Sonntag, 17. April 2011

Sonntags-Matinée: Bekifft in der Wüste

Songs, so benebelt wie Homers Treffen mit dem roten Kojoten. Riffs, so tonnenschwer wie eine Horde Mammuts. Sound, so wegweisend für den Rock wie Newtons Apfel-Anekdote für die Physik. Die Geburtsstunde: Willkommen in der Welt von Queens Of The Stone Age.

Manche Bands suchen ein Leben lang nach ihrem Sound. Die Queens Of The Stone Age hatten da einen Vorteil: Gitarrist und Sänger Josh Homme hatte bereits bei den legendären Wüstenrockern von Kuyss gelernt, wie man Riffs so hoch wie Riesenkakteen stapelt, viel mehr brauchte es nicht. Unfassbar, wie ausgeprägt die QOTSA-Trademarks auf dem '98er-Debüt bereits sind. Seit Kurzem liegt das Debüt nun ein einer Neuauflage mit Bonustracks vor.

Der Opener "Regular John" nimmt die Großtat "Go With The Flow" vom makellosen "Songs For The Deaf" (2002) vorweg, treibende Rhythmen, straighte Riffs und Josh Hommes Kopfstimme geben die Richtung vor. "Avon" zeigt allen Möchtegern-Alternative-Metallern, wie heavy geht und schiebt sich groovend durch die Hirnwindungen. Zu "If Only" möchte man einfach nur tanzen und den Schellenkranz schwenken. Und auch der Rest fällt nicht ab: Warum können Bässe nicht immer so schön dominant sein wie bei "You Can't Quit Me"? Warum können Instrumentals nicht immer so fesselnd sein wie "Hispanic Impressions"? Und "I Was A Teenage Handmodel" mit seinen Bongos, den abgedrehten Sounds - von Pissoir bis Space-Soundkulisse - lässt die Frage aufkommen, was die Herrschaften sich eigentlich so verabreichen, bevor es ans Aufnehmen geht.

Der neu gemasterte Re-Release ist um drei Bonustracks reicher: "The Bronze" beginnt sphärisch-schwebend beginnt und entwickelt sich zu einer Gitarrenorgie mit vertracktem Rhythmus. Das unfassbar cool betitelte Instrumental "These Aren't The Droids You're Looking For" hätte sich auch Han Solo auf seinen iPod gezogen. Und das ebenfalls ohne Gesang auskommende "Spiders and Vingaroons" haut einen genauso um wie ein zu heftiges Sonnenbad in der Wüste.

P.S.: Bei Conan O'Brien hat die Band jüngst "If Only" gespielt. Hier geht's zum Video.

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