestern Abend wie auch die Band selbst auf ihrem Blog. Im Winter beginnen die Musiker mit den Arbeiten an einem neuen Album, das nächstes Jahr erscheinen soll. Das letzte Album "The New What Next" liegt sieben Jahre zurück.

Die Band hatte sich vor drei Jahren wieder zusammengefunden. Chuck Ragan überzeugte in seiner Zeit ohne Hot Water Music mit akustischen Solo-Alben, der Rest veröffentlichte 2006 unter dem Namen "The Draft" ein Album, das stilistisch sehr an Hot Water Music erinnerte.

Im August sind Hot Water Music auch in unseren Breitengraden auf Tour. Dabei werden sie eine selbst aufgelegte Seven-Inch im Gepäck haben.

5. August: Chez Heinz, Hannover
6. August: Mini Rock Festival, Horb
7. August: Batschkapp, Frankfurt
8. August: 018, Tilburg (NL)
9. August: Garage, Saarbrücken
10. August: Club Vaudeville, Lindau
11. August: Theaterfabrik, München
12. August: Picture on Festival, Bildein (AT)
13. August: Punk Rock Holiday, Tolmin (SLOVENIA)
14. August: Festa Di Radio Onda D’Urto, Bescia (IT)
16. August: Druer Kert, Budapest (HU) w/ Bouncing Souls
17. August: Röda, Steyr (AT)
18. August: Musikfestwochen, Winterthur (CH)
19. August: Area 4 Festival, Flughafen Borkenberge/Marl
20. August: Alter Stadtbahnhof, Schweinfurt
21. August: Highfield Festival, Grosspona
23. August: Le Nouveau Casino, Paris (FR)
24. August: De Klinker, Aarschot (BE)
25. August: Highlight, Portsmouth (UK)
26. August: Leeds Festival, Leeds (UK)
28. August. Reading Festival, Reading (UK)