Mittwoch, 5. Oktober 2011

Hörtest: Me First and The Gimme Gimmes - Sing in Japanese

Der etwas andere Sprachkurs: Me First and The Gimme Gimmes nehmen sich japanische Pop-Perlen vor. Vermutlich schmeißen sie sich in Tokio weg, wenn sie hören, wie "Sing in Japanese" klingt. Wer weiß: Vielleicht entstehen durch falsche Betonungen komplett neue Texte. In jedem Fall eine der am meisten Spaß machenden Veröffentlichungen der Spaßpunk-Coverband

Wir haben's schon immer gewusst. Social Distortion müssen Japaner sein. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass „Kekkon Shiyoyo“ – im Original von Takuro Yoshida – jetzt in den ersten Sekunden klingt wie „Story of My Life“? Ok, wahrscheinlicher ist, dass Me First and The Gimme Gimmes mit dem Intro sich noch in eine andere (Himmels-)Richtung verbeugen. Das gehört zum Konzept. Warum auch nur einen Song covern, wenn man auch noch eine andere Band mit verwursten kann? Die sechs Song starke Hommage an japanische Musik aus Pop, Rock und Punkrock gelingt jedenfalls und impft dem letzthin etwas arg vorhersehbar gewordenen Prinzip der Band – Songs aller möglicher Stilrichtungen mit betont schlichtem Punkrock plattwalzen – neue Frische ein. So kommt „Linda Linda“ von The Blue Hearts zuerst wie ein entspannter Reggae-Song daher, um in Punkrock zu kippen. „Kokoro To Nabi“ shreddert den im Orginal von Tulip stark nach den Beatles klingenden Song kurz und klein, funktioniert aber. Dafür hat Sänger Spike Slawson (Swinging Utters) sich die Texte von einem japanischen Freund der Band in Lautschrift aufschreiben und dann von Muttersprachlern auf korrekte Aussprache checken lassen. Manchmal muss er gar nicht Japanisch singen, weil die Nippon-Rocker auch mal zu englischen Texten greifen, „C-C-C“ von The Tigers ist so ein Kandidat. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass sich Japaner schlapp lachen, wenn sie das Resultat hören. Umgekehrt wären wir sicher auch überrascht, wenn man hört, wie deutsche Songs klingen, wenn sie jemand singt, der eine andere Muttersprache hat. Ach so, in den Genuss werden wir ja kommen. Fat Mike und Co. haben angekündigt, weitere dieser EPs auf Spanisch, Italienisch, Deutsch und Französisch aufzunehmen. Sollten wir mit Schlager-Songs und NDW-Kacke vertreten sein, muss ich protestieren. Schließlich geht es darum, wie Punkrock-Fans auf der ganzen Welt die gecoverten Länder wahrnehmen. Wobei: Die Ärzte sind bereits Punkrock, also was bleibt noch zum Nachspielen? Wir sind gespannt.

"Sing in Japanese" von Me First and The Gimme Gimmes ist am 16. September bei Fat Wreck Chords erschienen. Mehr unter www.myspace.com/gimmegimmes
Die Hörprobe "Hero" gibt's hier:

Me First and the Gimme Gimmes "Hero" by Fat Wreck Chords

Die Videos zu den Original-Songs gibt's hier (außer "22 Sai No Wakare", das war unauffindbar; und von "Kokoro No Tabi" gibt's eine japanische Coverversion der arschcoolen GO!GO!7188) 












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