Donnerstag, 3. November 2011

Konzertkritik: Rigna Folk in Ravensburg.

Rigna Folk.
Ravensburger Musikwoche, Oberschwabenhalle, 2. November.
Text und Fotos: Daniel Drescher

Licht aus. Wenn Rigna Folk ihrer düster-nachdenklichen Songs über eine Parallelwelt in die Menge donnern, muss es dunkel sein. „Boah, hier riechts voll nach Räucherstäbchen“, meint ein Mädchen in der ersten Reihe vor der Bühne. Atmosphäre gehört dazu, wenn Viktor Nordir, Jens Schalle, Chriss Fakler und Vlad Müller ihre Vision von vielschichtigem Art-Rock auf die Bühne bringen. Sie sind an diesem Abend eine von vielen Bands, die im Rahmen der Ravensburger Musikwoche in der Oberschwabenhalle im Rampenlicht stehen.

Andächtig: Viktor Nordir und Jens
Schalle.        Foto: Daniel Drescher
Aber wie gesagt: Rampenlicht ist nichts, was Rigna Folk-Songs brauchen. Man muss das komplexe Konzept der Band nicht kennen, um die Songs zu genießen – aber wer die Band an diesem Abend zum ersten Mal sieht, will möglicherweise mehr wissen und landet dann bei Astropolis und der technokratischen Partei.

Es macht Spaß, dieser Band dabei zuzusehen, wie sie sich bei Stampfern wie „Things You May Not“ in Rage rockt, aber auch, wie sie bei den zurückgenommenen Passagen in filigranen Melodien schwelgt. Da bearbeiten Viktor und Jens ihre Gitarren mit dem Geigenbogen – Led Zeppelins Jimmy Page lässt grüßen – und knien andächtig nieder, wenn ein Song endet und von Samples doch irgendwie noch ein Stück weitergetragen wird. Oder fängt da schon der nächste Song an? Ohrschmeichler sind alle Lieder dieser ungewöhnlichen Band, die einen eigenen Ansatz hat und zwar Querverweise zulässt, aber nicht so epigonenhaft daherkommt wie manch anderes Musikerkollektiv.

Auch einen neuen Song gibt’s zu hören, den die Band während der Musikwoche geschrieben hat. Das Stück hat noch keinen Titel, aber es dreht sich um Island, das „einsamste Land der Welt“, wie Viktor Nordir in seiner Ansage meint. Schon lustig, dass sich die Worte „Island“ und „Isolation“ die ersten beiden Buchstaben teilen. Der Song ist im Midtempo angesiedelt und fügt sich nahtlos in das Schaffen der Band aus Biberach ein.

Eigentlich ist das Set zu kurz, aber nach einer knappen halben Stunde (war es so viel?) muss die nächste Band auf die Bühne. Man will sie wieder sehen. 

Alles richtig gemacht in dem Fall.

Mehr Fotos gibt es auf der Flickr-Seite von Tinnitus Attacks.

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