Dienstag, 11. Oktober 2011

Hörtest: The Revival Tour 2011 Collections

Ich wollte ja hin. Aber manchmal kriegt man selbst einen Pflichttermin in Sachen Musik einfach nicht unter. Wem es genau so ging, der kann sich trösten: Die „Revival Tour 2011 Collections“ versammelt acht Songs der vier Musiker. 23 Minuten akustische Pracht, garantiert handgemacht.

Da sind sie, diese vier Recken. Erfolgreich mit ihren Bands Hot Water Music, The Gaslight Anthem (und The Horrible Crowes), Alkaline Trio und The Loved Ones. Solo und dann wieder zu viert der Mission „Akustik-Folk-Country“-Kollektiv verpflichtet. Sie haben uns was mitgebracht und man kann es auf der Revival Tour kaufen – oder natürlich beim Plattendealer des Vertrauens erstehen. Schauen wir uns die Songs mal im Einzelnen an, nach Künstlern gegliedert.

Chuck Ragan: „On the Bow“ ist ein A-Capella-Gospel-Song, der bei einem Instore-Gig kürzlich gestandene Punkrocker zu Tränen gerührt hat, wie Zeugen berichten. Zeigt, wie weit und schrankenlos der musikalische Horizont des Fronters ist. Gospel gilt in der Szene vielleicht nicht gerade als der neue heiße Scheiß. „Bedroll Lullaby“ ist näher am typischen Ragan-Solo-Sound. Mundharmonika und Akustik-Gitarre tragen den Song; irgendwie wirkt das immer, als hätte der Musiker gerade kurz den Hammer aus der Hand gelegt, mit der er gerade seiner Familie das Haus zimmert, und würde zwischendurch jammen.

Brian Fallon: „No Weather“ hätte – in einer rauheren Version – auch auf dem Gaslight-Debüt „Sink or Swim“ stehen können. Jesus und Judas tauchen im Text auf. Müssen wir uns langsam Sorgen machen? Mehrstimmiger Gesang, ein Titel wie gemacht für die Revival Tour. Gleiches gilt für „Goodnight Irene“. Auch wenn sich der Amerikaner mit seinem Outing alsAnti-Evolutionstheoretiker keinen Gefallen getan hat und dieser Standpunkt vielen zurecht als indiskutabel gilt (mir übrigens auch) – Songs schreiben kann der Mann.

Dan Adriano: Wie Alkaline Trio akustisch klingen, wissen wir seit „Damnesia“. So ähnlich tönen auch die Solo-Songs von Adriano. Klar, irgendwie. Aber „Hollow Sounds“ passt gut ins Portfolio, reduziert die Musik auf Gitarre und Stimme und zeigt den Mann mit der samtig-schmeichelnden Stimme von seiner besten Seite. „Me and Denver“ holt noch einen Schellenkranz dazu und kommt einem melodisch irgendwie bekannt vor. Sowas kann einen zum Wahnsinn treiben. Jemand eine Idee?

Dave Hause: Er klingt wie der trotzige Teenager unter den vier Musikern. In „Pray For Tuscon“ stärker, in „Prague (Revive Me)“ weniger, das tönt eher nach Chuck Ragan. Kein Zweifel: Er passt gut zu seinen Muckerkollegen. So zwingend wie deren Songs sind seine beiden Beiträge allerdings nicht.

„The Revival Tour 2001 Collections“ ist am 7. Oktober bei Tenfour Records erschienen. Erhältlich auf Tour oder bei www.amazon.de und www.flight13.com (Keine Werbung, nur als Service gedacht).

Noch drei Live-Termine gibt es:
11.10. DE - Wiesbaden – Ringkirche ***ausverkauft***
12.10. DE - Köln – Live Music Hall ***ausverkauft***
13.10. DE - Münster – Skater`s Palace

Kommentare:

  1. Das Konzert steht auf meiner Top10-Liste ganz weit oben. Wir waren in München und es war UNGLAUBLICH geil! ;)

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  2. Hey Frau Tollifrau,

    das glaub ich, wäre gerne auch in München gewesen, aber es hat nicht hingehauen. Naja, das Gute an der Revival Tour: Sie kommt mit Sicherheit wieder :-)

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