Montag, 4. April 2011

Nachruf: Elektropunk is dead

Einer der klügsten Köpfe der Musikszene dankt ab: James Murphy hat vergangenen Samstag in New York das letzte Konzert mit seiner Elektropunk-Band LCD Soundsystem gegeben. Drei Stunden und 41 Minuten verdammte Musik-Geschichte. Der Rolling Stone hat den Konzertbericht und die Fotos - und wir, die nicht dabei waren, den Trauerflor an die Stereoanlage gepinnt.

Electro ist nie mein Ding gewesen, aber es gibt Musiker in fast jeder Stilrichtung, die ich schätze, weil sie etwas zu sagen haben. Ihre Musik erschöpft sich nicht in platten Phrasen, ihre Videos nicht in plumpem Arschgewackel. So einer war James Murphy. Der Apparat hinter dem Ganzen, das verlogene Business war ihm immer zuwider, daraus hat er auch in diversen Interviews nie einen Hehl gemacht.

Was war das für ein Auftritt, 2010 am Southside: Ich stand da und dachte nur: "Ach so, Elektro kann also rocken". Eine fordernde Erkenntnis für einen Gitarre-Bass-Schlagzeug-Bevorzuger. Die Show hatte etwas Triumphales, aber auch etwas Trauriges, weil da ja schon klar war, dass das im Mai erschienene "This is happening" das letzte Album ist. Aus diesem Anlass nebenan die Plattenkritik, die ich damals - kann man ja sagen - für die Szene-Seite der Schwäbischen Zeitung geschrieben habe.

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