Sonntag, 15. Mai 2011

Sonntags-Matinée: Folk der die Herzen wärmt

Eine neue Lieblingsband. Wenn man kuscheligen Folk mag, mehrstimmigen Gesang, Pianoklänge und Schellenkränze. Kunden, die das gekauft haben, stehen auch auf: Fleet Foxes und Mumford & Sons. Auch wenn The Head and The Heart eigentlich keine Vergleiche brauchen - sie aber auch gar nicht scheuen müssen.

Vielleicht ist die Welt gar nicht so schlecht. Zumindest hat das Schicksal - oder der Zufall - sechs Musiker bei einer Open Mic Night zusammengeführt. Und dieses Sextett spielt dermaßen herzerwärmenden Folk, dass Frühlingstage noch sonniger sind und Herbsttage noch wolkenverhangener. Zwischen stürmischer Euphorie und getragener Melancholie pendeln die zehn Songs des Debütalbums, ohne Kitsch, aber mit jeder Menge Köpfchen und Herz. Wie der Name eben sagt.

Charity Rose Thielen (Gesang, Violine, Percussion), Chris Zasche (Bass), Josiah Johnson /Gesang, Gitarre, Percussion), Jonathan Russell (Vocals, Gitarre, Percussion), Kenny Hensley (Piano), Tyler Williams (Drums) hören scheinbar auch gerne mal die Beatles, zumindest klingt "Ghosts" mit seinem nach vorne gehenden Beat stark nach den Fab Four. Auch wenn das Album mit "Heaven Go Easy on Me" ausklingt, und der Rhythmus Erinnerungen an "Hey Jude" aufkommen lässt, könnte man auf diesen Gedanken kommen. "All things must end, darling" heißt es da. Darum dreht sich vieles auf der Platte: Abschied, Loslassen, Vermissen. Der "Winter Song" gehört künftig auf jedes Mixtape für die kürzeren Tage. Zu einer Picking-Gitarre gesellt sich nach und nach auch die Stimmy von Charity Rose Thielen, so verletzlich und anheimelnd. Man würde sich nicht wundern, dieses Stück Musik auf dem Soundtrack einer Regiearbeit von Scrubs-Krankenhausclown Zach Braff ("Garden State") zu entdecken. Eine The Smiths'sche Depri-Attitüde prägt "Honey Come Home", wo die schaurigschöne Zeile "I just wanna die with the one I love beside me" aufhorchen lässt. "Oh God I love my vices/but they're taking me to places/that I never thought I'd go" heißt es kurz darauf. Ein Bekenntnis zu Makeln, wie es ehrlicher und unsentimentaler nicht sein könnte.

Makellos hingegen die Musik: "Down in the Valley" mit seinem im Drum-Rhythmus stampfenden und sich emporschwingenden Piano. "Lost in My Mind", das mit seinen "Wooo-hooos" an einen rollenden Zug erinnert und im Text passenderweise die "engines running" hat. Alles Songperlen, die man nie mehr hergeben möchte. Muss man ja auch gar nicht. Begrüßen wir The Head and The Heart. Bleibt doch einfach.

Das gleichnamige Debüt von The Head and The Heart ist am 22. April erschienen bei Cooperative Music, im Vertrieb von Universal. Höreindrücke gibt's unter www.myspace.com/theheadandtheheart

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