Sonntag, 3. April 2011

Sonntags-Matinée: Abschied klang niemals schöner

Wer ist eigentlich diese Alberta? Diese Band hat sie im Namen, die New Yorker Kollegen von Alberta Cross auch. Ein ist klar: Sie klingt verdammt gut. Immer. Auch, wenn sie sich zur Abreise fertig macht, wie der Albumname andeutet. 

Aber im Ernst: The Rural Alberta Advantage kommen aus Kanada (wo es auch eine Provinz namens Alberta gibt...), und da scheint ein Nest zu sein, wenn es um folkigen Indierock mit melancholischen Momenten geht. Der kommt auf dem Zweitwerk "Departing" daher wie der perfekte Soundtrack zum Sommer - wären da nicht diese latent wehmütigen Piano-Tupfer, die sich gegen die oft hektischen Drums absetzen wie die Blinklichter der Sturmwarnung in einem aufgewühlten See. Sänger Nils Edenloff scheint manchmal den aufziehenden Sturm übertönen zu wollen mit seiner nasal-gepressten Stimme, bei "Stamp" etwa.

Doch der "Tornado" rumpelt dann eher, als dass er hinwegfegt. Ist ja auch gut so. The RAA machen nicht viel anders als auf dem gefeierten Debüt "Hometowns", aber warum auch? Wenn man bei "Barnes Yard" auf dem Holzboden der alten Scheune nebenan wild drauflostanzen möchte, liefert dieses Trio die Musik dazu, wenn man seine Holde dann nach der Party in den Schlaf wiegen will, kommt "Good Night" gerade gelegen.

Überhaupt wirkt "Departing" wie ein Konzeptalbum, die "Two Lovers" aus dem Opener lieben sich heftig, dann folgt der "Breakup". Was war da los? Wem gehören die Autolichter das Wagens, der einem da aus dem Nebel des Plattencovers entgegenfährt? Vielleicht wird man das in Interviews und Geschichten über die Band erfahren. Bis dahin leckt einem "Departing" die Wunden, lässt einen Vasen an die Wand werfen, und flüstert einem immer wieder zu, dass man nicht verzweifeln soll. Wie auch, wenn man solche Tröster hat?

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