Sonntag, 16. Oktober 2011

Sonntags-Matinée: Pain of Salvation – Road Salt Two

So viel mehr als Prog: Pain of Salvation zeigen sich auf Road Salt Two virtuos und variabel. Alles wie immer also?

Pain of Salvation sitzen zwischen den Stühlen – haben es da aber nicht unbequem. Dafür ist der Teppich, den sie vorher ausgelegt haben, zu flauschig. Ihr Sound wird oft in die Progressive Metal-Schublade gesteckt, ignoriert aber konsequent musikalische Grenzen und dürfte auch Anhängern von so unterschiedlichen Bands wie The Tea Party, Blackmail oder Led Zeppelin gut reinlaufen. Auf Tour geht’s im November mit Opeth, und auch dieses Paket passt. Dankenswerterweise verzichten die Schweden um Daniel Gildenlöw aber auf selbstverliebtes Gefrickel und Kitsch-Bombast, was man im Metal ja durchaus auch mal antreffen kann.

Die instrumentale Vielfalt deutet sich bereits im klassisch-soundtrackartigen Intro (und später den End Credits) an, wird aber vom zermahlenden „Softly She Cries“ dann kurz geerdet. Als ob einem Gildenlöw direkt in die Hörmuschel singt, klingt das, dann setzt der Refrain mit dem mehrstimmigen Gesang ein und macht wieder den groovigen Gitarrenriffs Platz. „Conditioned“ kontrastiert einen Groove – wie ihn Rage Against The Machine auch hätten fabrizieren können – mit einem Chorsatz wie ein Sonnenaufgang. Aber wie gesagt, das Quartett beherrscht viele Facetten und noch mehr Instrumente – und so fühlt man sich in „Healing Now“ an Led Zeppelin erinnert – kurios, dass der Titel die Nummer Vier auf dem Album ist und die Vibes an eben das vierte Zep-Album erinnern. Dieses 70er-Feeling zieht sich durch das Album. Richtig progressiv wird es dann mit dem knapp siebenminütigen „Eleven“. Da ist auch Mal Platz für einen Funk-Ausflug. Auch im mehr als acht Minuten dauernden „The Physics of Gridlock“ steckt der Prog-Gedanke, Rhythmuswechsel und atmosphärische Brüche sorgen für spannende Klänge. Diese Band wirft all ihr Können in die Waagschale, hat eine Vision und will nicht nur Musik machen, sondern einfach etwas erschaffen, was relevant ist und bleibt.

„Road Salt Two“ (auch „Ebony“ genannt) ist der zweite Streich eines Doppelalbums, wie der Name schon andeutet. Wie alle Alben der Band handelt es sich um ein Konzeptalbum, thematisch geht’s hier um weitaus mehr als Rock-Klischees, das überlassen die Schweden anderen. Man muss etwas Zeit investieren, wenn man mit „Road Salt Two“ warm werden will – und als Bügelsoundtrack sollte man es auch nicht missbrauchen. Dann aber offenbart sich einem eine prachtvoll schillernde Musiklandschaft, die so eigen- wie einzigartig ist.

Road Salt Two ist am 23. September bei Insideout Music erschienen. Mehr unter www.painofsalvation.com.

Die Tourdaten:
PAIN OF SALVATION mit OPETH:
08.11. – Bristol, Academy - UK
09.11. – Newcastle, Academy - UK
10.11. – Edinburgh, Picture House - UK
11.11. – Manchester, Academy - UK
12.11. – Birmingham, Academy - UK
13.11. – London, Brixton Academy - UK
15.11. – Tilburg, 013 -THE NETHERLANDS
16.11. – Paris, Le Bataclan - FRANCE
17.11. – Bordeaux Merignac, Krakatoa - FRANCE
18.11. – Bilbao, Santana - SPAIN
19.11. – Madrid, Penelope - SPAIN
22.11. – Barcelona, Apolo - SPAIN
23.11. – Montpellier, Le Rockstore - FRANCE
24.11. – Milan, Alcatraz - ITALY
25.11. – Lausanne, Les Docks - SWITZERLAND
26.11. – Zürich, Komplex - SWITZERLAND
27.11. – München, Theaterfabrik - GERMANY
30.11. – Stuttgart, Longhorn LKA - GERMANY
01.12. – Köln, Essigfabrik - GERMANY
02.12. – Berlin, Huxleys Neue Welt - GERMANY
03.12. – Hamburg, Grosse Freiheit 36 - GERMANY
04.12. – Göteborg, Trägarn - SWEDEN
06.12. – Helsinki, Ice Hall - FINLAND
08.12. – Stockholm, Arena - SWEDEN
09.12. – Oslo, Scentrum Scene – NORWAY

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